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27. April

Die Gattung der Hornblätter umfasst gut dreißig Arten. Sie ist die einzige Gattung in einer ganzen Ordnung, den Hornblattartigen, die nach neueren molekulargenetischen Untersuchungen als Schwestergruppe der Zweikeimblättrigen Pflanzen angesehen wird. Von beiden für die Ägäis angegebenen Hornblatt-Arten, dem Rauhen und dem Zarten Hornblatt, gibt es nur wenige und verstreute Nachweise. Auf den Kykladen und in der ganzen südlichen Ägäis hat es bislang keine Nachweise gegeben. Ich habe das Zarte Hornblatt auf Naxos in mehreren Quellen gefunden, z.B. in der Quelle am Westhang des Fanári (Bild oben), kurz unterhalb des Gipfels, in einer Quelle in der Nähe der Provolákia (Bild unten links) bei Apíranthos und in der Quelle Adisárou bei Sangrí (Bild unten rechts). Hornblätter besitzen schlanke Stängel mit Quirlen aus mehrfach gegabelten Blättern mit sehr feinen Abschnitten. Sie besitzen keine Wurzeln, sondern treiben im Wasser und sterben unten ab so wie sie oben weiterwachsen. Nährstoffe werden aus dem Wasser über wurzelähnliche Bildungen des Sprosses aufgenommen. Im Sommer bildet das Hornblatt kleine, unauffällige Blüten. Die leicht klebrigen Früchte werden durch das Wasser verbreitet sowie auch durch Wasservögel. Vor allem vermehrt sich die Pflanze jedoch vegetativ, indem die Sprossachsen zerfallen. Das Zarte Hornblatt gedeiht in stehenden, eutrophen Gewässern. Auch in Mitteleuropa kommt es vor, ist jedoch sehr selten, wobei es stellenweise durch die zunehmende Eutrophierung der Gewässer häufiger wird.