14. März
Auf Naxos kommen elf Leimkraut-Arten vor. Die schönste unter ihnen ist vielleicht Silene cythnia, eine im Ägäisraum endemische Art, die an schattigen und feuchten Stellen in den Bergen gedeiht und dort große Bestände bilden kann. Sie besitzt sehr schöne große rosa Blüten mit am Grund schmalen und am Ende geschwungen verbreiterten und tief ausgerandeten Blütenblättern; der schmale dunkelrosa Kelch ist röhrenförmig mit einer netzartigen Musterung. Man kann diese...
13. März
13. März
Eine tektonische Brekzie entsteht dadurch, dass bei einem Erdbeben das im Bruch von der Bewegung zersplitterte Gestein leicht bewegt und dann später durch einwandernde Mineralien wieder verkittet wird. Die Gesteinsstücke in der Brekzie sind eckig und kantig und verschieden groß, da sie nicht durch einen Transport abgerundet und sortiert worden sind. Beim Wandern auf Naxos trifft man, insbesondere im Marmor, immer wieder auf kleine oder größere Spalten und...
12. März
12. März
Die etwa 35 Meerträubel-Arten, die einzigen Angehörigen ihrer Familie, sind eng mit den Koniferen (den Nadelbäumen) verwandt. Es handelt sich um Rutensträucher, die nur winzige Blätter besitzen und ihre Photosynthese mit den Stängeln betreiben. Das Meerträubel bildet einen dichten Strauch, der nicht „aus eigener Kraft“ steht, sondern sich auf Mauern oder andere Bäume stützt. Es ist zweihäusig, was bedeutet, dass es männliche und weibliche Pflanzen...
4. März
4. März
Foto von Winfried Scharlau
Die Felsenschwalbe ist eine von drei Schwalbenarten, die auf Naxos brüten (außer ihr kommen noch die recht häufige Rauchschwalbe und, viel seltener, die Rötelschwalbe vor, während die Mehlschwalbe fehlt). Sie brütet hier und da in den Bergen, so zum Beispiel an den Felsen beim Wasserfall von Routsoúnas bei Keramotí, wo man sie im frühen Sommer fleißig umherfliegen sieht. Die Felsenschwalbe baut ein oben offenes Nest aus Lehm und...
11. März
11. März
Die Mastixdistel ist vor allem in den niedrigeren Lagen der Insel häufig. Sie blüht im späten Sommer und im Herbst; die großen Blütenköpfe mit den langen, spießförmigen rosafarbenen Röhrenblüten sitzen in die schon vertrockneten Blätter eingebettet. Im Frühjahr treiben die jungen Blätter aus; ganz frisch haben sie ein an Grünkohl erinnerndes Aussehen. Auf dem Bild unten links sieht man die sehr lange und dicke Wurzel der Mastixdistel. Wenn man den oberirdischen...
10. März
10. März
Die Schweber sind mit 5.000 Arten eine große Familie der Fliegen. Charakteristisch für die Gattung ist der schwirrende Flug, bei dem sie oft auch auf der Stelle stehen können. Im Sitzen halten sie ihre Flügel meist in einem Winkel gespreizt. Bei sehr vielen Arten sind die Flügel leicht getönt oder gemustert. Die Larven der Schweber leben parasitisch an den Larven anderer Insekten. Das Weibchen legt die Eier in der Nähe des Nestes ab, in das die Larve „zu...
8. März
8. März
Der Oleander ist ein besonderer Schmuck in der naxiotischen Landschaft: Im frühen Sommer zeichnet er alle Quellen, kleinen Bachtäler, Flussläufe und Torrente mit intensivem Rosa nach. Der immergrüne Strauch wächst überall dort, wo das ganze Jahr über ausreichend Feuchtigkeit zur Verfügung steht. Die großen Windrad-ähnlichen Blüten bestehen aus fünf innen zu einem Trichter verwachsenen Blütenblättern, die sich außen als große Kronlappen ausbreiten; am Schlund...
7. März
7. März
Schnee…! Hier sind nicht viele Worte nötig. Auf Naxos schneit es in den meisten Jahren ein oder zwei Mal; meist nur in den Bergen, wo der Schnee drei, vier Tage, an sehr schattigen Stellen auf etwas länger liegen bleiben kann. Auch bei uns fällt manchmal Schnee (Bild unten rechts), bleibt aber normalerweise nicht oder nur sehr kurz liegen. Wie man sich vorstellen kann, ist Schneefall für uns immer eine ganz besondere Freude! Die Landschaft sieht dann so ganz...
6. März
6. März
In den Höhlen und Schmirgelminen von Naxos kommt eine endemische Heuschreckenart vor, die Naxiotische Höhlenschrecke. Höhlenschrecken sind so stark an die speziellen Umweltbedingungen in den Höhlen (keine Sonne bzw. kein Licht, stabile Temperaturen, relativ hohe und stabile Feuchtigkeit, wenig Fressfeinde usw.) angepasst, dass sie außerhalb von Höhlen nicht überleben können. Deswegen kommt es bei ihnen leicht zur Bildung unterschiedlicher Arten durch geographische...
5. März
5. März
Die Schachtelhalme sind eine sehr alte Pflanzenklasse. Sie sind mit den Farnen verwandt und bildeten gemeinsam mit diesen schon im Karbon (vor über 300 Mio. Jahren) riesige Wälder. Heute gibt es nur noch eine Gattung mit etwa zwanzig Arten, die meist an feuchten Standorten wachsen. Der Riesen-Schachtelhalm wächst auf Naxos vor allem an den Flussläufen in der Gegend von Apóllonas und Komiakí. Aus langen unterirdischen Rhizomen treiben im Frühjahr erst braune...
3. März
3. März
Die Gichtwespen oder Schmalbauchwespen sind mit bis zu 2 cm Körperlänge gar nicht so klein; da sie so dünn und schmal sind, kann man sie aber leicht übersehen. Während die Artbestimmung schwierig ist, kann man die Familie recht gut erkennen: Charakteristische Mermale sind der deutliche „Hals“, die relativ großen Augen, der hoch angesetzte, vorn sehr dünne Hinterleib, der leicht nach unten gekrümmt gehalten wird, und die langen Hinterbeine mit...
2. März
2. März
Die Niederliegende Lappenblume ist im Mittelmeergebiet und in Südwestasien verbreitet; auf Naxos ist sie selten. Sie wächst auf sandigen Böden, in Flusstälern und in Küstennähe sowie an Feldrändern und kommt in Ágios Dimítris und an der Bucht von Azalás sowie auch auf unserem Grundstück vor. Sie gehört zu den Erdrauchgewächsen (Verwandte der Mohngewächse). Die Niederliegende Lappenblume wächst mehr oder weniger am Boden anliegend mit länglichen, fein dreifach...
1. März
1. März
Der zu den Spargelgewächsen gehörende Stechende Mäusedorn ist ein sehr merkwürdiger Strauch. Man kann ihm auf Naxos an manchen Stellen im Wald begegnen, z.B. bei Agiá und im Flusstal oberhalb von Engarés. Das Besondere an ihm ist, dass seine Blätter keine Blätter sind, sondern Phyllokladien, d.h. blattartig verbreiterte Stängel. Die Phyllokladien enden in einer scharfen Spitze und stehen sehr regelmäßig am Stängel. Die Blüten bilden sich in der Mitte der...
27. Februar
27. Februar
Anders als die meisten Spinnen bauen Krabbenspinnen keine Netze und jagen ihre Beute auch nicht zu Fuß, sondern lauern ihr unbeweglich auf, und zwar auf Blüten – ein besonders günstiger Ort, um einen Schmetterling oder eine Biene zu erwischen. Die Krabbenspinne sitzt unbeweglich mit weit geöffneten vorderen Beinpaaren auf der Blüte, bis ein Insekt nahe genug an sie herangekommen ist. Dann schnappt sie es mit ihren Vorderbeinen und lähmt es mit einem Biss...
26. Februar
26. Februar
Der Gelbe Günsel ist in Europa, Nordafrika und Südwestasien weit verbreitet. Als Pflanze nährstoffarmer Äcker und ähnlicher Standorte ist sie in Deutschland inszwischen vom Aussterben bedroht. Im Mittelmeergebiet kommt sie regelmäßig vor, auf Naxos ist sie aber erst sehr selten nachgewiesen worden. Vor vielen Jahren fand ich zwei, drei Exemplare an einer kleinen Felswand direkt oberhalb von Ágios Dimítris (Bilder oben und links unten). Der Gelbe Günsel gehört...
25. Februar
25. Ferbuar
Die Empuse gehört wie die Gottesanbeterinnen zu den Fangschrecken. Sie ist auf Naxos recht häufig, man bekommt sie aber nur selten zu Gesicht. Tagsüber sitzt sie meist bewegungslos und gut getarnt in der Vegetation. Nachts begibt sie sich manchmal in der Nähe von Außenlampen auf Mottenjagd. Wie die Gottesanbeterinnen lauert die Empuse ihrer Beute, meist Insekten, bewegungslos auf und ergreift sie plötzlich mit den Fangarmen, wenn sie in Reichweite kommt. Die...
24. Februar
24. Februar
Die Gattung Trifolium, Klee, ist auf Naxos mit über 20 Arten vertreten. Jede einzelne ist auf ihre Weise hübsch; jede hat sich eine andere Blütenfarbe und -form und vor allem eine andere Form des Fruchtstandes ausgedacht. Ich freue mich beim Wandern im Frühling über jede einzelne! Eine meiner Lieblingsarten ist Trifolium globosum mit seinen cremeweißen Blüten und den puscheligen runden Fruchtständen. Trifolium globosum kommt vor allem auf saurem Gestein...
23. Februar
23. Februar
Schmirgel ist ein schwarzes, sehr schweres Gestein mit einem hohen Anteil am Mineral Korund (Aluminiumoxid). Er entsteht duch Metamorphose aus bauxitreichen Gesteinsschichten, d.h. wenn diese bei der Aufschiebung von Gebirgen hohem Druck und hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Wegen der speziellen Umstände, die für ihre Entstehung erforderlich sind, gibt es nur an wenigen Stellen auf der Welt nennenswerte Schmirgelvorkommen guter Qualität. Auf Naxos steht...
22. Februar
22. Februar
Im Gegensatz zu vielen anderen ägäischen Inseln ist der Kaperstrauch auf Naxos selten; er kommt hauptsächlich in steilen Küstenfelsen vor. Er bildet einen dichten kleinen Strauch mit langen Zweigen, an denen die rundlichen Blätter sitzen. Die hübschen, kurzlebigen Blüten mit weißen Blütenblättern und langen lila Staubblättern erscheinen im Sommer. Seit der Antike werden die Blütenknospen als würzige Zutat verwendet; in Griechenland verwendet man manchmal auch...
21. Februar
21. Februar
Die der Kreuzotter ähnliche Sandotter oder Hornotter ist die einzige giftige Schlange auf Naxos. Sie ist sehr wenig aggressiv und es kommt fast nie dazu, dass jemand gebissen wird (für den Fall sollte man jedoch auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen). Gundsätzlich ist es ratsam, zu schauen wo man hintritt (und -fasst!) und beim Laufen ausreichend Geräusch und Erschütterungen zu verursachen. Eine Sandotter, die sich in die Ecke gedrängt fühlt, zischt einen...