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Im Stein bohrende Lebewesen

Außer den zahlreichen Pflanzen und Tieren, die auf den Felsen im Meer wachsen, gibt es auch Lebewesen, die in den Felsen leben. Diese sind verständlicherweise kaum zu sehen, solange sie lebendig sind, aber man kann an vielen Steinen am Strand ihre Spuren finden. Am häufigsten findet man die in den Stein gefressenen Löcher und Kammern des Bohrschwamms.

zerfressener Stein
stark zerfressener Marmorfelsen knapp unter der Meeresoberfläche

zerfressener Stein
vom Bohrsschwamm zerfressener und von vielen weiteren Lebewesen bewohnter Kalkfels

Stein mit Löchern vom Bohrschwamm
Stein mit Löchern vom Bohrschwamm

Der Bohrschwamm Cliona celata lebt in Kalkgestein, in das er mit einer Säure Löcher ätzt. Die mehrere Millimeter großen Kammern sind untereinander und mit der Außenwelt durch kleine Löcher verbunden. Die Kammern sind oft in Reihen angeordnet, können aber auch den ganzen Stein bedecken.

Stein mit Löchern vom Bohrschwamm
Stein mit in Reihen angeordneten Löchern vom Bohrschwamm

Stein mit Löchern vom Bohrschwamm
Bei diesem Stein verzweigen sich die Löcherreihen zunehmend.

Stein mit Löchern vom Bohrschwamm
freigelegte Kammern des Bohrschwamms; die kleinen Löcher, die sie untereinander verbinden, sind sichtbar

Solange der Schwamm lebt, sieht man nur die kleinen Löcher, durch die er das Wasser herbeistrudelt. Manchmal schaut ein wenig vom gelben Schwammkörper aus den Löchern heraus. Es gibt auch Exemplare derselben Art, die nicht bohrend leben.

Cliona celata und Aplysia parvula

Cliona celata
Der gelbe Bohrsschwamm Cliona celata schaut aus den Löchern im Stein.

Stein mit Löchern vom Bohrschwamm
Zunächst sind nur kleine Löcher sichtbar.

Stein mit Löchern vom Bohrschwamm
Wenn die Oberfläche wegerodiert, wird der Blick in die Kammern frei.

Auch eine ganze Reihe von Blaualgen-Arten, die kurz über der Wasserlinie auf den Marmorfelsen wachsen, lösen den Stein durch abgeschiedene Säuren auf und schaffen so kleine Höhlungen, die wiederum vielen Tieren als geschützter Sitzplatz dienen. Diese untere Zone des Supralitorals wird als Lithophagen-Zone bezeichnet.

zerfressener Stein
von Blaualgen zerfressener Marmorfels auf der Höhe der Wasserlinie (“Lithophagen-Zone”)

Ein weiterer Kalkbohrer ist eine Muschelart, die Meerdattel Lithophaga lithophaga. Sie ist ein enger Verwandter der Miesmuschel. Die Meerdattel ist stark in die Länge gestreckt, wobei das die beiden Hälften verbindende Schloss ganz an der einen Ecke liegt. Sie bohrt, so wie sie wächst, ein tiefes, glattes Loch in den Stein, in dem sie gänzlich drin sitzt; nur ihr braungefärbtes Ende ist zu sehen.

Meerdattel, Lithophaga lithophaga
Fels mit abgestorbener Meerdattel

Meerdattel, Lithophaga lithophaga
die Muschel und ihr Loch

Die Meerdattel wächst nur ziemlich langsam; um fünf Zentimeter Größe zu erreichen, braucht sie bis zu 20 Jahre. Sie ernährt sich durch Filtrieren des Wassers. Sie ist eßbar, wird aber auf Naxos meines Wissens nicht gesammelt.

Meerdattel
lebende Meerdatteln im Stein

siehe auch:

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Zum Weiterlesen: Bohrschwamm: Wikipedia, englisch