Die Olivenfliege ist ein bedeutender Schädling im Mittelmeergebiet. Ihre Maden leben in den Oliven. Bei starkem Befall wird die Qualität des Öls sehr beeinträchtigt (der Säuregehalt steigt) und auch die Ausbeute wird deutlich vermindert. Wenn man die Fliege nicht bekämpft, kann die Ernte oft völlig verloren gehen. Die Olivenfliege vermehrt sich insbesondere im Herbst, wenn die Oliven bald reif sind; hohe Temperaturen schränken die Vermehrungsrate der Fliegen deutlich ein. Früher wurde die Olivenfliege durch großflächiges Spritzen der Bäume mit Gift eingedämmt; heute kann man einen nicht zu starken Befall auch durch das rechtzeitige Aufhängen von Lockstoff-Fallen und durch kleinräumiges Spritzen von mit Lockstoff versetztem Gift bekämpfen (wobei man das Gift nicht auf die Oliven selbst spritzen muss, sondern es z.B. auf die Stämme oder auf nahgelegene andere Sträucher aufbringen kann). Die Olivenfliege Bactrocera oleae besitzt im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern der Bohrfliegen ungemusterte, durchsichtige Flügel, trägt aber eine auffällige Färbung auf dem Körper. Das Weibchen legt je ein Ei in die Oliven; um die Einstichstelle herum bildet sich oft ein charakteristischer rotbrauner Ring. Aus dem Ei schlüpft schon nach zwei, drei Tagen (bei kühleren Temperaturen nach 10 Tagen) die kleine Made. Die Made frisst sich durch das Fruchtfleisch der Olive. Auf dem unteren linken Bild sieht man nn der mittleren Olive das Loch, durch das die Made vor der Verpuppung die Olive verlassen hat. Die Puppen fallen auf den Boden, und schon nach wenigen Tagen schlüpfen die jungen Fliegen. Die Puppen sind bei den Ameisen sehr beliebt, die sie fleißig in ihre Nester tragen.