{"id":694,"date":"2010-03-28T00:54:42","date_gmt":"2010-03-27T22:54:42","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=694"},"modified":"2025-06-17T10:19:54","modified_gmt":"2025-06-17T07:19:54","slug":"asphodill","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/el\/asphodill\/","title":{"rendered":"Affodill und Junkerlilie, Asphodelus und Asphodeline"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>er Affodill oder Asphodill geh\u00f6rt zur Ordnung <em>Asparagales<\/em> innerhalb der Einkeimbl\u00e4ttrigen Pflanzen; die fr\u00fchere Familie der <em>Asphodelaceae<\/em> wird heute zur Familie der Grasbaumgew\u00e4chse <em>(Xanthorrhoeaceae)<\/em> gerechnet. Die Unterfamilie <em>Asphodeloideae<\/em> umfasst 11 Gattungen mit etwa 800 Arten, die in der Alten Welt, vor allem im Mittelmeergebiet und in der Kapregion Afrikas vorkommen. Die bekanntesten Arten sind die Aloen. Es gibt je etwa 20 Arten Affodille und Junkerlilien <em>(Asphodeline)<\/em>, die vor allem im Mittelmeerraum beheimatet sind. Auf Naxos kommen drei Arten vor.<\/p>\n<p>Hier kann man direkt zu den Gattungen springen (zur\u00fcck kommt man durch Zur\u00fcckbl\u00e4ttern): <a href=\"#A\">Affodill, <em>Asphodelus<\/em><\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#B\">Junkerlilie, <em>Asphodeline<\/em><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-einkeimblaettrige\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<h6><a name=\"A\">Kleinfr\u00fcchtiger Affodill, <em>Asphodelus ramosus<\/em><\/a>, L.<\/h6>\n<p><big>D<\/big>er Kleinfr\u00fcchtige Affodill oder Asphodill, <em>Asphodelus ramosus (= A. aestivus)<\/em> kommt im ganzen Mittelmeergebiet vor. Er tritt in den meisten Regionen von Naxos auf, besonders auch in den w\u00e4rmeren, trockenen Lagen. Die durch eingelagerte nadelf\u00f6rmige Kristalle besonders harten Bl\u00e4tter werden von Ziegen und Schafen nicht gefressen, so dass der Affodill sich auch in stark beweideten Gebieten halten kann und dort sogar oft besonders h\u00e4ufig ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodelus_ramosus-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kleinfr\u00fcchtiger Affodill, Asphodelus ramosus\"><br \/>\n<small>Der Kleinfr\u00fcchtige Affodill ist vor allem an seiner Gr\u00f6\u00dfe leicht zu erkennen: Der im sp\u00e4teren Fr\u00fchjahr austreibende, leicht verzweigte Bl\u00fctenstand wird bis deutlich \u00fcber einen Meter hoch. Die lang zugespitzten, unten etwa 4 cm breiten, steifen Bl\u00e4tter bilden eine dichte, bodenst\u00e4ndige Rosette.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodelus_ramosus_flower-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kleinfr\u00fcchtiger Affodill, Asphodelus ramosus\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodelus_ramosus_flower-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kleinfr\u00fcchtiger Affodill, Asphodelus ramosus\"><br \/>\n<small>Die Bl\u00fcten werden aus sechs wei\u00dfen, 1-2 cm langen Bl\u00fctenh\u00fcllbl\u00e4ttern mit rotbraunem Mittelnerv gebildet; auff\u00e4llig sind auch die sechs Staubbl\u00e4tter mit einer langen Narbe in der Mitte. Die Knospen sind leicht rosa gef\u00e4rbt. Als Best\u00e4uber dienen vor allem Bienenverwandte.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodelus_ramosus_fruit-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kleinfr\u00fcchtiger Affodill, Asphodelus ramosus\"><br \/>\n<small>Die Fr\u00fcchte sind eif\u00f6rmige Kapselfr\u00fcchte, die sich nach dem Reifen bei Trockenheit \u00f6ffnen, so dass die Samen vom Wind ausgesch\u00fcttelt werden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodelus_ramosus_root-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kleinfr\u00fcchtiger Affodill, Asphodelus ramosus\"><br \/>\n<small>Der Affodill bildet knollig oder r\u00fcbenartig verdickte Speicherwurzeln.  Diese Knollen helfen der Pflanze die lange Sommertrockenheit zu \u00fcberstehen, w\u00e4hrend derer ihre oberirdischen Teile absterben.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodelus_ramosus_root-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kleinfr\u00fcchtiger Affodill, Asphodelus ramosus\"><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie st\u00e4rkehaltigen Knollen des Affodills wurden im Altertum (teilweise auch noch bis in j\u00fcngere Zeiten) gegessen; bei den vorgriechischen Volksst\u00e4mmen vor der Einf\u00fchrung des Getreideanbaus aus dem Nahen Osten sollen sie laut den antiken Geschichtsschreibern eine wichtige Nahrungsgrundlage gewesen sein. Zur Entfernung der Bitterstoffe wurden sie gekocht oder ger\u00f6stet. Auch zum Brotbacken sollen sie, vermischt mit Getreide, benutzt worden sein. Von gro\u00dfer Bedeutung war auch die Verwendung als Heilpflanze: Die gekochten Wurzeln heilen, regelm\u00e4\u00dfig gegessen, Verdauungsst\u00f6rungen und Magengeschw\u00fcre, und einen Brei aus den zerstampften Knollen kann man \u00e4u\u00dferlich gegen Hautprobleme, Entz\u00fcndungen und Geschw\u00fcre anwenden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodelus_ramosus-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kleinfr\u00fcchtiger Affodill, Asphodelus ramosus\"><\/p>\n<p><big>D<\/big>er Affodill spielte eine wichtige Rolle in der griechischen Mythologie, der zufolge er in einer \u00f6den Flur im Totenreich gedeihen sollte; Homer bezeichnete diesen Bereich der Unterwelt, zu dem die Menschen kamen, die in ihrem Leben weder sehr gut noch sehr b\u00f6se gewesen waren, als &#8220;Asphodelenwiese&#8221;. Im Altertum wurde der Affodill den Toten mitgegeben bzw. auf Gr\u00e4ber gepflanzt und symbolisierte allgemein den Tod und die Trauer.<\/p>\n<h6>R\u00f6hriger Affodill, <em>Asphodelus fistulosus<\/em>, L.<\/h6>\n<p><big>D<\/big>er R\u00f6hrige Affodill sieht dem Kleinfr\u00fcchtigen Affodill \u00e4hnlich, ist aber deutlich kleiner und schlanker. Er kommt in der Traga\u00eda und im Westen der Insel vor.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodelus_fistulosus-1.jpg\" alt=\"R\u00f6hriger Affodill, Asphodelus fistulosus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der R\u00f6hrige Affodill ist deutlich kleiner und schlanker als der Kleinfr\u00fcchtige Affodill. Er ist wesentlich seltener und nur in der Traga\u00eda und im Westen der Insel an einigen Stellen anzutreffen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodelus_fistulosus_flower-1.jpg\" alt=\"R\u00f6hriger Affodill, Asphodelus fistulosus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Seine Bl\u00fcten stehen seitlich an den St\u00e4ngeln; sie sind deutlich kleiner mit breiteren Bl\u00fctenbl\u00e4ttern und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig k\u00fcrzeren Staubbl\u00e4ttern.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"B\">Liburnische Junkerlilie, <em>Asphodeline liburnica<\/em><\/a>, (Scop.) Rchb.<\/h6>\n<p><big>E<\/big>ng mit dem Affodill verwandt sind die schlankeren, zarteren, gelbbl\u00fchenden Affodelinen oder Junkerlilien. Die Liburnische Junkerlilie bl\u00fcht im Fr\u00fchsommer. Ihre Bl\u00fcten \u00f6ffnen sich erst gegen Abend. Sie kommt bei uns in Phrygana und Macchie vor, ist aber nicht h\u00e4ufig.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodeline_liburnica-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Liburnische Affodeline, Asphodeline liburnica\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodeline_liburnica-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Liburnische Affodeline, Asphodeline liburnica\"><br \/>\n<small>Die Liburnische Junkerlilie besitzt schmale, grasartige Bl\u00e4tter, die nur in der unteren St\u00e4ngelh\u00e4lfte stehen und vor der Bl\u00fcte einem Kiefernnadel-B\u00fcschel \u00e4hneln.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodeline_liburnica_flower-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Liburnische Affodeline, Asphodeline liburnica\"><br \/>\n<small>Die sch\u00f6nen gelben Bl\u00fcten mit den sehr schmalen, langen Bl\u00fctenbl\u00e4ttern \u00f6ffnen sich erst am sp\u00e4ten Nachmittag.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodeline_liburnica_fruit-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Liburnische Affodeline, Asphodeline liburnica\"><br \/>\n<small>Die Frucht der Affodeline ist eine kugelige Kapsel.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asphodelaceae\/asphodeline_liburnica_root-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Liburnische Affodeline, Asphodeline liburnica\"><br \/>\n<small>Die Liburnische Junkerlilie geh\u00f6rt zu den Geophyten, die keine Zwiebeln oder Knollen ausbilden, sondern verdickte Speicherwurzeln. Sie bl\u00fcht im Fr\u00fchsommer, sp\u00e4ter als die meisten anderen Blumen.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-einkeimblaettrige\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<p>siehe auch: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/meerzwiebel\/\">Meerzwiebel<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/flora-von-naxos\/\">Zur Flora von Naxos<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Affodill oder Asphodill geh\u00f6rt zur Ordnung Asparagales innerhalb der Einkeimbl\u00e4ttrigen Pflanzen; die fr\u00fchere Familie der Asphodelaceae wird heute zur Familie der Grasbaumgew\u00e4chse (Xanthorrhoeaceae) gerechnet. Die Unterfamilie Asphodeloideae umfasst 11 Gattungen mit etwa 800 Arten, die in der Alten Welt, vor allem im Mittelmeergebiet und in der Kapregion Afrikas vorkommen. 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