Oliven und Olivenfliege

Die Oliven, die Früchte des Ölbaums, stellen eine der Grundlagen der Ernährung der Mittelmeervölker da. In Griechenland ist kein Gericht denkbar, das nicht Olivenöl enthält, und auch Speiseoliven gehören stets auf den traditionellen Essenstisch.

Die Olive ist eine Steinfrucht mit hartem Kern und weichem, bitterem Fruchtfleisch. Das Öl besteht vor allem aus einfach ungesättigen Fettsäuren. Außerdem enthält (frisches) Öl viele Vitamine wie E, K und A und Spurenelemente. Es senkt den Cholesterinspiegel und reguliert den Blutdruck, schützt den Magen und Galle, fördert den Knochenaufbau und vieles mehr. Auch äußerlich kann es als Heilmittel angewandt werden, da es entzündungshemmende Substanzen enthält und die Haut pflegt und bei vielen Krankheiten hilft.


Die Oliven der lokalen naxiotischen Sorte haben einen besonders hohen Ölgehalt, der in trockenen Jahren ein Viertel des Gewichtes betragen kann.


Auf Naxos ist das etwas bittere Öl der noch unreifen, grünen Oliven am beliebtesten und wird für das gesündeste gehalten.


Die reifen Oliven sind blauschwarz.

In vielen Jahren wird die Olivenernte leider durch die Olivenfliege (Bactrocera oleae) beeinträchtigt, da bei starkem Befall der Oliven die Qualität des Öls leidet: der Säuregehalt steigt. Wenn man die Fliege nicht bekämpft, wird die Ernte meist völlig verdorben. Die Olivenfliege vermehrt sich insbesondere im Herbst, wenn die Oliven bald reif sind; hohe Temperaturen im Sommer schränken dagegen die Vermehrungsrate der Fliegen deutlich ein.

Früher wurde die Olivenfliege durch Spritzen der Bäume mit Gift eingedämmt; heute kann man einen nicht zu starken Befalls auch durch das Aufhängen von Lockstoff-Fallen und durch das Spritzen von mit Lockstoff versetztem Gift auf benachbarte wilde Büsche oder auf die Stämme unter Kontrolle bringen.


Die Olivenfliege Bactrocera oleae. Erstaunlich, dass so ein schädliches Insekt so hübsch aussehen kann!

Olive mit Olivenfliegen-Schaden
An den befallenen Oliven sieht man die Einstichstelle, an der das Weibchen das Ei in die Olive legt; um sie herum bildet sich oft ein charakteristischer rotbrauner Ring. Aus dem Ei schlüpft schon nach zwei, drei Tagen (bei kühleren Temperaturen nach 10 Tagen) die kleine Made.


Die Made frisst sich durch das Fruchtfleisch der Olive, das dadurch stark an Qualität leidet. An der mittleren Olive sieht man die Stelle, an der die Made vor der Verpuppung die Olive verlassen hat.


Die Puppen fallen auf den Boden, und schon nach wenigen Tagen schlüpfen die jungen Fliegen. Die Puppen sind bei den Ameisen sehr beliebt, die sie fleißig in ihre Nester tragen.


Frisch geschlüpfte Olivenfliegen. Durch die schnelle Entwicklung der Fliege kann die Population unter günstigen Bedingungen zur Reifezeit der Oliven regelrecht explodieren.

Außer dem direkten Schaden, den die Olivenfliege an den Oliven verursacht, können an der Einstich- bzw Ausschlupf-Stelle an der Olive auch andere Krankheiten wie Schimmelpilze leichter eindringen. Außerdem überträgt die Fliege Krankheiten wie die Tuberkel-Krankheit, die durch ein Bakterium hervorgerufen wird (Pseudomonas syringae subsp. savastanoi), das „aufplatzende“ Wucherungen an Ästen und Stämmen erzeugt.


Die Olivenfliege überträgt die durch ein Bakterium hervorgerufene Tuberkel-Krankheit, die bei starkem Befall ebenfalls den Ertrag des Baumes verringern kann.


Die Tuberkelkrankheit verursacht „aufplatzende“ Wucherungen an Ästen und Stämmen.

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