{"id":8012,"date":"2013-10-01T22:17:52","date_gmt":"2013-10-01T19:17:52","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=8012"},"modified":"2024-11-09T08:36:16","modified_gmt":"2024-11-09T06:36:16","slug":"santorin-geologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/en\/santorin-geologie\/","title":{"rendered":"Geologischer Spaziergang auf Santorin"},"content":{"rendered":"<p><big>S<\/big>antorin ist eine der interessantesten Inseln der \u00c4g\u00e4is und hat vieles zu bieten. Vor allem ist die Insel wegen ihrer Geologie sehenswert: Sie besitzt einen aktiven Vulkan, der der Menschheit eine der st\u00e4rksten Eruptionen \u00fcberhaupt beschert hat. Mehr \u00fcber den Vulkan und seine Ausbr\u00fcche kann man auf einer eigenen Seite <a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin-vulkan\/\">(Der Vulkan von Santorin)<\/a> erfahren; hier kommen ein paar Fotos, die die Geologie der Insel illustrieren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220042-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Bei der Ortschaft Akrotiri f\u00fchren eine Stra\u00dfe und ein kleiner Fu\u00dfpfad vom Kraterrand zum Meer hinunter: eine sch\u00f6ne Gelegenheit f\u00fcr einen geologischen Spaziergang durch die Lava- und Ascheschichten der verschiedenen Ausbr\u00fcche des Vulkans von Santorin.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220132-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Blick auf den schwarzen Strand und die Inseln Kameni, Nea Kameni (rechts), Thirasia (hinten) und Aspronisi (links); letztere Insel ist wie Thirasia und Thera selbst ein \u00dcberrest der ringf\u00f6rmigen Insel aus der Zeit vor der Minoischen Eruption.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220110-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Hier sieht man im Hintergrund den h\u00f6chsten Berg von Santorin, den Profitis Ilias, der nicht vulkanisch ist, sondern aus Kalkgestein besteht.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220126-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>In diesem Bereich der Kraterwand stehen die Ascheschichten von mindestens vier gro\u00dfen Vulkanausbr\u00fcchen an.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220118-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220129-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die traditionellen H\u00e4user auf Santorin sind in vielen F\u00e4llen so wie hier in die Ascheschichten eingearbeitet. Die untersten Lagen aus Asche und Bimsstein stammen in dieser Gegend vermutlich von einer Eruption, die vor etwa 250.000 Jahren stattfand.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220105-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die untersten Schichten bestehen aus Aschef\u00e4llen mit kleinen St\u00fcckchen Holzkohle darin,\u00a0die von Pflanzen stammen, die von der Ascheschicht bedeckt wurden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220104-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Hier sieht man ein St\u00fcck Holzkohle.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220097-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Reine Ascheschichten, die aus feinem, homogenem Material bestehen, stammen aus den ersten Phasen einer Eruption, wenn der Ausbruch an Land ohne den Kontakt mit Meerwasser stattfindet; es handelt sich um Aschef\u00e4lle aus einer hohen Eruptionswolke. Hier das entsprechende Band einer sehr starken Eruption, die vor etwa 200.000 Jahren stattfand.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220116-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Diese Schichten\u00a0schmiegen sich, wie im Bild unten zu sehen, in gleichbleibender Dicke den Unebenheiten des Untergrundes an, wie f\u00fcr aus der Luft fallende Ascheschichten typisch.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220099-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die hier zu sehenden Schichten stammen aus der zweiten Phase einer Eruption, wenn Meerwasser in die Magmakammer eindringt, so dass es zu einer starken Explosion und dem Ausstr\u00f6men sogenannter phreatomagmatischer Str\u00f6me kommt, das hei\u00dft sehr hei\u00dfer Str\u00f6me aus einem Gemisch von Asche und Wasserdampf (&#8220;Glutwolken&#8221;). Diese Str\u00f6me lagern sich mit den hier sichtbaren Wellenformen ab. Diese Schichten geh\u00f6ren zu einer j\u00fcngeren Eruption als die vorige, die sich etwa vor 50.000 Jahren abspielte.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220213-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Noch weiter oben liegen recht einf\u00f6rmige verfestigte, r\u00f6tliche Ascheschichten (Ignimbrit); sie sind vermutlich etwa 18.000 Jahre alt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220146-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Oberhalb der st\u00e4rker verfestigten r\u00f6tlichen Lagen schlie\u00dfen sich die hellen Bimssteine und Ascheschichten der Minoischen Eruption (1645 v. Chr.) an.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220156-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Bei den ersten Schichten der Minoischen Eruption handelt es sich um eine homogene, feine Schichten aus Bimsstein und Asche, die in der ersten Eruptionsphase durch einen Aschefall aus der Luft entstanden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220143-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Dar\u00fcber liegen die phreatomagmatischen Str\u00f6me der zweiten Phase der Eruption (Ablagerungen der Glutwolken). In der letzten Phase der Eruption st\u00fcrzten die Kraterw\u00e4nde in gro\u00dfem Umfang ein, so dass die entsprechenden Schichten zahlreiche Steine und Felsbrocken enthalten, wie hier in den obersten Lagen zu sehen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220144-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Je nach dem genauen Ablauf des Ausbruches weisen die Aschestr\u00f6me mehr oder weniger &#8220;Fremdgestein&#8221; auf.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220158-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die hier zu sehende Rotf\u00e4rbung der einen Lavastein umgebenden Asche entsteht vermutlich durch eisenhaltige Mineralien, die aus dem Lavabrocken herausdiffundieren.<\/small><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin-vulkan\/\">Der Vulkan von Santorin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin\/\">Santorin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin-akrotiri\/\">Akrotiri auf Santorin<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li>Walter L. Friedrich: Feuer im Meer, Spektrum Verlag 2005<\/li>\n<li>Hans Pichler und Siegfried Kussmaul: Geological Map of the Santorini Island 1969\/70, in: Thera and the Aegean World, Proceedings on the Second International Scientific Congress, Santorini August 1978<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Santorin ist eine der interessantesten Inseln der \u00c4g\u00e4is und hat vieles zu bieten. Vor allem ist die Insel wegen ihrer Geologie sehenswert: Sie besitzt einen aktiven Vulkan, der der Menschheit eine der st\u00e4rksten Eruptionen \u00fcberhaupt beschert hat. 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