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Knöterichgewächse, Polygonaceae

Die Knöterichgewächse umfassen etwa 1200 Arten in knapp 50 Gattungen. Sie kommen vor allem in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel vor. Sie besitzen meist kleine Blüten mit sechs Blütenhüllblätter, die manchmal geflügelt, warzig oder stachelig sind und auch an der Frucht noch erhalten bleiben. Auf Naxos kommen etwa 10 Arten vor, deren Bestimmung teilweise schwierig ist.

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Knöteriche, Persicaria

Es gibt weltweit über 100 Knöteriche (Gattung Persicaria). Auf Naxos kommen zwei Arten vor, die sich sehr ähnlich sind.

Ampfer-Knöterich, Persicaria lapathifolia, (L.) Delarbre


Der Ampfer-Knöterich wächst auf Naxos an schattigen Standorten, hier bei Apóllonas. Diese Art ist auf der Insel selten anzutreffen. Die Art ist einjährig und bildet bis zu 1 m hohe schlanke, biegsame Stängel. Die Blüten sitzen in einer endständigen Rispe und in kleineren Rispen in den Achseln der oberen Blätter.


Die kleinen Blüten sind weißlich oder leicht rosa.

Vogelknöteriche, Polygonum

Die Gattung der Vogelknöteriche umfasst etwa 65 Arten, von denen viele weltweit verbreitet sind. Bei den Vogelknöterichen sind die häutigen Nebenblätter zu einer Röhre verwachsen, der Ochrea.

Echter Vogelknöterich, Polygonum aviculare, L.

Der Echte Vogelknöterich ist auf Naxos selten; ich habe ihn nur einmal bei Káto Potamiá gefunden. Es handelt sich um eine heute in der gemäßigten Zone weltweit verbreitete Pionierpflanze, die zum Beispiel an Straßenrändern wächst.


Der Vogelknöterich bildet niederliegende Triebe mit kleinen elliptischen Blättern und zerschlitzter Ochrea. Die Blüten besitzen eine einfache Blütenhülle (hier sind sie schon verblüht). Sie bilden keinen Nektar und bestäuben sich meist selbst; die Früchte sind kleine Nussfrüchte. Die Pflanze vermehrt sich auch vegetativ über Ausläufer.

Polygonum maritimum, L.

Die ausdauernde Art Polygonum maritimum ist an vielen Sandstränden von Naxos anzutreffen; es handelt sich um einen als salzhaltige Standorte gebundenen Halophyt.


Polygonum maritimum ist eine ausdauernde Art mit verholzendem Wurzelstock. Die silbrig-häutige Ochrea ist länger als die Internodien. Die Blütenhüllblätter sind weiß und etwa 4 mm lang und bis etwa 1/3 zu einer Röhre verwachsen.

Ampfer, Rumex

Es gibt etwa 130 Ampfer-Arten, die vor allem in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel vorkommen. Die Blütenbülle besteht bei den Ampfern aus sechs Blütenhüllblättern, von denen die drei inneren auch an der Frucht noch erhalten bleiben (Valven) und oft auffällige verdickte Schwielen besitzen.

Kleiner Sauerampfer, Rumex acetosella, L.

Der Kleine Sauerampfer ist auf Naxos nicht sehr häufig; er wächst vor allem an eher feuchten Stellen, hier z.B. bei Keramotí.


Der Kleine Sauerampfer wächst als schmale, hohe Pflanze. Seine Blätter sind spießförmig und weiter oben an Stängel oft sehr schmal.


Die in lockeren Knäueln stehenden Blüten sind meist zweihäusig-eingeschlechtlich; die Valven bilden keine Schwielen aus und bleiben auch in der Frucht sehr klein.

Stierkopf-Ampfer, Rumex bucephalophorus, L.

Der Stierkopf-Ampfer ist eine sehr kleine Art, die meist nicht viel höher wird als 10 cm. Sie ist auf Naxos weit verbreitet und recht häufig anzutreffen.


Der Stierkopf-Ampfer besitzt kleine, eiförmige, zarte Blätter und rote Blütenstände.


Die länglichen Valven biegen sich nach unten. Sie tragen mehrere größere und kleinere Zähne, so dass sie entfernt an einen Ochsenkopf erinnern (woher sich der wissenschaftliche Artname ableitet – gr. voukephalos = Ochsenkopf).

Knäuel-Ampfer, Rumex conglomeratus, Murray

Der Knäuel-Ampfer wächst auf Naxos an immerfeuchten Stellen wie an Quellen und Flussläufen.


Der Knäuel-Ampfer besitzt steife Stängel mit schmal elliptischen, gestielten Blättern.


Die Blüten stehen in dichten, deutlich voneinander entfernt stehenden Scheinwirteln, die je von einem langen Hochblatt getragen werden. Die kleinen, harten Valven sind kaum gezähnt und tragen je eine große Schwiele.

Schöner Ampfer, Rumex pulcher ssp. anodontus, (Hauskn.) Rech. f.

Der Schöne Ampfer ist auf Naxos recht häufig; er kommt auch bei uns auf dem Grundstück vor. Diese Art bildet in ihren meisten Unterarten lange Zähne an den Valven aus; bei uns kommt die Unterart ssp. anodontus ohne oder mit nur sehr kurzen Zähnen vor.


Der Schöne Ampfer besitzt an der Basis leicht herz- oder keilförmige Blätter; die Grundblätter sind recht groß und breit, die Stängelblätter schmaler. Hier ein noch nicht aufgeblühtes Exemplar; auffällig sind die langen Tragblätter im Blütenstand.


Hier sieht man eine geöffnete Blüte mit den sechs Blütenhüllblättern und den sechs Staubblättern.


Bei der fruchtenden Pflanze ist der Blütenstand ist in die Länge gezogen; die Tragblätter sind schmaler und unauffälliger.


Die Früchte des Schönen Ampfers sind recht variabel, was die Form betrifft. Meist sitzen mehrere längere oder kürzere Zähne an den Valven; hier die Unterart ssp. anodontus ohne Zähne. Die Fruchtstiele sind sehr kurz und verdickt.

Rumex tuberosus, L.

Diese in der Ägäis endemische Ampfer-Art ist auf Naxos vor allem in den höheren Lagen verbreitet; sie ist recht häufig und wächst besonders an schattigen Stellen.


Rumex tuberosus besitzt pfeilförmige bis herzförmige Blätter und bildet gewundene, niederligende, schlanke Stängel.


Die Blüten stehen in dichten Rispen. Die Valven sind flach herz- bis kreisförmig mit einem Netz an Nerven.


Hier noch einmal der Fruchtstand; die Valven sind oft kräftig rot gefärbt.

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  • Fuchsschwanz, Amaranthus
  • Feigenkaktus, Opuntia ficus-indica
  • Nelkengewächse I, Caryophyllioideae
  • Nelkengewächse II, Paronychioideae, Alsinoideae
  • Frankenien, Frankenia
  • Tamariske, Tamarix hampeana
  • Strandflieder, Limonium
  • Portulak, Portulaca oleracea
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