Kürbisgewächse, Cucurbitaceae

Die Kürbisgewächse umfassen etwa 800 Arten in 130 Gattungen, die vor allem in tropischen und subtropischen Regionen verbreitet sind. Sie wachsen meist rankend mit gelappten Blättern und fünfteiligen Blüten mit rad- oder glockenförmiger, gelber oder weißer Krone. Zu den Kürbisgewächsen gehören eine ganze Reihe von Nutzpflanzen, so die Kürbisse und Melonen sowie die Gurke. Auf Naxos kommen zwei Arten vor, die Kretische Zaunrübe und die Spritzgurke.


Die Kretische Zaunrübe kommt auf Naxos verstreut vor; sie wächst in trockenen, warmen Gegenden. Sie bildet lange Ranken mit handförmig gelappten, rauen Blättern. Die hängenden, glockenförmigen Blüten sind blassgrün mit dunklerer Aderung.


Die Spritzgurke bildet eine kräftige, rauhaarige, mehr oder weniger dem Boden anliegende Pflanze ohne Ranken. Die Blätter sind herzförmig mit gewelltem Rand. Die Blüten sind gelblich; die männlichen stehen in kleinen Trauben, die weiblichen stehen einzeln an langen, aufrechten Stielen. Die hängenden, eiförmigen Früchte sind stark behaart. Zur Reife baut sich in ihnen ein starker Druck auf, und sie werden bei der kleinsten Berührung explosionsartig bis zu 10 Meter weit fortgeschleudert, wobei ihr zu einem Schleim aufgelöster Inhalt mit den Samen herausspritzt. Man sollte sich von den Pflanzen besser fernhalten, da dieser Saft stark ätzend ist und auf keinen Fall in die Augen gelangen sollte.

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Aronstabgewächse, Araceae

Auf Naxos kommen drei Vertreter der Aronstabgewächse aus den Gattungen Arisarum, Arum und Dracunculus vor, die zu den wenigen Gattungen der Familie gehören, die vor allem in gemäßigten Gebieten, nicht in den Tropen auftreten.


Alle Aronstabgewächse, die auf Naxos vorkommen, sind Geophyten, die Knollen ausbilden und den Sommer nur in ihren unterirdischen Teilen überdauern. Der Gewöhnliche Krummstab (Arisarum vulgare) besitzt pfeilförmige Blätter. Das Hochblatt (Spatha) des Blütenstandes ist größtenteils zu einer Röhre geschlossen; aus dem oberen, gebogenen Teil schaut der krumme Blütenkolben (Spadix) heraus.


An schattigen Stellen trifft man auf Naxos den Hübschen Aronstab (Arum concinnatum) an. Er bildet große, pfeilförmige Blätter; im Frühjahr wird der große Blütenstand mit seinem cremefarbenen Hochblatt ausgebildet.


Der aus dem Hochblatt herausragende, obere, sterile Teil des großen Blütenkolbens ist gelblich. In ihm speichert die Pflanze reichlich Stärke, die zur Zeit der Blüte “verbrannt” wird, wodurch eine Temperatur von 40°C erzeugt werden kann; diese Wärme dient zur besseren Verbreitung der die Insekten anlockenden chemischen Substanzen. Im unteren Teil des Blütenstandes, eingeschlossen in der von innen purpurn gefärbten Spatha-Röhre, sitzen die Blüten. Die oberen dieser Blüten sind männlich, bestehen jedoch nur aus je drei bis vier Staubblättern; in der Mitte sitzen einige sterile Blüten und im unteren Teil die weiblichen, ebenfalls stark reduzierten Blüten.


Die Gewöhnliche Drachenwurz (Dracunculus vulgaris) ist der größte europäische Vertreter der Aronstabgewächse. Aus dem großen Hochblatt mit seinem purpurnen Rand ragt der schlanke, dunkel purpurne Kolben heraus. Die Pflanze lockt die bestäubenden Insekten durch einen ausgeprägten Aasgeruch an (dieser ist die Ursache für Dionysos’ Gesichtausdruck!).

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150.000 Aufrufe

Gestern hat diese Webseite den 150.000sten Aufruf verzeichnet; 50.000 davon seit weniger als einem Jahr (100.000 hatte ich im Juli 2011 erreicht). Allen Lesern einen herzlichen Dank!

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Nachtschattengewächse, Solanaceae

Die Nachtschattengewächse sind eine große Pflanzenfamilie mit knapp 100 Gattungen und etwa 2700 Arten. Sie sind weltweit verbreitet mit einem Schwerpunkt der Artenvielfalt in Südamerika. Viele Arten besitzen einen hohen Gehalt an Alkaloiden und Cumarinen und sind entsprechend giftig oder können als Heilpflanzen eingesetzt werden. Außerdem dienen eine ganze Reihe von Arten als wichtige Nahrungsmittel, so die Kartoffel, die Tomate, die Paprika und die Aubergine; auch der Tabak gehört zu den Nachtschattengewächsen.


Das Weiße Bilsenkraut mit seinen glockigen, gelblichen Blüten mit purpur-schwarzer Mitte kommt verstreut in den höheren Lagen von Naxos vor.


Die bei uns sehr häufige Alraune bildet große Rosetten aus elliptischen, runzeligen Blättern. In der Mitte der Rosette sitzen dicht an dicht die recht großen, blass blauvioletten Blüten. Die Alraune besitzt eine kräftige verzweigte, entfernt Menschen-ähnliche Speicherwurzel aus, der seit der Antike Zauberwirkung zugeschrieben wurde.


Der Blaugrüne Tabak ist auf Naxos verwildert; er wächst oft in Flusstälern. Er wächst als hoher, lockerer Strauch mit länglichen, blaugrünen Blättern und bildet das ganze Sommerhalbjahr über gelbe, lang röhrenförmige Blüten aus.


Der Schwarze Nachtschatten ist ein häufiges Acker- und Gartenunkraut. Er besitzt gelappte Blätter.

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Stacheliger Mäusedorn, Ruscus aculeatus

An schattigen, waldigen Stellen wächst in den niedrigen Lagen von Naxos hier und da ein interessaner Strauch, der Stachelige Mäusedorn. Die zu den Spargelgewächsen gehörende Gattung Ruscus umfasst sechs in Europa und Westasien verbreitete Arten. Der Stechende Mäusedorn kommt im Mittelmeergebiet und in Westeuropa vor.

Der Stechende Mäusedorn wächst als zweihäusiger immergrüner Halbstrauch. Er besitzt keine richtigen Blätter, sondern sogenannte Phyllokladien, das heißt abgeflachte, blattartige Kurztriebe. Diese Blattsprosse sind ledrig, stachelig zugespitzt und glänzend dunkelgrün. Sie tragen auf ihrer Oberfläche hier und da kleine Schüppchen, die zurückgebildeten Blätter, aus deren Achseln kleine, unscheinbare, weißlich-bräunliche Blüten entspringen können. Später entwickeln sich hier die Früchte, große, glänzend rote Beeren.

Die jungen Sprosse der Mäusedorns sind essbar und werden gelegentlich von der Bevölkerung gesammelt. Die Pflanzen wirkt harntreibend und wird heute noch als Heilmittel gegen Hämorrhoiden und Krampfadern angewandt. Die Früchte sind giftig.


Der Stechende Mäusedorn bildet verzweigte Halbsträucher mit regelmäßig angeordneten blattartigen Phyllokladien an den gebogenen Zweigen.


Auf den lang dornig zugespitzten Phyllokladien sitzen hier und da kleine, weißliche, hinfällige Blüten (an den linken Blättern sind verwelkte Blüten zu sehen), aus denen sich später die dicken, runden, glänzend roten Beeren entwickeln.

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Ostersamstag, 14. April 2012

Ostern – das wichtigste orthodoxe Fest, die wichtigste Feier in Griechenland. Karfreitag ist der höchste Fastentag, aber einige Menschen fasten die ganze Osterwoche oder gar alle vierzig Tage der Fastenzeit vor Ostern. Am Ostersamstag geht man abends um Mitternacht in die Kirche, wo die Auferstehung Christi verkündet und das Heilige Licht verteilt wird; dann ist die Fastenzeit beendet und man geht nach Haus, um die magirítsa zu essen, eine Suppe, die aus den Innereien des Lamms bereitet wird, das am nächsten Tag am Spieß gegrillt wird.


Der Ostergottesdienst findet in Moutsouna in der kleinen Kirche des Heiligen Joannis statt.


Da in die kleine Kirche nicht alle Leute hineinpassen, wird der zweite Teil der Zeremonie draußen vor der Kirche abgehalten. Hier wird das Heilige Licht herausgebracht und an alle Anwesenden verteilt.


Der Priester kommt ebenfalls auf den kleinen Vorplatz, wo er unter Glockengeläut die Auferstehung Christi verkündet.


Das Anzünden der Kerzen wird wie jedes Jahr durch den Wind erschwert.


Ach ja, die kleine Kerzenflamme… “und in ihrem Schein leuchtet der Abglanz der promethischen Glut, des trostspendenden, heimeligen Herdfeuers, der reinigenden, heiligen Flamme der Religionen, des Feuers der Weltenbrande und Revolutionen, und der symbolträchtigen Fackeln, die die Gäubigen bei den befreienden, ekstatischen dionysischen Umzügen trugen…”


Und am nächsten Tag wartet das Osterfrühstück mit tsourékia und koulourákia.

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ein paar weitere Pflanzen…

Jetzt habe ich von den auf Naxos, insbesondere von den hier bei uns vorkommenden Pflanzenarten schon einen großen Teil auf dieser Webseite vorgestellt, so an die 500 Arten müssten es jetzt sein. Es fehlen immer noch einige Familien, die ich nun auch noch so allmählich abarbeiten möchte. Hier und da entdecke ich aber auch noch einmal eine Pflanze, die zu einer Familie gehört, die ich schon bearbeitet habe. Hier ein paar hübsche Beispiele:


Die Niederliegende Lappenblume mit den unsymmetrischen, gelben Blüten gehört zu den Mohngewächsen.


Die Große Wachsblume ist ein besonders schönes Rauhblattgewächs. Ich habe diese Art vor kurzem das erst Mal gesehen, und zwar bei Apollonas.


Ein kleiner Kreuzblütler, den ich bei uns im Garten entdeckt habe: Didesmus aegypticus.


Die Schötchen sind zweiteilig mit langer, schmaler Spitze und vier vorstehenden Ripen.


Der Essbare Sternlattich besitzt kleine, gelbe Blütenköpfe, die von fünf inneren Hüllblättern umgeben sind.


Zur Fruchtzeit spreizen sich die Hüllblätter sternförmig ab.


Blüte des Milchsterns Ornithogalum montanum

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Wegerich, Plantago

Auf Naxos kommen neun Wegerich-Arten vor. Die meisten Wegeriche besitzen eine bodenständige Blattrosette, seltener bilden die Pflanzen einen beblätterten Stängel aus. Die Blätter sind parallelnervig. Die kleinen, weißlichen oder bräunlichen, vierzähligen Blüten stehen in dichten, gestielten Köpfchen oder Ähren. Einige Arten können als Heilkräuter beispielsweise zur Behandlung von Wunden verwendet werden.

Die meisten Wegerich-Arten wachsen an Ruderalstandorten wie auf Wegen oder an Straßenrändern sowie in Äckern und Gärten. Viele Arten sind an trockene Standorte angepasst.


Der Hasenfuß-Wegerich ist Phrygana und Kulturland sehr häufig; er wächst teilweise fast flächendeckend.


Plantago weldenii besitzt fiederlappige Blätter und langgestreckte Ähren.


Beim Kreta-Wegerich krümmen sich die Stiele der Blütenköpfchen zur Fruchtzeit zurück und verdicken sich.


Der Flohsamen-Wegerich ist eine der wenigen Arten, die keine Blattrosette ausbilden, sondern einen gegenständig beblätterten Stängel, an dessen oberen Ende die zahlreichen, gestielten Blütenköpfchen sitzen.

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Rötegewächse, Rubiaceae

Die Rötegewächse sind eine der größten Pflanzenfamilien, die jedoch hauptsächlich in tropischen Gebieten verbreitet sind. Auf Naxos kommen etwa 15 Arten vor, die sechs Gattungen angehören. Es handelt sich um krautige, meist eher niedrige und unauffällige Arten, die oft an sehr trockenen Standorten wachsen.


Das Breitblättrige Kreuzblatt (Crucianella latifolia) besitzt sehr kleine Blüten, die in langen, aufgebogenen Ähren stehen.


Auf Naxos kommen etwa sieben Labkraut-Arten vor; hier das Anis-Labkraut (Galium verrucosum) mit warzigen Früchten.


Die Kalabrische Putorie (Putoria calabrica) habe ich nur auf dem Gipfel des Zeus-Berges angetroffen.


Der Färber-Krapp (Rubia tinctorum) wächst auf Naxos nur in den höheren, feuchteren Lagen. Er besitzt recht kräftige, mehr oder weniger breite Blätter.


Heute benutzt man den Färber-Krapp in den Dörfern von Naxos noch zum Färben der Ostereier. Dazu werden die Wurzeln in Wasser gekocht; danach werden die Eier in den heißen Sud gegeben.


So sehen die fertigen Eier aus.


Die Acker-Röte (Sherardia arvensis) ist die einzige Art ihrer Gattung. Ihre kleinen, weißen Blüten stehen oft zu dritt; die Blütenstände sind von sternförmig angeordneten Hüllblättern umgeben.


Die Steifhaarige Vaillantie (Valantia hispida) ist ein kleines Kraut, das an sehr trockenen Standorten vorkommt; es ist bei uns in der Phrygana recht häufig.

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Hampes Tamariske, Tamarix hampeana

Die Tamariskengewächse sind in den Trockengebieten Eurasiens und Afrikas verbreitet. Die Gattung Tamarix umfasst etwa 90 Arten, von denen mehrere im Mittelmeergebiet vorkommen. Sie sind an basische Böden gebunden und vertragen einen hohen Salzgehalt; entsprechend können sie auch direkt an der Küste wachsen. Auf Naxos kommt Hampes Tamariske vor.


Die Tamariske wird zu einem hohen Baum. Sie ist salztolerant und wächst auf Naxos stets in direkter Meeresnähe, wobei es sich meist nicht um Wildvorkommen, sondern um angepflanzte Bäume handelt.


Im Winter verlieren die Bäume ihre grünen Ästchen größtenteils und wirken dann weitgehend trocken.


Die Tamarisken besitzen winzige Schuppenblätter, die im Sommer oft eine stark salzhaltige Flüssigkeit absondern.


Im März blühen die Tamarisken. Die zahlreichen Blütentrauben mit kleinen rosa Blüten stehen bei dieser Art an den letztjährigen Trieben.


Hampes Tamariske besitzt sowohl vier- als auch fünfzählige Blüten.

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