Die hellenistische Epoche

Die hellenistische Epoche der griechischen Antike umfasst die Zeit von 336 v. Chr. (Ermordung Phillips des II.) bis in das 1. Jhd. v. Chr. Am Beginn der hellenistischen Epoche steht der zehnjährige Alexanderfeldzug bis Indien mit der Eroberung Persiens und Ägyptens, der jedoch mit dem frühen Tod Alexanders in Babylon auf der Rückkehr nach Persien sein Ende nahm. In der Nachfolge Alexanders entstanden drei größere Reiche, das der Antigoniden in Griechenland, das der Ptolemäer in Ägypten und das der der Seleukiden in Asien. In Griechenland verbündeten sich die Städte zu mehreren „Bundesstaaten“. Ab 200 bis 30 v. Chr. wurden die hellenistischen Reiche nach und nach von Rom erobert. Naxos fiel während der hellenistischen Epoche zunächst in den makedonischen Herrschaftsbereich; später geriet es je nach den sich verschiebenden Machtverhältnissen in der Ägäis unter ptolemäischen, rhodischen und römischen Einfluss. Bedeutsam für die Insel war die Nähe zu Delos, das eine besonders große Bedeutung als Handelszentrum erlangte. Ebenso wie alle Inseln der Ägäis hatte auch Naxos in dieser unruhigen Zeit sehr unter Piratenangriffen zu leiden.

Unsere Informationen über die hellenistische Epoche auf Naxos sind eher spärlich. In der Chora wurden mehrere Gebäude und Gräber ausgegraben, die einiges an Keramik zutage gebracht haben. In Südnaxos finden sich die Reste einer Reihe von runden Wehrtürmen aus dieser Zeit, deren besterhaltener und bekanntester der Turm von Chimarrou ist; von den anderen Türmen sind meist nur einige wenige Steinreihen oder nur die Fundamente erhalten. Es handelt sich um Fluchttürme größerer Landgüter, die vermutlich wegen der Gefahr von Piratenüberfällen errichtet wurden – sie waren nicht stark genug, um einer langen Belagerung oder einem Krieg zu widerstehen, konnten die Bewohner und ihr Gut aber sehr wohl bei einem Piratenüberfall beschützen. Wenn auch die hellenistischen Wehrtürme von Naxos eindeutig eine Bedrohung der Inseln, vor allem durch Piraten, beweisen, so zeugen sie doch gleichzeitig von einem relativen Wohlstand der Bewohner, die in der Lage waren, solch aufwändige Gebäude zu errichten.


der hellenistische Turm von Chimarrou mit einer der Wehrmauern

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