Wurmschnecken

Zu den vielen merkwürdigen Lebewesen der Gezeitenzone gehören die Wurm- oder Röhrenschnecken. Diese Schnecken kriechen nur als Jungtier frei herum, dann heften sie sich am Substrat fest und nehmen eine sessile Lebensweise an. Auf Naxos kommen mehrere Arten vor.

Große Wurmschnecke, Thylacodes arenarius (=Serpulorbis a.)

Die Große Wurmschnecke Thylacodes arenarius ist die größte bei uns vorkommende Art. Man sieht sie gelegentlich im flachen Wasser, vor allem an geschützten Stellen. Ihr Gehäuse wächst nur anfangs andeutungsweise spiralig, danach bildet die Schnecke ihre Schale als am Substrat anliegende, unregelmäßig gewundene, bis gut 1 cm dicke Röhre, die der Schale eines Röhrenwurmes ähnelt. Von innen hat sie allerdings die für Schalentiere typische Perlmutterfarbe. Die Schnecke kann sich tief in die Röhre zurückziehen. Selten sieht man auch den Kopf der Schnecke mit zwei kurzen Fühlern herausschauen. Entsprechend ihrer sessilen Lebensweise hat die Wurmschnecke eine ungewöhnliche Ernährungsweise entwickelt: Sie umgibt sich mit einer einem Spinngewebe ähnlichen Schleimhülle, an der alle möglichen Kleinpartikelchen aus dem Meereswasser hängenbleiben. Von Zeit zu Zeit verzehrt die Schnecke die Schleimhülle mitsamt ihrem Belag.

Gehäuse von Thylacodes arenarius
Gehäuse von Thylacodes arenarius

Große Wurmschnecke
Hier haben sich die Tiere in ihre Gehäuse zurückgezogen; der „Verschluss“ ist rötlich marmoriert.

Große Wurmschnecke
Thylacodes arenarius fängt ihre Nahrung mit einer Hülle aus Schleimfäden, das sie von Zeit zu Zeit samt allem Essbaren, das sich daran verfangen hat, verzehrt.

Dreikant-Wurmschnecke, Vermetus triquetrus

Ähnlich ist die seltener zu findende Dreikant-Wurmschnecke Vermetus triquetrus. Diese Art ist hier und da ab der Wasserlinie anzutreffen. Sie unterscheidet sich von der vorigen Art in der Längsleiste am Gehäuse, die ihm einen leicht dreieckigen Querschnitt verleiht, sowie in der Querriffelung des Gehäuses.


Die Gehäuse der Dreikant-Wurmschnecken liegen dem Untergrund an; nur die Öffnung wendet sich nach oben.


Hier ist deutlich die dreieckige Form des Gehäuses mit dem Kiel auf der Oberseite sowie die feine Riffelung durch Wachstumslinien zu sehen.


Hier sieht man das Operculum und die Schnecke selbst, die an der Seite hervorschaut.

Dendropoma petraeum

Eine weitere, sehr kleine Wurmschnecken-Art kommt bei uns sehr häufig im oberen Mesolitoral vor und ist einer der Organismen, die das Kalkalgentrottoir aufbauen. Meist ist sie von der Kalkalgen-Art Lithophyllum lenormandii überwachsen, so dass nur die Röhrendeckelchen als kleine schwarze Löcher in der Kalkalgen-Kruste freibleiben.

Dendropoma petraeum
Bei genauem Hinsehen entpuppen sich die kleinen Löcher in der Kalkalgen-Kruste als die Öffnungen der Wurmschnecken-Gehäuse.

Dendropoma petraeum

Dendropoma petraeum
Nahaufnahme von Dendropoma petraeum

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