Akrotiri auf Santorin

Akrotiri heißt eine kleine Ortschaft im Südwesten von Santorin. Sie ist in der letzten Zeit sehr bekannt geworden durch die Entdeckung einer bronzezeitlichen („minoischen“) Siedlung, die durch die letzte große Eruption des Vulkans von Santorin um 1645 v. Chr. zerstört und verschüttet wurde: ein griechisches Pompeji.


Die Ortschaft Akrotiri liegt an einem Hügel, auf dem sich eine kleine venezianische Festung befindet.


Blick vom Kastro-Hügel zur Ausgrabungsstätte, die in der Ebene nah an der Südküste der Insel liegt.

Die bronzezeitliche Siedlung von Akrotiri ist durch die dicke Ascheschicht, die die Stadt bei der Eruption bedeckte, gleichzeitig konserviert worden, so dass sie bei der Ausgrabung in vergleichsweise gutem Zustand aufgefunden wurde. Die bislang ausgegrabenen Teile der Stadt bestanden aus engen Straßenzügen mit zwei- und dreistöckigen Häusern, die teilweise aus unbehauenen, teilweise aber auch aus ordentlich zurechtgeschnittenen, mit Mörtel zusammengefügten Steinen bestanden. Es gab gepflasterte Straßen, die sich zu kleinen Plätzen erweiterten, und eine sorgfältig angelegte Kanalisation. Die Häuser besaßen keine Höfe, Ställe oder Gärten. Teilweise handelte es sich um Werkstätten oder Geschäfte mit großen Fenstern zu Straße; einigen Häusern wird eine religiöse Funktion zugeschrieben, andere dienten vermutlich Verwaltungszwecken.


Teil der Ausgrabungsstätte in Akrotiri; man sieht einfachere und sorgfältiger errichtete Mauern; im Hintergrund sieht man drei aneinanderstehende Türrahmen (die verbrannten Türpfosten sind bei der Ausgrabung mit Beton ausgegossen worden).


Diese Treppe ist bei dem Erdbeben, das den Vulkanausbruch ankündigte, zerstört worden.


In diesem Raum standen zahlreiche große Gefäße (píthi), vermutlich handelt es sich um ein Lagerhaus.

Die weitaus bedeutendsten Funde von Akrotiri sind die Wandmalereien, die in allen Häusern gefunden wurden. Diese Bilder geben uns einen ungewöhnlichen Einblick in die Lebensweise und den Geschmack der Bewohner von Akrotiri, beispielsweise in ihre Bekleidung und Frisuren, aber auch in ihre Beschäftigungen. Die Malereien entwerfen das Bild einer reichen, luxuriösen Gesellschaft. Die Menschen trugen aufwändigen Schmuck und sorgfältig verzierte Kleidung und liebten Luxusprodukte wie Safran und Purpur (in der Ausgrabungsstätte wurden unzählige Gehäuse von Purpurschnecken gefunden). Sie hatten eine enge Beziehung zum Meer, wie die Darstellungen von Schiffen und Fischern zeigen.


Die Häuser von Akrotiri waren oft mit schönen Darstellungen von Landschaften, Tieren oder Blumen ausgeschmückt, hier vermutlich Dünen-Trichternarzissen.


Die Darstellungen von Tieren, die in Griechenland nicht vorkommen, sondern in Nordafrika oder dem nahen Orient, bezeugen die engen Beziehungen zu diesen Gebieten.

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