Kamelhalsfliegen

Viele Insekten sind ziemlich unauffällig und leben eher versteckt, so dass man ihre Anwesenheit nur selten bemerkt. Zu diesen gehören die Kamelhalsfliegen, die keine Fliegen (Ordnung Diptera) sind, sondern eine eigene Ordnung bilden, die mit den Netzflüglern verwandt ist.

Weltweit sind etwa 260 Arten Kamelhalsfliegen bekannt; es handelt sich also um eine vergleichsweise sehr kleine Ordnung. Sie kommen ausschließlich auf der Nordhalbkugel vor. Die Kamelhalsfliegen zeichnen sich durch ihren langen „Hals“ aus, von dem sich ihr Name ableitet, und bei dem es sich um das stark verlängerte vorderste Brustsegment handelt. Der Kopf ist eher klein und flach mit kräftigen kauend-beißenden Mundwerkzeugen. Er ist sehr beweglich, was den Kamelhalsfliegen bei ihrer räuberischen Lebensweise nützlich ist. Die Fühler der Kamelhalsfliege sind fadenförmig und bestehen aus sehr vielen winzigen Gliedern. Die zwei identischen durchsichtigen Flügelpaare werden oft dachartig gehalten. Der Körper ist meist schwarz, oft mit weißen oder gelblichen Flecken. Die Weibchen besitzen eine lange Legeröhre, die weit über das Hinteleibsende hinausreicht. Die Kamelhalsfliegen sehen sich alle sehr ähnlich; die Bestimmung der Arten ist schwierig.

Die Kamelhalsfliegen leben in Sträuchern und Bäumen, wo sie kleine Insekten wie Blattläuse jagen. Sie verteidigen ihr Territorium. Die Larven leben meist am Boden. Sie besitzen einen sehr langgestreckten Körper, der außer dem Kopf und dem Prothorax recht weichhäutig ist. Sie können schnell laufen und erbeuten Pflanzenschädlinge wie Borkenkäfer und Bockkäfer; außerdem fressen sie beispielsweise auch die Eier von Nonnen-Schmetterlingen, deren Raupen ebenfalls große Schäden an den Bäumen hervorrufen können. Entsprechend ihrer Ernährungsweise können Kamelhalsfliegen zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Sie selbst besitzen nur wenige Feine; nur von manchen Vögeln werden sie gefressen. Nachteilig ist beim Einsatz in der biologischen Schädlingsbekämpfung allerdings ihre lange Entwicklungszeit: Das Larvenstadium dauert üblicherweise zwei oder drei Jahre an. Die Entwicklung verläuft mit einer Puppenruhe, d.h. holometabol.


Die Kamelhalsfliegen bilden eine eigene Ordnung. Sie sind an ihrem verlängerten ersten Brustsegment (Prothorax) zu erkennen. Sie leben räuberisch in der Vegetation, vor allem in Sträuchern und Bäumen. Sie treten meist nur in geringen Zahlen auf, so dass man sie nur selten sieht. Die verschiedenen Arten sind sich sehr ähnlich.

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Wanzen

Die Wanzen gehören zu den weniger bekannten und beachteten Insekten. Bei uns kommen eine ganze Reihe von Arten häufig vor; manche wie die Feuerwanze sind sogar sehr häufig und wegen ihrer auffälligen Färbung leicht zu sehen.


Die flugunfähige Gemeine Feuerwanze ist an ihrer charakteristischen rot-schwarzen Färbung zu erkennen, die mich immer an eine afrikanische Holzmaske erinnert.


Beim Pandur tragen das rote Halsschild und die Flügel eine charakteristische schwarze Zeichnung.


Die Braune Randwanze ist an den auffällig zugespitzten „Schultern“ zu erkennen. Der Name leitet sich vom verbreiterten Rand des Hinterleibs ab.


Palomena viridissima ist gänzlich grün gefärbt. Auffällig ist das besonders große dreieckige Schildchen in der Mitte des Rückens.


Auch die Wasserläufer gehören zu den Wanzen. Sie haben sich hervorragend an das Leben auf der Wasseroberfläche angepasst.

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Insekten

Die Insekten gehören zu den allgemein nicht besonders beliebten Tieren; sie werden von den meisten Menschen hauptsächlich als lästig empfunden. Insekten sind jedoch nicht nur sehr interessant, schön und überhaupt faszinierend, sie stellen ohne Zweifel auch die erfolgreichste Tierklasse dar. Sie zeigen nicht nur die größte Artenzahl, sondern erreichen auch bei manchen Arten die höchsten Individuenzahlen aller Tiere, so vor allem die Ameisen. Außer in den Ozeanen kommen sie in allen Lebensräumen der Erde vor und haben sich an eine schier unendliche Vielfalt spezieller Umweltbedingungen und Lebensweisen angepasst. Zahlreiche Arten leben nur auf einer einzigen Pflanzenart; in den tropischen Regenwäldern rechnet man mit bis zu 600 spezialisierten Insektenarten pro Baumart. Außer durch die ökologische Spezialisierung, d.h. die Anpassung an eine bestimmte Lebensweise oder einen bestimmten Lebensraum, haben sich manche Insektenarten auch durch geographische Isolierung gebildet, so bei den Höhlenschrecken, die sich in voneinander isolierten Höhlengebieten über die Jahrtausende in unterschiedliche Arten aufgespalten haben. Bislang sind fast eine Million Insektenarten beschrieben worden, aber die tatsächliche Artenzahl liegt vermutlich um ein Vielfaches höher.

Im Angesicht des beunruhigenden Insektensterbens, dass sich in Mitteleuropa und vermutlich tatsächlich weltweit abspielt, ist es höchste Zeit, dass wir dieser faszinierenden Tierklasse unsere volle Aufmerksamkeit zuwenden und die Bedeutung dieser Mitbewohner unseres Planeten voll würdigen. In der Hoffnung, die Insekten meinen Lesern ein wenig näherzubringen, habe ich diese einführende Seite zusammengestellt, von der man zu den Seiten über die bislang hier bearbeiteten Insektenfamilien gelangt.


Die Stubenfliege gehört zu den am weitesten verbreiteten und häufigsten Tieren der Erde. Sie kommt mit einem weiten Spektrum an Umweltbedingungen zurecht und hat sich auch an die durch den Menschen geschaffenen Habitate angepasst.


Die Rüsselkäfer sind vermutlich die artenreichste Tierfamilie überhaupt. Ein Großteil der Rüsselkäferarten hat sich je an eine einzige Pflanzenart angepasst, so der hier abgebildete Brachycerus barbarus, der aussschließlich an der (im Hintergrund zu sehenden) Meerzwiebel (Urginea maritima) lebt.


Zu den Insekten mit einem sehr begrenzten Verbreitungsgebiet gehört die auf Naxos endemische Höhlenschrecke Dolichopoda naxia.

Die Insekten gehören gemeinsam mit den Spinnen, den Krebstieren, den Tausendfüßlern und den (ausgestorbenen) Trilobiten zu den Gliederfüßern, deren Extremitäten (Beine, Fühler, Taster, Mundwerkzeuge…) wie der Name sagt gegliedert sind. Der Körper der Gliederfüßer besteht aus zahlreichen Segmenten, die ursprünglich alle gleich aufgebaut waren – wie noch bei den Tausendfüßlern -, die aber bei den meisten heutigen Angehörigen dieser Gruppe deutlich unterschiedlich gestaltet sind, wenn auch einige Körperteile und inneren Organe immer noch segmentiert vorliegen.

Bei den Insekten kann man drei Körperabschnitte klar unterscheiden, den Kopf, die Brust (Thorax) und den Hinterleib. Von den ausgeprägten Körpereinschnitten stammt auch der Name „Insekt“, der sich vom lateinischen Wort insectum = eingeschnitten ableitet, was wiederum eine Übersetzung des griechischen Wortes für Insekt, entomon, ist.


An dieser Frühen Heidelibelle kann man gut den dreiteiligen Aufbau des Insektenkörpers sehen, der aus dem Kopf mit den großen Facettenaugen, der dicken Brust mit den drei Beinpaaren und den zwei Flügelpaaren und dem bei den Libellen schlanken und langgestreckten Hinterleib besteht.


Der Kopf einer Mannazikade von oben. Man sieht die kurzen, dünnen Fühler, die weit außen stehenden Komplexaugen und die oberen zwei Stirnocellen (Punktaugen).


Von unten sieht man den langen, dünnen, an den Bauch gelegten Rüssel, mit dem die Mannazikade die Leitbahnen der Bäume anbohrt und den Saft heraussaugt. Die Mannazikade besitzt also saugend-stechende Mundwerkzeuge.


Der lange Saugrüssel der Schmetterlinge hat sich aus den Maxillen gebildet. An diesem Grünen Zipfelfalter sind auch die charakteristischen langen Fühler der Schmetterlinge gut zu sehen.


An dieser Östlichen Weidenjungfer ist gut der Thorax mit seinen drei Bein- und zwei Flügelpaaren zu erkennen.


Der Violette Ölkäfer gehört zu den flugunfähigen Insekten. Seine Flügeldecken sind stark verkürzt, während die Hinterflügel völlig zurückgebildet sind.


Bei den meisten Insekten dient der am Hinterleibsende sitzende Stachel nicht der Abwehr, sondern ist ein Legestachel. Die Larven der Schlupfwespen, hier der Gattung Netelia, leben parasitisch an Insekten oder Insektenlarven. Mit dem langen, dünnen Legestachel legt die Schlupfwespe das Ei direkt an oder in das Wirtstier, auch wenn sie dazu in Blätter, Stengel oder sogar Holz bohren muss.

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Käfer

Die Käfer sind mit etwa 350.000 beschriebenen Arten die größte Insektenordnung. Rund ein Fünftel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten sind Käfer, und ihre gesamte Artenzahl wird auf 1 bis 5 Millionen geschätzt. Jährlich werden hunderte neuer Arten beschrieben, vor allem aus den tropischen Regenwäldern. Viele Arten sind in ihrer Lebensweise sehr spezialisiert und beispielsweise an eine einzige Pflanzenart gebunden.

Die Käfer gehören zu den relativ großen und kräftigen Insekten. Im Gegensatz zu den anderen Insektengruppen wird bei ihnen der zweite Körperabschnitt („Brust“) nur aus dem ersten Segment des Thorax gebildet, während die anderen zwei Thoraxsegmente den vordersten Teil des Hinterleibs bilden. Entsprechend sitzen die hinteren zwei Beinpaare und die Flügel bei den Käfern am hinteren Körperabschnitt. Dabei dienen nur die hinteren Flügel tatsächlich dem Fliegen, während die Vorderflügel zu starren, schützenden Deckflügeln umgebildet sind, unter denen die Hinterflügel zusammengefaltet liegen. Beim Fliegen werden die Deckflügel abgespreizt.


Der Kopf der meisten Käfer ist eher klein. Hinter ihm liegt die „Brust“, die nur aus dem ersten Thoraxsegment besteht und das vorderste Beinpaar trägt; ihr Rückenschild wird Halsschild genannt. Die Flügel und die hinteren zwei Beinpaare sitzen am hintersten Körperabschnitt („Hinterleib“), der aus dem mittleren und hinteren Thoraxsegment und den Hinterleibssegmenten besteht. Bei diesem Tier sieht man die zusammengefalteten häutigen Hinterflügel unter den starren, zum Fliegen ungeeigneten Deckflügeln hervorschauen.


Der Feld-Sandlaufkäfer besitzt eine metallisch-grüne Färbung. Von anderen verwandten Arten ist er an der Form und Anordnung der weißen Flecken auf den Flügeldecken zu unterscheiden.


Der flugunfähige Violette Ölkäfer besitzt mehrere interessante Besonderheiten in seiner Lebensweise. Auch sein Körperbau ist ungewöhnlich mit den stark verkürzten Deckflügeln, die den Hinterleib freilassen.


Scarabaeus variolosus betreibt eine aufwändige Brutpflege. Die Eier werden in Erdlöcher abgelegt, in denen der Käfer Dungkugeln als Nahrungsvorrat für die Larven deponiert. Hier sieht man den Käfer wie er eine Dungkugel rollt.


Die schönen, schwer zu bestimmenden Rosenkäfer sind metallisch glänzend mit grüngoldener Färbung. Sie sind auf Naxos häufig anzutreffen.


Der männliche Nashornkäfer trägt ein eindrucksvolles Horn auf seinem Kopf. Der Halsschild ist stark vergrößert mit einer dreihöckrigen Aufwölbung im hinteren Bereich. Kopf, Halsschild, Flügeldecken und Beine sind glänzend dunkelbraun. Auf der Unterseite ist der Körper rostbraun behaart.


Der Veränderliche Widderbock besitzt eine wespenähnliche Färbung, mit der er mögliche Fressfeine abschreckt, indem er vortäuscht wehrhaft und giftig zu sein.


Dorcadion scopolii sieht ein bisschen wie eine Spinne aus. Die Flügeldecken zeigen vier weiße Längstreifen und eine weiße Naht in der Mitte, die sich auch auf Hals und Kopf erstreckt. Dieser Käfer hält sich stets am Boden auf.


Der flugunfähige Rosmarin-Käfer lebt in großen Zahlen auf Rosmarin-Sträuchern, die er weitgehend kahlfressen kann. Dieser kleine Käfer hat eine sehr schöne, metallische Färbung.


Der aus Südostasien stammende Rote Palmrüsselkäfer ist dabei die Palmenbestände des Mittelmeergebiets zu zerstören; er breitet sich unaufhaltsam aus und führt zum schnellen, vollständigen Absterben der Bäume.

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Geschichts-Seiten überarbeitet

Die Seiten über die Geschichte von Naxos haben teilweise zusätzliche Fotos erhalten (aus dem Archäologischen Museum in Naxos-Stadt), insbesondere die Seite über die römische Epoche.

Hier alle Links zum Thema Geschichte:

A. Vorgeschichte

  1. Steinzeit
  2. Bronzezeit: 3.300 bis 1.100 v. Chr.

B. Altertum

  1. Geometrische Epoche: 1.100 bis 700 v. Chr.
  2. Archaische Epoche: 700 bis 500 v. Chr.
  3. Klassische Epoche: 500 bis 340 v. Chr.
  4. Hellenistische Epoche: 340 bis 150 v. Chr.
  5. Römische Epoche: 150 v. Chr. bis 300 n. Chr.

C. Mittelalter

  1. Byzanz: 300 bis 1207 n. Chr.
  2. Venezianische Epoche: 1207 bis 1566 n. Chr.

D. Neuzeit

  1. Türkische Epoche: 1566 bis 1827 n. Chr.
  2. nach der Unabhängigkeit: ab 1827 n. Chr.

Die Akropolis von Panormos Der antike Friedhof bei Tsikalario der Kouros von Apollonas Demeter-Tempel der Turm von Chimarrou die byzantinische Kirche Ágios Geórgios Diasorítis der venezianische Wehrturm in Agiá Argokili
Die diversen Sehenswürdigkeiten von Naxos geben uns einen Einblick in die Geschichte der Insel.

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Brot und Feigen

Zur Abwechslung mal ein „Stillleben“ – ein Foto von unserem Freund Panajotis.


Brot und Feigen – ein Stillleben aus Azalas – man kann es geradezu riechen…!

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Eine besondere Kermeseiche

Gastbeitrag und Gemälde von Barbara Lang

Eine Kermeseiche im April auf Naxos, hier zu einem richtigen, mehrere Meter hohen Baum herangewachsen. Diese häufige Eichenart wurde früher als Gerbstofflieferant und als ausgezeichnetes Brennholz geschätzt. Zudem ist sie die Wirtspflanze der Kermesschildlaus. „Rötlich schimmerndes Gold und flammendes Kermesrot“ waren schon im 5. Jhd. Farben für Könige. Die weiblichen Läuse sind gefüllt mit Eiern, die diesen roten Saft enthalten. Nach dem Absterben der Weibchen bleiben ihre Hüllen mit den Eiern zurück in Form von bräunlichen Kügelchen, die von den Griechen für Früchte gehalten wurden: kokkos ( Beeren). Diese Beeren, auch „Paradieskörner“ genannt, wurden für die Herstellung der ehemals kostbarsten und schönsten Farbe eingesammelt.

Die dichte rundliche Wuchsform des Baumes mit seinen stachligen, ledrigen Blättern bietet einen sicheren Schutz für manche Tiere, vor allem Vögel. Meist wächst die Kermeseiche aber mehr als Busch, und da sie prädestiniert zu sein scheint, von Ziegen zerbissen und abgefressen zu werden, bilden sich oft ganze niedrige Wälder von den bizarrsten Formen, „Ziegenbarock“ genannt. Mein Baum, auch barock, aber dem Ziegenfrass entkommen, hat mich fasziniert, wie er sich über das alte Gemäuer, eine alte Kirche, ausgebreitet hat, ein Zusammenspiel von ungehindertem Wachstum und Zerfall.

siehe auch:

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Segetalflora – seltene Ackerwildkräuter auf Naxos

Gastbeitrag von Stefan Meyer, Universität Göttingen

Die europäische Kulturlandschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund der zunehmend intensiven Landwirtschaft dramatisch verändert. Besonders betroffen von dieser Entwicklung ist die Ackerwildkrautflora (Segetalflora). In Griechenland, dem Land mit der ältesten Ackerbautradition Europas, werden in einigen Regionen noch vergleichsweise wenige Agrochemikalien im Ackerbau eingesetzt. Der dadurch bedingte Reichtum an Agrobiodiversität als Ausdruck traditioneller Landwirtschaft ist einzigartig in Europa. Gleichwohl kann, besonders seit Griechenlands EU-Beitritt, ein Wandel hin zu einer industriellen Landwirtschaft beobachtet werden. Dadurch ist die einst sehr diverse Segetalflora heute stark gefährdet.

Trotz der langjährigen floristischen Untersuchungen in der Ägäis (die 2016 von Arne Strid im „Atlas of the Aegean Flora“ zusammengefasst wurden) sind die Kenntnisse zu den Arten der Segetalflora meist begrenzt – die Ackerwildkräuter werden bei botanischen Untersuchungen manchmal etwas stiefmütterlich behandelt. Im Frühjahr 2017 kartierten wir noch relativ traditionell bewirtschaftete Ackerflächen auf Naxos, um mehr Information zu diesem Gebiet zu sammeln. Nachfolgend sollen kurz einige bemerkenswerte Arten der naxiotischen Segetalflora vorgestellt werden.

Eine der seltensten Arten, die in der Untersuchung der Segetalflora auf Naxos nachgewiesen werden konnte, ist Garidella nigellastrum, die auf der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) als im Bestand gefährdet eingestuft ist. Das zierliche und sehr leicht zu übersehende Hahnenfußgewächs mit je fünf schmalen Kelch- und Kronblättern konnte im Mai 2017 mit ca. einem Dutzend Pflanzen an einem Ackerrand westlich von Kalandós erstmals für die Insel nachgewiesen werden. Von den Kykladen war Garidella nigellastrum bisher nur von Sifnos bekannt. Im Bereich der Ägäis kommt die Pflanze auch auf der Peleponnes (Argolis im Raum Ermioni) in einigen Populationen vor.


Garidella nigellastrum


Der Löwentrapp ist eine weitere seltene Segetalart, die auf Naxos in einzelnen Beständen vorkommt.


Die Erdkastanie wurde im Rahmen unserer Untersuchung erstmals auf Naxos nachgewiesen.


Dasselbe trifft auf den Finkensamen zu.

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Delfi

Delfi – der Nabel der Welt. Eines der wichtigsten Heiligtümer der griechischen antiken Welt; wie das große Heiligtum auf Delos dem Gott Apollo geweiht. Seine Berühmtheit erlangte das Apollo-Heiligtum in Delfi vor allem durch seine Funktion als Orakel: über Jahrhunderte hinweg suchten die Griechen bei wichtigen Entscheidungen in Delfi Rat.


Der Apollo-Tempel liegt am Hang des Berges Parnass etwa 100 km von Athen, von hohen Steilwänden beschützend umrundet.


Auf dem Ausgrabungsgelände leben die wenig scheuen, hübschen Felsenkleiber, eine Vogelart, die gern in Ruinen lebt: Hier sitzt ein Exemplar auf einer antiken Säule.


Der Omfalos, Mittelpunkt der antiken griechischen Welt und Verbindungsachse zwischen Himmel, Erde und Unterwelt. Ursprünglich war der Stein im Apollo-Tempel aufgestellt; angeblich war er als Meteor vom Himmel gefallen. Der heute im Archäologischen Museum in Delfi ausgestellte Omphalos ist eine hellenistische oder römische Replik aus Marmor. Bemerkenswert ist die ungewöhnliche, einem Flechtwerk aus Wolle nachempfundene Skulpturierung des Steins.


Das Theater von Delfi, das für die bedeutenden poetischen und dramatischen Wettkämpfe bei den Pythischen Spielen genutzt wurde, liegt am Hang oberhalb des Apollo-Tempels. Es bot 5.000 Zuschauern Platz.


Im teilweise rekonstruierten Schatzhaus der Athener wurden die Weihegeschenke der Stadt Athen aufbewahrt. Einflussreiche Städte errichteten Schatzhäuser dieser Art in Delfi, um ihre Stärke zu demonstrieren. Das Athener Schatzhaus misst gut 6 x 9 m und wurde um 500 v. Chr. aus parischem Marmor errichtet.


Besonders bekannt war auch das Schatzhaus der Siphnier. Im Museum in Delfi sind die Überreste des mit Figuren verzierten Frieses ausgestellt. Hier ein Teil der im Nordfries dargestellten Gigantomachie (mythischer Kampf der Götter des Olymp gegen die Giganten, die die Macht an sich reißen wollten) mit dem von einem Löwen gezogenen Wagen der Göttermutter Kybele, weiter rechts sind Apollo und seine Zwillingsschwester Artemis abgebildet.


Der Wagenlenker ist eine der wenigen gut erhaltenen Bronzeskulpturen der griechischen Antike. Besonders beeindruckend die mit Glasfluss eingelegten Augen.

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Mondfinsternis

Und nun noch ein paar Fotos von der Mondfinsternis, die sehr beeindruckend und toll zu sehen war, insbesondere da es gerade windstill ist – und die windstillen Abende sind sowieso immer zauberhaft…

Eine besondere Mondfinsternis dieses Mal: die längste des Jahrhunderts, zu einer super-günstigen Tageszeit (am frühen Abend), wundervoller Sternhimmel zu sehen zur Zeit der totalen Verdunklung, und der Mars in der Nähe des Mondes, zur Zeit besonders nah: Er strahlt heller als der Jupiter!


Zum Mondaufgang ist der Mond schon im Halbschatten.


Nun fällt allmählich der Kernschatten auf die Mondscheibe.


Hier der Mond mit dem Mars, der schon länger jeden Abend ganz wunderbar zu sehen ist.


Wie immer habe ich die Fotos einfach mit einer ganz normalen Kamera ohne Stativ gemacht, darum sind sie nicht alle ganz scharf, aber immerhin!

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