{"id":12734,"date":"2020-10-18T10:34:07","date_gmt":"2020-10-18T07:34:07","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=12734"},"modified":"2024-08-24T20:16:29","modified_gmt":"2024-08-24T17:16:29","slug":"naxos-gesteine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/en\/naxos-gesteine\/","title":{"rendered":"Die Gesteine"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie Gesteine k\u00f6nnen nach unterschiedlichen Aspekten klassifiziert werden. Zun\u00e4chst einmal unterteilt man sie entsprechend ihrer <u>Bildung<\/u> in magmatische Gesteine und Sedimentgesteine. Die <strong>magmatischen Gesteine<\/strong> (z.B. Granit, Basalt) bilden sich dadurch dass geschmolzenes Material erstarrt, d.h. sie sind entweder vulkanischen Ursprungs oder es handelt sich um aus der Tiefe aufdringendes Magma, das nicht bis zur Oberfl\u00e4che vordringt (Intrusion). <strong>Sedimentgesteine<\/strong> bilden sich dagegen, wenn sich loses Material ablagert und verfestigt, wobei es sich um Erosionsprodukte von Gebirgen handeln kann, um die \u00dcberreste von pflanzlichen und tierischen Organismen oder um die Produkte chemischer Ausf\u00e4llung. Im Zuge der gebirgsbildenden Prozesse werden die Gesteine oft nachtr\u00e4glich durch Erhitzung und Druck ver\u00e4ndert (Metamorphose), dann werden sie <strong>metamorphe Gesteine<\/strong> genannt.<\/p>\n<p><big>N<\/big>at\u00fcrlich kann man die Gesteine auch anhand ihrer <u>Mineralzusammensetzung<\/u> klassifizieren. Dabei unterscheidet man zun\u00e4chst die zwei gro\u00dfen Kategorien der <strong>kalkhaltigen Gesteine<\/strong> (aus Calziumcarbonat u. \u00c4., d.h. mit Kohlenstoffoxid als Grundbaustein, z.B. Kalk und Marmor) und der <strong>Silikate<\/strong> (mit Siliziumoxid als Grundbaustein, z.B. Schiefer, Granit, Quarz).<\/p>\n<details>\n<summary>Silikate<\/summary>\n<p>Silizium ist das wichtigste Element in der Erdkruste. So wie die Lebewesen aus organischen Substanzen aufgebaut sind, die aus unendlichen Abwandlungen von Ketten von Kohlenwasserstoffen bestehen, die also auf dem Element Kohlenstoff basieren, so bestehen die Gesteine (ganz vereinfacht gesehen) aus Mineralien mit Siliziumoxiden als Grundbaustein. Silizium \u00e4hnelt Kohlenstoff, da beide von den acht Elektronen der \u00e4u\u00dferen Elektronenh\u00fclle vier besitzen, was dazu f\u00fchrt, dass sie sehr gut Verbindungen eingehen k\u00f6nnen. Im Fall von Silizium entstehen dabei jedoch nicht gro\u00dfe organische Molek\u00fcle wie beim Kohlenstoff, sondern kristallbildende Minerale. Diese treten in der Erdkruste in unendlicher Vielfalt auf, wobei die genaue Zusammensetzung meist variabel ist, so dass f\u00fcr die Minerale Summenformeln angegeben werden, z. B. (Ba,Ca,Na,K,NH<sub>4<\/sub>)(Al,B,Si)<sub>4<\/sub>O<sub>8<\/sub> f\u00fcr die Feldspat-Minerale. Das einfachste Silikat, das sehr h\u00e4ufig vorkommt und Bestandteil vieler Gesteine ist, ist Quarz (Siliziumdioxid). In den Silikaten ordnen sich die Atome als Tetraeder aus je einem Silizium-Atom umgeben von vier Sauerstoff-Atomen an (SiO<sub>4<\/sub><sup>-4<\/sup>). In den verschiedenen Mineralen lagern sich die Siliziumoxid-Tetraeder auf unterschiedliche Art zusammen; entsprechend unterscheidet man Inselminerale (einzelne Tetraeder), Gruppen-, Ketten-, Ring-, Schicht- und Ger\u00fcstsilikate. Die Anordnung der Siliziumoxid-Tetraeder ist von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Eigenschaften des Minerals: Die Schichtsilikate wie Glimmer bilden z.B. bl\u00e4ttrige Minerale, die in Schiefer in gr\u00f6\u00dferen Anteilen vorkommen und dessen Spaltbarkeit bedingen. Die h\u00e4ufigsten Minerale in der Erdkruste sind die Feldsp\u00e4te (Ger\u00fcstsilikate), Glimmer und Tonminerale (Schichtsilikate), Amphibole und Pyroxene (Kettensilikate) und Granat und Olivin (Inselsilikate).<br \/>\n<\/details>\n<p><br class=\"clear\"><br \/>\n<big>A<\/big>uf Naxos sind sowohl magmatische Gesteine als auch Sedimentgesteine, meist in metamorphisierter Form, anzutreffen. Ein gro\u00dfer Teil der Insel besteht aus dicken Lagen von <u>Marmor<\/u> oder <u>Schiefer<\/u>. Au\u00dferdem treten granit\u00e4hnliche Gesteine auf: ein Migmatit im Inselinnern und ein Granodiorit im Westen der Insel. Der <u>Migmatit<\/u> ist Teil der heute durch eine Aufw\u00f6lbung freigelegten Gebirgswurzel. Vor allem in seinem s\u00fcdlichen Bereich ist er von <u>Gneisen<\/u> umgeben. Beim <u>Granodiorit<\/u> handelt es sich um ein in der Erdkruste erstarrtes magmatisches Gestein. Lokal kommen au\u00dferdem <u>Konglomerate<\/u> (Sedimente aus grobem Material) und <u>Brekzien<\/u> vor (tektonisch zerbrochenes und wieder verbackenes Gestein) sowie j\u00fcngere unverfestigte <u>Fluss- und Schwemmsedimente<\/u> und Schuttkegel. Schlie\u00dflich treten sehr kleinr\u00e4umig <u>Serpentinite<\/u> und verschiedene mit ihnen assoziierte Gesteine auf.<\/p>\n<h6>Marmor und Dolomit<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/09\/DSCN7173-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"dicke Marmorschichten auf Naxos\"><br \/>\n<small>Marmor entsteht durch Metamorphose aus Kalkstein. Dieser bildet sich in Flachmeeren aus zu Boden sinkenden kalkhaltigen einzelligen Algen und den Schalen von Meerestieren sowie durch chemisches Ausf\u00e4llen von Carbonaten.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN8273-1_450.jpg\" alt=\"dicke Marmorschichten auf Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auf Naxos sind Marmore (Calciumcarbonat = Calcit) und Dolomite (Calcium-Magnesium-Carbonat) weit verbreitet, besonders in der \u00f6stlichen H\u00e4lfte der Insel.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080402-1_450.jpg\" alt=\"verschiedenfarbiger nat\u00fcrlicher Marmorstein\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Marmore sind nicht unbedingt wei\u00df, sondern k\u00f6nnen aufgrund von Beimischungen verschiedener Mineralien auch r\u00f6tlich oder (dunkel-)grau sein.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN4701-1_450.jpg\" alt=\"schieferreicher Marmor am Koronos-Berg\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Oft lagern sich bei der Sedimentation nat\u00fcrlich gleichzeitig sowohl Kalk als auch Schlammstoffe ab. So entstehen kalkhaltige Schiefer oder Marmore mit einem h\u00f6heren Gehalt an Schichtsilikaten. Dieser Marmor mit einem hohen Gehalt an Glimmer am K\u00f3ronos-Berg zerf\u00e4llt sehr leicht entlang seiner Schichtung; er sieht fast nach einem Schiefer aus.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080684-1_450.jpg\" alt=\"Marmor mit Glimmer-reichen Schichten, Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Marmor mit Glimmer-reichen Schichten<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1030710-1_450.jpg\" alt=\"Oolith, Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Bei diesem ungew\u00f6hnlichen Stein handelt es sich um einen Oolith, bestehend aus runden Ooiden. Diese entstehen dadurch, dass sich Calcit an kleine, im Meer schwimmende Sandk\u00f6rner anlagert, die, wenn sie eine bestimmte Gr\u00f6\u00dfe erreicht haben, zu Boden sinken und miteinander verbacken.<\/small><\/p>\n<h6>Schiefer<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1060077-1_450.jpg\" alt=\"dicke Schieferlagen, Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Schiefer entsteht durch Metamorphose aus Tonstein. Dieser bildet sich durch die Sedimentation von feinem Sand und Schlamm, d.h. den ins Meer geschwemmten Erosionsprodukten eines Gebirges.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN3727-1_450.jpg\" alt=\"dicke Schieferlagen mit Quarzknollen, Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In der Umgebung von Azal\u00e1s enth\u00e4lt der Schiefer oft wei\u00dfe Quarzknollen, die zwischen den Schichten liegen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1030778-1_450.jpg\" alt=\"Schiefer bei Apollonas, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Schiefer enth\u00e4lt einen hohen Anteil an bl\u00e4ttrigen Schiefermineralien (z.B. Glimmer, Chlorite), die ihm seine bl\u00e4ttrige (&#8220;schiefrige&#8221;) Struktur verleihen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1270569-1_450.jpg\" alt=\"Glimmermineralien, am Schmirgel, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier reine Glimmer-Kristalle. Man kann gut die bl\u00e4ttrige Struktur erkennen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSC_7573-1_450.jpg\" alt=\"Schiefer- und Marmorschichten bei Apiranthos, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In vielen Gebieten von Naxos wechseln sich Marmor- und Schieferlagen ab. Hier liegen die Schieferschichten konkordant auf den Marmorschichten, d.h. sie sind in dieser Lagerung durch kontinuierliche Sedimentation entstanden: Entsprechend den klimatischen und geologischen Umst\u00e4nden setzten sich im selben Gebiet erst kalkhaltige, dann tonreiche Sedimente ab.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080141-1_450.jpg\" alt=\"Marmor- und Schieferschichten bei Danakos, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Im Gegensatz dazu liegen hier die Marmorschichten diskordant \u00fcber den darunter liegenden Schiefern, d.h. der Kontakt zwischen den beiden Lagen entspricht nicht der urspr\u00fcnglichen Sedimentation, sondern die beiden Gesteinspakete wurden an einer Verwerfung \u00fcbereinander geschoben. Man erkennt das daran, dass die Schichtung der beiden Gesteine unterschiedlich verl\u00e4uft. Au\u00dferdem ist zwischen den Gesteinen eine schmale Verschiebungszone zu erkennen. Auf Naxos ist die urspr\u00fcngliche Sedimentfolge der Gesteinsschichten stark durch Verwerfungen, Br\u00fcche und weitr\u00e4umige \u00dcberschiebungen ver\u00e4ndert worden.<\/small><\/p>\n<h6>Granodiorit<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080537-1_450.jpg\" alt=\"Granodiorit bei der Chora, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Ein Ganodiorit ist ein granit\u00e4hnlicher magmatischer Stein, der in der Erdkruste erstarrt ist. Er zeigt keine Schichtung, sondern bildet gerundete Formen. Im Unterschied zu Granit enth\u00e4lt ein Granodiorit mehr Plagioklas als Kalifeldspat, d.h. im Feldspat kommt mehr Calzium als Kalium vor.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080527-1_450.jpg\" alt=\"Granodiorit bei der Chora, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Wie Granit besteht Granodiorit (grunds\u00e4tzlich) aus Feldspat, Quarz und Glimmer. Der naxiotische Granodiorit enth\u00e4lt als Silikate Plagioklas, Hornblende und Titanit sowie Biotit als Schichtsilikat (Glimmer). Die dunklen und hellen Minerale liegen etwa gleichm\u00e4\u00dfig verteilt, zeigen aber manchmal durch Deformation eine gewisse Foliation (Einregelung der Kristalle in Schichten). Je langsamer das magmatische Gestein abgek\u00fchlt ist, desto gr\u00f6\u00dfer sind die Kristalle herangewachsen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1330777-1_450.jpg\" alt=\"Granodiorit mit Einsprengsel bei der Chora, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier liegt &#8211; im Randbereich des Granodiorits nahe am Kontakt mit dem umliegenden Gestein &#8211; eine kleine Linse nicht aufgeschmolzenen dunkleren Materials im Granodiorit, die z.B. aus Biotit bestehen k\u00f6nnte, der einen h\u00f6heren Schmelzpunkt aufweist als die hellen Mineralien (Quarz und Feldspat). <\/small><\/p>\n<h6>Migmatit<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080892-1_450.jpg\" alt=\"Migmatit bei Kinidaros, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Als Migmatit wird ein Gestein bezeichnet, das sich durch teilweises Aufschmelzen aus granitischen Gesteinen der Gebirgswurzel oder aus Sedimentschichten gebildet hat, die bei der Gebirgsbildung in tiefere Bereiche abgesenkt wurden. Je nach dem Ausgangsgestein und den Bedingungen bei der Bildung k\u00f6nnen Migmatite sehr verschieden aussehen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080905-1_450.jpg\" alt=\"Migmatit bei Kinidaros, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>H\u00e4ufig enth\u00e4lt der Migmatit nicht aufgeschmolzene Gesteinsanteile als Schollen oder verfaltete Lagen. Hier sieht man im Kern des Migmatit-Doms eine Schieferschicht, die mit dem Migmatit verfaltet ist.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/P1130411-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Migmatit bei Kinidaros, Naxos\"><br \/>\n<small>Dieses Bild zeigt eine kleine nicht aufgeschmolzene Scholle des Ausgangsgesteins des Migmatiten. Derartige Anteile werden als Pal\u00e4osom bezeichnet. Hier ist die Scholle durch die tektonischen Vorg\u00e4nge w\u00e4hrend des Erstarrens stark verfaltet.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080895-1_450.jpg\" alt=\"Migmatit bei Kinidaros, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Name Migmatit kommt vom griechischen Wort <em>migma<\/em>, d.h. Mischung. Ein Migmatit besteht aus verschiedenfarbigen Anteilen, die eine B\u00e4nderung oder Schichtung bilden k\u00f6nnen. Diese Schichtung ist im st\u00e4rker aufgeschmolzenen Kernbereich des naxiotischen Migmatiten stark verformt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080602-1_450.jpg\" alt=\"Migmatit bei Potamia, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Durch das Anschmelzen wird das Gestein im Migmatiten umgestaltet: Beim Wiedererstarren trennt es sich in hellere (&#8220;Leucosom&#8221;) und dunklere Bereiche (&#8220;Melanosom&#8221;), was daran liegt, dass die helleren Mineralien (Quarz und Feldsp\u00e4te) einen niedrigeren Schmelzpunkt aufweisen als die dunkleren. So entsteht eine B\u00e4nderung, Schichtung oder &#8220;Fleckung&#8221;. Die angeschmolzenen und umgestalteten Anteile des Migmatiten werden als Neosom bezeichnet.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080884-1_450.jpg\" alt=\"Migmatit bei Potamia, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der naxiotische Migmatit ist in seinem Kerngebiet \u00fcberwiegend hell gef\u00e4rbt und enth\u00e4lt nur wenig dunkle Mineralien.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080873-1_450.jpg\" alt=\"Migmatit mit Aplit-G\u00e4ngen bei Kinidaros, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Sowohl der Migmatit als auch die diesen umgebenden Schieferschichten sind oft von Aplit- oder Leukogranit-G\u00e4ngen durchzogen. Diese sind an ihrer einheitlich hellen F\u00e4rbung zu erkennen: Sie bestehen nur aus den hellen Mineralien (Quarz und Feldspat: hier Plagioklas), die einen niedrigeren Schmelzpunkt aufweisen und deswegen als Schmelze in Risse und Schw\u00e4chezonen eingedrungen sind.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080598-1_450.jpg\" alt=\"Migmatit mit Aplit-G\u00e4ngen bei Potamia, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An diesem Aplitgang im Migmatit sind sch\u00f6ne Glimmerkristalle (vermutlich Muskowit) ausgebildet. Die gelblichen Bereiche sind Feldsp\u00e4te, die wei\u00dfen Quarz.<\/small><\/p>\n<h6>Gneis<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080627-1_450.jpg\" alt=\"Gneis bei Tsikalario, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Gneis bildet sich durch Metamorphose unter hohem Druck aus Schiefergestein oder Granit und zeichnet sich durch seine deutlich erkennbare Schichtung aus. Der Migmatit von Naxos kann in den oberen Bereichen auch als Gneis bezeichnet werden, da er eine klare Schichtung aufweist. \u00dcber dem Migmatiten schlie\u00dfen sich Gneise und Schiefer an, wobei die \u00dcberg\u00e4nge zwischen den Gesteinen flie\u00dfend sind.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1050746-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Gneis bei Tsikalario, Naxos\"><br \/>\n<small>Im Gegensatz zu den stark verformten Schichten im Migmatit liegen diese im Gneis etwa parallel. Auch die Gneise sind auf Naxos oft sehr hell gef\u00e4rbt (&#8220;Leukogneis&#8221;).<\/small><\/p>\n<h6>Leukogranit<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080854-1_450.jpg\" alt=\"Leukogranit bei Kourounochori, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In kleineren Gebieten, so in einer schmalen Zone nordwestlich des Migmatit-Doms und in einzelnen Schichten an seinem westlichen Rand, tritt ein Leukogranit auf, der sich aus g\u00e4nzlich aufgeschmolzenen Gesteinen gebildet hat, bzw. dadurch enstanden ist, dass &#8211; wie hier &#8211; Schmelze in Schichten oder G\u00e4ngen in das umgebende Gestein eingedrungen ist.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080856-1_450.jpg\" alt=\"Leukogranit bei Kourounochori, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Leukogranit besteht nur aus den hellen Mineralen (Quarz und Feldsp\u00e4te), die einen niedrigeren Schmelzpunkt aufweisen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/fortresses\/tower_agia_oil_mill-2.jpg\" alt=\"Mahlstein einer \u00d6lm\u00fchle aus Leukogranit; beim Wehrturm von Agi\u00e1\" border=\"0\"><small>Mahlstein einer \u00d6lm\u00fchle aus Leukogranit; beim Wehrturm von Agi\u00e1<\/small><\/p>\n<h6>Konglomerat<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1060296-1_450.jpg\" alt=\"Konglomerat in Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Ein Konglomerat besteht aus verbackenen groben Erosionsprodukten, die sich meist an Land, nicht im Meer ablagern (z.B. Flussschotter). In diesem Konglomerat sind die Steine \u00fcberwiegend etwa gleich gro\u00df und gut gerundet, d.h. sie sind schon \u00fcber eine gewisse Strecke durch einen Fluss transportiert worden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN3718-1_450.jpg\" alt=\"Konglomerat in Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In diesem Konlgomerat sind die Bestandteile unsortiert und eckiger, d.h. sie sind nur wenig transportiert worden. In der Mitte ist ein Bereich zu sehen, in dem vor allem rote Erde mit nur wenigen Steinen darin abgelagert worden ist.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1090075-1_450.jpg\" alt=\"Konglomerat auf der Palastinsel, Chora, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die &#8220;Palastinsel&#8221; bei der Ch\u00f3ra, auf der der Apollon-Tempel steht, besteht aus verbackenen Konglomeraten.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080478-1_450.jpg\" alt=\"mioz\u00e4nes Konglomerat am Strand Chochlakas, Moutsouna, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auch bei diesen Sedimenten aus der N\u00e4he von Moutso\u00fana handelt es sich um ein Konglomerat, das jedoch nicht aus den Erosionsprodukten der heutigen Berge von Naxos besteht, sondern aus anderen Gesteinen.<\/small><\/p>\n<h6>Turbidit<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN4948-1_450.jpg\" alt=\"Turbidit am Kap Stavros, Moutsouna, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Als Turbidite werden tonreiche, feine Sedimente bezeichnet, die sich als lawinenartige Suspensionsstr\u00f6me im Meer abgelagert haben. Dieser Turbidit befindet sich am Kap Stavr\u00f3s. Es handelt sich um ein selten auftretendes Gestein.<\/small><\/p>\n<h6>Brekzie<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN8287-1_450.jpg\" alt=\"tektonische Brekzie bei Apiranthos, Naxos\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN3685-1_450.jpg\" alt=\"tektonische Brekzie bei Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Eine Brekzie besteht aus wieder verbackenen eckigen Gesteinstr\u00fcmmern; sie entsteht z.B. an Verwerfungen durch das Zerbrechen des Gesteins aufgrund der Bewegung der Schichten gegeneinander. Auf Naxos sind Brekzien naturgem\u00e4\u00df zwar nur sehr lokal, aber recht regelm\u00e4\u00dfig anzutreffen.<\/small><\/p>\n<h6>Serpentinit<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1080498-1_450.jpg\" alt=\"Serpentinit am Kap Stavros, Moutsouna, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Bei diesem gr\u00fcnen Gestein handelt es sich um Serpentinit, der durch Metamorphose aus Peridotiten und Basalten des ozeanischen Erdmantels entsteht. Serpentinite treten oft kleinr\u00e4umig im Bereich ehemaliger Subduktionszonen auf, wenn ozeanisches Mantelmaterial zusammen mit den bei der Subduktion abgescherten Sedimenten nach oben geschleppt und in die Deckenstapel des entstehenden Gebirges eingebaut wird. Auf Naxos kommt Serpentinit nur sehr lokal vor, z.B. zwischen Moutso\u00fana und Kap Stavr\u00f3s und in der Gegend von M\u00e9lanes.<\/small><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"https:\/\/azalas.de\/erdbeben\/\">Erdbeben<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-geologie\/\">Die Geologie von Naxos<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/tektonische-einheiten-naxos\/\">Die Tektonischen Einheiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/verwitterung-und-wasserhaushalt\/\">Verwitterung und Wasserhaushalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/falten-verwerfungen-scherzonen\/\">Falten, Verwerfungen und Scherzonen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-schmirgelminen\/\">Die Schmirgelminen von Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-tropfsteine-mineralien\/\">Tropfsteine und Mineralien<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gesteine k\u00f6nnen nach unterschiedlichen Aspekten klassifiziert werden. Zun\u00e4chst einmal unterteilt man sie entsprechend ihrer Bildung in magmatische Gesteine und Sedimentgesteine. Die magmatischen Gesteine (z.B. Granit, Basalt) bilden sich dadurch dass geschmolzenes Material erstarrt, d.h. sie sind entweder vulkanischen Ursprungs oder es handelt sich um aus der Tiefe aufdringendes Magma, das nicht bis zur Oberfl\u00e4che [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":51246,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19,347,1957,11,9],"tags":[886,1219,987,34,712,991,1220,865,1221,433],"class_list":["post-12734","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-boden","category-geology","category-marble","category-nature","category-naxos","tag-geologie","tag-gesteine","tag-granodiorit","tag-kykladen","tag-marmor","tag-migmatit","tag-mineralien","tag-naxos","tag-schiefer","tag-schmirgel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12734","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12734"}],"version-history":[{"count":35,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12734\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69325,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12734\/revisions\/69325"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51246"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12734"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12734"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12734"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}