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19. Oktober

Das Apáno Kástro bei Tsikalarió liegt auf einem steilen Hügel zwischen dem Tal von Potamiá und der fruchtbaren Hochebene der Tragaía. Über die Geschichte der Burg gibt es unterschiedliche Angaben. Es hat wohl schon in der Antike ein Gebäude oder eine Festung auf dem Hügel gegeben, von der jedoch kaum Reste erhalten sind. Manchen Quellen zufolge ließ sich der Venezianer Marco Sanudo, als er Naxos im Jahr 1207 einnahm, zunächst auf dem Apáno Kástro nieder (= “Oberes Kastell”, von den Venezianern “Castello d’Alto” genannt – im Unterschied zum Kastell in der Chóra), das dieser Version zufolge damals in bewohnbarem Zustand gewesen sein muss. Anderen Angaben gemäß wurde die Festung erst von seinem Sohn oder Enkel um die Mitte oder das Ende des 13. Jahrhunderts errichtet, und zwar sowohl als Fluchtburg wegen der häufigen Piratenüberfälle als auch zur Einschüchterung der Bevölkerung, die sich gegen die Unterdrückung durch die venezianischen Feudalherren auflehnte, insbesondere weil diese ihnen die Ausübung bestimmter religiöser Bräuche untersagt hatten. Wenn die Festung damals nicht errichtet wurde, so wurde sie doch sicher wieder aufgebaut bzw. in Nutzung genommen. Das Apáno Kástro besteht aus einer äußeren, unteren Burganlage auf dem Südhang des Berges und aus der eigentlichen Hauptburg auf der Hügelspitze. Beide Anlagen besaßen hohe Wehrmauern, umfassten aber nur wenige Gebäude, von denen fast alle Kirchen oder Kapellen sind. Der ehemalige Eingang zur unteren Burg ist durch eine vorspringende, runde Wehranlage mit Schießscharten, die Barbakane, geschützt. Die Kirchen der Hauptburg sind teilweise recht gut erhalten. Außerdem kann man noch mehrere Zisternen und Reste des “Palastes” erkennen. An mehreren Bauwerken der Festung, die an steilen Stellen stehen, ist je die äußere Seite des Gebäudes wegen der schnellen Erosion des Untergrundes weggebrochen. Es ist schade, dass die Gebäude der interessanten und für die Geschichte der Insel so bedeutenden Festungsanlage unbeachtet und ungewürdigt verfallen!