Alle Arten der zu den Windengewächsen gehörenden Seiden (Cuscuta) leben als Vollschmarotzer, d.h. sie betreiben keine Photosynthese, sondern leben auf anderen Pflanzen, denen sie die Nährstoffe entziehen. Die Seiden besitzen weder Blätter noch Wurzeln: Die Blätter fehlen völlig oder sind zu winzigen Schuppen reduziert, und nur der Keimling bildet eine kleine, kurzlebige Wurzel aus, um sich mit ihr auf einer Wirtspflanze zu verankern. Die Seiden zapfen die Stängel ihrer Wirte mit sogenannten Haustorien an, kleinen Saugorganen, die in die Stängel hineinwachsen. So entnehmen sie der Wirtspflanze alle Nährstoffe, die sie benötigen. Dabei ist auch bei starkem Bewuchs der Schaden an der Wirtspflanze meist nicht so groß, dass diese abstirbt. Die Seiden-Arten wachsen auf unterschiedlichen Wirtspflanzen, oft auf Zwergsträuchern wie Ginster oder der Dornigen Bibernelle. Auf mehrjährigen Wirtspflanzen wächst auch die Seide mehrjährig. Die Seide bildet zahlreiche kleine, rundliche Blütenstände aus. Stängel und Blüten sind oft rötlich gefärbt. Bei den bei uns anzutreffenden Seiden handelt es sich vermutlich größtenteils um die Art Cuscuta palaestina , die auf Naxos sehr häufig vorkommt. Sie besitzt kleine, kompakte Blütenstände; die Blüten sind vierzählig.