Die weltweit verbreitete Gattung Euphorbia umfasst gut 2.000 Arten; besonders viele, oft sukkulente Arten kommen in tropischen und subtropischen Regionen vor. Die Stängel geben einen stark reizenden Milchsaft ab, der nicht in Kontakt mit Augen und Schleimhäuten kommen sollte. Der giftige Saft der Palisaden-Euphorbie wurde früher auf Naxos zum Betäuben und Fangen von Fischen verwendet. Die Blüten der Euphorbien sind getrenntgeschlechtlich und sehr stark reduziert. Sie stehen in sogenannten Cyathien (Scheinblüten) aus je einer weiblichen “Blüte”, die nur noch aus dem Fruchtknoten und Griffel besteht, und fünf um sie herum angeordneten männlichen “Blüten”, die je nur noch aus einem Staubblatt bestehen. Diese Blüten sind von vier oder fünf Nektardrüsen umgeben, die sehr unterschiedlich geformt sein können, und oft in auffällige, manchmal blütenblattartige Hochblätter (Brakteen) eingehüllt. Die Cyathien der Palisaden-Wolfsmilch besitzen je vier bräunliche Nektardrüsen und zwei “schüsselförmige”, an der Unterseite behaarte Brakteen. Im oberen Bild kann man an den unteren Blüten den Griffel und die Staubblätter erkennen; bei der oberen Blüte sieht man die behaarte, rundliche, dreiteilige Kapselfrucht, während die Staubblätter verwelkt sind. Die große Palisaden-Wolfsmilch ist in den mittleren Lagen von Naxos (Tragaia, Hochtäler der Gebirge usw.) sehr häufig. Sie wird bis fast einen Meter hoch und ist in der Landschaft unübersehbar. Im Laufe des Sommers fallen die Blätter der Palisaden-Wolfsmilch ab; im Herbst nach den ersten Regenfällen treibt sie wieder aus (Bild unten rechts).