Die Krokusse blühen im Herbst oder frühen Winter nach den ersten stärkeren Regenfällen; sie gehören zu den Geophyten und bilden Knollen aus, mit denen sie die sommerliche Trockenzeit überdauern. Es gibt insgesamt etwa 88 Arten; das Verbreitungsgebiet umfasst Südeuropa, Südwestasien und Nordafrika, wobei viele Arten je nur in einem recht kleinen Gebiet auftreten. Eine ganze Reihe von Arten sind endemisch im Ägäisraum oder in Griechenland. Die Krokusse gehören zu den Schwertliliengewächsen. Ihre Blüten sind stängellos und treiben zusammen mit einigen Hochblättern direkt aus den im Erdboden befindlichen Knollen aus; der Fruchtknoten der Blüten befindet sich unter der Erde. Erst nach der Befruchtung der Blüte schiebt sich die Frucht, eine dreifächerige Kapselfrucht, aus dem Boden hervor. Crocus tournefortii kommt vor allem in Meeresnähe vor; er ist auf den Inseln der mittleren und südlichen Ägäis zu finden. Er ist leicht erkennbar an den weißen Staubblättern und den dünnen, orangeroten, stark verzweigten Narben. Seine Blüten sind zart lila gefärbt ohne deutliche Aderung mit kleinem gelben Schlund; sie bleiben abends geöffnet. Crocus tournefortii ist bei uns sehr häufig. Die Art ist nach Joseph Pitton de Tournefort benannt, einem französischen Forschungsreisenden, der im Jahr 1700 auf seiner „Reise nach der Levante“ auch in die Ägäis und nach Naxos kam und im gleichnamigen Buch ausführliche Berichte über die Insel hinterlies. Er beschrieb zahlreiche Pflanzen- und Pilzarten und etablierte in seinem Hauptwerk „Institutiones Rei Herbariae“ schon über 50 Jahre vor Linné den Gattungsbegriff, wobei er die Pflanzengattungen nach ihrem Blütenaufbau einteilte.