Skip to main content

18. September

Die Gewöhnliche Schmerwurz (Dioscorea communis = Tamus c.) gehört zur ursprünglichen Familie der Yamswurzelgewächse (Dioscoraceae), deren einzige Art bei uns vorkommende Art sie ist. Die Yamswurzelgewächse sind mit je nach Ansicht bis zu 800 Arten vor allem in den Tropen verbreitet. Es handelt sich um windende oder kletternde ausdauernde Pflanzen mit dreizähligen Blüten mit gleichgestalteten Kelch- und Kronblättern. Sie bilden Rhizome oder Knollen als Speicherorgane aus. Eine ganze Reihe von Arten wird wegen der Süßkartoffel-ähnlichen “Wurzeln” kultiviert, sowohl im ostasiatischen Raum, als auch in Mittel- und Südamerika und in Afrika; sie sind dort wichtige Stärkelieferanten. Viele Arten enthalten im Rhizom hormonähnliche Stoffe, weswegen sie in der traditionellen Heilkunde eingesetzt werden. Die Gewöhnliche Schmerwurz ist eine zweihäusige Kletterpflanze. Sie ist sommergrün und besitzt eher zarte, stark glänzende, herzförmige Blätter. Sie bildet weder Stacheln noch Ranken aus. Die gelblichen Blüten mit gleichtgestalteten Kron- und Kelchblättern (“Tepalen”) stehen in kleinen Trauben; die Früchte sind erst rote, später schwarze Beeren. Die Gewöhnliche Schmerwurz ist recht trockenheitsresistent und auf Naxos regelmäßig vor allem in bewaldeten Gebieten anzutreffen. Sie ist in allen Teilen sehr giftig. Der Name der Gattung ehrt den griechischen Arzt Dioskurides aus dem 1. Jhd., der in seiner “Materia medica” über 800 Heilpflanzen beschrieb einschließlich ausführlicher Erläuterungen zu ihrer Anwendung, und der damit den unumstrittenen, bis in die Neuzeit hinein relevanten Grundstein für die Pharmakologie legte.