{"id":10876,"date":"2019-05-31T01:07:07","date_gmt":"2019-05-30T22:07:07","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?p=10876"},"modified":"2024-02-04T17:21:59","modified_gmt":"2024-02-04T15:21:59","slug":"gluehwuermchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/en\/gluehwuermchen\/","title":{"rendered":"Gl\u00fchw\u00fcrmchen"},"content":{"rendered":"<p><big>I<\/big>m Fr\u00fchsommer kann man bei uns in warmen, stillen N\u00e4chten oft Gl\u00fchw\u00fcrmchen beobachten. Die &#8220;Gl\u00fchw\u00fcrmchen&#8221;, oder besser Leuchtk\u00e4fer, besitzen die F\u00e4higkeit, durch Biolumineszenz Lichtsignale auszusenden. Bei den meisten Arten leuchten vor allem die Weibchen; M\u00e4nnchen und Larven zeigen oft nur ein schw\u00e4cheres Leuchten. Die Leuchtsignale dienen dem Anlocken der Geschlechtspartner und sind artspezifisch. W\u00e4hrend die drei in Mitteleuropa vorkommenden Arten kontinuierlich leuchten &#8211; bei den M\u00e4nnchen teilweise im Flug &#8211; machen sich beide auf Naxos vorkommenden Arten durch Blinken bemerkbar. Die Gl\u00fchw\u00fcrmchen sind bei uns h\u00e4ufig und k\u00f6nnen in warmen Fr\u00fchsommern\u00e4chten leicht beobachtet werden; auch tags\u00fcber trifft man die Tiere nicht selten an.<\/p>\n<p><big>E<\/big>ine weitere Besonderheit vieler Leuchtk\u00e4fer ist ihr ausgesprochener Geschlechtsdimorphismus. W\u00e4hrend die M\u00e4nnchen wie ein kleiner, brauner Weichk\u00e4fer aussehen, sind die Weibchen bei vielen Arten deutlich anders gestaltet. Sie besitzen gar keine oder stark zur\u00fcckgebildete Fl\u00fcgel und ihr K\u00f6rper zeigt eine f\u00fcr K\u00e4fer v\u00f6llig untypische gleichf\u00f6rmige Segmentierung, so dass sie eher wie Larven aussehen als wie adulte K\u00e4fer. W\u00e4hrend die erwachsenen Leuchtk\u00e4fer nur wenig oder gar nicht essen, leben die Larven r\u00e4uberisch; sie erbeuten vor allem Schnecken. Die Weibchen sterben kurz nach der Eiablage. Die meisten Arten sind giftig oder schmecken sehr unangenehm, so dass sie nur wenige Fressfeinde haben.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Lichterzeugung erfolgt bei Leuchtk\u00e4fern (wie auch manchen anderen Tiergruppen mit Biolumineszenz) mithilfe des Enzyms Luciferase aus einem speziellen Protein, dem Luciferin, unter Verwendung von Sauerstoff und ATP. Die bei dieser Reaktion freiwerdende Energie wird mit einer erstaunlich hohen Ausbeute als Licht abgegeben. Die Leuchtk\u00e4fer haben am unteren Teil des Hinterleibs eine lichtdurchl\u00e4ssige Chitinschicht, so dass das Leuchten deutlich zu sehen ist.<\/p>\n<h6>Italienischer Leuchtk\u00e4fer, <em>Luciola italica<\/em>, L.<\/h6>\n<p><big>D<\/big>er Italienische Leuchtk\u00e4fer ist mit nur etwa 5 mm K\u00f6rperl\u00e4nge sehr klein. Die Arten dieser vor allem in Asien verbreiteten Gattung zeichnen sich durch ihr etwa im Sekundentakt blinkendes Licht aus. Die Weibchen sehen nicht larven\u00e4hnlich aus, sondern \u00e4hneln den M\u00e4nnchen, sind aber flugunf\u00e4hig. Sowohl die M\u00e4nnchen als auch die Weibchen senden Lichtsignale aus. Die M\u00e4nnchen leuchten auch im Flug. Der Italienische Leuchtk\u00e4fer ist in S\u00fcdosteuropa heimisch.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/beetles\/luciola_italica-1.jpg\" alt=\"Italienischer Leuchtk\u00e4fer, Luciola italica\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Italienische Leuchtk\u00e4fer ist mit nur etwa 5 mm K\u00f6rperl\u00e4nge sehr klein. Man sieht ihn bei uns, wenn im Fr\u00fchling die N\u00e4chte w\u00e4rmer werden: Dann sitzen nachts hier und da die blinkenden K\u00e4fer an den Mauern im Garten. Die Lichterzeugung findet bei den Leuchtk\u00e4fern in den hinteren Segmenten des Abdomens statt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/beetles\/luciola_spec-1.jpg\" alt=\"Italienischer Leuchtk\u00e4fer, Luciola italica\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier handelt es sich wohl um ein Larvenstadium des Italienischen Leuchtk\u00e4fers, das noch keine Fl\u00fcge besitzt und bei dem fast das ganze Abdomen leuchtet.<\/small><\/p>\n<p>Hier ein blinkender <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TI57I4AYSvI\">Italienischer Leuchtk\u00e4fer<\/a> gefilmt.<\/p>\n<h6><em>Nyctophila colorata ?<\/em>, Geisthardt<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Gattung <em>Nyctophila<\/em>, die zu den Leuchtk\u00e4fern geh\u00f6rt, umfasst etwa 20 Arten. Bei unseren Exemplaren auf Naxos k\u00f6nnte es sich um <em>Nyctophila colorata<\/em> handeln.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/beetles\/nyctophila_colorata_male-1.jpg\" alt=\"Nyctophila colorata ?\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die F\u00e4rbung und die Form des Halsschildes und der Fl\u00fcgeldecken dieses m\u00e4nnlichen Leuchtk\u00e4fers lassen darauf schlie\u00dfen, dass es sich um <em>Nyctophila colorata<\/em> handelt, die auf den Kykladen vorkommt. >Die M\u00e4nnchen sind mit etwa 2 cm sehr gro\u00df und kr\u00e4ftig. Bislang habe ich M\u00e4nnchen dieser Art nur tags\u00fcber gesehen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/beetles\/nyctophila_colorata_male-2.jpg\" alt=\"Nyctophila colorata ?\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier dasselbe Exemplar von unten.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/beetles\/nyctophila_colorata_female-1.jpg\" alt=\"Nyctophila colorata ?\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Weibchen sehen bei vielen Leuchtk\u00e4fer-Arten fast wie Larven aus: Sie zeigen eine deutliche Segmentierung und besitzen keine oder stark zur\u00fcckgebildete Fl\u00fcgel. Von den Larven sind sie vor allem am gro\u00dfen Halsschild zu unterscheiden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/beetles\/nyctophila_colorata_female-2.jpg\" alt=\"Nyctophila colorata ?\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Vom \u00e4hnlichen Gro\u00dfen Leuchtk\u00e4fer <em>(Lampyris noctiluca)<\/em> unterscheiden sich die Angeh\u00f6rige der Gattung <em>Nyctophila<\/em> daran, dass die Weibchen kleine (stark zur\u00fcckgebildete) Fl\u00fcgel aufweisen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/beetles\/nyctophila_colorata_female-3.jpg\" alt=\"Nyctophila colorata ?\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier sieht man die leuchtenden Hinterleibssegmente. Das Weibchen sitzt so gekr\u00fcmmt, dass die leuchtende Unterseite gut zu sehen ist.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/beetles\/nyctophila_colorata_larva-1.jpg\" alt=\"Nyctophila colorata ?\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier eine Larve des Leuchtk\u00e4fers. Von den Weibchen unterscheidet sie sich an ihrem schmalen Kopf und kleinen Halsschild.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/beetles\/nyctophila_colorata_larva-2.jpg\" alt=\"Nyctophila larva\" border=\"0\" ><br \/>\n<small>Die Larve schiebt sich beim Laufen auch mit ihrem Hinterleib vorw\u00e4rts, indem sie ihn nach vorn einschl\u00e4gt und wieder ausstreckt.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/azalas.de\/kaefer\/\">mehr zu den K\u00e4fern von Naxos<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchsommer kann man bei uns in warmen, stillen N\u00e4chten oft Gl\u00fchw\u00fcrmchen beobachten. Die &#8220;Gl\u00fchw\u00fcrmchen&#8221;, oder besser Leuchtk\u00e4fer, besitzen die F\u00e4higkeit, durch Biolumineszenz Lichtsignale auszusenden. Bei den meisten Arten leuchten vor allem die Weibchen; M\u00e4nnchen und Larven zeigen oft nur ein schw\u00e4cheres Leuchten. Die Leuchtsignale dienen dem Anlocken der Geschlechtspartner und sind artspezifisch. 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