Trockenheit

Die Sommer in Griechenland sind trocken. Auf den Kykladen regnet es im Allgemeinen im Sommer überhaupt nicht: Meistens fällt kein Tropfen Regen etwa zwischen Anfang Mai und Mitte September; die Trockenperiode kann aber auch wesentlich länger sein. Die hiesige Vegetation hat sich an die lange sommerliche Trockenzeit angepasst. Kritisch wird die Situation allerdings nach regenarmen Wintern, und im letzten Winter hat es bei uns nur sehr spärlich geregnet. Zusätzlich war dieser Sommer auch noch besonders heiß: der heißeste Sommer seit Beginn der Messungen!


Gegen Ende des Sommers nimmt die Macchie bei uns eine braun-graue Färbung an; man sieht immer deutlicher, wie die Pflanzen mit der Trockenheit zu kämpfen haben.


Die Zwergsträucher wirken im Sommer immer wie vertrocknet: Viele Arten werfen ihre Blätter gänzlich ab wie hier die Dornige Bibernelle und der Behaarte Dornginster (links).


Auch der Kopf-Thymian sieht jetzt ganz vertrocknet aus.


Das Strauchige Brandkraut behält auch im Sommer einen Teil seiner Blätter. Diese sind allerdings durch ihre filzige, dichte Behaarung gut vor Verdunstung geschützt; außerdem rollen sie sich mit fortschreitender Trockenheit immer stärker zusammen.


Auch die Zistrosen haben fast alle Blätter abgeworfen.


Die wenigen noch erhaltenen Blätter nehmen eine bräunliche Farbe an und rollen sich ein.


Die Bäume der Macchie mit ihren immergrünen Blättern haben es in trockenen Jahren schwerer. Die wilden Olivenbäume dursten und lassen ihre Blätter hängen.


Sogar der anspruchslose Phönizische Wacholder, der stark reduzierte, fast schuppenförmige Blätter besitzt, leidet unter der Trockenheit und hat eine müde, gelbbraune Färbung angenommen.


Die unempfindliche Steinlinde (Phillyrea media) ist ein widerstandsfähiges Hartlaubgewächs, das auf Naxos nur in den trockensten, wärmsten Regionen vorkommt.


In diesem Jahr verfärben sich sogar viele Steinlinden braun und werfen einen Teil der Blätter ab.


In der Macchie sind im Spätsommer und frühen Herbst nur wenige Insekten unterwegs; hier eine Frühe Heidelibelle.


Trotzdem trifft man hier und da inmitten der Ödnis auf kleine Hoffnungsschimmer: Diese Herbstzeitlose (Colchicum variegatum) blüht schon jetzt, vor den ersten Regen.


Auch die Meerzwiebeln lassen sich durch die Trockenheit nicht schrecken: So intensiv wie dieses Jahr haben sie nur selten geblüht.

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