Eichen, Quercus

Auf Naxos kommen vier Eichenarten vor, davon zwei immergrüne (Hartlaubgewächse), die Kermeseiche und die Steineiche, und zwei sommergrüne, die Walloneneiche und die Flaumeiche.

Die immergrünen Eichen gehören zu den typischsten und am weitesten verbreiteten Baumarten des Mittelmeergebietes. Die Steineiche ist eine der Charakterarten der in der Mittelmeer-Klimazone verbreiteten Hartlaubwälder. Die immergrünen Eichen gehören zu den Hartlaubgewächsen, und sind gut an die sommerliche Trockenheit im Mittelmeergebiet angepasst.

Die Kermeseiche ist mit Abstand die häufigste Baumart von Naxos. Sie ist ein sehr variabler, anpassungsfähiger Baum, der Trockenheit, Beweidung und sogar Feuer gut zu überstehen vermag. Sie fehlt nur in den heißesten Regionen der Insel sowie in den Schiefer- und Granitregionen der niedrigeren Lagen, in denen den Sommer über nicht ausreichend Wasser zur Verfügung steht.


Kermeseiche


niedrige, von Ziegen verbissene Zwergform der Kermeseiche


Blätter und Früchte: die Blätter sind leicht gezähnt und die Früchte besitzen Fruchtbecher mit kleinen abstehenden Schuppen.

Die Steineiche ist einer der Charakterbäume der Waldgesellschaften der Mittelmeergebietes. Sie war früher im gesamten Mittelmeergebiet weit verbreitet, ist aber seit der intensiveren menschlichen Nutzung stark zurückgegangen. Heute sind die Steineichenwälder auf Naxos wie in den meisten Regionen des Mittelmeergebietes nur noch in kleinen Restbeständen erhalten.


große Steineiche


Steineichenwald im Steilhang des Zeus-Berges


Die Eicheln besitzen Fruchtbecher mit winzigen, anliegenden Schuppen.

Sommergrüne Eichen zählen eigentlich nicht zur typisch mediterranen Vegetation, sondern gehören der submediterranen Klima- und Vegetationszone an, die sich in Europa nördlich an die mediterrane Zone anschließt bzw. in den Bergen oberhalb dieser liegt.

Die Walloneneiche kommt auf der Insel ausschließlich in offensichtlich angepflanzten Hainen in der Kulturlandschaft vor. Diese bestehen meist aus sehr großen, schon viele Hundert Jahre alten Exemplaren, die noch aus der Zeit stammen, als die Eichen wegen der Nutzung der Eicheln für die Schweinemast sowie zum Färben und Gerben kultiviert wurden.


riesige Walloneneiche


Die großen Fruchtbecher der Walloneneiche mit ihren langen, abstehenden Schuppen.

Die Flaumeiche ist eine der Charakterarten der Submediterranen Laubwälder, die in Südeuropa weitverbreitet sind; sie kommt auch in den wärmeren Regionen von Deutschland wild vor. Sie sieht auf den ersten Blick der Walloneneiche ähnlich und wächst wie diese zu gewaltigen Exemplaren heran. Im Norden von Naxos gedeiht auf einem feuchten, kühlen Hang ein natürlicher Flaumeichenwald.


Flaumeichen bei Kinidaros


Bei Komiakí gedeiht ein kleiner Wald, der vor allem aus Flaumeichen besteht.


Die Blätter der Flaumeiche sind gebuchtet, nicht gezähnt; die Fruchtbecher besitzen sehr kleine Schuppen.

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