Die bedeutendste byzantinische Festung von Naxos liegt im Südwesten der Insel zwischen der kleinen Ortschaft Sangrí und der Bucht von Agiassós. Die große Burganlage nimmt die Spitze des gut 450 m hohen Berg von Apalírou ein und überschaut eine der größten Ebenen von Naxos. Der Aufstieg zur Burg ist nicht ganz einfach, da man einen sehr steilen, schuttübersäten Hang hinaufsteigen muss. Schon von unten kann man sehr gut die in ihrem nordwestlichen Teil weitgehend intakte, mehrere Meter hohe Wehrmauer der Festung erkennen; genau gesagt handelt es sich in diesem Bereich um zwei Mauern, die in geringem Abstand übereinander angelegt sind. An der unteren Wehrmauer ist das Fundament eines großen, runden Eckturmes erhalten. Auch Spuren weiterer Türme sollen erkennbar sein. Im Areal liegen eine ganze Reihe von Gebäuderesten und zahlreiche große und kleine Zisternen. Eine genaue Kartierung der Burg von Apalírou ist ab dem Jahr 2010 von Archäologen der Universitäten von Oslo und Newcastle durchgeführt worden. Innerhalb der Umfassungsmauern fand man, insbesondere auf der Westseite des Hügels, eine große Anzahl an Gebäuden (mindestens 75 Wohnhäuser), insgesamt 40 bis 50 Zisternen, zwei Kirchenkomplexe und ein Kloster. Die Häuser besaßen eine Kanalisation und waren teilweise zweistöckig. Insgesamt handelt es sich beim Burgkomplex um die mit Abstand größte byzantinische Festung auf den Kykladen.