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15. September

Die Narzissen sind bekannte und beliebte Gartenpflanzen, die schon in der Antike für ihre Schönheit und ihren Duft gerühmt wurden. Von einer Narzisse wurde Persephone betört und zu dem Ort gelockt, an dem Hades sie sah und entführte, und der schöne Jüngling Narkissos wurde in eine Narzisse verwandelt, nachdem er sich, in ein Gewässer schauend, in sein eigenes Spiegelbild verliebt hatte, das schließlich durch ein hineinfallendes Blatt zerstört wurde, so dass er vor Kummer starb. Der Name leitet sich von dem Wort nárki = Betäubung (“Narkose”) ab und bezieht sich auf den betäubenden Duft vieler Arten. Die Narzissen werden vor allem durch Schmetterlinge bestäubt, die vom Duft und vom reichen Nektar angelockt werden; kleinere Insekten werden durch die Nebenkrone am Eindringen gehindert. Die Früchte sind Kapseln, die sich zur Reife zu Boden neigen und die relativ großen, runden Samen ausstreuen; diese werden durch Ameisen verbreitet. Die Heimat der etwa 66 wilden Narzissen-Arten liegt in Südwesteuropa; nur wenige Arten dringen auch ins östliche Mittelmeergebiet vor. Auf Naxos kommen zwei Arten vor. Die kleine Narzissen-Art Narcissus obsoletus blüht im Herbst, gemeinsam mit dem Herbst-Blaustern und den Krokus-Arten. Es handelt sich um eine kleine, schlanke Art, die hier und da in der Phrygana anzutreffen ist.