{"id":61249,"date":"2024-02-07T21:35:15","date_gmt":"2024-02-07T19:35:15","guid":{"rendered":"https:\/\/azalas.de\/de\/?p=61249"},"modified":"2024-08-10T08:06:52","modified_gmt":"2024-08-10T05:06:52","slug":"agios-dimitris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/en\/agios-dimitris\/","title":{"rendered":"Agios Dimitris"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/azalas\/cottages\/agios_dimitris-7.jpg\" alt=\"Agios Dimitris Moutsouna Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>&#8220;unsere&#8221; Kapelle, \u00c1gios Dim\u00edtris<\/small><\/p>\n<p>Und hier eine Geschichte zu dieser Kapelle, aus den <a href=\"https:\/\/azalas.de\/zwei-tueren-hat-das-leben\/\">Erz\u00e4hlungen meines Schwiegervaters Dimitris Mandilaras<\/a>:<\/p>\n<p>&#8220;&#8230;Als nun Vassilis und Nikos das Grundst\u00fcck in Agios Dimitris erworben hatten, wandte sich Mitsos an seinen Namenspatron und versprach ihm: \u201eHeiliger Dimitris, wenn du mir beistehst und es mir m\u00f6glich machst, dann werde ich deine Kapelle wieder aufbauen! <em>Ax\u00edos\u00e9 me na se xanacht\u00edso!<\/em>\u201c<br \/>\n     Es ergab sich aber zun\u00e4chst keine Gelegenheit f\u00fcr den Wiederaufbau. Mitsos kam nur selten nach Naxos und arbeitete in Athen hart, um seine Familie zu ern\u00e4hren. Im folgenden Jahr, also 1970, baute Vassilis ein Haus auf seiner Grundst\u00fcckh\u00e4lfte, in dem die Familien von nun an ihre Ferien verbrachten. Auch Nikos begann bald mit dem Bau eines Hauses: Im Jahr 1972 wurde mithilfe mehrerer Arbeiter aus Koronos und Komiaki der Beton gegossen (damals machte man das noch per Hand). G\u00e4nzlich fertiggestellt wurde dieses Haus aber erst einige Jahre sp\u00e4ter.<br \/>\n     Ende August 1971 hatte Mitsos einen merkw\u00fcrdigen Traum: Ihm war, er befinde sich in seinem Vaterhaus in Koronos. Da sah er, als er zum offenen oberen Fl\u00fcgel der Haust\u00fcr hinausschaute, einen Mann um die Ecke der Gasse kommen, einen alten, d\u00fcnnen, unrasierten Mann mit einem hellen Strohhut. Der Alte kam geradewegs zum Haus und stieg die drei Stufen zur T\u00fcr hinauf. Die untere T\u00fcrh\u00e4lfte war mit dem \u00fcblichen, schweren Holzriegel von innen versperrt. Der Mann streckte seinen Arm herein, so als sei er hier zu Hause, \u00f6ffnete den Riegel und trat ein. \u201eWer bist du?\u201c fragte Mitsos ihn erstaunt. \u201eWas willst du hier?\u201c \u2013 \u201eIch suche dich!\u201c erwiderte der Mann. \u201eMich? Aber was willst du denn von mir? Ich kenne dich doch gar nicht!\u201c wandte Mitsos ein. Da antwortete der Mann: \u201eIch bin Dimitris. Ich wollte dich daran erinnern, dass du mir etwas versprochen hast!\u201c Und damit drehte er sich um, ging ohne ein weiteres Wort hinaus, lief die Gasse hinunter und verschwand um die Ecke.<br \/>\n     Am n\u00e4chsten Tag w\u00e4hrend der Arbeit fiel Mitsos dieser Traum pl\u00f6tzlich wieder ein und er verstand sofort seine Bedeutung: Er sollte die Kirche wieder aufbauen! Als nach einigen Tagen ihre Arbeit auf dieser Baustelle beendet war, meldete er sich nicht arbeitslos, wie sonst \u00fcblich, sondern fuhr stattdessen nach Naxos.<br \/>\n     Mitsos hatte kein Geld f\u00fcr den Bau der Kapelle, aber sein Schwager Vassilis, der als Tankwagenfahrer gut verdiente, \u00fcbernahm die Kosten, w\u00e4hrend Mitsos die Arbeit leistete. Er machte sich sofort ans Werk. Zweiunddrei\u00dfig Tage lang war er besch\u00e4ftigt. Zun\u00e4chst konnte er kaum ausmachen, wo sich die Kapelle befunden hatte: Die W\u00e4nde waren v\u00f6llig zerfallen. Aber er erinnerte sich, dass sie auf den K\u00fcstenfelsen s\u00fcdlich des Firolimnari gestanden hatte, wo im Meer in zwei, drei Metern Tiefe S\u00fc\u00dfwasserquellen hervorsprudeln und bei Windstille deutlich sichtbare kreisf\u00f6rmige Schlieren bilden. Und nach einigem Suchen fand er auf dem s\u00fcdlichsten Marmorfelsen die Fundamente der Kapelle unter dem Steinschutt, der von den eingest\u00fcrzten W\u00e4nden stammte.<br \/>\n     Er legte die Fundamente frei und schaffte weitere zum Bauen geeignete Steine herbei. Kies und Sand f\u00fcr den M\u00f6rtel und den Beton holte er vom Strand. Zement und Kalk brachten ihnen Hirten, die einen kleinen Lastwagen besa\u00dfen, aus der Chora, und sie mussten sie nur von der drei Kilometer entfernten Fahrstra\u00dfe abholen. Das besorgte Angelikis Cousin Axaovassilis mit seinem Maultier. Dieser kam oft aus Koronos herunter, ging mit Nikos und Kostas auf die Jagd und brachte ihnen Brot und andere Verpflegung.<br \/>\n     Keiner half Mitsos beim Bauen; die Jugend besch\u00e4ftigte sich mit Fischen und Baden. Nur die Frauen trugen ihm von dem knapp f\u00fcnfhundert Meter entfernten Brunnen Glyfada (glyf\u00e1dha = brackige Quelle) das S\u00fc\u00dfwasser f\u00fcr den M\u00f6rtel herbei. Schlie\u00dflich waren die W\u00e4nde fertig; nun musste das Dach gegossen werden. Mitsos verschalte den Bau, dann schaffte er alles erforderliche Material herbei. Er mischte den Beton mit der Schaufel und sch\u00fcttete ihn eimerweise auf das Dach; dabei half ihm sein hochgewachsener Neffe Kostas, indem er ihm die Eimer anreichte. Endlich war das Dach fertig. Mitsos war ersch\u00f6pft. Nun musste er noch verputzen und das Dach musste einige Tage lang gew\u00e4ssert werden; f\u00fcr beides war viel S\u00fc\u00dfwasser erforderlich. Aber Mitsos hatte keine Lust mehr, Wasser zu schleppen, und auch die Frauen waren es m\u00fcde geworden. Also wandte er sich an den Heiligen: \u201eNun, Heiliger Dimitris, kannst du auch noch ein wenig helfen! Lass es wenigstens regnen, damit wir kein Wasser mehr schleppen m\u00fcssen!\u201c Es war allerdings erst Mitte September und das Wetter noch sehr sommerlich, also w\u00fcrden sie wohl weiter Wassereimer herbeitragen m\u00fcssen\u2026<br \/>\n     Weil so viele Leute da waren und nicht alle im Haus Platz fanden, schlief Mitsos im Weinberg; er hatte schon immer gern im Freien geschlafen. Er h\u00fcllte sich in eine Decke, legte sich in den Windschatten und schaute den Sternen bei ihrer n\u00e4chtlichen Wanderung zu. In dieser Nacht wurde er von einem merkw\u00fcrdigen Ger\u00e4usch geweckt. Es dauerte ein Weilchen, bis ihm klar wurde, was es war. Schlie\u00dflich begriff er: Es regnete! Gro\u00dfe, schwere Regentropfen platschten auf die Weinbl\u00e4tter; das Laub raschelte. Mitsos sprang erfreut auf, dankte dem Heiligen und stellte Sch\u00fcsseln und F\u00e4sser unter den Ablauf vom Dach und von der Terrasse. Es regnete zwar nicht sehr lang, aber heftig. Das frisch gegossene Dach der Kapelle wurde gut gew\u00e4ssert, und Mitsos sammelte so viel Wasser, dass er damit den Bau beenden konnte\u2026.&#8221;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/azalas\/blog\/mitsos-2.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Unsere&#8221; kleine Kapelle, dem Heiligen Dimitris geweiht, direkt am Meer gelegen. Mein Schwiegervater Dimitris Mandilaras hat die Kapelle Beginn der 70er Jahre wiederaufgebaut, nachdem er folgenden Traum gesehen hatte:<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":30218,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,10],"tags":[],"class_list":["post-61249","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news-from-azalas","category-azalas"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61249","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61249"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61249\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":68630,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61249\/revisions\/68630"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30218"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}