Interessante Jagdstrategie beim Sperber

Der Sperber brütet zwar nicht oder nur selten auf Naxos, aber er überwintert regelmäßig auf der Insel. Bei uns in Azalas kann man im Winter häufig Sperber beobachten. Seit mehreren Jahren treffe ich oft einen an, wenn ich unsere Schotterstraße entlang fahre. Dabei zeigt der Sperber eine interessante Jagdstrategie: Er setzt sich direkt neben die Straße auf die Erde an eine etwas erhöhte Stelle. Dort wartet er, bis ein Auto vorbei kommt (das bin meistens ich). Dann fliegt er etwa 50 m vor dem Auto auf und niedrig die Straße entlang, wobei er es darauf abgesehen hat, einen der vom Auto aus den Bäumen und Büschen am Straßenrand aufgescheuchten Kleinvögel zu erbeuten. Ich habe mich immer gewundert, warum ich fast jeden Tag, egal zu welcher Zeit, einen Sperber treffe, der genau vor mir die Straße entlang fliegt. Schlussendlich bin ich dann darauf gekommen, dass es sich dabei nicht um Zufall handelt, sondern um die Jagdstrategie des Sperbers! Auf Griechisch heißt er übrigens xefteris, was auch als Bezeichnung für eine schlauen, gewitzten Menschen benutzt wird. Durchaus zutreffend wie man sieht!


jagender Sperber, Foto von Winfried Scharlau

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Gute Nachrichten

Gute Nachrichten scheinen heute selten zu sein. Darum hier drei gute Nachrichten aus diesem Jahr, was die Tierwelt von Naxos betrifft (leider größtenteils ohne Fotos).

Erstens: Mit dem Bestand der Gänsegeier von Naxos und der Nachbarinsel Heraklia geht es weiter aufwärts – nachdem im Frühjahr 47 Geier gezählt worden waren, wurden diese Tage von den Ornithologen auf Naxos 55 Exemplare gesichtet. Das ist die höchste Zahl seit vielen Jahrzehnten. Die Fortpflanzungssaison war wohl sehr günstig, Giftköder gegen die Raben scheinen nicht mehr ausgelegt zu werden, und die Ernährung der Geier ist offenbar durch den Ziegenbestand der Insel ausreichend gedeckt. Mit anderen Worten, der Bestand, der bedenklich geschrumpft war, scheint gesichert zu sein und erholt sich erfreulich schnell.


Gänsegeier, Foto von Winfried Scharlau

Zweitens: In diesem Sommer hat es in Moutsouna zum ersten Mal seit vielen Jahren am Strand wieder ein Karettschildkröten-Gelege gegeben. Über mehrere Tage sind die kleinen Schildkröten aus dem Sand gekrochen und haben sich den Weg zum Meer gebahnt, ungestört von den menschlichen Badegästen. In den letzten Jahren ist in Griechenland viel unternommen worden, um den Bestand der Karettschildkröten zu retten. Wie schön, dass die Art auch an kleinen, stark genutzten Stränden wie in Moutsouna wieder auftaucht und sich sogar erfolgreich fortpflanzen kann, und das ohne besonderen Schutz des Nestes oder Aktionen zur Aufklärung der Strandnutzer!

Drittens: Auch die Mittelmeer-Mönchsrobbe, eines der seltensten Säugetiere Europas, lebt noch an der Ostküste von Naxos, und dieses Jahr sind zwei Weibchen mit Nachwuchs gesichtet worden. Obwohl man die Tiere nur selten zu Gesicht bekommt, gibt es sie noch, und sie scheinen ihre Nische gefunden zu haben, in der sie überleben können, ohne dass es zu allzu großen Konflikten mit den Fischern kommt. Wollen wir hoffen, dass die Robbenbabys es schaffen, selbst das Fortpflanzungsalter zu erreichen!

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Spinnen – Ergänzung

Ich weiß, dass Spinnen nicht gerade die beliebtesten Tiere sind, aber sie gehören mit Sicherheit zu den faszinierendsten Geschöpfen, die wir in Haus und Garten antreffen können und sind es allemal wert, dass wir uns mit ihnen beschäftigen. Dass man große Spinnen nicht mag, ist ja auch völlig verständlich, aber es gibt so viele kleine und hübsche Arten, die dem Menschen nützlich sind und mit denen wir völlig reibungslos zusammenleben können. Es wäre schade, wenn uns diese kleinen Nachbarn völlig entgehen. Hier also ein paar neue Fotos aus diesem Sommer:


Diese kleine neugierige Springspinne namens Thyene imperialis ist mindestens genauso interessiert an mir wie ich an ihr.


Menemerus semilimbatus mit ihrer bevorzugten Beute, einer Stubenfliege. Diese bei uns sehr häufige Springspinne lebt gern an den Innenseiten der Fenster und fängt dort sehr effektiv die Fliegen weg.


Die Grüne Huschspinne lebt im Garten und ist wegen ihrer guten Tarnung gar nicht so leicht zu entdecken.


Die Luchsspinne Oxypes heterophthalmus sitzt gern auf Blüten und wartet dort auf Insekten, die sie sich schnappen kann. Sie ist an den langen Dornen an den Beinen und der Musterung des braunen Körpers zu erkennen.

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Neue Käferbeobachtungen

Jetzt sind die Käfer dran: Hier kommen ein paar Fotos von den Arten aus diesem Sommer, die ich bislang noch nicht angetroffen oder fotografiert hatte.


Bei diesem Käfer könnte es sich um den Laufkäfer Acinopus megacephalus handeln, der durch seinen breiten Kopf auffällt. Leider ist eine genaue Bestimmung nach einem Foto auch bei den Käfern nur selten möglich.


Dieser Moderkäfer aus der Gattung Ocypus gehört zu den interessanten Kurzflüglern, deren Flügeldecken nur den vordersten Teil des Hinterleibs bedecken.

Malachius bipustulatus


Malachius bipustulatus ist im Gegensatz zum verwandten Großen Blasenkäfer fast blauschwarz gefärbt mit roten Spitzen an den Flügeldecken.


Der kleine, längliche Psilothrix viridocoeruleus hat eine metallisch grüne Farbe.


Die hübschen Prachtkäfer (Gattung Anthaxia) erkennt man an ihrer charakteristischen kompakten Körperform und der meist grünlichen oder bronzefarbenen metallischen Färbung.


Der Karminrote Kapuzinerkäfer besitzt rote Flügeldecken und einen schwarzen, hochgewölbten Halsschild, unter dem der Kopf verborgen ist, und der raspelartige Zähne trägt, die vermutlich bei der im Holz bohrenden Lebensweise von Nutzen sind.


Der kleine Speckkäfer Anthrenus pimpinellae wird nur 4 mm groß. Man findet ihn im Sommer auf Blüten wie hier auf dem Griechischen Dost.


Die winzigen Stachelkäfer sind leicht an ihrem zugespitzten Hinterleib zu erkennen. Sie leben auf Blüten und sind im Sommer für eine kurze Zeit bei uns recht häufig anzutreffen. Auffällig und interessant sind die purzelnden Bewegungen, die sie bei Störung durchführen, und die durch ein höchst ungewöhnliches Schraubengelenk in den Hinterbeinen ermöglicht werden.


Der Graugrüne Schenkelkäfer (Oedemera virescens) sitzt meist auf Blüten. Er wird etwa 1 cm lang und ist sehr schmal. Von der Seite betrachtet wirkt der Hinterleib etwas aufgeblasen.


Die Männchen vom einfarbig grauen Oedemera trista zeigen die für ihre Familie und Gattung typischen verdickten Schenkel der Hinterbeine.


Hier eine Mistkäfer-Art aus der Gattung Onthophagus. Ungewöhnlich und charakteristisch ist der halbkreisförmige, mit einer deutlichen Ecke abgesetzte vordere Teil des Kopfschildes.


Der Goldglänzende Rosenkäfer zeigt eine deutliche Längskante auf den Flügeldecken und eine starke Skulpturierung mit kleinen vertieften Punkten. Die Flügeldecken tragen im hinteren Bereich mehrere weiße Striche.


Der Weißbindige Widderbock ist an den drei dünnen hellen Binden auf den Flügeldecken zu erkennen. Während die Larven an Laubbäumen wie Eichen oder dem Johannisbrotbaum leben, halten sich die erwachsenen Tiere meist auf den Blüten von Doldenblütlern auf, wie hier auf unserem Griechischen Dost, der von vielen Insekten besucht wird.


Chlorophorus trifasciatus zeichnet sich durch den rotbraunen Halsschild und den geschwungenen vorderen und geraden mittleren Querstreifen auf den Flügeldecken aus.


Mit der glänzend orangenen Farbe mit schwarzen Punkten hat Clytra novempunctata eine gewisse Ähnlichkeit mit den Ölkäfern. Sie trägt sechs schwarze Punkte auf den Flügeldecken sowie drei kleine schwarze Punkte auf dem Halsschild.

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Immer wieder schön: Wanzen

Wer’s nicht glauben will, muss es eben selbst für sich entscheiden – ich jedenfalls finde Wanzen sehr schön und freue mich über jede neue Art, die ich im Garten entdecke. Hier die Ausbeute dieses Sommers:


Diese braun gemusterte „buckelige“ Randwanze namens Centrocoris spiniger habe ich öfter auf den Blättern unserer Gurkenpflanzen angetroffen.


Die Rhombenwanze (Syromastus rhombeus) ist an ihrem rhombenförmig verbreiterten Hinterleib zu erkennen.


Die unauffällige, gut getarnte Arenocoris waltlii besitzt deutliche Adern, Buckel und Zähne auf dem Körper und den Flügeln.


Von der Grünen Reiswanze (Nezara viridula) kannte ich bislang nur die Larven. Hier erwachsene Tiere bei der Paarung. Von anderen grünen Wanzen (Gattung Palomena) unterscheiden sie sich an den drei winzigen weißen Punkten am Vorderrand des Schildchens.


Die der Streifenwanze sehr ähnliche Fleckige Streifenwanze (Graphosoma semipunctatum) trägt schwarze Punkte statt Streifen auf dem Halsschild.


Codophila varia zeigt eine kontrastreiche Färbung mit einem ω-förmigen weißen Muster am Vorderrand des Schildchens. Sie gehört zu den Baumwanzen.


Die Schmuckwanze (Eurydema ornata) zeigt eine auffällige Zeichnung mit schwarzen Flecken und Strichen auf leuchtend rotem Grund; es gibt aber auch eine schwarz-weiße Variante. Hier sieht man beide bei der Paarung.


Bei der kleinen Weichwanze Grypocoris sexguttatus erscheint das Schildchen wie ein gelbes Herzchen zwischen den schwarzen Streifen auf den Flügeln.


Bei diesen sehr kleinen, dunkelgrauen Wanzen, die gern auf den Blüten der Wucherblume sitzen, handelt es sich vermutlich um eine Art der Gattung Psallus.


Die schwarze Cydnus aterrimus gehört zu den Erdwanzen. Diese verbringen ihr Leben im Boden, so dass man sie nur selten zu Gesicht bekommt. Sie ernähren sich vor allem von Wurzeln. Die langen Dornen an den Beinen helfen der Wanze beim Graben in der Erde. Am einen Flügel sieht man eine kleine Milbe, von der die Wanzen häufig befallen sind. 

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Bienen und Wespen

Nun wo die Feriensaison dem Ende zugeht, habe ich die Zeit gefunden, die Fotos von Bienen und Wespen aus diesem Frühjahr und Sommer durchzugehen und – soweit möglich – zu bestimmen. Hier ein paar der Ergebnisse:


Die meisten Bienen sind nicht sehr auffällig gefärbt. Diese wenig behaarte Biene mit dem roten Hinterleib gehört zu den Blutbienen (Gattung Sphecodes).


Diese kleine, rundliche Bienenart mit dem kontrastreich gestreiften Hinterleib ist bei uns im Sommer häufig im Garten zu sehen, wie sie an Blüten Nektar und Pollen sammelt. Es könnte sich um Amegilla albigena handeln. Die Gattung Amegilla ist eng mit der Gattung der Pelzbienen (Anthophora) verwandt, in die diese Art häufig gestellt wird.


Diese Art sieht der vorigen relativ ähnlich; sie ist jedoch ganz entscheidend größer, wie man gut am Vergleich mit der Futterpflanze (Ballota acetabularia) erkennen kann. Möglicherweise handelt es sich um Amegilla quadrifasciata.


Die überwiegend schwarz gefärbten Trauerbienen parasitieren als „Kuckucksbienen“ bei Pelzbienen der Gattung Anthophora, indem die Weibchen ihre Eier in die Nester ihres Wirtes ablegen. Die zuerst schlüpfende Larve der Trauerbiene ernährt sich dann von deren Nahrungsvorräten, während die Larve der Pelzbiene stirbt oder ebenfalls gefressen wird. Auf diese Weise können die Kuckucksbienen die Arten, bei denen sie parasitieren, in manchen Jahren ernsthaft schädigen, woraufhin auch die Kuckucksbienen zurückgehen, bis sich die Wirtsart wieder erholt hat. Die erwachsenen Bienen ernähren sich von Nektar.


Diese Schlupfwespe, die bei uns oft die Mauern der Steinhäuser abläuft, als würde sie ein Opfer suchen, um ihre Eier darin abzulegen, besitzt einen ganz besonders langen Legestachel. Sie ist zwar sehr dünn und schlank, wird aber ganz schön groß: Mit Legestachel erreicht sie etwa 4 cm. Leider ist es mir noch nicht gelungen, sie zu bestimmen.


Die kleine Brachymeria minuta gehört zu den Erzwespen, deren Larven überwiegend parasitisch leben. Diese Art parasitiert oft an den Maden einer Fliegenart, die als Schädling an Tomaten- und Paprika-Pflanzen lebt; ich freue mich also besonders über ihre Anwesenheit in meinem Garten.


Die zu den Faltenwespen gehörende Gattung Ancistrocerus umfasst viele ähnliche, schwer zu unterscheidende Arten. Ancistrocerus trifasciatus zeigt relativ wenig gelb: Sie besitzt nur drei schmale gelbe Streifen auf dem Hinterleib. Auch der Thorax zeigt nur sehr kleine Flecken.


Bei dieser relativ großen noch unbestimmtem Art sind die zwei vorderen gelben Streifen auf dem Hinterleib in der Mitte eingebuchtet. Außerdem zeigt sie mehrere gelbe Fleckchen auf dem Thorax und Kopf.


Bei dieser Art, die sich im Garten auf dem Salat aufhält, ist der erste gelbe Streifen auf dem Hinterleib in der Mitte unterbrochen. Auch sie gehört vermutlich zur Gattung Ancistrocerus.


Diese sehr dunkle Wespe mit dunkelrotbraunen Flügeln und zwei weißen Ringen am Hinterleib ist eine Dolchwespen-Art namens Scolia sexmaculata.


Bei diesem Foto könnte es sich um Tachysphex obscuripennis handeln, die durch ihre riesigen, vorstehenden, gelben Augen auffällt.

zum Weiterlesen:

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Ein Bild vom Kap mit Aphrodite

Zur Abwechslung mal ein gemaltes Bild, von einem unserer Gäste: Blick auf das Kap mit der Statue der Aphrodite von René Küng, gemalt von Gottfried Große. Wie schön, wenn der Urlaub auch als Gelegenheit für kreative Schöpfungen wahrgenommen wird!

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Die Schweber

Die Schweber haben sich in der letzten Zeit zu einer meiner liebsten Insektengruppen hochgearbeitet. Im Frühling und Sommer kann man bei uns mit ein bisschen Geduld eine ganze Reihe an Arten beobachten und fotografieren.

Die gedrungenen, oft stark behaarten Schweber (Familie Bombyliidae) erinnern teilweise eher an Hummeln, gehören aber zu den Fliegen. Ihr auffälligstes Kennzeichen ist ihr charakteristischer, langsamer Schwirrflug, bei dem sie oft auf der Stelle stehen. Im Sitzen werden die Flügel in einem Winkel abgespreizt gehalten. Die Erwachsenen ernähren sich von Nektar und Pollen. Manche Arten schweben dabei im Schwirrflug vor der Blüte, aus der sie saugen. Die Larven leben parasitisch vor allem an den Larven von Hautflüglern, teilweise auch von Fliegen, Heuschrecken oder Schmetterlingen. Das erste Larvenstadium sucht die Wirtslarve oft aktiv auf; spätere Larvenstadien haben keine Beine.

Weltweit sind bislang etwa 5.000 Schweber-Arten in über 200 Gattungen beschrieben worden. Die Schweber treten meist nur in geringen Individuen-Zahlen auf und zählen zu den wenig auffälligen Insektengruppen, so dass wir über viele Arten und Gattungen noch nicht viel wissen. Im Mittelmeergebiet kommen zahlreiche Arten vor; die Bestimmung ist allerdings oft sehr schwierig. Bei uns kann man in Frühling und Sommer eine ganze Reihe von Schwebern antreffen. Meist sitzen sie nicht auf Blüten, sondern auf dem Boden, wo man sie leicht übersehen kann. Außer dem sehr häufigen und auffälligen Kleinen Wollschweber sieht man die meisten Arten eher selten.

Hier ein paar Fotos:


Ein Kleiner Wollschweber im Landeanflug an seiner Lieblingsblume bei uns im Garten, der Kamille. Im Fliegen werden die Hinterbeine wie hier zu sehen auf charakteristische Weise nach oben hinten abgespreizt. Die Wollschweber fliegen sehr langsam und mit gleichbleibender Geschwindigkeit von einer Blüte oder Pflanze zur anderen. Dadurch kann man sie sehr gut beobachten. Wenn man ein bisschen Geduld aufwendet und sich ebenfalls langsam bewegt, kann man sich ihnen leicht annähern.


Bei diesem Schweber handelt es sich um Anthrax aethiops. Die Flügel sind in der vorderen Hälfte schwarz, hinten durchsichtig mit zwei kleinen schwarzen Flecken im hellen Bereich. Der längliche Körper ist schwarz mit einer bleigrauen Hinterleibsspitze, die einen schmalen schwarzen Längsstreifen in der Mitte trägt.


Heteralonia megerlei besitzt dunkle Flügel mit einer kleinen hellen Spitze und einem charakteristisch geformten, eingebuchteten hellen Mal etwa auf der Hälfte des Flügels.


Exoprosopa jacchus mit seinen stark gemusterten Flügeln bei der Paarung. Wie hübsch sie so aussehen!


Hier handelt es sich vermutlich um Exoprosopa minos.


Exoprosopa grandis gehört zu den größeren Schwebern. Der Hinterleib ist trägt sehr kontrastreiche Querstreifen; die Flügel weisen eine grobe helle und dunklere Musterung auf.


Die bleigraue Cytherea obscura sitzt wie die meisten Schweber am liebsten auf dem Boden, wo sie vergleichsweise schwer zu entdecken ist.


Satyramoeba hetrusca ist bei uns mit Abstand der größte Schweber. Der Körper ist schwarz gefärbt mit kleinen weißen Fleckchen auf dem Abdomen. Die Flügel sind im vorderen Bereich deutliche braun getönt.


Die kräftige, stark behaarte Hottentottenfliege sieht auf den ersten Blick kaum wie ein Schweber aus. Ihre Flügel sind nur im vordersten Bereich ganz leicht getönt.

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Eine faszinierende Mörtelgrabwespe

Die Grabwespen-Arten der Gattung Sceliphron (Mörtelgrabwespen) legen getöpferte Lehmnester an, die sie an regengeschützen Stellen an Hauswände oder unter Dächer kleben, oft auch im Innern bewohnter Häuser. Bei uns ist die Art Sceliphron destillatorium häufig anzutreffen.


Die Mörtelgrabwespen kleben ihre Lehmnester gern an Türrahmen oder unter die Decken von offenen Gebäuden.


Hier sieht man, dass das Nest aus kleinen herbeitransportierten Lehm-Portionen zusammengeklebt ist.


Im Innern des Nestes werden mehrere Nistkammern sichtbar.


Hier sieht man die aufgeplatzten Puppen mit den noch nicht fertig entwickelten Tieren darin. Im der obersten Kammer, in der sich keine Wespe entwickelt hat, sieht man die als Nahrung für die Larve hineingelegte Spinne.


Teile der Brutkammern aus sorgfältig verarbeitetem und geglättetem Lehm, eine Made und eine Puppe in ihrem Kokon


Die Mörtelgrabwespe Sceliphron destillatorium besitzt auffällig schwarz-gelb gefärbte lange Beine sowie einen überaus dünnen, gelben „Stiel“ zwischen Vorder- und Hinterkörper. Hier eine Wespe auf ihrem Lehmnest.


Das Baumaterial für ihr Nest sammelt die Mörtelgrabwespe im Garten an Beeten mit frischgegossener Erde. Mit ihren Vorderbeinen kratzt sie feuchte Erde zusammen, die sie zu einem runden Ball formt und dann zu ihrem Nest trägt. Wenn man genau hinschaut, kann man auf dem Foto den Lehmball sehen, den die Wespe mit den Vorderbeinen mithilfe der gebogenen Fühler dreht und formt.


Hier kommt die Wespe mit ihrem Lehmball am Nest an, das sie in unserer Garage baut.


Stück für Stück wird die Brutzelle aus Lehm geformt.


In die fertige Brutzelle trägt die Mörtelgrabwespe eine Spinne als Nahrung für die Larve ein. Sie bevorzugt die großen Gehörnten Kreuzspinnen (Araneus angulatus), deren Bestand sie, wenn sie Anfang des Sommers im Garten überhandzunehmen drohen, sehr effektiv wieder reduziert.

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Glühwürmchen

Im Frühsommer kann man bei uns in warmen, stillen Nächten oft Glühwürmchen beobachten. Die „Glühwürmchen“, oder besser Leuchtkäfer, besitzen die Fähigkeit, durch Biolumineszenz Lichtsignale auszusenden. Bei den meisten Arten leuchten vor allem die Weibchen; Männchen und Larven zeigen oft nur ein schwächeres Leuchten. Die Leuchtsignale dienen dem Anlocken der Geschlechtspartner und sind artspezifisch. Während die drei in Mitteleuropa vorkommenden Arten kontinuierlich leuchten – bei den Männchen teilweise im Flug – machen sich beide auf Naxos vorkommenden Arten durch Blinken bemerkbar. Die Glühwürmchen sind bei uns häufig und können in warmen Frühsommernächten leicht beobachtet werden; auch tagsüber trifft man die Tiere nicht selten an.

Eine weitere Besonderheit vieler Leuchtkäfer ist ihr ausgesprochener Geschlechtsdimorphismus. Während die Männchen wie ein kleiner, brauner Weichkäfer aussehen, sind die Weibchen bei vielen Arten deutlich anders gestaltet. Sie besitzen gar keine oder stark zurückgebildete Flügel und ihr Körper zeigt eine für Käfer völlig untypische gleichförmige Segmentierung, so dass sie eher wie Larven aussehen als wie adulte Käfer. Während die erwachsenen Leuchtkäfer nur wenig oder gar nicht essen, leben die Larven räuberisch; sie erbeuten vor allem Schnecken. Die Weibchen sterben kurz nach der Eiablage. Die meisten Arten sind giftig oder schmecken sehr unangenehm, so dass sie nur wenige Fressfeinde haben.

Die Lichterzeugung erfolgt bei Leuchtkäfern (wie auch manchen anderen Tiergruppen mit Biolumineszenz) mithilfe des Enzyms Luciferase aus einem speziellen Protein, dem Luciferin, unter Verwendung von Sauerstoff und ATP. Die bei dieser Reaktion freiwerdende Energie wird mit einer erstaunlich hohen Ausbeute als Licht abgegeben. Die Leuchtkäfer haben am unteren Teil des Hinterleibs eine lichtdurchlässige Chitinschicht, so dass das Leuchten deutlich zu sehen ist.

Italienischer Leuchtkäfer, Luciola italica

Der Italienische Leuchtkäfer ist mit nur etwa 5 mm Körperlänge sehr klein. Die Arten dieser vor allem in Asien verbreiteten Gattung zeichnen sich durch ihr etwa im Sekundentakt blinkendes Licht aus. Die Weibchen sehen nicht larvenähnlich aus, sondern ähneln den Männchen, sind aber flugunfähig. Sowohl die Männchen als auch die Weibchen senden Lichtsignale aus. Die Männchen leuchten auch im Flug. Der Italienische Leuchtkäfer ist in Südosteuropa heimisch.


Der Italienische Leuchtkäfer ist mit nur etwa 5 mm Körperlänge sehr klein. Er ist bei uns anzutreffen, wenn im Frühling die Nächte wärmer werden: Dann sitzen nachts hier und da die blinkenden Käfer an den Mauern im Garten. Die Lichterzeugung findet bei den Leuchtkäfern in den hinteren Segmenten des Abdomens statt.

Hier ein blinkender Italienischer Leuchtkäfer gefilmt.

Lampyris hellenica?

Die Gattung Lampyris umfasst in Europa und dem Mittelmeerraum etwa 10 Arten. Bei unseren Exemplaren auf Naxos könnte es sich um Lampyris hellenica handeln. Die Merkmale des Männchens scheinen zu passen (nach M. Geisthardt, siehe Quellenangabe unten): eine Körpergröße von etwa 2 cm, kaum erkennbare Rippen auf den Flügeldecken, die Ausbildung der Fühler, des Halsschildes und des letzten Segments des Abdomens. So gut wie sicher ist die Zuordnung zur Gattung Lampyris, obwohl unsere Exemplare hier ebenso wie der Italienische Leuchtkäfer ein blinkendes Licht aussenden, im Gegensatz zum Großen Glühwürmchen (Lampyris noctiluca) und anderen Arten dieser Gattung. Ein kontinuierlich leuchtendes Glühwürmchen habe ich auf Naxos überhaupt noch nicht angetroffen. Leider kann ich zu diesem auffälligen Merkmal keine Informationen finden, was L. hellenica betrifft.


Von der Färbung und Ausbildung des Halsschildes und der Flügeldecken her könnte es sich bei unseren Exemplaren um Lampyris hellenica handeln.


Die Männchen sind mit etwa 2 cm sehr groß und kräftig. Bislang habe ich Männchen dieser Art nur tagsüber gesehen.


Hier dasselbe Exemplar von unten.

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