Fotodotis und Danakos

Die Rundwanderung über das Kloster Fotodótis und das kleine Bergdorf Danakós startet auf dem Pass, den man überquert, wenn man von Filóti kommend nach Danakós fährt. Genau auf dem Pass liegt die kleine Kirche der Ágia Marína. Hier beginnt auch der Wanderweg auf die Spitze des Zeus-Berges. Und es endet hier der Pfad, der auf der südlichen Talseite von Danakós heraufführt und den wir auf dem Rückweg entlang gehen werden. Richtung Nordosten zweigt an derselben Stelle eine Erdstraße ab, auf der man auch mit dem Auto bis zum Kloster Fotodótis fahren kann.


die kleine Kirche der Ágia Marína am Pass nach Danakós


Die Erdstraße zum Kloster Fotodótis führt durch nicht mehr bewirtschaftete Terrassen, die locker mit Bäumen bestanden sind.


Ein altes Steinhaus zeugt davon, dass hier früher Menschen wohnten.


Blick nach Süden auf den Zeus-Berg; auch diese Talseite war früher bewirtschaftet, wie die Terrassierung zeigt. Heute wächst stellenweise ein dichter Wald vor allem aus Kermeseiche und Immergrünem Ahorn.


Eine winzige Kapelle steht inmitten der heute bewaldeten Terrassen.

Wir machen diese Wanderung Mitte Juni. Es blühen jetzt nur noch wenige Pflanzen. Eine der auffälligsten ist der Griechische Dost (Wilder Majoran, Oregano onites). Dieser ist sehr aromatisch und wird als Gewürz benutzt (Oregano). Seine Blüten werden von vielen Schmetterlingen besucht.


Griechischer Dost


Die Blüten des Griechischen Dosts besitzen reichlich Nektar, der zahlreiche Schmetterlinge anlockt. Hier ein Feuerfalter.


Feuerfalter, Lycaena phlaeas


Östlicher Quendelbläuling, Pseudophilotes vicrama


Sehr häufig ist hier auch der Walliser Waldportier (Hipparchia aristaeus senthes).

Nach etwa einem Kilometer erreicht man das Wehrkloster Fotodótis. Der Name bedeutet „Lichtbringer“, was sich auf den Evangelisten Johannes bezieht, der auf der nicht weit entfernten und bei klarem Wetter von hier aus sichtbaren Insel Patmos in der Verbannung lebte und dort das letzte Kapitel seines Evangeliums, die Apokalypse, schrieb. Es gibt eine ganze Reihe von Kirchen auf Naxos, die dem Heiligen Johannes geweiht sind. Dieser wird auf der Insel besonders geehrt.

Der erste Kirchenbau hier an der Stelle des Klosters Fotodótis stammt wahrscheinlich aus frühchristlicher Zeit; genaue Daten sind allerdings nicht bekannt. Vermutlich wurde die byzantinische Kirche mit dem Eintreffen der Venezianer zu Beginn des 13. Jahrhunderts in ein Wehrkloster verwandelt: Die dreischiffige Kirche wurde von dicken Mauern umgeben. Im oberen Stockwerk liegen um die in der Mitte gelegene, frei liegende Kuppel der Kirche herum die Klosterzellen. Bis zum Ende der türkischen Periode war das Kloster Fotodótis das reichste Kloster (und der größte Steuerzahler) von Naxos und besaß viel Grundbesitz in allen Teilen der Insel. Heute ist die Kirche nicht geöffnet, ein Zettel an der Tür sagt uns aber, dass sie den Sommer über jeden Tag zugänglich sein soll. Das Kirchenfest findet am 6. August statt.


Das Wehrkloster Fotodótis


In der Umgebung des Klosters stehen große Flaumeichen.


Flaumeiche


Die Wände des Klosters sind durch mächtige Steinstützen verstärkt.


Das Eingangstor zum Hof des Klosters wird von einer riesigen Platane beschattet.


An einem Ast der Platane hängt die Glocke.


die Eingangtür des Klosters


Verzierung an den marmornen Türpfosten


Im Innenhof kann man schön picknicken.


Zwei kleinere Gebäude im Innenhof dienten ehemals als Vorratsräume.


Das Kloster von außen. Das Gebäude ist vor ein paar Jahren renoviert worden.

Vom Kloster aus führt ein sehr schöner, gut erhaltener, mit Steinplatten ausgelegter Weg zum Dorf Danakós hinunter.


Über diesen schönen Weg gelangt man hinunter zum Dorf.


Blick zurück zum Kloster


Das Dorf liegt ziemlich tief unten im Tal.


Man muss viele Treppenstufen hinunter steigen.


Ganz unten im Dorf steht diese hübsche kleine Kirche.


Hier unten im Tal wächst neben der Quelle eine gigantische, weit ausladende Platane.

Wir wandern auf der südlichen Talseite erst über eine Fahrstraße, dann über einen kleinen Pfad zurück. Der Pfad ist auf seiner zweiten Hälfte teilweise ziemlich zugewachsen, und es braucht hier und da ein wenig Gespür um ihn ausfindig zu machen. Trotzdem sind wir schneller als erwartet wieder am Ausgangspunkt der Wanderung, der Kirche der Ágia Marína, zurück.


Blick zurück auf das Dorf. Es wird schon Abend.


Am Wegrand wächst eine Osterluzei, Aristolochia rotunda.


Wieder wandern wir einen Teil der Strecke einen schönen alten Weg entlang; später verliert sich der Pfad etwas im Gestrüpp und ist nicht überall leicht zu finden.


Zum Abschluss auf der anderen Seite des Passes noch ein schöner Blick auf diese neue kleine Kapelle (Prophítis Ilías) vorm Sonnenuntergang.

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