Die Opuntienspinne ist eine in den tropischen und subtropischen Regionen der Welt weit verbreitete Spinne. Auf Naxos ist sie häufig und kommt auch bei uns im Garten vor. Sie baut ein waagerecht aufgespanntes Radnetz, in das sie nach außen hin immer mehr Radialfäden einarbeitet. Auch den Spiralfaden zieht sie in sehr engen Runden, so dass die “Maschen” im ganzen Netz sehr fein sind. Im Gegensatz zu anderen Radnetzspinnen bringt sie keinen Klebstoff auf die Fangspirale auf. Über dem Fangnetz spannt sie ein lockeres Gewirr an Fäden auf. Die Spinne braucht mehrere Nächte dazu, das ganze aufwändige Konstrukt anzulegen. Vorbeifliegende Insekten werden durch die “Stolperfäden” zum Abstürzen gebracht und fallen ins waagerechte Fangnetz hinein, wo die Spinne sie ergreift und einspinnt. Über dem Zentrum des Fangnetzes, wo auch der Sitzplatz der Spinne ist, baut sie den Eikokon (Bild unten rechts). Bei der Begattung frisst das Weibchen üblicherweise das Männchen auf. Auf dem unteren linken Bild sieht man die geschlüpften Jungspinnen, die sich ein paar Tage im Netz der Mutter aufhalten, bevor sie sich eigene Netze anlegen; manche bleiben auch länger bei der Mutter und werden von ihr gefüttert. Oft legen mehrere Spinnen ihre Netze stockwerkartig übereinander an. In manchen Gegenden, insbesondere in der Neuen Welt, wo die Spinne erst seit einigen Jahrzehnten eingewandert ist, können die Opuntienspinnen angebaute Zitrusbäume mit so dichten Kolonien umspinnen, dass die Bäume darunter leiden oder gar absterben.