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6. August

Auf Naxos gehören die Traubenhyazinthen zu den häufigsten und auffälligsten Zwiebelpflanzen. Sie setzen im Frühling in der naxiotischen Landschaft hübsche, intensiv blaue Farbtupfer. Traubenhyazinthen sind mehrjährige Zwiebelpflanzen: Im Sommer sterben die oberirdischen Teile ab und nur die Zwiebeln überdauern die Trockenzeit. Auf Naxos kommen sechs Arten vor. Die verschiedenen Traubenhyazinthen-Arten sind einander sehr ähnlich und teilweise nur bei genauerem Hinsehen zu unterscheiden. Alle Arten besitzen lange, schmale, grundständige Blätter und einen unbeblätterten Blütenstand mit zahlreichen kleinen, blauen, schwarzen oder bräunlichen, etwa glockenförmigen Blüten. Im unteren Teil des Blütenstands stehen fruchtbare Blüten, während der obere Teil aus oft leuchtender gefärbten unfruchtbaren Schaublüten besteht. Die schöne Schopfige Traubenhyazinthe ist vor allem auf Wiesen und an anderen reicheren Standorten zu finden. Sie ist an den zahlreichen, sehr kleinen, aufrecht stehenden lila Schaublüten im oberen Teil des Blütenstandes zu erkennen. Die Traubenhyazinthen ändern ihr Aussehen im Laufe der Zeit ziemlich: Die Blüten blühen von unten nach oben auf, wobei sich der Blütenstand stark in die Länge streckt. Die Zwiebeln von Muscari comosum und Muscari weissii sind essbar und werden von den Dorfbewohnern gesammelt. Schon aus der Antike ist überliefert, dass sie gegessen und auch angebaut wurden. Sie wurden damals schon mit demselben Namen bezeichnet wie heute noch: volví. Die Zwiebeln werden im Winter vor der Blüte ausgegraben. Man reinigt sie von den äußeren trockenen Hüllen und schneidet den kegelförmigen Wurzelansatz heraus. Bei den richtigen Arten sind die äußeren Hüllblätter leicht rötlich; andere Zwiebeln sollte man nicht essen, weil viele Arten giftig sind. Zwiebeln und Blätter werden in Salzwasser gekocht, bis sie weich sind. Die fertigen Zwiebeln werden mit Öl und Essig übergossen und warm oder kalt gegessen. Sie haben einen speziellen, leicht bitteren Geschmack.