{"id":231,"date":"2009-07-22T01:14:39","date_gmt":"2009-07-21T22:14:39","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=231"},"modified":"2024-10-23T16:50:41","modified_gmt":"2024-10-23T13:50:41","slug":"spaziergang-skeponi-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/en\/spaziergang-skeponi-2\/","title":{"rendered":"Skeponi 2"},"content":{"rendered":"<h3>&#8211; ein verwunschener Gebirgsbach und Erdbeerb\u00e4ume<\/h3>\n<p><big>S<\/big>kep\u00f3ni hei\u00dft die Gegend oberhalb des gro\u00dfen Stausees n\u00f6rdlich der Ch\u00f3ra, am westlichen Abhang des K\u00f3ronos-Berges. Den Spaziergang zur <a href=\"http:\/\/azalas.de\/spaziergang-skeponi-1\/\">verlassenen Siedlung<\/a> haben wir schon beschrieben; um dorthin zu gelangen, muss man an der Weggabelung oberhalb des Hirtenhofes nach links abbiegen und den n\u00f6rdlichen Flussarm \u00fcberqueren. Die rechte Stra\u00dfe f\u00fchrt in steilen Biegungen weiter den Berg hinauf bis zu einem umz\u00e4unten, noch genutzten Anwesen. Oberhalb des Zaunes beginnt ein kleiner Pfad, \u00fcber den man bis zum s\u00fcdlichen Flussarm laufen kann. Auch hier kann man herrlich spazierengehen, es geht allerdings gr\u00f6\u00dftenteils pfadlos querfeldein.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n der ganzen Region des K\u00f3ronos-Gebirges stehen vorwiegend Granit-\u00e4hnliche Gesteine und harte Schiefer an. Diese sind mehr oder weniger wasserunduchl\u00e4ssig, so dass hier das Regenwasser gr\u00f6\u00dftenteils oberfl\u00e4chlich abflie\u00dft. Entsprechend gibt es im Nordwesten von Naxos f\u00fcnf ganzj\u00e4hrig wasserf\u00fchrende Fl\u00fcsse &#8211; eine gro\u00dfe Besonderheit f\u00fcr die Kykladen. Entlang dieser Fl\u00fcsse w\u00e4chst dichter Auwald aus Platanen und Erlen und teilweise sogar Weiden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2575-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>In den Taleinschnitten w\u00e4chst entlang der Fl\u00fcsse ein dichter Auwald, hier der n\u00f6rdlichere der beiden Fl\u00fcsse, in dessen N\u00e4he die alte Siedlung Skep\u00f3ni liegt.<\/small><\/p>\n<p><big>F<\/big>r\u00fcher wurde hier bei Skep\u00f3ni entsprechend des reichlich vorhandenen Wassers viel Landwirtschaft betrieben. Die H\u00e4nge sind \u00fcberall sorgf\u00e4ltig terrassiert. Die meisten Terrassen sind zwar inzwischen von Str\u00e4uchern und B\u00e4umen zugewachsen, aber noch gut erhalten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2586-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>Die heute nicht mehr bewirtschafteten Terrassen reichen bis direkt an den Auwald.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2591-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>In der N\u00e4he des Flusses sickert das Wasser an vielen Stellen aus den Terrassenmauern heraus. Heute stehen gro\u00dfe Erlen auf den aufgegebenen Terrassen. Man beachte die aus der Mauer herausragenden Steine, die als Treppe dienen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2584-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>Blick auf den s\u00fcdlich verlaufenden Flussarm<\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>ir steigen zun\u00e4chst den Hang n\u00f6rdlich des Flusses hinauf: Wir wollen zu einer f\u00fcr Naxos einzigartigen Erdbeerbaum-Macchie, die in einem ein St\u00fcck nord\u00f6stlich gelegenen Taleinschnitt w\u00e4chst.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/cistaceae\/cistus_creticus_habitat-3.jpg\" alt=\"Kretische Zistrose, Cistus creticus\"><br \/>\n<small>Auf den aufgegebenen Terrassen wachsen Ginster verschiedener Arten, die Heide-Art <em>Erica manipuliflora<\/em> und die Kretische Zistrose, die jetzt, Ende Mai, mit ihren rosa Bl\u00fcten sehr h\u00fcbsch aussieht.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/anacardiaceae\/pistacia_terebinthus-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Terebinthe, Pistacia terebinthus\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/anacardiaceae\/pistacia_terebinthus_detail-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Terebinthe, Pistacia terebinthus\"><br \/>\n<small>In der Gegend des K\u00f3ronos-Berges kommt die Terpentin-Pistazie oder Terebinthe <em>(Pistacia terebinthus)<\/em> vor, eine enge Verwandte der Echten Pistazie und des auf der ganzen Insel h\u00e4ufigen Mastixstrauches.<\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>o ein Wille ist, ist auch ein Weg &#8211; aber hier ist ziemlich viel Wille erforderlich: Es wird wirklich beschwerlich, sich einen Weg durch die dichten und stacheligen Str\u00e4ucher zu bahnen! Endlich erreichen wir die H\u00fcgelkuppe. Nun \u00f6ffnet sich der Blick auf einen wunderbaren Waldrest im n\u00e4chsten Taleinschnitt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/arbutus_wood-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Wald mit Platanen, Erlen, Erdbeerbaum, Blumen-Esche und Wei\u00dfdorn am Westhang des K\u00f3ronos-Berges\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2606-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>In diesem verwunschenen, urt\u00fcmlichen Waldrest kommen eine ganze Reihe von Baumarten vor, wie man an den unterschiedlichen Gr\u00fcnt\u00f6nen erkennen kann: Platane, Erle, Esche, Wei\u00dfdorn, Erdbeerbaum, Baumheide.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2609-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>Im feuchten Tal wachsen gro\u00dfe Platanen und Erlen.<\/small><\/p>\n<p><big>A<\/big>uf den trockeneren H\u00e4ngen um den Wald herum w\u00e4chst eine fast undurchdringliche Macchie. Diese besteht au\u00dfer aus Ginster und Zwergstr\u00e4uchern verschiedener Arten vor allem aus Baumheide <em>(Erica arborea)<\/em> und Erdbeerbaum <em>(Arbutus unedo)<\/em>, die auf ganz Naxos (fast) nur hier vorkommen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2603-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Baumf\u00f6rmige Heide, Erica arborea\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/ericaceae\/erica_arborea-1.jpg\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Baumheide wird bis zu zwei Meter hoch.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Westlicher Erdbeerbaum, Arbutus unedo\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/ericaceae\/arbutus_unedo-1.jpg\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Erdbeerbaum geh\u00f6rt ebenfalls in die Familie der Heidekrautgew\u00e4chse. Er besitzt immergr\u00fcne, derbe, kr\u00e4ftig gr\u00fcne Bl\u00e4tter (Hartlaubgew\u00e4chs).<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Westlicher Erdbeerbaum, Arbutus unedo\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/ericaceae\/arbutus_unedo_leaves-2.jpg\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die reifen Fr\u00fcchte des Erdbeerbaumes sind rund und rot mit warziger Oberfl\u00e4che. Sie haben nur wenig Geschmack, werden aber gelegentlich zur Herstellung von Schnaps oder Lik\u00f6r verwendet. Hier sieht man die noch gr\u00fcnen Fr\u00fcchte,<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Westlicher Erdbeerbaum, Arbutus unedo\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/ericaceae\/arbutus_unedo_trunk-1.jpg\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Erdbeerbaum wird mehrere Meter hoch und verzweigt sich gleich an der Erdoberfl\u00e4che in weit ausladende, dichte \u00c4ste, wodurch die Macchie hier fast undurchdringlich wird.<\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>ir kehren nun um und gehen \u00fcber die H\u00fcgelkuppe nach S\u00fcden, um auf den s\u00fcdlichen Flussarm zu sto\u00dfen. Schnell lassen wir die Macchie hinter uns und gelangen wieder auf Terrassen, die zwar auch nicht mehr bewirtschaftet werden, aber bislang nur wenig \u00fcberwachsen sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2621-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>Ein Dreschplatz zeugt von der vergangenen Nutzung.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2624-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2625-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>\u00dcber wundersch\u00f6ne Terrassen laufen wir bis zum s\u00fcdlichen Flussarm.<\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>ir steigen teils \u00fcber die steilen Terrassen, teils am Fluss entlang wieder zur Stra\u00dfe hinunter. An einigen Stellen m\u00fcssen wir \u00fcber gro\u00dfe Felsen hinabklettern &#8211; eine herrliche Landschaft!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4389-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>Der Fluss sprudelt \u00fcber steile Felsen zu Tal.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4393-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>Im Flussbett stehen auch hier gelegentlich Eschen; ihre Bl\u00e4tter haben ein besonders leuchtendes Gr\u00fcn.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4395-1_450.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>Auf den Eschenbl\u00e4ttern sitzt eine Prachtlibelle mit kupferfarbenen Fl\u00fcgeln <em>(Calopteryx virgo)<\/em>.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/riparian_forest-1.jpg\" alt=\"bei Skep\u00f3ni\"><br \/>\n<small>An der Stra\u00dfe ist das Wasser zu einem kleinen Teich gestaut.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/amphibia\/pelophylax_kurtmuelleri-1.jpg\" alt=\"Balkan-Wasserfrosch, Pelophylax kurtmuelleri\"><br \/>\n<small>ein Balkan-Wasserfrosch <em>(Pelophylax kurtmuelleri)<\/em><\/small><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/spaziergang-skeponi-3\/\">Und wieder Skeponi<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"https:\/\/azalas.de\/wanderungen-und-spaziergaenge\/\">Wanderungen und Spazierg\u00e4nge<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/spaziergang-skeponi-1\/\">Skeponi 1 &#8211; eine verlassene Siedlung in den Bergen <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/waelder\/\">W\u00e4lder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/macchie-und-garrigue\/\">Macchie und Garrigue<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-tierwelt-fluesse\/\">Tiere an den Fl\u00fcssen von Naxos<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Skep\u00f3ni hei\u00dft die Gegend oberhalb des gro\u00dfen Stausees n\u00f6rdlich der Ch\u00f3ra, am westlichen Abhang des K\u00f3ronos-Berges. 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