Orchideen, Orchidaceae

Die Orchideen sind eine der bekanntesten und mit etwa 1000 Gattungen und 30.000 Arten auch größten Pflanzenfamilien. Sie sind weltweit verbreitet; die meisten Arten kommen in den tropischen und subtropischen Regionen vor allem Mittel- und Südamerikas und Asiens vor.

Die Orchideen besitzen dreiteilige, meist zygomorphe Blüten, die in Form und Farbe sehr vielfältig sind. Die Blüte besitzt drei Kronblätter, von denen das untere (bei zygomorphen Blüten) als Lippe ausgebildet ist, sowie drei Kelchblätter, die zwischen den Kronblättern stehen und oft ähnlich wie diese aussehen. Manchmal sind die „oberen Blütenblätter“ (Kelchblätter und Kronblätter außer der Lippe) zu einem Helm verwachsen. Oft bildet die Lippe hinten einen Sporn.


Die Blüten bestehen aus der meist relativ großen Lippe (hier bei der Pyramidenorchis dreigelappt), der zwei obere Kronblätter gegenüberstehen (bei dieser Art recht klein); dahinter liegt der ebenfalls farbige, dreiblättrige Kelch (hier etwas dunkler gefärbt als die Kronblätter). Bei vielen Blüten, so auch hier, formt die Lippe einen Sporn.

Die Blüten besitzen nur ein oder zwei Staubblätter, die gemeinsam mit der Narbe eine Röhre bilden, die der Lippe gegenüber steht. Die Pollen sitzen in zwei kugelförmigen Pollinien, die als Ganzes an die Insekten geheftet werden, die die Blüte besuchen. Die Pollen besitzen keine Nährstoffe und werden von den Insekten nicht gesammelt; viele Blüten bieten den Insekten auch keinen Nektar. Bei manchen Arten wie den Ragwurzen sehen die Blüten einem weiblichen Insekt (Bienen, Wespen usw.) ähnlich und locken die Bestäuber auf diese Weise an (Mimese). Dazu werden oft außerdem spezielle Duftstoffe eingesetzt, die den Sexuallockstoffen der entsprechenden Insektenart gleichen. Andere Arten produzieren stark duftende Öle, die von manchen Prachtbienen-Arten gesammelt und bei der Balz eingesetzt werden.


Die Lippe der Ragwurz-Arten ist sehr groß und gewölbt; sie ahmt in Form, Farbe und Behaarung die Weibchen bestimmter Insektenarten nach. Gegenüber der Lippe steht die helmartig gebogene Staubblatt- und Narbenröhre, an der die zwei gelblichen Pollinien sitzen. Den Männchen, die die Blüten besuchen, werden die Pollinien an den Kopf geheftet, und sie geben sie auf dieselbe Art an eine andere Blüte weiter. Darüber stehen die zwei kleinen, kräftig rosa gefärbten oberen Kronblätter und die drei Kronblatt-ähnlichen Kelchblätter. Die Lippe besitzt einen großen mittleren Lappen und zwei kleinere, mehr oder weniger hornförmige Seitenlappen.


Hier ist eines der gelben Pollinien (halb losgelöst) gut zu sehen.

Orchideen besitzen winzig kleine Samen; eine Blüte kann über eine Million Samenkörner produzieren. Die Samen besitzen kein Nährgewebe und können nur mithilfe eines Mycorrhiza-Pilzes keimen. Die meisten Orchideen sind mehrjährig. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben bei den Pflanzen der gemäßigten Zonen während der ungünstigen Jahreszeit ab. Aus den Wurzeln treibt Jahr für Jahr eine neue oberirdische Pflanze. Viele Arten bilden rübenartige Speicherknollen. Die Blätter sind meist eher einfach geformt und ganzrandig; oft stehen sie mehr oder weniger am Boden.

Auf Naxos sind gut 35 Orchideen-Arten nachgewiesen worden. Die meisten Arten benötigen offene und eher trockene Standorte. Günstig, wenn nicht gar unentbehrlich für das Gedeihen vieler Orchideen ist eine mäßige Beweidung durch Schafe, die die Vegetation offen hält.


Oft wachsen mehrere Orchideen-Arten beieinander. Alle auf Naxos vorkommenden Orchideen bevorzugen offene, eher trockene Standorte; sie wachsen in der Phrygana, auf Wiesen und an Wegrändern. Die meisten Arten sind selten und nur vereinzelt anzutreffen.

Auf Naxos kommen über 30 Orchideen-Arten vor. Die meisten Arten sind selten. Bemerkenswert ist die große Anzahl an Arten, die man nur in je sehr wenigen Exemplaren antrifft. Die Bestimmung ist bei den vielen Arten sehr schwierig, so dass sich der eine oder andere Fehler eingeschlichen haben kann. Oft sind die Arten sehr variabel, insbesondere in der Färbung; außerdem sind sich in vielen Fällen mehrere Arten sehr ähnlich und nur an Feinheiten des Aufbaus auseinander zu halten; darüber hinaus bastardieren eine ganze Reihe von Arten, was die Angelegenheit weiter verkompliziert. Zur Bestimmung habe ich das Buch „Guide des orchidées d’Europe“ von Pierre Delforge, Les Guides du Naturaliste, Delachaux et Niestle, 2005 verwendet, das mir von Jannis Bardanis zur Verfügung gestellt wurde, wofür ich ihm herzlich danke.

Dingel, Limodorum

Die Gattung Limodorum umfasst nur drei Arten. Sie besitzen mehr oder weniger violette Blüten mit relativ kleiner Lippe und langen Kelchblättern. Die Pflanzen leben parasitisch auf den Wurzeln anderer Pflanzen und besitzen nur rudimentäre Blätter und kaum Chlorophyll. In trockenen Jahren sind die Blüten oft schlecht entwickelt und es erfolgt Selbstbestäubung bei geschlossener Blüte; manchmal entwickeln und bestäuben sich die Blüten gar unterirdisch ohne dass eine oberirdische Pflanze erscheint.

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Violetter Dingel, Limodorum abortivum

Der Violette Dingel besitzt seinen Verbreitungsschwerpunkt im Mittelmeergebiet; er kommt von Mitteleuropa und Nordafrika bis zum Iran vor. In Deutschland ist die Art stark gefährdet. Bei vielen Exemplaren sind die Blüten schlecht entwickelt, insbesondere in trockenen Jahren.


Der Violette Dingel besitzt zart violette obere Blütenblätter und eine dunkler gestreifte Lippe mit einer Einschnürung in der Nähe der Basis; das obere Kelchblatt ist helmförmig gewölbt. Die Staubblattröhre ist recht auffällig.

Drehwurz, Spiranthes

Die Gattung Spiranthes umfasst etwa 50 Arten mit der größten Vielfalt in Nordamerika. Es handelt sich um eher kleine Pflanzen mit einem aufrechten, schmalen Blütenstiel, an dem dicht an dicht die kleinen, meist weißen Blüten sitzen; charakteristisch ist die spiralige Anordnung der Blüten.

Herbst-Drehwurz, Spiranthes spiralis

Die Herbst-Drehwurz stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet, hat sich aber mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht über ganz Mitteleuropa bis nach Südskandinavien ausgebreitet. Ihr Vorkommen ist an eine extensive Beweidung durch Schafe gebunden; entsprechend ist die Art in vielen Gegenden Europas verschwunden oder selten geworden. Die Herbst-Drehwurz blüht als einzige heimische Orchideen-Art im Herbst. Sie ist auf Naxos eher selten anzutreffen, allerdings ist sie auch ziemlich unauffällig. Wir haben sie bei uns in der Phrygana gefunden.


Die Herbst-Drehwurz besitzt je zwei eiförmige, bodenständige Blätter und einen gut 10 cm hohen unverzweigten Blütenstängel, an dem die zahlreichen Blüten spiralförmig angeordnet sind.


Die winzigen Blüten sind weiß. Der Stängel sowie auch die Kelchblätter sind filzig behaart; die Lippe ist innen grünlich gefärbt und an den Rändern gefranst.

Knabenkräuter, Orchis

Die Knabenkräuter sind eine artenreiche Gattung, deren Angehörige einen vielblütigen, zylindrischen Blütenstand bilden; meist besitzen sie wenige breite bis längliche Blätter an der Stängelbasis. Auf Naxos kommen mindestens fünf Arten vor, die alle trockene, kalkhaltige Standorte bevorzugen.

Anatolisches Knabenkraut, Orchis anatolica

Das Anatolische Knabenkraut ist auf Naxos selten; es kommt an recht trockenen, kalkhaltigen Standorten vor.


Das Anatolische Knabenkraut besitzt eine lange gewölbte Lippe mit großen Seitenlappen und einem leicht eingekerbten Mittellappen; in der helleren Mitte der Lippe sitzen kleine dunkelrosa Punkte. Die Blüten besitzen einen sehr langen, auffälligen, aufwärts gebogenen Sporn.

Hügel-Knabenkraut, Orchis collina

Das Hügel-Knabenkraut ist gelegentlich in der Phrygana anzutreffen. Es blüht im Februar, früher als die meisten anderen Orchideen-Arten.


Das Hügel-Knabelkraut besitzt einfache, ungefleckte Blätter, die größtenteils in einer Grundrosette stehen. Die Blüten sind grünlich oder rötlich gefärbt.


Der Sporn der Blüten ist dick und kurz und abgerundet, die Lippe ist wenig oder gar nicht gespalten. Die Hüllblätter sind oft ein wenig grünlich.


Bei manchen Exemplaren sind die Blüten dunkelrot gefärbt.

Wanzen-Knabenkraut, Orchis coriophora

Das Wanzen-Knabenkraut habe ich bislang nur einmal in der Heide in der Nähe von Kinídaros angetroffen.


Die Blüten des Wanzen-Knabenkrautes sind dunkelrosa mit Punkten auf dem inneren, helleren Teil der Lippe. Die oberen Blütenblätter neigen sich über der Blüte zu einem spitzen Helm zusammen.

Heiliges Knabenkraut, Orchis sancta

Das Heilige Knabenkraut bei uns die häufigste Knabenkraut-Art. Es blüht erst im frühen Sommer, wenn die Vegetation größtenteils vertrocknet ist. Dieses Knabenkraut kommt nur auf trockenen, kalkhaltigen Böden in offener Vegetation vor.


Das Heilige Knabenkraut ist an der grob gezähnten, hellen Lippe und den helmartig zusammenliegenden, etwas dunkleren, schmutzig rosa oberen Blütenblättern zu erkennen. Die Blüten besitzen ein helles, langes, spitz nach oben ragendes Tragblatt und einen dunklen, nach vorn gerichteten Sporn, der etwa die halbe Länge der Lippe erreicht.

Schmetterlings-Knabenkraut, Orchis papilionacea

Das Schmetterlings-Knabenkraut ist bei uns in der Phrygana und in anderen trockenen Gegenden der Insel recht häufig.


Das Schmetterlings-Knabenkraut besitzt wenige, große Blüten mit dunkelrosa, nach vorn geneigten, dunkel geaderten oberen Blütenblättern.


Die große Lippe ist an ihrem Grund sehr schmal und verbreitert sich dann stark; der untere Teil ist fast rund und hell rosa gefärbt mit feinen dunkleren, gefächerten Stricheln.


Die Färbung der Blüte ist recht variabel; gelegentlich kommen fast weiße Exemplare vor.

Hundswurzen, Anacamptis

Die Arten der Gattung Anacamptis sehen den Knabenkräutern ähnlich. Nach neueren Untersuchungen müssen auch viele bislang zur Gattung Orchis gehörende Arten zu den Hundswurzen gestellt werden, so das Heilige, Wanzen- und Schmetterlings-Knabenkraut.

Pyramidenorchis, Anacamptis pyramidalis

Auf Naxos kommt (nach der älteren Einteilung) eine Art der Gattung Anacamptis vor, die Pyramidenorchis. Sie ist fast überall auf der Insel anzutreffen und stellenweise recht häufig. Meist steht sie nur vereinzelt; auf manchen Wiesen bildet sie jedoch dichte Bestände.


Die Pyramidenorchis besitzt einen walzigen Blütenstand mit zahlreichen, kleinen, dicht stehenden hellrosa Blüten mit einer dreiteiligen Lippe und kleinen oberen Blütenblättern. Die Blüten besitzen einen nach hinten weisenden, schlanken Sporn und dunkel rosa gefärbte, kurze Tragblätter.

Zungenständel, Serapias

Die Zungenständel haben eine sehr charakteristische Blütenform: Die meist rotbräunlichen Blüten besitzen eine lange, zugespitze, oft zurückgebogene Lippe, der ein Helm gegenüber steht, der aus den verwachsenen oberen zwei Kronblättern und Kelchblättern besteht; überragt wird der Helm vom großen, wie der Helm gefärbten, spitz nach oben stehenden Tragblatt.

Echter Zungenstendel, Serapias lingua

Der Echte Zungenstendel kommt auf Naxos seltener vor als die folgende Art. Ich habe ihn bei Keramotí in der Heide angetroffen.


Der Echte Zungenstendel besitzt ein langes, spitzes, nach oben stehendes Tragblatt und einen nach vorn geneigten Helm, der aus den oberen Kron- und den Kelchblättern gebildet ist. Die unbehaarte Lippe ist sehr lang und schmal mit kurzen, nicht vorstehenden Seitenlappen.


Am Ansatz der Lippe liegt ein rundlicher, dunkelvioletter Fleck mit zwei kleinen parallelen Schwielen.

Karischer Zungenstendel, Serapias carica


Der Karische Zungenstendel besitzt einen kurzen Helm und ein vergleichsweise unauffälliges, kurzes Tragblatt. Die Lippe ist dicht behaart und stark zurückgeschlagen; sie besitzt an ihrem oberen Teil rundliche, vorragende, dunkelbraunrote Seitenlappen. Die Blüten sind recht dunkel gefärbt.


Am Ansatz der dicht borstig behaarten Lippe liegt ein großer und kräftiger, dreigeteilter, dunkelvioletter Fleck.

Orientalischer Zungenstendel ?, Serapias orientalis ?


Der Orientalische Zungenstendel besitzt längere Tragblätter, die weit über den eher kurzen Helm hinausragen. Die Lippe ist nur wenig zurückgeschlagen; ihre Seitenlappen sind relativ kurz, aber sichtbar.

Ragwurz, Ophrys

Die Ragwurzen sind eine sehr artenreiche Gattung, deren Angehörige vor allem im Mittelmeergebiet und den angrenzenden Regionen vorkommen. Die Arten haben lockere, wenigblütige Blütenstände; die Blüten sind meist recht groß. Die Ähnlichkeit der Ragwurz-Blüten mit den Weibchen bestimmter Insekten-Arten (meist Solitärbienen, aber gelegentlich auch Wespen oder andere Insekten) wird nicht nur durch die Form und die Färbung der Blüte erreicht, sondern auch durch deren Behaarung. Außerdem besitzen die Blüten oft einen Duftstoff, der dem Sexuallockstoff der jeweiligen Insektenart gleicht. Die Ragwurz-Arten benutzen also eine Lock-Mimese, durch die das entsprechende Insekten-Männchen zur Kopulation veranlasst werden soll; dabei werden die Pollinien der Orchidee an das Insekt geheftet, das sie dann beim Besuch der nächsten Blüte auf den Stempel aufbringt.


Ophrys ceto besitzt (wie auch viele andere Arten) an der Höhlung unterhalb der Staubblatt-Röhre zwei kleine, augenähnliche Flecken, durch die die Mimese noch perfekter wird.

Die Blüten besitzen eine große Lippe mit kleineren, gewölbten Seitenlappen, der die gebogene Staubblattröhre gegenüber steht. An ihrem unteren Ende besitzt die Lippe oft ein kleines Anhängsel, dessen Größe und Form ebenfalls für die Bestimmung von Bedeutung ist. Die oberen Kronblätter sind klein und schmal und stehen schräg nach oben; zwischen ihnen stehen die in der Farbe ähnlichen, größeren Kelchblätter. Außerdem besitzen die Blüten ein grünliches Tragblatt.

Die Ragwurz-Arten sind teilweise sehr schwer zu bestimmen, was an der teilweise enormen Variabilität innerhalb der Arten liegt (manchmal hat man den Eindruck, dass jedes einzelne Exemplar ein wenig anders aussieht), aber auch daran, dass sehr viele Arten untereinander bastardieren, so dass man zusätzlich zu den sowieso oft sehr ähnlichen Arten auch noch alle möglichen Mischformen antreffen kann. Auf Naxos sind die Ragwurz-Arten an eher trockenen, kalkhaltigen Standorten anzutreffen; sie wachsen vor allem in der Phrygana und in der offenen Vegetation.

Kleine Gelbe Ragwurz, Ophrys sicula (lutea-Gruppe)

Die Kleine Gelbe Ragwurz kommt im Mittelmeergebiet vor. Sie ist auf Naxos recht häufig und fast überall in der Phrygana anzutreffen.


Die Kleine Gelbe Ragwurz besitzt eine gelbe Blüte. Die flache Lippe ist in der Mitte braun gefärbt. Die gelbgrünen Kelchblätter sind sehr breit und recht groß.


Bei der Kleinen Gelben Ragwurz steht die Lippe fast waagerecht. Ein weiteres typisches Kennzeichen ist, dass Haupt- und Seitenlappen der Lippe ein wenig getrennt voneinander stehen.

Ophrys phryganae


Ophrys phryganae ist O. sicula ähnlich, unterscheidet sich von ihr aber an der abgeknickten, weniger waagerecht gehaltenen Lippe mit einem deutlich abgesetzten Querwulst unterhalb der Narbenhöhle.


Die Haupt- und Seitenlappen der Lippe schließen aneinander an bzw. überlappen sich leicht.

Königliche Ragwurz, Ophrys basilissa (omegaifera-Gruppe)

Diese Art ist in der zentralen Ägäis und auf Kreta heimisch. Bei uns kommt sie vereinzelt in der Phrygana der niedrigen Lagen vor.


Die Königliche Ragwurz weist sich durch die lange, fast waagerecht stehende, schwarzbraune, besonders stark behaarte Lippe aus, in deren Mitte ein wie ein ω aussehender, geschwungener, bläulicher Streifen verläuft. Die kleinen oberen Kronblätter sind rötlich braun. Die Kelchblätter sind grünlich gefärbt, das obere ist helmförmig nach vorn gebogen.

Ophrys israelitica


Ophrys israelitica ist der Omega-Ragwurz (Ophrys omegaifera) sehr ähnlich, besitzt aber eine kleinere Blüte, die waagerecht abstehend gehalten wird. Auch sie kommt bei uns nur vereinzelt vor.

Hummel-Ragwurz ?, Ophrys bombyliflora ? (tenthredinifera-Gruppe)


Diese kleine Ragwurz besitzt relativ große, gelbgrüne Kelchblätter und eine braune Lippe mit hochgewölbten Seitenlappen. Diese Exemplare besitzen ein recht deutliches graues Mal, das eigentlich für die Art nicht typisch ist – vielleicht eine Hybride?


Hier ein zweites Exempar, bei dem das obere Kelchblatt fehlt.

Theseus‘ Ragwurz, Ophrys thesei (bornmuelleri-Gruppe)

Diese Art ist endemisch auf den Inseln Naxos, Tinos und Kimolos und nur selten zu finden; dieses Exemplar stammt aus der Nähe von Kóronos.


Das kleine Mal ist bei dieser Art auf einen schmalen waagerechten Bereich in der Mitte der Lippe beschränkt. Die hornartigen Seitenlappen sitzen vorne auf der Lippe auf; rund um die Lippe zieht sich ein deutlicher Rand. Die oberen Kronblätter sind besonders klein, die Kelchblätter eher kurz und abgerundet.

Ophrys ceto (oestrifera-Gruppe)

Ophrys ceto kommt in der Ägäis und im südlichen Griechenland vor. Sie ist auf Naxos recht häufig.


Ophrys ceto bildet eine hohe Pflanze mit langen Tragblättern. Auch die Kelchblätter und die Lippe sind lang und schmal. Die Lippe ist in der Mitte am breitesten.


Die Seitenlappen sind schmal zugespitzt, aber nicht sehr lang.


Hier sieht man in der Seitenansicht die wie Arme ausgebildeten, stark von der Lippe abgetrennten Seitenlappen und das große, vorstehende Anhängsel.


Bei diesem Exemplar ist das Mal eher unauffällig gefärbt.


Hier (auch O. ceto?) ist das rötliche Lippen-Anhängsel besonders breit.

Ophrys schlechteriana (heldreichii-Gruppe)

Diese Art kommt auf den Kykladen, dem Peloponnes und in Attika vor. Auf Naxos habe ich sie bei Azalas in der Phrygana gefunden.


Diese Art besitzt sehr lange, schmale, gebogene, Seitenlappen. Trotz der langen „Hörner“ gehört sie nicht zur ostrifera- sondern zu heldreichii-Gruppe.

Heldreichs Ragwurz ?, Ophrys heldreichii ?

Heldreichs Ragwurz kommt vor allem auf Kreta vor. Die Zugehörigkeit kykladischer Exemplare zur Art sind nicht ganz gesichert. Sie besitzt kurze, stumpfe Seitenlappen.


Heldreichs Ragwurz besitzt intensiv rosa gefärbte Kelch- und obere Kronblätter. Die braune Lippe ist in der Mitte am breitesten; das Anhängsel ist oft recht breit und nach vorn gerichtet. Das hellbraune Mal ist sehr verschieden geformt; meist besitzt es einen weißlichen waagerechten Streifen in der Mitte und einen zentralen Fleck sowie schwächer ausgebildete Seitenflecken. Die Lippe ist nur sehr kurz behaart.Ihr Rand ist nach hinten eingebogen und sie wird nach unten deutlich schmaler. Am obersten Rand der Lippe, seitlich unter der Staubblattröhre, stehen zwei kleine, silbrige, Augenfleckchen.

Ophrys calypsus var. pseudoapulica

Die Kalypso-Ragwurz in der Variante pseudoapulica kommt auf den Kykladen und Rhodos vor. Auf Naxos ist sie recht häufig; sie wächst in der Phrygana und an anderen offenen Standorten.


Bei dieser Art sind die Seitenlappen so an der Lippe angesetzt, dass sich keine Dreiteilung der Lippe ergibt. Sie sind eher kurz und stumpf. Die Lippe ist unten verbreitert und bildet einen deutlichen, nicht nach unten eingeschlagenen Rand.

Ariadne-Ragwurz, Ophrys ariadne (reinholdii-Gruppe)

Die Ariadne-Ragwurz kommt auf Naxos ebenso wie die eng verwandte Reinholds Ragwurz nur vereinzelt vor; die hier abgebildeten Exemplare habe ich bei Kóronos am Argokíli fotografiert. Die Abgrenzung dieser Art von der Kretischen Ragwurz ist schwierig und die Bestimmung hier dementsprechend unsicher.


Die Ariadne-Ragwurz besitzt eine rotbraune Lippe mit einem großen weißlichen Mal, das in der Mitte eine ovale Aussparung besitzt, und mit runden, stark zurückgewölbten Seitenlappen. Das Anhängsel an der Lippe ist klein. Die Kelchblätter können rötlich oder grünlich sein.


Die Ariadne-Ragwurz wird oft nur als Unterart der Kretischen Ragwurz betrachtet. Im Gegensatz zu dieser besitzt sie meist rötliche Kelchblätter, eine kleinere Höhlung unter der Staubblattröhre, kleinere, weniger abstehende Seitenlappen und eine in der Mitte schmalere Lippe.

Kretische Ragwurz, Ophrys cretica ?


Orchideen sind sehr schwierig zu bestimmen. Jedes Exemplar sieht ein wenig anders aus, und oft scheint die Abgrenzung der verschiedenen Arten recht willkürlich zu sein, und es ist jedenfalls viel Erfahrung nötig, um die Arten zu unterscheiden. Diese Exemplare sehen im Vergleich zu den vorigen eher nach der Kretischen Ragwurz aus.

Ophrys cretica beloniae ?


Auf Naxos kommt außer der Nominatform auch die Unterart beloniae vor, die sich darin unterscheidet, dass ihre Kelchblätter rot überlaufenen sind.

Reinholds Ragwurz, Ophrys reinholdii

Reinholds Ragwurz kommt im Ägäisraum, auf dem südlichen und zentralen griechischen Festland, auf den Ionischen Inseln und an der türkischen Ägäisküste vor.


Diese Art besitzt eine sehr dunkle, stark behaarte Lippe mit lang behaarten, gewölbten Seitenlappen und kleinem Anhängsel; die Lippe ist unten am breitesten. Das zweiteilige Mal ist klein, aber sehr deutlich abgesetzt mit leuchtend weißer Umrandung und hellblauem Innern. Die oberen Kronblätter sind braunrot; die Kelchblätter rosa überlaufen.

Busen-Ragwurz, Ophrys mammosa (mammosa-sphegodes-Gruppe)

Diese Art kommt in Naxos stellenweise in großer Zahl vor, so beispielweise in der Gegend von Sangrí. Sie blüht im März.


Die Busen-Ragwurz besitzt eine breite dunkelbraune Lippe mit kaum zurückgewölbtem Rand und ohne Seitenlappen, aber mit kleinen kegelförmigen Höckern im oberen Teil. Auf der Lippe sitzt ein bläuliches oder silber gefärbtes lang H-förmiges Mal. Die Kelchblätter sind grün; die untere Hälfte ist oft rötlich überlaufen.

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