Der Europäische Halbfinger ist eine von zwei Gecko-Arten, die auf Naxos vorkommen. Er wird bis zu 10 cm lang und hat eine hellbräunliche, ein wenig durchsichtig wirkende Färbung. Auf dem ganzen Körper sitzen kleine Warzen und Höcker. Charakteristisch sind die Haftscheiben an den Füßen, die die vorderen Zehen freilassen („Halbfinger“, im Gegensatz zum Mauergecko, wo sie sich über den ganzen Zeh erstrecken). Sie ermöglichen dem Halbfinger das Klettern selbst an glatten Wänden; die Tiere können mühelos auch unter der Decke entlang laufen. Der Europäische Halbfinger gibt ein schnell wiederholtes, schnalzendes Geräusch von sich. Er kommt rund um das Mittelmeergebiet vor, außerdem in Nordafrika und Südwestasien bis Indien. Geckos sind vorwiegend nachtaktiv, orientieren sich beim Jagen aber trotzdem mit dem Gesichtssinn. Entsprechend haben sie sehr große Augen, die eine senkrechte Pupille aufweisen. Der Europäische Halbfinger kommt an Felsen und Bäumen vor; sehr häufig lebt er an und in Häusern, wo er abends leicht bei der Jagd zu beobachten ist: Für gewöhnlich sitzt er unter der Decke, besonders in der Nähe von Lampen, und versucht die vom Licht angelockten Motten und anderen Insekten zu erbeuten. Bei der Jagd pirscht er sich erst langsam an die Beute an, um sie dann mit einem plötzlichen Sprung zu erhaschen. Der Europäische Halbfinger ist schon in der Antike mit griechischen und phönizischen Schiffen im ganzen Mittelmeergebiet verbreitet worden; im Mittelalter hat er sich weiter ausgebreitet, indem er als blinder Passagier auf portugiesischen und spanischen Schiffen alle von diesen angelaufenen Häfen und Inseln erreichte. Da er gern in Lagerhallen und ähnlichen Gebäuden lebt und sich in Kisten und Containern versteckt, wird er auch heute in immer neue Gegenden der Welt verschleppt. Erleichtert wird die Ansiedlung in einer neuen Heimat dadurch, dass die Weibchen nach der Begattung das Sperma für ein Jahr aufbewahren und damit sechs Gelege mit je zwei Eiern produzieren können.