Manchmal wird der Studierende selbst zum Studienobjekt: Hier begegnen sich die Entomologin und der Anthropologe. Iris oratoria ist eine von drei ähnlichen Gottesanbeterinnen-Arten, die bei uns vorkommen. Sie ist meist grün gefärbt. Die Weibchen besitzen einen dicken Hinterleib mit kürzeren Flügeln, während die Flügel bei den Männchen das Hinterleibsende erreichen – hier haben wir es mit einem Männchen zu tun. Wie bei allen Gottesanbeterinnen bleiben die Männchen kleiner als die Weibchen; sie werden etwa 4,5 cm lang, während die Weibchen 6,5 cm Körperlänge erreichen. Iris oratoria ist daran zu erkennen, dass die Augen seitlich weit vorstehen, so dass der Kopf sehr breit aussieht. Ein sicheres Merkmal sind die zwei kleinen Höcker auf der Stirn (Bild unten rechts). Iris oratoria kommt im ganzen Mittelmeergebiet und in Südwestasien vor; außerdem ist sie in Amerika eingeschleppt worden. Sie ernährt sich von diversen Insekten; nicht selten kommt auch Kannibalismus vor, insbesondere bei der Paarung (in etwa einem Viertel der Fälle). Als Ausgleich kann Iris oratoria sich auch parthenogenetisch fortpflanzen.