{"id":1702,"date":"2010-09-03T00:17:49","date_gmt":"2010-09-02T21:17:49","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=1702"},"modified":"2024-11-09T08:29:27","modified_gmt":"2024-11-09T06:29:27","slug":"santorin-vulkan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/en\/santorin-volcano\/","title":{"rendered":"The volcano of Santorin"},"content":{"rendered":"<p><font color=\"#81033\"><\/p>\n<p>Unfortunately there is yet <strong>no translation available<\/strong> for some of the pages you find under the links below. Maybe try to translate the pages with Google translate (copy the URL and paste it into the field opening when you click on &#8220;websites&#8221;).<\/p>\n<p><\/font><\/p>\n<h3>Die verschiedenen Typen des Vulkanismus<\/h3>\n<p><big>E<\/big>s gibt (vereinfacht gesagt) drei Typen von Vulkanismus auf der Erde. Der erste Typ entsteht an der Grenze zwischen zwei auseinanderdriftenden tektonischen Platten: Hier dringt hei\u00dfes, fl\u00fcssiges Magma aus dem Erdmantel durch die Spalte, die sich in der Erdkruste durch das Auseinanderbrechen bildet, hervor. Dieser Vulkanismus ist vergleichsweise ungef\u00e4hrlich: Das Magma ist sehr hei\u00df und kann sich seinen Weg vergleichsweise leicht bahnen, so dass sich keine besonders hohen Dr\u00fccke aufbauen. Der Vulkanismus ist unter diesen Bedingungen meist recht gleichm\u00e4\u00dfig und vorhersehbar. Trotzdem kann es auch hier zu st\u00e4rkeren Eruptionen kommen. Vom Vulkanismus an auseinanderdriftenden (divergierenden) Plattengrenzen bekommen wir vergleichsweise wenig mit, da er sich haupts\u00e4chlich tief unter der Wasseroberfl\u00e4che in den Ozeanen abspielt. Das bekannteste Beispiel f\u00fcr diese Art des Vulkanismus ist Island. Da das Magma aus dem Erdmantel eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig basische Zusammensetzung hat, wird dieser Vulkanismus <span style=\"text-decoration: underline;\">&#8220;Basischer Vulkanismus&#8221;<\/span> genannt.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ieser Form des Vulkanismus \u00e4hnlich ist der sogenannte <span style=\"text-decoration: underline;\">&#8220;Hot-Spot-Vulkanismus&#8221;<\/span>. Auch bei diesem Vulkanismus dringt basisches, hei\u00dfes Erdmantel-Material hervor, allerdings nicht an einer Plattengrenze, sondern an einer Schw\u00e4chestelle in der Erdkruste, die hier vermutlich durch aufw\u00e4rtsgerichtete Str\u00f6mungen im Erdmantel (&#8220;plumes&#8221;) d\u00fcnner ist. Auch dieser Vulkanismus ist vergleichsweise gleichm\u00e4\u00dfig und ungef\u00e4hrlich. Ein bekanntes Beispiel f\u00fcr Hot-Spot-Vulkanismus ist Hawaii.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie dritte Form des Vulkanismus entsteht an aufeinander sto\u00dfenden (konvergierenden) tektonischen Platten. Hier wird die eine Platte unter die andere geschoben, so dass die obere Platte gestaucht und aufgefaltet wird, wobei sich ein Gebirge bildet. Vulkanismus tritt nur dann auf, wenn eine der beteiligten Platten ozeanisch ist. Die schwerere ozeanische Platte wird schr\u00e4g unter die andere untergeschoben, wobei ihre Gesteinsschichten schlie\u00dflich in so gro\u00dfe Tiefen gelangen, dass sie aufschmelzen. Das aufgeschmolzene Material enth\u00e4lt viele Gase und Wasserdampf, der aus dem in den Gesteinsschichten der ozeanischen Platte enthaltenen Meerwasser entsteht. Das gasreiche Magma dringt wieder an die Oberfl\u00e4che, und Vulkane entstehen. Die ozeanische Platte erreicht die f\u00fcr das Aufschmelzen erforderliche Tiefe von gut 100 Kilometern \u00fcblicherweise in einem Abstand von etwa 150 Kilometern hinter der Plattengrenze. In dieser Zone entstehen oft eine ganze Reihe von Vulkanen (Vulkan-\/Inselkette). Auf diese Art haben sich beispielsweise die Vulkane der Anden und Japans gebildet. Dieser Vulkanismus wird <span style=\"text-decoration: underline;\">&#8220;Saurer Vulkanismus&#8221;<\/span> genannt, weil das Magma aus Krustenmaterial einen niedrigeren pH-Wert aufweist als das aus Mantelmaterial. Vulkane dieser Art sind gef\u00e4hrlicher und explosiver als die der beiden vorigen Arten, weil das Magma hier weniger hei\u00df ist, viel Gas und Wasserdampf enth\u00e4lt und sich seinen Weg m\u00fchseliger bahnen muss, so dass sich gr\u00f6\u00dfere Dr\u00fccke aufbauen, die sich in heftigen Explosionen entladen.<\/p>\n<h3>Der Vulkanismus in der \u00c4g\u00e4is<\/h3>\n<p><big>D<\/big>er Vulkanismus in der \u00c4g\u00e4is entsteht durch die Kollision der afrikanischen mit der europ\u00e4ischen Kontinentalplatte (genau gesagt der \u00c4g\u00e4ischen Platte, die zur Europ\u00e4ischen Platte geh\u00f6rt, sich aber etwas unterschiedliche bewegt). Es handelt sich also um &#8220;sauren&#8221;, explosiven Vulkanismus. Die Plattengrenze zwischen Europa und Afrika verl\u00e4uft heute s\u00fcdlich von Kreta am Hellenischen Tiefseegraben, der sich in einem Bogen vom Peloponnes bis zur T\u00fcrkei zieht. Etwa 150 Kilometer n\u00f6rdlich der Plattengrenze verl\u00e4uft der \u00c4g\u00e4ische Vulkanbogen mit mehreren vulkanischen Zentren von Methana bei Athen \u00fcber Milos und Santorin bis nach Nisyros in der N\u00e4he der t\u00fcrkischen K\u00fcste. (Vor etwa 20 Millionen Jahren lag der Vulkanbogen vor der Anlagerung Kretas an die \u00c4g\u00e4ische Masse noch weiter n\u00f6rdlich, unter anderem auf Naxos.)<\/p>\n<h3>Der Vulkan von Santorin<\/h3>\n<p><big>D<\/big>er Vulkan von Santorin ist der gr\u00f6\u00dfte und aktivste Vulkan des \u00c4g\u00e4ischen Vulkanbogens und einer der wichtigsten Vulkane Europas. Er ist seit etwa 2 Millionen Jahren aktiv und hat seine Gestalt in einer gro\u00dfen Zahl von kleinen und gro\u00dfen Ausbr\u00fcchen immer wieder ver\u00e4ndert. Fast die ganze Insel besteht aus vulkanischen Gesteinen, die verschiedenen gro\u00dfen Ausbr\u00fcchen zugeordnet werden k\u00f6nnen. Sehr heftige Ausbr\u00fcche treten vermutlich durchschnittlich etwa alle 20.000 Jahre auf. Der Vulkan besitzt eine gro\u00dfe Caldera (Krater), die unter Wasser liegt. Vom urspr\u00fcnglich als Ringinsel ausgebildeten Kraterrand sind nach der letzten gro\u00dfen (&#8220;Minoischen&#8221;) Explosion nur noch Reste erhalten, die in drei St\u00fccke zerrissene heutige Insel Santorin (Thera, Therasia und Aspronisi). In der Mitte der bei der minoischen Eruption geformten heutigen Caldera liegt die Insel Kameni, die bei einem Ausbruch im Jahr 197 v. Chr. entstand und auch heute noch der aktive Schlot des Vulkans ist. Nach dem Ausbruch von 197 v. Chr. erfolgten noch mindestens 9 weitere Eruptionen, die letzte (kleinere) im Jahr 1950.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1310541-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Blick in die Caldera von Santorin, links vorn sieht man einen Teil der Insel Kameni, auf der der aktive Vulkanschlot liegt. Der sichtbare Kraterrand besteht aus den Asche- und Lavaschichten von mindestens drei gro\u00dfen Eruptionen.<\/small><\/p>\n<h3>Die minoische Eruption<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie gr\u00f6\u00dfte Eruption des Vulkans von Santorin in den letzten Jahrtausenden erfolgte um 1645 v. Chr., die sogenannte &#8220;Minoische&#8221; Eruption. Die St\u00e4rke des Minoischen Ausbruchs kann anhand der vorhandenen Spuren recht genau ermittelt werden. Sicher handelte es sich um einen der st\u00e4rksten Vulkanausbr\u00fcche seit Menschengedenken. Es wurden mindestens 30 Kubikkilometer an ungew\u00f6hnlich gasreichem Magma gef\u00f6rdert, das gr\u00f6\u00dftenteils als Asche und Bimsstein ausgeworfen wurde. Die Eruptionswolke reichte vermutlich fast 40 Kilometer hoch, und Gas und Asche verteilten sich in der Stratosph\u00e4re \u00fcber die ganze Erde. Der ausgeworfene Bimsstein muss weite Teile der \u00c4g\u00e4is bedeckt haben. Ascheschichten von diesem Ausbruch finden sich nicht nur auf Santorin selbst, sondern auch auf den nahegelegenen \u00c4g\u00e4isinseln sowie in der T\u00fcrkei und in \u00c4gypten. Spuren der Asche lassen sich sogar im Gr\u00f6nlandeis nachweisen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/DSCN2615-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Auch auf Naxos kann man an vielen Str\u00e4nden Bimsstein vom Vulkan von Santorin finden. Bimsstein ist ein blasiges, sehr leichtes Gestein, das auf dem Wasser schwimmt. Er entsteht durch das pl\u00f6tzliche Abk\u00fchlen von in die Luft geschleudertem, sehr gasreichen Magma.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Insel selbst wurde durch den Ausbruch stark umgestaltet. Die Rekonstruktion der urspr\u00fcnglichen Form der Insel ist nat\u00fcrlich schwierig. Vermutlich besa\u00df sie in ihrer Mitte (ebenso wie heute) eine gro\u00dfe, bei fr\u00fcheren Ausbr\u00fcchen entstandene, wassergef\u00fcllte Caldera. Bei der Eruption wurden gro\u00dfe Teile der Insel weggesprengt. Auf den \u00fcbrig gebliebenen Teilen von Santorin wurde eine bis zu 60 m dicken Schicht aus Asche, Lava und Bimsstein abgelagert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220143-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Die Insel Santorin ist mit viele Meter dicken Ascheschichten der Minoischen Eruption bedeckt, hier am Kraterrand bei Akrotiri.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>er Ausbruch erfolgte in drei Phasen. Die erste Eruption erfolgte ohne Kontakt mit dem Meerwasser, also vermutlich auf einer Insel im Kratersee. Sie bewirkte einen starken Auswurf an Bimsstein und Asche mit der erw\u00e4hnten hohen Eruptionswolke. Diese Phase dauerte vermutlich nur wenige Stunden. Die Ablagerungen aus dieser Phase besitzen, wie f\u00fcr Aschefall aus der Luft typisch, eine einheitliche (mit der Entfernung von der Eruptionsstelle abnehmende) Dicke, die den Unebenheiten des Gel\u00e4ndes folgt. Sie bestehen aus feiner Asche und kleinen Bimssteinbr\u00f6ckchen. In der zweiten Phase drang Meerwasser in den F\u00f6rderschlot auf der Vulkaninsel ein und es kam zu einer sehr starken Explosion, bei der Str\u00f6me aus Asche und Wasserdampf mit riesiger Geschwindigkeit aus der Caldera quollen und die H\u00e4nge der Insel herunterrasten. Derartige &#8220;phreatomagmatische&#8221; Ausbr\u00fcche (&#8220;Glutwolken&#8221;) f\u00fchren zu Asche- und Bimsstein-Ablagerungen, die in etwa horizontalen Schichten liegen und wellenf\u00f6rmige Strukturen aufweisen, wie man sie auch auf Santorin in den entsprechenden Ablagerungen finden kann. Auch diese Phase dauerte nur sehr kurz, vermutlich etwa eine Stunde. In der dritten, heftigsten Phase st\u00fcrzten gr\u00f6\u00dfere Teile der Kraterw\u00e4nde ein. Str\u00f6me von Lava und Asche quollen aus dem Krater, die nun auch nichtvulkanische Gesteinsbrocken enthielten. Von den letzten beiden Phasen stammen auf Santorin dicke Lagen an Bimsstein und Asche.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220116-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>Im unteren Teil des Bildes sieht man eine Lage aus feiner Asche, die in gleichm\u00e4\u00dfiger Dicke auf der ehemaligen Bodenoberfl\u00e4che aufliegt, und die w\u00e4hrend der ersten Phase eines Ausbruchs durch einen Aschefall aus der Luft entstanden ist. Dar\u00fcber liegen dicke phreatomagmatische Schichten, die nach dem Einbruch von Wasser in die Magmakammer durch das \u00dcberquellen hei\u00dfer Str\u00f6me aus mit Wasserdampf vermischter Asche entstehen. Diese Schichten liegen in etwa horizontal und besitzten merkw\u00fcrdige, hier durch ungleichm\u00e4\u00dfige Erosion sichtbar gemachte Wellenstrukturen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/P1220144-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"><br \/>\n<small>In den obersten Schichten, die aus der dritten Phase der Eruption stammen, finden sich viele schwarze Gesteinsbrocken von \u00e4lteren Lavaschichten, die durch den Einsturz der Calderaw\u00e4nde in die Aschestr\u00f6me gelangt sind.<\/small><\/p>\n<p><big>A<\/big>u\u00dfer der direkten Zerst\u00f6rung der Insel Santorin hatte der minoische Ausbruch noch viel weitreichendere Folgen. Asche und Bimsstein bedeckten weite Teile des \u00f6stlichen Mittelmeergebietes und die ganze Region wurde durch Erdbeben ersch\u00fcttert. Die n\u00e4heren K\u00fcstengebiete wurden h\u00f6chstwahrscheinlich von Tsunamis getroffen, was aber nicht mehr sicher nachweisbar ist. Die feine Asche, die in die hohen Schichten der Atmosph\u00e4re geschleudert wurde, f\u00fchrte au\u00dferdem durch die Verminderung des Sonnenlichtes zu einer mehrere Jahre anhaltenden Klimaverschlechterung mit \u00dcberschwemmungen, Trockenzeiten und &#8220;fehlenden Sommern&#8221;. Das f\u00fchrte zu Missernten und Hungerzeiten, wie sie beispielsweise f\u00fcr diesen Zeitraum f\u00fcr China dokumentiert sind.<\/p>\n<p>f\u00fcr mehr Fotos siehe: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin-geologie\/\">Geologischer Spaziergang auf Santorin<\/a><\/p>\n<h3>Die Auswirkungen des Vulkanausbruchs auf die Minoische Zivilisation<\/h3>\n<p><big>W<\/big>ie die \u00fcbrigen Inseln der Kykladen war Santorin seit der Jungsteinzeit besiedelt. In der fr\u00fchen Bronzezeit (3. Jahrtausend v. Chr.) geh\u00f6rte es zum Einflussbereich der Kykladenkultur; allerdings hat man auf Santorin nicht allzu viel \u00dcberreste aus dieser Zeit gefunden. Ab dem Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. (mittlere Bronzezeit) geriet Santorin zunehmend unter minoischen Einfluss, kykladische Elemente blieben aber ebenfalls weiterhin erhalten. Die Bewohner der Kykladen hatten schon seit der Fr\u00fchen Bronzezeit enge Beziehungen zu Kreta; die minoische Kultur wurde durch die Kykladenkultur befruchtet und intensiver Handel wurde betrieben. Dabei war Santorin eine bedeutende Station auf der Handelsroute, denn es war die einzige Insel der Kykladen, die die kretischen Schiffe in einer Tagesreise erreichen konnten (nachts fuhren die Schiffe damals nicht).<\/p>\n<p><big>E<\/big>ntsprechend der zentralen Lage Santorins entstand auf der Insel w\u00e4hrend der minoischen Periode eine wichtige Handelsniederlassung, die zwar einen deutlichen minoischen Einfluss zeigt, aber trotzdem ihren eigenen Charakter besitzt. Diese Stadt wurde durch den Vulkanausbruch um 1600 v. Chr. zerst\u00f6rt und unter einer dicken Ascheschicht begraben und damit auch konserviert, bis sie ab 1967 (in kleinen Teilen) wieder ausgegraben wurde. Die Ausgrabungen dieser Siedlung namens Akrotiri vermitteln uns ein interessantes Bild der damaligen Lebensweise. Die kleine Stadt bestand aus vornehmen, mehrst\u00f6ckigen H\u00e4usern, die teilweise mit herrlichen Wandmalereien geschm\u00fcckt und mit h\u00f6lzernen M\u00f6beln ausgestattet waren. Zahlreiche Funde vermitteln uns Kenntnisse \u00fcber Landwirtschaft, Handwerkstechniken und Lebensweise der Zeit.<\/p>\n<p><big>B<\/big>ei der Ausgrabung in Akrotiri wurden kaum Wertgegenst\u00e4nde und Nahrungsmittel gefunden, ebenso auch keine \u00dcberreste von Menschen oder Haustieren. Das bedeutet, dass die Bev\u00f6lkerung die Siedlung, vermutlich durch Erdbeben gewarnt, vor der Vulkaneruption verlassen hatte. Ob es den Menschen gelang, auf eine andere Insel zu fliehen, kann nat\u00fcrlich nicht mehr gesagt werden. Wahrscheinlich wurden die H\u00e4fen und auch die Flotten der umliegenden Inseln durch Tsunamis zerst\u00f6rt. M\u00f6glicherweise lag allerdings auch eine wochenlange Pause zwischen den ersten Erdbeben und dem eigentlichen Ausbruch; es gibt Hinweise darauf, dass die geflohenen Bewohner zwischen beiden Ereignissen wiederkehrten und weitere Wertgegenst\u00e4nde bargen.<\/p>\n<p><big>A<\/big>uf Kreta, der Heimat der minoischen Zivilisation, wurden zur Zeit des Minoischen Ausbruchs die Pal\u00e4ste und St\u00e4dte durch Erdbeben zerst\u00f6rt. Das f\u00fchrte aber nicht zum sofortigen Untergang der Kultur, und die Pal\u00e4ste wurden schnell wieder aufgebaut. Erst etwa zwei Jahrhunderte sp\u00e4ter erlag die minoische Zivilisation dem gewaltsamen Ansturm der vom Peloponnes kommenden Mykener. Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass der Minoische Ausbruch mit der folgenden Klimaverschlechterung eine Schw\u00e4chung des minoischen Kretas herbeif\u00fchrte, die schlussendlich die Einnahme der Insel durch die Mykener erm\u00f6glichte.<\/p>\n<h3>Der Minoische Ausbruch in Mythos und \u00dcberlieferung<\/h3>\n<p><big>D<\/big>er Minoische Vulkanausbruch hat unzweifelhaft Spuren in der Mythologie hinterlassen. So kann man die Erlebnisse der Argonauten als Erinnerung an die Eruption deuten: Sie wurden laut der Sage in der Kretischen See bei Anaphi (Nachbarinsel von Santorin) vom Riesen Talos mit Felsbl\u00f6cken beworfen und gerieten in eine undurchdringliche Finsternis, bei der &#8220;schwarzes Chaos vom Himmel herabfiel und eine andere Form von Finsternis aus dem Erdinnern hervorquoll&#8221;.<\/p>\n<p><big>V<\/big>on einigen Forschern wird auch die Theorie vertreten, dass sich die Atlantis-Legende von Platon auf Santorin bezieht. Dazu passt die Form der beschriebenen Insel als Ring (Caldera) sowie die pl\u00f6tzliche Vernichtung offenbar durch ein starkes Erdbeben. Viele Details von Platons Beschreibung passen zu dieser Theorie, anderes bleibt jedoch unklar. Man wird die Frage vom Ursprung der Atlantis-Legende vielleicht nie sicher kl\u00e4ren k\u00f6nnen; Santorin und die minoische Eruption kommen jedenfalls als Erkl\u00e4rung in Frage.<\/p>\n<h3>Weitere Ausbr\u00fcche des Vulkans<\/h3>\n<p><big>W<\/big>eitere gr\u00f6\u00dfere Ausbr\u00fcche des Vulkans von Santorin fanden in den Jahren 197 v. Chr. und 46 und 726 n. Chr. sowie um 1457, 1570, 1649, 1707 und 1866, 1925, 1939 und 1950 statt. \u00dcber viele dieser Ausbr\u00fcche gibt es mehr oder weniger detaillierte Berichte, die beschreiben, die die Eruptionen verliefen. Keiner der Ausbr\u00fcche reichte in seiner St\u00e4rke allerdings auch nur entfernt an die Minoische Eruption heran.<\/p>\n<p><big>D<\/big>er Vulkan von Santorin ist noch aktiv. Kleinere Ausbr\u00fcche werden vermutlich auch in vergleichsweise naher Zukunft stattfinden. Es gibt aber keinen Anlass anzunehmen, dass es bald wieder zu einem Ausbruch gro\u00dfer St\u00e4rke kommen k\u00f6nnte. H\u00e4ufig finden dagegen Erdbeben statt, die allerdings ebenfalls meist von geringer St\u00e4rke sind.<\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin-geologie\/\">Geologischer Spaziergang auf Santorin<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin-akrotiri\/\">Akrotiri auf Santorin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-minoische-epoche\/\">Die Minoische Epoche auf Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/santorin\/\">Santorin<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Minoische_Kultur\">Wikipedia: Minoische Kultur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Minoische_Eruption\">Wikipedia: Minoische Eruption<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Akrotiri_(Santorin)\">Wikipedia: Akrotiri auf Santorin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.decadevolcano.net\/studienreisen\/santorin.htm#volhist\">Der Vulkan von Santorin, decadevolcano.net<\/a><\/li>\n<li>Walter L. Friedrich: Feuer im Meer, Spektrum Verlag 2005<\/li>\n<li>Hans Pichler und Siegfried Kussmaul: Geological Map of the Santorini Island 1969\/70, in: Thera and the Aegean World, Proceedings on the Second International Scientific Congress, Santorini August 1978<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unfortunately there is yet no translation available for some of the pages you find under the links below. Maybe try to translate the pages with Google translate (copy the URL and paste it into the field opening when you click on &#8220;websites&#8221;). 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