{"id":77,"date":"2008-09-20T00:06:09","date_gmt":"2008-09-19T21:06:09","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=77"},"modified":"2024-09-02T11:30:43","modified_gmt":"2024-09-02T08:30:43","slug":"landwirtschaft-entstehung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/en\/landwirtschaft-entstehung\/","title":{"rendered":"Die Entstehung der Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wheat-1.jpg\" alt=\"\"><\/p>\n<h1>Die Entstehung der Landwirtschaft<\/h1>\n<div>\n<h3>Die Neolithische Revolution<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Landwirtschaft entwickelte sich in der Jungsteinzeit kurz nach dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 11.500 Jahren. Die ersten Nachweise von Ackerbau sind uns aus der S\u00fcdostt\u00fcrkei und Nordsyrien bekannt, von wo aus sich die neue Kultur bald \u00fcber den Nahen Osten ausbreitete, insbesondere in den &#8220;Fruchtbaren Halbmond&#8221; von der Levantek\u00fcste \u00fcber Nordsyrien und Mesopotamien bis zur K\u00fcste des Persischen Golfes.<\/p>\n<h3>Das mediterrane Klima und die Entstehung des Ackerbaus<\/h3>\n<p><big>E<\/big>ine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Ackerbaus spielte die Entstehung des mediterranen Klimas mit dem Ende der letzten Eiszeit: W\u00e4hrend es in den Steppen- und Tundra-Landschaften der Eiszeiten stets eher wenig und weit verstreute pflanzliche und tierische Nahrung gab, die am besten f\u00fcr J\u00e4ger und Sammler mit nomadischer Lebensweise auszunutzen war, gab es nun einen Nahrungs\u00fcberschuss im feuchten Winter und einen Nahrungsmangel im trockenen Sommer, so dass eine organisierte Vorratshaltung erforderlich wurde. Au\u00dferdem mussten neue Nahrungsquellen erschlossen werden, da insbesondere die gro\u00dfen S\u00e4ugetiere durch die pl\u00f6tzliche Klima\u00e4nderung zusammen mit der intensiven Bejagung durch den Menschen seltener wurden oder wie die Mammuts ganz ausstarben. Im Mittelmeergebiet und den angrenzenden Region kamen eine ganze Reihe gro\u00dfer f\u00fcr die Domestikation geeigneter S\u00e4ugetiere vor (Rinder, Schweine, Ziegen und Schafe), die nun fast gleichzeitig domestiziert wurden.<\/p>\n<p><big>V<\/big>on entscheidender Bedeutung war auch die sich entwickelnde mediterrane Pflanzenwelt mit ihren an das wechselfeuchte Klima angepassten Arten. Die f\u00fcr die Entstehung der Landwirtschaft wichtigste Anpassung der Pflanzen war die Ausbildung gro\u00dfer, trockenheitsresistenter, oft \u00fcber viele Jahre haltbarer Samen wie sie vor allem f\u00fcr die mediterranen Leguminosen (Schmetterlingsbl\u00fctler) und Gr\u00e4ser typisch ist. Es ist bemerkenswert, dass es in keiner Region der Welt so viele mit gro\u00dfen, resistenten Samen ausgestattete wildwachsende Leguminosen und Gr\u00e4ser gibt wie im Mittelmeergebiet und Nahen Osten. Zahlreiche dieser Arten sind hier schon sehr fr\u00fch von den Menschen kultiviert worden und bildeten die Grundlage der sich entwickelten Hochkulturen.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie erste kultivierte und gez\u00fcchtete Pflanze war \u00fcbrigens vermutlich nicht das Getreide, sondern die Feige, die im Nahen Osten schon seit \u00fcber 10.000 Jahren in gez\u00fcchteten Formen auftaucht. In Griechenland wurde die Essfeige um etwa 700 v. Chr. eingef\u00fchrt; sie kam hier aber vermutlich vorher schon in ihrer Wildform vor.<\/p>\n<p><big>I<\/big>m Mittelmeergebiet vollzog sich der \u00dcbergang von der Sammler-und-J\u00e4ger-Gesellschaft zur Ackerbaukultur nach und nach \u00fcber einen langen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden (im Unterschied zu Mittel- und Nordeuropa, die von der neuen Kultur fast schlagartig erobert wurden). Zu derselben Zeit wurden die sommergr\u00fcnen Eichen und die anderen n\u00f6rdlichen laubabwerfenden Baumarten allm\u00e4hlich durch die heutige Hartlaubvegetation verdr\u00e4ngt: Die Entstehung der Landwirtschaft erfolgte gleichzeitig mit einem R\u00fcckgang der Niederschl\u00e4ge und der &#8220;Aridisierung&#8221; der Landschaft.<\/p>\n<h3>Die ersten Bauern \u2013 das Ende des Goldenen Zeitalters<\/h3>\n<p><big>M<\/big>it der Etablierung des Ackerbaus traten entscheidende Ver\u00e4nderungen in der Lebensweise der Menschen ein. Die wichtigste Ver\u00e4nderung, die alle anderen nach sich zog, war der \u00dcbergang zur Sesshaftigkeit: Es entstanden die ersten gr\u00f6\u00dferen, \u00fcber lange Zeit benutzten Siedlungen. Die Bev\u00f6lkerungsdichte stieg stark an; gleichzeitig verschlechterte sich aber auch die Lebensqualit\u00e4t: In schlechten Jahren kam es zu Hungersn\u00f6ten, die Menschen erreichten nur eine geringere Gr\u00f6\u00dfe und die Lebenserwartung sank. Krankheiten breiteten sich aus, einerseits aufgrund des engen Zusammenlebens der Menschen, andererseits spielte wohl auch die Domestizierung wilder Tiere dabei eine Rolle; mehrere Tierkrankheiten sprangen auf den Menschen \u00fcber. Mit anderen Worten: das goldene Zeitalter war vorbei und der Mensch war aus dem Paradies vertrieben!<\/p>\n<p><big>A<\/big>ber auch im sozialen Bereich kam es zu grundlegenden Ver\u00e4nderungen. Es entstand das Besitztum an Land und an G\u00fctern, dementsprechend traten auch Raub und Krieg in das Leben der Menschen. Die Siedlungen mussten befestigt werden; Kriegswaffen wurden erfunden. F\u00fcr die trockenen Zeiten mussten Bew\u00e4sserungssysteme entwickelt werden, die eine gute Organisation erforderten; die erste Schrift wurde entwickelt. Es entstand eine Arbeitsteilung und Spezialisierung der Menschen auf verschiedene Handwerke. Soziale Schichten bildeten sich, und mit der Entwicklung von privatem Besitz und Vererbung bekam die Gesellschaft ein ganz anderes Gesicht: Die ersten Aristokratien und K\u00f6nigt\u00fcmer entstanden.<\/p>\n<p><big>G<\/big>leichzeitig wurde die Anbetung einfacher Naturgottheiten durch eine Verehrung der Fruchtbarkeitsg\u00f6tter abgel\u00f6st, die die Menschen um eine gute, Leben bedeutende Ernte anflehten. Die Menschen f\u00fchlten sich der Allmacht der G\u00f6tter ausgeliefert und mussten alles versuchen, um sie wohlzustimmen; die ersten Tempel wurden gebaut und die ersten gro\u00dfen Religionen entstanden.<\/p>\n<h3>Die Besiedlung der \u00c4g\u00e4is<\/h3>\n<p><big>V<\/big>on der Levante aus drangen die Ackerbau betreibenden Menschen bald auch in die angrenzenden Gebiete vor. Die \u00c4g\u00e4is wurde in der Steinzeit etwa um 8.000 bis 5.000 v. Chr. von aus dem Osten kommenden, vorgriechischen St\u00e4mmen besiedelt. Ab 3.000 v. Chr. entstand hier die einfache, friedliche, Ackerbau betreibende, aber noch keine echte Arbeitsteilung kennende Kykladenkultur der Bronzezeit. Eine kompliziertere Organisation und ein echtes Staatswesen bildeten sich in der mykenischen Kultur (1500-1100 v. Chr.) aus; diese wurde von den ersten griechischen Volksst\u00e4mmen, die ebenfalls aus dem Nahen Osten einwanderten, entwickelt.<\/div>\n<div>\n<h3>Die ersten Kulturpflanzen<\/h3>\n<p><big>A<\/big>uf Naxos kommen zahlreiche essbare Wildpflanzen vor, von denen einige seit der Steinzeit nicht nur gesammelt und gegessen,<br \/>\nsondern auch kultiviert wurden.<\/div>\n<ul>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_pear.jpg\" alt=\"Wilde Birne, Pyrus amygdaliformis\"><\/p>\n<h5>Die Fr\u00fcchte der Wilden Birne sind nur von manchen B\u00e4umen essbar.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_almond.jpg\" alt=\"Webb's Mandel, Prunus webbii\"><\/p>\n<h5>An der pr\u00e4historischen Akropolis bei Panormos kommt Webbs Mandel vor, eine der Wildformen der kultivierten Mandel. Die Art scheint schon in der pr\u00e4historischen Zeit auf Naxos eingef\u00fchrt worden zu sein.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_millet.jpg\" alt=\"Digitaria sanguinalis\"><\/p>\n<h5>Die Fingerhirse ist eine wilde Hirse-Art, die in S\u00fcdosteuropa vorkommt und seit alters her gegessen wurde. Auf Naxos scheint sie wild nicht vorzukommen, sondern wurde wohl zu irgendeiner Zeit der langen landwirtschaftlichen Nutzung der Insel eingef\u00fchrt.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_fava.jpg\" alt=\"Lathyrus articulatus\"><\/p>\n<h5>Mehrere wilde Platterbsen-Arten werden noch heute auf den Kykladen zur Produktion der fava (Erbsenbrei) genutzt.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_lentil.jpg\" alt=\"Lens ervoides\"><\/p>\n<h5>Selten kommt auf Naxos auch diese Wildform der Linse vor.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_salsify.jpg\" alt=\"Tragopogon porrifolius australis\"><\/p>\n<h5>Die Haferwurzel wurde besonders im Mittelalter gern gegessen; ihre Wurzel ist der Schwarzwurzel \u00e4hnlich.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_lettuce.jpg\" alt=\"Lactuca serriola\"><\/p>\n<h5>Der Stachel-Lattich ist die Urform des Gartensalats.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_carrot-1.jpg\" alt=\"Daucus carota\"><\/p>\n<h5>Die Wilde M\u00f6hre ist auf Naxos sehr h\u00e4ufig.<\/h5>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_pear.jpg\" alt=\"Wilde Birne, Pyrus amygdaliformis\"><\/p>\n<h5>Die Fr\u00fcchte der Wilden Birne sind nur von manchen B\u00e4umen essbar.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_almond.jpg\" alt=\"Webb's Mandel, Prunus webbii\"><\/p>\n<h5>An der pr\u00e4historischen Akropolis bei Panormos kommt Webbs Mandel vor, eine der Wildformen der kultivierten Mandel. Die Art scheint schon in der pr\u00e4historischen Zeit auf Naxos eingef\u00fchrt worden zu sein.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_millet.jpg\" alt=\"Digitaria sanguinalis\"><\/p>\n<h5>Die Fingerhirse ist eine wilde Hirse-Art, die in S\u00fcdosteuropa vorkommt und seit alters her gegessen wurde. Auf Naxos scheint sie wild nicht vorzukommen, sondern wurde wohl zu irgendeiner Zeit der langen landwirtschaftlichen Nutzung der Insel eingef\u00fchrt.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_fava.jpg\" alt=\"Lathyrus articulatus\"><\/p>\n<h5>Mehrere wilde Platterbsen-Arten werden noch heute auf den Kykladen zur Produktion der fava (Erbsenbrei) genutzt.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_lentil.jpg\" alt=\"Lens ervoides\"><\/p>\n<h5>Selten kommt auf Naxos auch diese Wildform der Linse vor.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_salsify.jpg\" alt=\"Tragopogon porrifolius australis\"><\/p>\n<h5>Die Haferwurzel wurde besonders im Mittelalter gern gegessen; ihre Wurzel ist der Schwarzwurzel \u00e4hnlich.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_lettuce.jpg\" alt=\"Lactuca serriola\"><\/p>\n<h5>Der Stachel-Lattich ist die Urform des Gartensalats.<\/h5>\n<\/li>\n<li>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/wild_carrot-1.jpg\" alt=\"Daucus carota\"><\/p>\n<h5>Die Wilde M\u00f6hre ist auf Naxos sehr h\u00e4ufig.<\/h5>\n<\/li>\n<\/ul>\n<hr>\n<div>weiter:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/azalas.de\/landwirtschaft-antike\/\">Landwirtschaft in der Antike<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kulturlandschaft\">Die Kulturlandschaft<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-jungsteinzeit\/\">Naxos in der Steinzeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kykladenkultur\/\n\">Die Kykladenkultur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-landwirtschaft\/\">Die Landwirtschaft auf Naxos<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neolithische_Revolution\">Die Neolithische Revolution (Wikipedia)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.wissen.de\/ddwg\/die-neolithische-revolution-9000-v-chr-5500-v-chr\">Die Neolithische Revolution (wissen.de)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div><a href=\"http:\/\/azalas.de\/?page_id=69\">zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/div>\n<p><!--more--><br \/>\n<!-- {\"type\":\"layout\",\"children\":[{\"type\":\"section\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"padding_remove_bottom\":true,\"style\":\"default\",\"title_breakpoint\":\"xl\",\"title_position\":\"top-left\",\"title_rotation\":\"left\",\"vertical_align\":\"\",\"width\":\"default\"},\"children\":[{\"type\":\"row\",\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"position_sticky_breakpoint\":\"m\"},\"children\":[{\"type\":\"image\",\"props\":{\"image\":\"wp-content\\\/uploads\\\/photos\\\/naxos\\\/agriculture\\\/wheat-1.jpg\",\"image_height\":\"400\",\"image_svg_color\":\"emphasis\",\"image_width\":\"1500\",\"margin\":\"default\",\"text_align\":\"center\"}}]}]}],\"name\":\"Foto Seitenanfang\"},{\"type\":\"section\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"padding\":\"small\",\"padding_remove_bottom\":true,\"style\":\"default\",\"title_breakpoint\":\"xl\",\"title_position\":\"top-left\",\"title_rotation\":\"left\",\"vertical_align\":\"\",\"width\":\"default\"},\"children\":[{\"type\":\"row\",\"props\":{\"margin_remove_bottom\":false},\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"position_sticky_breakpoint\":\"m\"},\"children\":[{\"type\":\"headline\",\"props\":{\"content\":\"Die Entstehung der Landwirtschaft\",\"title_element\":\"h1\"}}]}]}],\"name\":\"Seitenname\"},{\"type\":\"section\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"style\":\"default\",\"title_breakpoint\":\"xl\",\"title_position\":\"top-left\",\"title_rotation\":\"left\",\"vertical_align\":\"\",\"width\":\"default\"},\"children\":[{\"type\":\"row\",\"children\":[{\"type\":\"column\",\"props\":{\"image_position\":\"center-center\",\"position_sticky_breakpoint\":\"m\"},\"children\":[{\"type\":\"text\",\"props\":{\"column_breakpoint\":\"m\",\"content\":\"\n\n<h3>Die Neolithische Revolution<\\\/h3>\\n<big>D<\\\/big>ie Landwirtschaft entwickelte sich in der Jungsteinzeit kurz nach dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 11.500 Jahren. Die ersten Nachweise von Ackerbau sind uns aus der S\\u00fcdostt\\u00fcrkei und Nordsyrien bekannt, von wo aus sich die neue Kultur bald \\u00fcber den Nahen Osten ausbreitete, insbesondere in den \\\"Fruchtbaren Halbmond\\\" von der Levantek\\u00fcste \\u00fcber Nordsyrien und Mesopotamien bis zur K\\u00fcste des Persischen Golfes.\\n\n\n<p><\\\/p>\\n\n\n<h3>Das mediterrane Klima und die Entstehung des Ackerbaus<\\\/h3>\\n<big>E<\\\/big>ine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Ackerbaus spielte die Entstehung des mediterranen Klimas mit dem Ende der letzten Eiszeit: W\\u00e4hrend es in den Steppen- und Tundra-Landschaften der Eiszeiten stets eher wenig und weit verstreute pflanzliche und tierische Nahrung gab, die am besten f\\u00fcr J\\u00e4ger und Sammler mit nomadischer Lebensweise auszunutzen war, gab es nun einen Nahrungs\\u00fcberschuss im feuchten Winter und einen Nahrungsmangel im trockenen Sommer, so dass eine organisierte Vorratshaltung erforderlich wurde. Au\\u00dferdem mussten neue Nahrungsquellen erschlossen werden, da insbesondere die gro\\u00dfen S\\u00e4ugetiere durch die pl\\u00f6tzliche Klima\\u00e4nderung zusammen mit der intensiven Bejagung durch den Menschen seltener wurden oder wie die Mammuts ganz ausstarben. Im Mittelmeergebiet und den angrenzenden Region kamen eine ganze Reihe gro\\u00dfer f\\u00fcr die Domestikation geeigneter S\\u00e4ugetiere vor (Rinder, Schweine, Ziegen und Schafe), die nun fast gleichzeitig domestiziert wurden.\\n\n\n<p><\\\/p>\\n<big>V<\\\/big>on entscheidender Bedeutung war auch die sich entwickelnde mediterrane Pflanzenwelt mit ihren an das wechselfeuchte Klima angepassten Arten. Die f\\u00fcr die Entstehung der Landwirtschaft wichtigste Anpassung der Pflanzen war die Ausbildung gro\\u00dfer, trockenheitsresistenter, oft \\u00fcber viele Jahre haltbarer Samen wie sie vor allem f\\u00fcr die mediterranen Leguminosen (Schmetterlingsbl\\u00fctler) und Gr\\u00e4ser typisch ist. Es ist bemerkenswert, dass es in keiner Region der Welt so viele mit gro\\u00dfen, resistenten Samen ausgestattete wildwachsende Leguminosen und Gr\\u00e4ser gibt wie im Mittelmeergebiet und Nahen Osten. Zahlreiche dieser Arten sind hier schon sehr fr\\u00fch von den Menschen kultiviert worden und bildeten die Grundlage der sich entwickelten Hochkulturen.\\n\n\n<p><\\\/p>\\n<big>D<\\\/big>ie erste kultivierte und gez\\u00fcchtete Pflanze war \\u00fcbrigens vermutlich nicht das Getreide, sondern die Feige, die im Nahen Osten schon seit \\u00fcber 10.000 Jahren in gez\\u00fcchteten Formen auftaucht. In Griechenland wurde die Essfeige um etwa 700 v. Chr. eingef\\u00fchrt; sie kam hier aber vermutlich vorher schon in ihrer Wildform vor.\\n\n\n<p><\\\/p>\\n<big>I<\\\/big>m Mittelmeergebiet vollzog sich der \\u00dcbergang von der Sammler-und-J\\u00e4ger-Gesellschaft zur Ackerbaukultur nach und nach \\u00fcber einen langen Zeitraum von mehreren Jahrtausenden (im Unterschied zu Mittel- und Nordeuropa, die von der neuen Kultur fast schlagartig erobert wurden). Zu derselben Zeit wurden die sommergr\\u00fcnen Eichen und die anderen n\\u00f6rdlichen laubabwerfenden Baumarten allm\\u00e4hlich durch die heutige Hartlaubvegetation verdr\\u00e4ngt: Die Entstehung der Landwirtschaft erfolgte gleichzeitig mit einem R\\u00fcckgang der Niederschl\\u00e4ge und der \\\"Aridisierung\\\" der Landschaft.\\n\n\n<h3>Die ersten Bauern \\u2013 das Ende des Goldenen Zeitalters<\\\/h3>\\n<big>M<\\\/big>it der Etablierung des Ackerbaus traten entscheidende Ver\\u00e4nderungen in der Lebensweise der Menschen ein. 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