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8. August

Die Osterluzeigewächste gehören zur urtümlichen Pflanzengruppe der Pfefferartigen. Diese werden mit anderen vergleichweise primitiven Gruppen zu den „Basalen Ordnungen“ der Bedecktsamer gerechnet, die sich weder bei den Einkeimblättrigen, noch bei den Zweikeimblättrigen Pflanzen einordnen lassen. Zu den Basalen Ordnungen gehören außerdem beispielsweise die Seerosen und andere primitive Wasserpflanzen sowie die Magnolien und die Lorbeer- und Zimtbäume. Die Osterluzeien oder Pfeifenblumen besitzen sogenannte Kesselfallenblüten, die keine Kronblätter aufweisen, sondern aus drei zu einer gebogenen Röhre verwachsenen Kelchblättern bestehen. Auf der Innenseite der Kelchröhre wachsen dichte, steife, nach unten gerichtete Haare, die die zur Bestäubung eindringenden, durch den (in diesem Fall unangenehmen) Duft der Blüte angelockten Insekten (v.a. Aasfliegen) hineinlassen, aber nicht wieder hinaus. Erst nach der Befruchtung schwinden die Haare und die Insekten können sich aus der Blüte befreien. Auf der Oberseite der Röhre ist der Kelch zu einer Klappe (Zunge) verlängert, die sich in der Reife herunterklappt und die Blüte verschließt. Die Osterluzei wirkt, wie schon seit der Antike bekannt, geburtsfördernd (daher der wissenschaftliche Name), ist aber auch giftig (genotoxisch, nierenschädigend, krebserregend) und wird darum nicht mehr als Heilmittel verwendet. Auf Naxos kommt die Rundblättrige Osterluzei vor, die eiförmige, stängelumfassende Blätter besitzt, in deren Achseln die schlanken, gelbgrünen Blüten mit auffälliger dunkelpurpurner Zunge stehen.