Glühwürmchen
Im Frühsommer kann man bei uns in warmen, stillen Nächten oft Glühwürmchen beobachten. Die „Glühwürmchen“, oder besser Leuchtkäfer, besitzen die Fähigkeit, durch Biolumineszenz Lichtsignale auszusenden. Bei den meisten Arten leuchten vor allem die Weibchen; Männchen und Larven zeigen oft nur ein schwächeres Leuchten. Die Leuchtsignale dienen dem Anlocken der Geschlechtspartner und sind artspezifisch. Während die drei in Mitteleuropa vorkommenden Arten kontinuierlich leuchten – bei den Männchen teilweise im Flug – machen sich beide auf Naxos vorkommenden Arten durch Blinken bemerkbar. Die Glühwürmchen sind bei uns häufig und können in warmen Frühsommernächten leicht beobachtet werden; auch tagsüber trifft man die Tiere nicht selten an.
Eine weitere Besonderheit vieler Leuchtkäfer ist ihr ausgesprochener Geschlechtsdimorphismus. Während die Männchen wie ein kleiner, brauner Weichkäfer aussehen, sind die Weibchen bei vielen Arten deutlich anders gestaltet. Sie besitzen gar keine oder stark zurückgebildete Flügel und ihr Körper zeigt eine für Käfer völlig untypische gleichförmige Segmentierung, so dass sie eher wie Larven aussehen als wie adulte Käfer. Während die erwachsenen Leuchtkäfer nur wenig oder gar nicht essen, leben die Larven räuberisch; sie erbeuten vor allem Schnecken. Die Weibchen sterben kurz nach der Eiablage. Die meisten Arten sind giftig oder schmecken sehr unangenehm, so dass sie nur wenige Fressfeinde haben.
Die Lichterzeugung erfolgt bei Leuchtkäfern (wie auch manchen anderen Tiergruppen mit Biolumineszenz) mithilfe des Enzyms Luciferase aus einem speziellen Protein, dem Luciferin, unter Verwendung von Sauerstoff und ATP. Die bei dieser Reaktion freiwerdende Energie wird mit einer erstaunlich hohen Ausbeute als Licht abgegeben. Die Leuchtkäfer haben am unteren Teil des Hinterleibs eine lichtdurchlässige Chitinschicht, so dass das Leuchten deutlich zu sehen ist.
Italienischer Leuchtkäfer, Luciola italica, L.
Der Italienische Leuchtkäfer ist mit nur etwa 5 mm Körperlänge sehr klein. Die Arten dieser vor allem in Asien verbreiteten Gattung zeichnen sich durch ihr etwa im Sekundentakt blinkendes Licht aus. Die Weibchen sehen nicht larvenähnlich aus, sondern ähneln den Männchen, sind aber flugunfähig. Sowohl die Männchen als auch die Weibchen senden Lichtsignale aus. Die Männchen leuchten auch im Flug. Der Italienische Leuchtkäfer ist in Südosteuropa heimisch.

Der Italienische Leuchtkäfer ist mit nur etwa 5 mm Körperlänge sehr klein. Man sieht ihn bei uns, wenn im Frühling die Nächte wärmer werden: Dann sitzen nachts hier und da die blinkenden Käfer an den Mauern im Garten. Die Lichterzeugung findet bei den Leuchtkäfern in den hinteren Segmenten des Abdomens statt.

Hier handelt es sich wohl um ein Larvenstadium des Italienischen Leuchtkäfers, das noch keine Flüge besitzt und bei dem fast das ganze Abdomen leuchtet.
Hier ein blinkender Italienischer Leuchtkäfer gefilmt.
Nyctophila colorata ?, Geisthardt
Die Gattung Nyctophila, die zu den Leuchtkäfern gehört, umfasst etwa 20 Arten. Bei unseren Exemplaren auf Naxos könnte es sich um Nyctophila colorata handeln.

Die Färbung und die Form des Halsschildes und der Flügeldecken dieses männlichen Leuchtkäfers lassen darauf schließen, dass es sich um Nyctophila colorata handelt, die auf den Kykladen vorkommt. >Die Männchen sind mit etwa 2 cm sehr groß und kräftig. Bislang habe ich Männchen dieser Art nur tagsüber gesehen.

Hier dasselbe Exemplar von unten.

Die Weibchen sehen bei vielen Leuchtkäfer-Arten fast wie Larven aus: Sie zeigen eine deutliche Segmentierung und besitzen keine oder stark zurückgebildete Flügel. Von den Larven sind sie vor allem am großen Halsschild zu unterscheiden.

Vom ähnlichen Großen Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) unterscheiden sich die Angehörige der Gattung Nyctophila daran, dass die Weibchen kleine (stark zurückgebildete) Flügel aufweisen.

Hier sieht man die leuchtenden Hinterleibssegmente. Das Weibchen sitzt so gekrümmt, dass die leuchtende Unterseite gut zu sehen ist.

Hier eine Larve des Leuchtkäfers. Von den Weibchen unterscheidet sie sich an ihrem schmalen Kopf und kleinen Halsschild.

Die Larve schiebt sich beim Laufen auch mit ihrem Hinterleib vorwärts, indem sie ihn nach vorn einschlägt und wieder ausstreckt.