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29. Mai

Die Gattung Ceratonia umfasst nur zwei Arten. Der Johannisbrotbaum (Karobbaum) ist im Mittelmeergebiet und in Vorderasien sowie auf den Kanaren verbreitet. Die Wildform stammt vermutlich aus Arabien; wegen der Nutzung seiner Früchte als Nahrungs- und Futtermittel ist er in der Antike und im Mittelalter im gesamten Mittelmeerraum eingebürgert worden. Der Johannisbrotbaum ist ein sehr hitze- und trockenheitsresistenter immergrüner Hartlaub-Baum, der vor allem auf kalkhaltigen Böden wächst und auch recht salztolerant ist; Frost verträgt er dagegen nicht. Auf Naxos wächst der Johannisbrotbaum in den trockenen, niedrigen Lagen. Seine immergrünen Blätter sind ledrig und paarig gefiedert mit breiten Fiederblättchen. Die Blüten stehen in Trauben oder Kätzchen, die direkt aus dem Stamm oder den Ästen wachsen (Kauliflorie). Meist sind die Pflanzen diözisch, d.h. männliche und weibliche Blüten stehen an verschiedenen Pflanzen. Die Blüten sind stark reduziert: Kronblätter fehlen und auch die Kelchblätter sind klein; sie bilden eine kleine Scheibe. Die Früchte sind bis 30 cm lange Hülsen, die bis zu einem Jahr am Baum hängen und erst grün, dann dunkelbraun gefärbt sind; sie enthalten zehn bis fünfzehn sehr harte Samen. Aus ihnen wird das Kakao-ähnliche, süßliche Johannisbrotmehl (Carob) gewonnen, das traditionell frisch oder getrocknet verzehrt oder zu Sirup oder Saft verarbeitet wird. Heute werden die Hülsen vor allem als Tierfutter genutzt. Aus den Samen wird Johanniskernmehl gewonnen, das in der Nahrungsmittel- und Kosmetik-Industrie als Dickungsmittel und Emulgator dient. Die Samen wurden in der Antike wegen ihres gleichmäßigen Durchschnittsgewichtes von knapp 200 mg als Gewichtseinheit für das Abwiegen von Diamanten verwendet; das Wort Karat leitet sich von der griechischen Bezeichnung für die Früchte des Johannisbrotbaumes (kerátion = Hörnchen) ab, die sich von der oft gebogenen Form der Hülsen herleitet.