Skip to main content

16. September

Die Springspinnen ernähren sich von Insekten und anderen kleinen Tieren, die sie durch Anspringen erbeuten. Die blitzschnellen und erstaunlich weiten Sprünge werden durch hydraulisches Strecken der Beine über den Hämolymphdruck ermöglicht. Entsprechend ihrer Lebensweise besitzen die Springspinnen im Gegensatz zu den meisten anderen Spinnen hoch entwickelte Augen, mit denen sie nicht nur ein weites Farbenspektrum (auch im ultravioletten Bereich) wahrnehmen können, sondern die auch räumliches Sehen und ein Einschätzen der Entfernung ermöglichen. Die nach vorne gerichteten Augen besitzen einen als Linse funktionierenden Glaskörper und vier Netzhautschichten mit je unterschiedlicher Funktion mit zahlreichen Sehzellen von vier verschiedenen Typen. Die Netzhaut kann durch Muskeln bewegt werden um das Gesichtsfeld zu ändern, was über das Zusammenspiel der Hauptaugen und der Seitenaugen das für den Beutefang erforderliche räumliche Sehen ermöglicht. Zusätzlich zum hoch entwickelten Sehsinn besitzen die Springspinnen einen ausgefeilten Tastsinn, für den vor allem spezielle Haare an den Beinen und Pedipalpen (“Kopfextremitäten”) verantwortlich sind, die über die Luftschwingungen das Wahrnehmen von Geräuschen und Infraschall ermöglichen. Sogenannte Spaltsinnesorgane an den Tarsen (“Füßen”) ermöglichen die Wahrnehmung von feinsten Vibrationen des Untergrundes. Schließlich besitzen die Springspinnen außerdem einen ausgeprägten Geruchs- und Geschmackssinn über zahlreiche Chemorezeptoren, der ebenfalls zur Erkennung der Beute wichtig ist. Die kleine Springspinne Thyene imperialis, die einen halben bis fast einen Zenitmeter groß wird, zeigt einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Die auffälliger gefärbten, kleineren Männchen werben mit komplizierten, artspezifischen Balztänzen um die Weibchen, bei denen die Spinnen durch die Bewegungen und durch mit den Beinen und Pedipalpen erzeugte Trommelgeräusche miteinander kommunizieren. Die dicken, schwarzen, unterm “Gesicht” gehaltenen Pedipalpen tragen zahlreiche Sinnesorgane und werden außerdem zur Nahrungsaufnahme und zur Übertragung des Spermas bei der Kopulation verwendet.