{"id":82,"date":"2008-09-20T00:50:10","date_gmt":"2008-09-19T21:50:10","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=82"},"modified":"2024-09-05T19:08:26","modified_gmt":"2024-09-05T16:08:26","slug":"erosion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/en\/erosion\/","title":{"rendered":"Erosion"},"content":{"rendered":"<p><big>J<\/big>ede Landschaft erodiert in einem gewissen Ma\u00df. Als Erosion bezeichnet man den Abtrag von Boden oder von (meist durch Verwitterung  gelockertem) Gesteinsmaterial. Die Erosion ist ein ganz nat\u00fcrlicher Vorgang, der in allen exponierten Bereichen der Landoberfl\u00e4che abl\u00e4uft.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN3418-1_450.jpg\" alt=\"Steine auf Boden, Erosionsschutz\"><br \/>\n<small>Aufliegende Steine sch\u00fctzen den Boden vor Erosion.<\/small><\/p>\n<p><big>F<\/big>\u00fcr die St\u00e4rke und Art der Erosion (und der Verwitterung) spielen eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle: vor allem das Ausgangsgestein, die Temperaturen und die Feuchtigkeit.<\/p>\n<p><big>E<\/big>ine Kulturlandschaft ist dann durch Erosion gef\u00e4hrdet, wenn der Boden schneller erodiert als er gebildet wird. Dieser Zustand tritt zum Beispiel ein, wenn Wald gef\u00e4llt wird und danach der unbedeckte Waldboden durch den Regen weggetragen wird. Auch in Steppenregionen kann der Boden erodiert werden, wenn die nat\u00fcrliche Vegetation zerst\u00f6rt und der Boden durch Pfl\u00fcgen aufgebrochen wird; solche Regionen sind insbesondere durch Winderosion gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p><big>J<\/big>edoch kann ein Feld auch trotz einer kontinuierlichen fl\u00e4chigen Erosion des Oberbodens kultivierbar bleiben, wenn durch das Pfl\u00fcgen der Gesteinsuntergrund jedes Jahr ein wenig tiefer aufgebrochen wird (insbesondere bei leicht zerspaltbarem Schiefer). Dadurch bleibt die Fruchtbarkeit des Bodens sogar besonders gut erhalten, da st\u00e4ndig neue Mineralien zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p><big>D<\/big>er beste Schutz des Bodens in Gegenden wie Naxos ist ein Bewuchs durch nat\u00fcrliche Vegetation. In kultivierten Gegenden kann die Erosion durch die Anlage von Terrassen fast vollst\u00e4ndig verhindert werden. Eine intakte Kulturlandschaft verliert deswegen ebenso wenig Boden wie eine intakte nat\u00fcrliche Landschaft. Leider ist die traditionelle Bewirtschaftung der Landschaft auf Naxos in den letzten f\u00fcnfzig Jahren gr\u00f6\u00dftenteils zum Erliegen gekommen. Inzwischen verfallen viele der aufgegebenen Terrassen allm\u00e4hlich, so dass die Insel zunehmend Boden durch Erosion verliert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/DSCN7561-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"erodierende Terrassen bei Ap\u00edranthos\" \/><br \/>\n<small>erodierende Terrassen bei Ap\u00edranthos<\/small><\/p>\n<h3>Die verschiedenen Arten der Erosion<\/h3>\n<p><big>A<\/big>n verschiedenen Standorten und auf verschiedenem Gestein treten verschiedene Arten der Erosion auf, zum Beispiel fl\u00e4chige Erosion, Rillen- oder Seitenerosion oder Erosion durch Erdrutsche.<\/p>\n<p><u><big>F<\/big>l\u00e4chige Erosion<\/u>, das hei\u00dft der gleichm\u00e4\u00dfige Abtrag von Boden bzw. Gestein auf den Terrassenfl\u00e4chen oder einem Hang, ist auf Naxos in den ebenen Regionen eher unbedeutend, wie man an alten B\u00e4umen erkennen kann, deren Stammf\u00fc\u00dfe durch den Bodenverlust freigelegt werden: Meist sind auch bei sehr alten B\u00e4umen die Stammf\u00fc\u00dfe nur um wenige Dezimeter exponiert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/oleaceae\/olive_grove-4.jpg\" alt=\"Olivenhain mit freigelegten Stammf\u00fc\u00dfen\"><br \/>\n<small>In der Traga\u00eda sind bei sehr alten \u00d6lb\u00e4umen die Stammf\u00fc\u00dfen teilweise um einen knappen halben Meter freigelegt, das Ergebnis von Jahrhunderte andauernder Erosion.<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>ine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt die <u>Rillenerosion<\/u>, bei der durch das abflie\u00dfende Regenwasser linienf\u00f6rmig in die Tiefe erodiert wird, so zum Beispiel in den Bachbetten und in kleineren Rillen auf den Feldern, und vor allem die <u>Seitenerosion<\/u>, bei der an empfindlichen Stellen wie Stra\u00dfenr\u00e4ndern oder den unbefestigten R\u00e4ndern von verfallenden Terrassen nach Einsturz der St\u00fctzmauern die Erde von der Seite aus wegerodiert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/oleaceae\/olive_grove-3.jpg\" alt=\"durch seitliche Erosion vom Terrassenrand aus freigelegte Wurzeln\"><br \/>\n<small>durch seitliche Erosion von einer kleinen Gel\u00e4ndestufe aus freigelegte Wurzeln eines \u00d6lbaumes<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN6197-1_450.jpg\" alt=\"seitlich erodierende Terrassen ohne Mauer\"><br \/>\n<small>Schnelle seitliche Erosion des unbefestigten Terrassenrandes nach Einsturz der St\u00fctzmauer (links im Bild); die fl\u00e4chige Erosion ist dagegen deutlich geringer, wie die nur wenig freigelegten Stammf\u00fc\u00dfe der \u00d6lb\u00e4ume zeigen.<\/small><\/p>\n<h6>Erosion durch Wind<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Winderosion spielt nur in weitgehend vegetationsfreien Gebieten mit lockerem Bodenmaterial eine Rolle. Auf Naxos sind vor allem unbewachsene, gepfl\u00fcgte Felder oder andere gest\u00f6rte Stellen wie Stra\u00dfen durch Winderosion gef\u00e4hrdet. Ansonsten ist die Winderosion auch bei geringer Vegetation nicht sehr betr\u00e4chtlich; im Gegensatz zur Erosion durch Regenf\u00e4lle wirkt sie aber w\u00e4hrend des gr\u00f6\u00dften Teils des Jahres.<\/p>\n<h6>Erosion durch Niederschl\u00e4ge<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie gr\u00f6\u00dfte Rolle spielt auf Naxos die Erosion durch Regenf\u00e4lle. Allerdings ist ein gew\u00f6hnlicher Regen kaum in der Lage, Bodenmaterial oder Gestein abzutragen und zwar fast unabh\u00e4ngig von der Bodenbedeckung: Schon die normalerweise \u00fcberall auf der Bodenkruste (auch in den trockensten Lagen) wachsenden Algen, Flechten und Moose sch\u00fctzen den Boden fast ebenso gut wie ein Wald. Auch die meist zahlreichen losen Steine an der Oberfl\u00e4che sch\u00fctzen die Bodenschicht effektiv vor Erosion. Eine st\u00e4rkere Erosion kann nur dort auftreten, wo die sch\u00fctzende Flechten- und Moosschicht zum Beispiel durch den Tritt von Ziegen zerst\u00f6rt wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN5737-1_450.jpg\" alt=\"Boden \u00fcber Marmor mit Flechten und Moosen\"><br \/>\n<small>Sch\u00fctzende Moos- und Flechtenschicht auf Boden \u00fcber Marmor<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>ine nennenswerte Erosion tritt nur bei den seltenen sehr starken Regenf\u00e4llen auf, und zwar \u00fcberwiegend w\u00e4hrend kurzzeitiger, sehr heftiger G\u00fcsse, deren Regentropfen in der Lage sind, das Bodenmaterial loszuschlagen. Aber auch diese Erosion hat nur bei gelockertem Boden sowie an unebenen Stellen einen st\u00e4rkeren Effekt. Sie betrifft vor allem kaum bewachsene und frisch gepfl\u00fcgte Fl\u00e4chen wie Getreide\u00e4cker oder Weinberge, oder unbefestigte, von einem Bulldozer geschobene Terrassen und tritt auch an den R\u00e4ndern von Terrassen auf, deren Mauern eingest\u00fcrzt sind, sowie an Stellen, an denen die nat\u00fcrliche Kruste des Bodens durch Ziegentritt oder Autos aufgebrochen ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN4003-1_450.jpg\" alt=\"Fluss nach starkem Regenfall\"><br \/>\n<small>Torrente mit rei\u00dfendem Fluss einem nach heftigem Unwetter<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN4017-1_450.jpg\" alt=\"von eingeschwemmter Erde rot gef\u00e4rbtes Meer\"><br \/>\n<small>Wenn &#8220;unser&#8221; Fluss flie\u00dft, wird das Meer weithin durch eingeschwemmte Erde braunrot gef\u00e4rbt.<\/small><\/p>\n<h3>Erosion und Untergrundgestein<\/h3>\n<p><big>E<\/big>in entscheidender Faktor f\u00fcr die Erosionsempfindlichkeit einer Landschaft ist das Untergrundgestein. Landschaften aus wenig verfestigten Gesteinen sind wesentlich erosionsanf\u00e4lliger, und die St\u00e4rke und Art der <u>Verwitterung<\/u>, die von Gestein zu Gestein ganz unterschiedlich ist, beeinflusst die Erosion ganz entscheidend. <\/p>\n<h6>1. Schiefer<\/h6>\n<p><big>D<\/big>er meiste Schiefer auf Naxos verwittert leicht: Er zerf\u00e4llt entlang der Schichten und zerbr\u00f6selt in Pl\u00e4ttchen und St\u00fcckchen (physikalische Verwitterung).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN8199-1_450.jpg\" alt=\"stark verwitternder Schiefer an der K\u00fcste\"><br \/>\n<small>stark verwitternder Schiefer an der K\u00fcste<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>ntsprechend bilden sich \u00fcber Schiefer tiefgr\u00fcndige B\u00f6den: Die verwitternden Schieferpl\u00e4ttchen sind ein hervorragendes Boden-Rohmaterial. Die Feldspate des Schiefers verwandeln sich durch die Feuchtigkeit im Boden in Tonmineralien, w\u00e4hrend die Glimmer zur\u00fcckbleiben. Die Ton- und die Glimmerminerale sind ein gutes Boden-Ausgangsmaterial; zusammen mit Humus kann sich eine fruchtbare Erde bilden. In Schieferregionen ist es besonders sinnvoll, den Boden durch die Anlage von Terrassen vor dem Wegschwemmen am Hang zu sch\u00fctzen. Nach der Aufgabe von Terrassen verfallen diese meist recht schnell. Schon eine geringe Vegetation kann den Boden jedoch gut sch\u00fctzen; die gr\u00f6\u00dfte Erosionsgefahr besteht an den Stellen, an denen Ziegen auf den Terrassen vegetationsfreie Pfade austreten sowie dort, wo die alten Terrassenmauern eingest\u00fcrzt sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080072-1_450.jpg\" alt=\"erodierende Terrassen \u00fcber Schiefergestein\" border=\"0\"><br \/>\n<small>erodierende Terrassen \u00fcber Schiefergestein<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/eroding_slate-1.jpg\" alt=\"durch Erosion freigelegte Baumwurzel, Schiefer\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An diesem durch den Bau einer Stra\u00dfe entstandenen Abbruch erodiert der Schiefer so schnell, dass schon die ganze Baumwurzel freigelegt ist.<\/small><\/p>\n<h6>2. Marmor<\/h6>\n<p><big>I<\/big>n Gegenden, in denen Kalkstein oder Marmor ansteht, versickert das meiste Regenwasser gleich in Spalten und Kl\u00fcften; nur bei sehr heftigen Regenf\u00e4llen tritt ein nennenswerter oberfl\u00e4chlicher Abfluss auf. Das kalkhaltige Gestein wird durch das leicht saure Regenwasser nach und nach aufgel\u00f6st. Die oberfl\u00e4chliche Erdschicht ist meist nur sp\u00e4rlich ausgebildet, jedoch bildet sich aus den bei der chemischen Verwitterung des Marmors zur\u00fcckbleibenden Mineralien eine r\u00f6tliche Erde, die sich in den Kl\u00fcften und Spalten teilweise bis in betr\u00e4chtlicher Tiefe ansammelt. In Marmorgebieten ist die Erosion (ebenso wie die Bodenbildung) an der Oberfl\u00e4che eher gering; unterirdisch entstehen jedoch ganze Fluss- und H\u00f6hlensysteme.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN4692-1_450.jpg\" alt=\"erdgef\u00fcllte Kl\u00fcfte im Marmorgestein\"><br \/>\n<small>Im Marmorgestein bilden sich durch das versickernde Regenwasser Kl\u00fcfte.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN6159-1_450.jpg\" alt=\"r\u00f6tliche Erde in Marmorkl\u00fcften\"><br \/>\n<small>In den Kl\u00fcften sammelt sich r\u00f6tliche Erde an.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/dragon_cave-1.jpg\" alt=\"Dragon cave bei Mesi, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Erosion in Marmorgebieten spielt sich vor allem unterirdisch ab und kann zur Schaffung gro\u00dfer H\u00f6hlensysteme f\u00fchren.<\/small><\/p>\n<h6>3. Granit und verwandte Gesteine<\/h6>\n<p><big>A<\/big>uch Granit (Migmatit, Granodiorit) und Gneis verwitterern unter dem Einfluss von Feuchtigkeit vor allem chemisch. Dabei verwittern die Bl\u00f6cke besonders stark an ihrer beschatteten und somit feuchteren Nord- sowie der Unterseite, da die Feldspate sich unter der Einwirkung von Feuchtigkeit in l\u00f6sliche Tonmineralien umwandeln, die mit dem Regenwasser davongetragen werden. Diese Verwitterung f\u00fchrt zur Bildung der f\u00fcr Granit typischen, von unten ausgeh\u00f6hlten &#8220;Tafonis&#8221;. Auch die der Sonne exponierte Oberfl\u00e4che der Granitfelsen erodiert jedoch oft schnell, da das Kristallgef\u00fcge durch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht wegen der unterschielichen Ausdehnung der Mineralien gelockert wird (physikalische Verwitterung).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN4482-1_450.jpg\" alt=\"Tafoni, beim Apano Kastro, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Tafonis entstehen durch die schnellere Verwitterung der Granitbl\u00f6cke an der feuchteren Unterseite.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/fortresses\/apano_kastro-2.jpg\" alt=\"schnell erodierender Gneis am Apano Kastro, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Granit und Gneis erodieren auf exponieren Fl\u00e4chen au\u00dferdem stark durch physikalische Verwitterung, was dazu f\u00fchrt, dass die Gesteinsfl\u00e4chen nicht einmal mit Flechten bewachsen sind (und dass an Granith\u00e4ngen errichtete Geb\u00e4ude schnell einst\u00fcrzen, hier das Ap\u00e1no K\u00e1stro).<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie heutigen Granit- und Gneislandschaften auf Naxos sind im Terti\u00e4r unter tropischen Bedingungen entstanden, als unter gleichm\u00e4\u00dfigen starken Regenf\u00e4llen die Granitlandschaft tiefgr\u00fcndig verwitterte, wobei sich am unteren Bodenhorizont durch die chemische Verwitterung abgerundete Granitbl\u00f6cke bildeten. Seitdem wurde bei den jahreszeitlich schwankenden Regenf\u00e4llen des heutigen Mittelmeerklimas die Bodenschicht abgetragen, so dass dieses untere Bodenniveau mit den losgel\u00f6sten, abgerundeten Bl\u00f6cken, den sogenannten &#8220;Wolls\u00e4cken&#8221;, nun an der Oberfl\u00e4che exponiert ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2468-1_450.jpg\" alt=\"Wollsacklandschaft in der N\u00e4he von Kin\u00eddaros, Naxos, im Migmatit\"><br \/>\n<small>&#8220;Wollsacklandschaft&#8221; in der N\u00e4he von Kin\u00eddaros im Migmatit<\/small><\/p>\n<h3>Erosion und Tektonik<\/h3>\n<p><big>V<\/big>on ausschlaggebender Bedeutung f\u00fcr die Erosionsanf\u00e4lligkeit eines Gebietes ist jedoch au\u00dferdem noch ein ganz anderer Faktor, n\u00e4mlich die tektonische Stabilit\u00e4t. Fast alle stark erodierenden Landschaften liegen in Gegenden, die gegenw\u00e4rtig deutlich angehoben werden. Dazu geh\u00f6rt in Griechenland insbesondere die Nordk\u00fcste des Peloponnes. Die Anhebung eines Gebietes (\u00fcber den Meeresspiegel) ist \u00fcberhaupt der treibende Faktor der Erosion.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Kykladen und insbesondere Naxos sind zur Zeit tektonisch vergleichsweise stabil (es handelt sich allerdings trotzdem um ein junges Gebirge, in dem in geologisch gesehen j\u00fcngster Zeit durch eine starke Heraushebung und Aufschiebung und die gleichzeitige Erosion enge T\u00e4ler mit sehr steilen H\u00e4ngen entstanden sind). Entsprechend ist auf Naxos die Erosion heute auch vergleichsweise gering. Die meisten Gebiete sind, was die Bodenerosion betrifft, als fast stabil zu bezeichnen, oder sie waren das w\u00e4hrend der jahrhunderte langen Nutzung der Menschen durch die traditionelle Landwirtschaft. Das erkennt man beispielsweise daran, dass an horizontalen Strukturen wie Pfaden oder Mauern auf der hangw\u00e4rtigen Seite kaum Bodenmaterial abgelagert ist, wie bei starker Fl\u00e4chenerosion am Hang zu erwarten w\u00e4re. Wie schon erl\u00e4utert sieht man an sehr alten B\u00e4umen, dass meist nur ein m\u00e4\u00dfiger Bodenverlust stattgefunden hat.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/oleaceae\/olea_europaea-1.jpg\" alt=\"uralter \u00d6lbaum mit nur wenig freigelegtem Stammfu\u00df\"><br \/>\n<small>Uralter \u00d6lbaum in der Tragaia mit vergleichsweise wenig freigelegtem Stammfu\u00df, was einen relativ geringen Bodenabtrag w\u00e4hrend seiner Lebenszeit bezeugt (vermutlich \u00fcber 1000 Jahre).<\/small><\/p>\n<h3>Erosion und Feuer<\/h3>\n<p><big>G<\/big>elegentlich kann man nach einem Brand bei st\u00e4rkeren Regenf\u00e4llen eine nennenswerte Abtragung des freigelegten Bodens beobachten. Aber auch dann bleibt gew\u00f6hnlich der meiste Boden im weiter unten gelegenem, bewachsenem Gel\u00e4nde h\u00e4ngen. Wenn die Wiederbesiedlung durch Pflanzen nicht durch zu starke Beweidung erschwert wird, kann auch nach einem deutlichen Bodenverlust die Vegetation schnell wieder ihre urspr\u00fcngliche Dichte erreichen.<\/p>\n<h3> Desertifikation durch Bodenerosion<\/h3>\n<p><big>O<\/big>bwohl die nat\u00fcrliche Vegetation auf Naxos wie allgemein im Mittelmeergebiet gr\u00f6\u00dftenteils mit einem schlecht ausgebildeten Boden zurecht kommt, gibt es doch Standorte, an denen heute keine B\u00e4ume wachsen k\u00f6nnen, weil der Boden wegerodiert ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/landscape\/zeus_mountain-1.jpg\" alt=\"Gipfel des Zeus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auf dem Gipfel des Zeus-Berges w\u00e4chst heute nur eine sehr sp\u00e4rliche Vegetation, obwohl hier sicher auch Wald wachsen k\u00f6nnte. Die ehemalige Bodenschicht ist wegerodiert &#8211; das erschwert heute das Wiederaufkommen von Wald, wenn auch die Beweidung durch Ziegen wohl der gr\u00f6\u00dfte Hinderungsfaktor ist.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/landscape\/mount_koronos-1.jpg\" alt=\"Gipfel des Koronos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Dasselbe gilt auch f\u00fcr den Gipfel des K\u00f3ronos-Berges.<\/small><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/wasser\/\">Wasser<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kulturlandschaft\/\">Kulturlandschaft<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-geologie\/\">Die Geologie der Insel Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-vegetation\/\">Die Vegetation<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n<p>Zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bodenerosion\">Bodenerosion (Wikipedia)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Desertifikation\">Desertifikation (Wikipedia)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jede Landschaft erodiert in einem gewissen Ma\u00df. 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