{"id":12664,"date":"2020-10-14T21:27:36","date_gmt":"2020-10-14T18:27:36","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=12664"},"modified":"2025-03-15T21:53:09","modified_gmt":"2025-03-15T19:53:09","slug":"verwitterung-und-wasserhaushalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/en\/verwitterung-und-wasserhaushalt\/","title":{"rendered":"Verwitterung und Wasserhaushalt"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie drei wesentlichen Gesteinssorten, die auf Naxos vorkommen, d.h. Schiefer, Marmor (einschlie\u00dflich Dolomit) und Granit (als Granodiorit, Migmatit und Gneis) verwittern auf sehr unterschiedliche Weise, was zur Ausbildung deutlich verschiedener Landschaften f\u00fchrt. Diese drei Haupt-Landschaftstypen der Insel bieten der Vegetation recht unterschiedliche Bedingungen, so dass sie sich oft auch im Bewuchs unterscheiden.<\/p>\n<h3>1. Marmorlandschaften<\/h3>\n<p><big>M<\/big>armor verwittert vor allem chemisch: das kalkhaltige Gestein wird nach und nach durch das Regenwasser aufgel\u00f6st. Diese Verwitterung geht an der Oberfl\u00e4che sehr langsam vor sich, so dass Marmorschichten oft \u00fcber benachbarte Schieferschichten hinausragen. Eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt die chemische Verwitterung in den unterirdischen Kl\u00fcften, die sich im Marmor bilden. Hier h\u00e4lt sich die Feuchtigkeit besser, und durch die andauernde Verwitterung erweitern und vertiefen sich die Kl\u00fcfte nach und nach. Dabei f\u00fcllen sich die Kl\u00fcfte mit einer r\u00f6tlichen, tonhaltigen Erde, die aus den Mineralien bestehen, die \u00fcbrig bleiben, wenn sich das Calziumcarbonat aufgel\u00f6st hat.<\/p>\n<p><big>D<\/big>urch die vielen Kl\u00fcfte versickert das Wasser in den Marmorgebieten schnell im Untergrund und flie\u00dft unterirdisch ab. Entsprechend f\u00fchren die Fl\u00fcsse hier nur nach heftigen Regenf\u00e4llen kurzfristig Wasser (Torrente).<\/p>\n<h6>Verwitterung und Erosion<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN4439-1_450.jpg\" alt=\"chemische Verwitterung von Marmor durch den Regen, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Marmor verwittert vor allem chemisch, indem sich das Calciumcarbonat durch das leicht saure Regenwasser aufl\u00f6st.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN6419-1_450.jpg\" alt=\"chemische Verwitterung von Marmor durch den Regen, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Durch den Regen bilden sich kleine Rillen auf den Marmorsteinen, die im Lauf der Zeit immer mehr vertieft werden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN8282-1_450.jpg\" alt=\"Tropfsteingebilde an \u00fcberh\u00e4ngenden Marmorfelsen, bei Apiranthos, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An gr\u00f6\u00dferen, \u00fcberh\u00e4ngenden Felsfl\u00e4chen setzt sich das aufgel\u00f6ste, mit dem Wasser transportierte Calcit manchmal dort, wo das Wasser abtropft, wieder ab. So bildet sich mit demselben Prozess, der Tropfsteine entstehen l\u00e4sst, eine Kalkschicht auf dem Felsen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN8283-1_450.jpg\" alt=\"Tropfsteingebilde, bei Apiranthos, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier sieht man die Tropfstein-artige Struktur der Kalkschicht.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN5564-1_450.jpg\" alt=\"Marmorlandschaft, Zeus-Gipfel, Naxos\"><br \/>\n<small>Da das Gestein haupts\u00e4chlich chemisch verwittert, sich also aufl\u00f6st, gibt es in Marmorlandschaften oft praktisch keine Erdschicht an der Oberfl\u00e4che.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1060116-1_450.jpg\" alt=\"Schlundloch in Karstlandschaft bei Moutsouna, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In Marmorgebieten versickert das Wasser unterirdisch, wobei sich oft gr\u00f6\u00dfere Hohlr\u00e4ume und unterirdische Fl\u00fcsse bilden (&#8220;Karst&#8221;). Manchmal entstehen dabei senkrechte &#8220;Schlundl\u00f6cher&#8221; im Fels (im Vordergrund).<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1060106-1_450.jpg\" alt=\"Schlundloch in Karstlandschaft bei Moutsouna, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Bei diesem Schlundloch in der N\u00e4he von Moutso\u00fana kann man von oben nicht erkennen, wie tief es in die Erde reicht.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSC_7688-1_450.jpg\" alt=\"in gro\u00dfe Brocken zerfallender Marmor, bei Lionas, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Abgesehen von der chemischen Verwitterung zerf\u00e4llt der Marmor auch entlang der Kl\u00fcfte und Schichten in gro\u00dfe Brocken.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN6359-1_450.jpg\" alt=\"in gro\u00dfe Brocken zerfallender Marmor an Felsk\u00fcste, n\u00f6rdlich von Moutsouna, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>erodierender Marmor an einer Felsk\u00fcste<\/small><\/p>\n<h6>Bodenbildung und Vegetation<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN6159-1_450.jpg\" alt=\"r\u00f6tliche Erde in Marmorkl\u00fcften\"><br \/>\n<small>Durch die chemische Verwitterung werden tektonisch entstandene Kl\u00fcfte im Marmor mit der Zeit immer gr\u00f6\u00dfer. In ihnen sammelt sich bis in gr\u00f6\u00dfere Tiefe r\u00f6tliche Erde an. Diese besteht vor allem aus Tonmineralien, die \u00fcbrigbleiben, wenn das Calciumcarbonat aufgel\u00f6st wird. Die r\u00f6tliche Erde ist arm an organischem Material, enth\u00e4lt jedoch recht viele Mineralien und Spurenelemente.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/macchie-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Macchie auf Marmor, Agios Dimitris, Naxos\"><br \/>\n<small>In den Kl\u00fcften im Marmor k\u00f6nnen die B\u00e4ume gut wurzeln. So finden sie auch in der trockenen Jahreszeit im Marmor noch Feuchtigkeit, auch wenn oberirdisch kaum Erde zur Verf\u00fcgung zu steht.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/DSCN6641-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Hang des Kalogeros, bei Apollonas, Naxos\"><br \/>\n<small>Hier am Hang des Kal\u00f3geros bei Ap\u00f3llonas kann man gut erkennen, dass die B\u00e4ume nur an den felsigen Stellen wachsen, wo die Kl\u00fcfte des Gesteins eine ausreichend tiefe Durchwurzelung erlauben, nicht aber an den Stellen, die eine dickere oberfl\u00e4chliche Erdschicht tragen.<\/small><\/p>\n<h6>Wasserhaushalt<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/P1000125-1_450.jpg\" alt=\"Torrente mit Wasser, Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Da das Wasser generell in Marmorgebieten \u00fcber die Spalten und Kl\u00fcfte im Untergrund versickert, f\u00fchren die Fl\u00fcsse hier nur kurzfristig nach starken Regenf\u00e4llen Wasser. Derartige Fl\u00fcsse werden Torrente genannt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN4000-1_450.jpg\" alt=\"Torrente mit Wasser, Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/azalas\/area\/agios_dimitris_torrente-1.jpg\" alt=\"trockener Torrente, Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Schon wenige Stunden oder Tage nach den Regenf\u00e4llen ist der Torrente wieder trocken, wie auch den ganzen Sommer \u00fcber.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/P1000279-1_450.jpg\" alt=\"Anevaouses, untermeerische S\u00fc\u00dfwasserquellen, Agios Dimitris, Moutsouna, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Das Wasser flie\u00dft in Marmorgebieten in unterirdischen Fl\u00fcssen ab. Diese m\u00fcnden an der K\u00fcste oft &#8220;untermeerisch&#8221; ins Meer, wo das leichtere S\u00fc\u00dfwasser sichtbar hochsprudelt (an der Kapelle \u00c1gios Dim\u00edtris).<\/small><\/p>\n<h6>Str\u00e4nde<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1360099-1_450.jpg\" alt=\"Marmor-Kiesstrand\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An Marmork\u00fcsten bilden sich Kiesstr\u00e4nde mit wei\u00dfen Marmorkieseln. Da der Marmor (abgesehen vom Zerfallen in gr\u00f6\u00dfere Brocken) chemisch verwittert, bildet sich kein Sand.<\/small><\/p>\n<h3>2. Schieferlandschaften<\/h3>\n<p><big>S<\/big>chiefer verwittert chemisch und physikalisch. Insbesondere bei den auf Naxos weit verbreiteten, sehr bl\u00e4ttrigen Schiefern zerf\u00e4llt das Gestein leicht entlang seiner Schieferung. Au\u00dferdem wandeln sich die Silikatmineralien, aus denen der Schiefer haupts\u00e4chlich besteht, bei Feuchtigkeit durch Hydrolyse in Tonminerale um. Die schnelle Verwitterung f\u00fchrt dazu, dass sich auf Naxos in den Schieferregionen oft ein vergleichsweise tiefgr\u00fcndiger, guter Boden bildet. Fr\u00fcher halfen die Bauern der Bergd\u00f6rfer bei der Bodenbildung nach, indem sie den Schiefer in kleine St\u00fccke zerschlugen und zerrieben.<\/p>\n<p><big>I<\/big>m Vergleich zu den Marmorlandschaften, in denen das Regenwasser schnell in der Tiefe versickert, sind Schieferlandschaften weniger wasserdurchl\u00e4ssig. An den Schieferschichten flie\u00dft das Wasser zum gro\u00dfen Teil oberirdisch ab und es bilden sich Quellen und oberirdische Fl\u00fcsse. Auf der anderen Seite trocknen die B\u00f6den \u00fcber Schiefer oft im Sommer st\u00e4rker aus als die B\u00f6den \u00fcber Marmor mit ihren tiefreichenden Kl\u00fcften. Entsprechend k\u00f6nnen sich auf Schiefer in trockeneren Gebieten oft keine <a href=\"http:\/\/azalas.de\/phanerophyten\/\">B\u00e4ume<\/a> halten, sondern nur <a href=\"http:\/\/azalas.de\/chamaephyten\/\">Zwergstr\u00e4ucher<\/a>, die im Sommer eine Trockenpause einlegen und ihre Bl\u00e4tter abwerfen.<\/p>\n<h6>Verwitterung und Erosion<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN6629-1_450.jpg\" alt=\"verwitternder Schiefer, bei Komiaki, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Schiefer enth\u00e4lt einen hohen Anteil an bl\u00e4ttrigen Schiefermineralien (z.B. Glimmer, Chlorite), die ihm seine bl\u00e4ttrige (&#8220;schiefrige&#8221;) Struktur verleihen. Aufgrund dieser Textur verwittern die meisten Schiefer sehr leicht durch physikalische Verwitterung.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN8199-1_450.jpg\" alt=\"verwitternder Schiefer, Agios Dimitris, Naxos\"><br \/>\n<small>stark erodierender Schiefer an der K\u00fcste<\/small><\/p>\n<h6>Bodenbildung und Vegetation<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/terraces_koronos-2.jpg\" alt=\"Weinterrassen in Schieferlandschaft, Koronos, Naxos\"><br \/>\n<small>Aufgrund ihrer guten B\u00f6den sind Schieferlandschaften stets landwirtschaftlich genutzt, wobei in den Bergen die H\u00e4nge sorgf\u00e4ltig terrassiert sind. Alle Bergd\u00f6rfer liegen in Gegenden, in denen der Schiefer \u00fcberwiegt. Entsprechend der schnelleren Erosion sind die Schieferregionen oft als sanfte Hocht\u00e4ler ausgepr\u00e4gt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/P1030262-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"landwirtschaftlich genutzte Schieferlandschaft bei Danakos, Naxos\"><br \/>\n<small>Hier sieht man eine weiche, landwirtschaftlich genutzte Schieferlandschaft im Vordergrund, w\u00e4hrend der steile Marmorhang im Hintergrund nur als Ziegenweide dienen kann.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN5470-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Zwergstrauchvegetation auf Schiefer, Zeus-Berg, Naxos\"><br \/>\n<small>Im Gegensatz zum Marmor bietet der Schiefer den B\u00e4umen keine Spalten und Kl\u00fcfte f\u00fcr tiefreichende Wurzeln. Entsprechend wachsen an den H\u00e4ngen, an denen sich keine dicke Erdschicht halten kann, auch in hohen und regenreichen Lagen wie hier am Zeus-Berg \u00fcber Schiefer oft nur Zwergstr\u00e4ucher (hellgr\u00fcn), w\u00e4hrend \u00fcber den Marmorschichten (mit herausschauenden wei\u00dfen Steinen) trotz der sp\u00e4rlicheren Erde auch verbissene B\u00e4ume (dunkelgr\u00fcn) gedeihen k\u00f6nnen.<\/small><\/p>\n<h6>Wasserhaushalt<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1160938-1_450.jpg\" alt=\"Fluss von Apollonas, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Im Tal von Apollonas steht \u00fcberwiegend Schiefergestein an. Hier flie\u00dft das Regenwasser vor allem oberfl\u00e4chlich ab, da der Schiefer nicht wasserdurchl\u00e4ssig ist.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1150428-1_450.jpg\" alt=\"Fluss von Apollonas, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Entsprechend f\u00fchrt der Fluss im Tal das ganze Jahr \u00fcber Wasser.<\/small><\/p>\n<h6>Str\u00e4nde<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1460104-1_450.jpg\" alt=\"Strand mit feinem Sand aus Schiefer, Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Schiefer verwittert bei uns zu einem feinen Sand aus winzigen Schieferpl\u00e4ttchen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/P1470464-1_450.jpg\" alt=\"Sandburg, Agios Dimitris, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Dieser ist bestens zum Spielen und Burgenbauen geeignet.<\/small><\/p>\n<h3>3. Granitlandschaften<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Granit-\u00e4hnlichen Gesteine, die auf Naxos vorkommen (Granodiorit, Migmatit und Gneis; hier der Einfachheit halber zusammenfassend als &#8220;Granit&#8221; bezeichnet) verwitterern durch oberfl\u00e4chliches &#8220;Zerkr\u00fcmeln&#8221; aufgrund der t\u00e4glichen Temperaturschwankungen, da ihre unterschiedlichen Bestandteile sich bei Erhitzen verschieden stark ausdehnen, so dass sich das Gef\u00fcge lockert. Au\u00dferdem verwittern diese Gesteine auch chemisch: Unter dem Einfluss von Feuchtigkeit hydrolysieren die Feldsp\u00e4te und Glimmer. Die Verwitterung des Granits wird Vergrusung genannt, da nach dem Fortwaschen der hydrolysierten Tonminerale mit dem Regenwasser der Quarz als grobk\u00f6rniger Sand \u00fcbrig bleibt. Ensprechend bilden sich \u00fcber Granit und verwandten Gesteinen sandige, eher unfruchtbare B\u00f6den.<\/p>\n<p><big>A<\/big>uf Naxos kann man in den Granitlandschaften zwei ungew\u00f6hnliche Verwitterungsformen antreffen: die Tafoni-Bildung und die Wollsackverwitterung. Als Tafoni bezeichnet man von unten ausgeh\u00f6hlte Granitbl\u00f6cke, die dadurch entstehen, dass die Granitbl\u00f6cke vor allem an ihrer schattigen und somit feuchteren Unterseite verwittern. Die Wollsackverwitterung ist dagegen ein \u00dcberbleibsel aus den Eiszeiten, als auf Naxos auf dem Migmatit noch eine dicke Bodenschicht existierte. Am Untergrund des Bodens lief die chemische Verwitterung (Hydrolyse) vor allem entlang der Kl\u00fcfte ab, die bei der Erstarrung des Granits in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden entstanden waren. Auf diese Weise bildeten sich abgerundete Bl\u00f6cke, die heute an der Oberfl\u00e4che liegen, nachdem der Boden wegerodiert ist.<\/p>\n<p><big>A<\/big>uch die Granitlandschaften trocknen im Sommer wegen ihrer meist flachen Bodenschicht stark aus. Das anstehende Gestein ist verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig hart und wasserundurchl\u00e4ssig. B\u00e4ume k\u00f6nnen im Granit keine tiefreichenden Wurzeln bilden, so dass hier oft nur eine niedrige Zwergstrauchvegetation gedeihen kann. Im Winter sind Granitlandschaften dagegen aus denselben Gr\u00fcnden oft besonders feucht, und das Wasser h\u00e4lt sich in feuchten Senken oder kleinen T\u00fcmpeln. Im Migmatit entspringen die meisten der ganzj\u00e4hrig wasserf\u00fchrenden Fl\u00fcsse von Naxos, an denen vielerorts ein bemerkenswerter <a href=\"http:\/\/azalas.de\/auwaelder\/\">Auwald<\/a> gedeiht.<\/p>\n<h6>Verwitterung und Erosion<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSC_2458-1_450.jpg\" alt=\"Migmatit, bei Kinidaros, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Durch physikalische Verwitterung aufgrund der Erhitzung der Oberfl\u00e4che durch die Sonneneinstrahlung bl\u00e4ttert im Migmatit und Granodiorit an vielen Stellen die obere Schicht der Felsbl\u00f6cke ab; dieser Prozess l\u00e4uft oft so schnell ab, dass die Gesteinsoberfl\u00e4che sogar frei von Flechten bleibt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DSCN4482-1_450.jpg\" alt=\"Tafoni, bei Tsikalario, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An der feuchteren Unterseite l\u00e4uft dagegen eine chemische Verwitterung ab, durch die die Felsbl\u00f6cke von unten ausgeh\u00f6hlt werden. Die so entstehenden malerischen Felsen werden als &#8220;Tafoni&#8221; bezeichnet.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/geology\/tafoni-1.jpg\" alt=\"Tafoni, bei Agia Anna\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Tafoni bei \u00c1gia \u00c1nna<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2468-1_450.jpg\" alt=\"Wollsacklandschaft im Migmatit, bei Kinidaros, Naxos\"><br \/>\n<small>Die &#8220;Wollsacklandschaft&#8221; in der N\u00e4he von Kin\u00eddaros im Migmatit ist ein \u00dcberbleibsel aus den Eiszeiten, als der Migmatit unter einer dicken Bodenschicht entlang von Kl\u00fcften und Rissen zu runden, &#8220;lose&#8221; auf der Oberfl\u00e4che liegenden &#8220;Findlingen&#8221; verwitterte.<\/small><\/p>\n<h6>Bodenbildung und Vegetation<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN4356-1_450.jpg\" alt=\"sandiger Boden \u00fcber Granit\"><br \/>\n<small>Durch die Verwitterung entsteht aus dem Granit ein sandiger, armer, flachgr\u00fcndiger Boden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN4357-1_450.jpg\" alt=\"sandiger Boden \u00fcber Granit\"><br \/>\n<small>Dieser trocknet im Sommer oft fast vollst\u00e4ndig aus.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Heide auf dem Gipfel des Koronos-Berges, Naxos\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4724-1_450.jpg\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Wegen des sandigen, flachgr\u00fcndigen Bodens kann auch auf dem feuchten Gipfel des K\u00f3ronos nur eine niedrige Heide gedeihen.<\/small><\/p>\n<h6>Wasserhaushalt<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2494-1_450.jpg\" alt=\"T\u00fcmpel bei Kinidaros, Naxos\"><br \/>\n<small>Aufgrund der Wasserundurchl\u00e4ssigkeit des Migmatits bilden sich im Winter in den Senken feuchte Stellen oder gar ein gro\u00dfer T\u00fcmpel wie hier.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/P1130250-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"Wasserfall von Routsounas be Keramoti, Naxos\"><br \/>\n<small>Im wasserundurchl\u00e4ssigen Migmatit flie\u00dft das Regenwasser haupts\u00e4chlich oberirdisch ab.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4537-1_450.jpg\" alt=\"der Fluss bei Kinidaros, Naxos\"><br \/>\n<small>Entsprechend entspringen in der Migmatit-Region mehrere ganzj\u00e4hrig wasserf\u00fchrende Fl\u00fcsse.<\/small><\/p>\n<h6>Die Str\u00e4nde<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/P1330758-1_450.jpg\" alt=\"Sandstrand bei Agia Anna, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Granodiorit um Naxos-Stadt verwittert wie der Migmatit zu einem grobk\u00f6rnigen Quarzsand.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2010\/04\/P1010280-1_450.jpg\" alt=\"Sandstrand bei Agia Anna, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Aus diesem Quarzsand haben sich die gro\u00dfen Sandstr\u00e4nde s\u00fcdwestlich der Ch\u00f3ra gebildet.<\/small><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/tektonischer-bruch-bei-azalas\/\">Ein tektonischer Bruch bei Azalas<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-geologie\/\">Die Geologie der Insel Naxos<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-gesteine\/\">Die Gesteine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-tropfsteine-mineralien\/\">Tropfsteine und Mineralien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-vegetation\/\">Die Vegetation<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/erosion\/\">Die Erosion<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die drei wesentlichen Gesteinssorten, die auf Naxos vorkommen, d.h. Schiefer, Marmor (einschlie\u00dflich Dolomit) und Granit (als Granodiorit, Migmatit und Gneis) verwittern auf sehr unterschiedliche Weise, was zur Ausbildung deutlich verschiedener Landschaften f\u00fchrt. Diese drei Haupt-Landschaftstypen der Insel bieten der Vegetation recht unterschiedliche Bedingungen, so dass sie sich oft auch im Bewuchs unterscheiden. 1. Marmorlandschaften Marmor [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":51190,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2015,19,347,18,2004,11,9],"tags":[874,1233,204,68,886,1232,1235,871,865,162,288,1234,868,1230,1231],"class_list":["post-12664","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-best-articles","category-boden","category-geology","category-climate-and-weather","category-landscape","category-nature","category-naxos","tag-boden","tag-bodenbildung","tag-erosion","tag-fluss","tag-geologie","tag-karst","tag-kueste","tag-landwirtschaft","tag-naxos","tag-regen","tag-strand","tag-torrente","tag-vegetation","tag-verwitterung","tag-wasserhaushalt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12664","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12664"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12664\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":75820,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12664\/revisions\/75820"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/51190"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12664"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12664"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12664"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}