{"id":6333,"date":"2012-05-24T00:16:15","date_gmt":"2012-05-23T21:16:15","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=6333"},"modified":"2024-11-09T19:31:17","modified_gmt":"2024-11-09T17:31:17","slug":"delos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/el\/delos\/","title":{"rendered":"Delos, die heilige Insel des Apollon"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie Insel Delos ist mit 5 Kilometern L\u00e4nge eher klein. Sie ist gr\u00f6\u00dftenteils weich h\u00fcgelig gestaltet; die h\u00f6chste Erhebung ist der &#8220;Berg&#8221; Kynthos mit 112 Metern. Die Insel besteht aus Granit und Gneis; teilweise tritt auch ein por\u00f6ses Gestein aus S\u00fc\u00dfwasserkalken (&#8220;Poros&#8221;) auf. Diese Gesteine f\u00fchren dazu, dass die Insel vergleichsweise wasserreich ist: Der Granit ist wasserundurchl\u00e4ssig, so dass das Wasser nicht wie in Kalkgebieten tief im Untergrund versickern kann, w\u00e4hrend die zuoberst liegende Poros-Schicht das Wasser zur\u00fcckh\u00e4lt und speichert; diese Schicht versorgte die zahlreichen Brunnen der Insel. In der k\u00fcstennahen Ebene im nordwestlichen Teil der Insel befand sich sogar ein echter kleiner See, der Heilige See, der allerdings 1925 trockengelegt wurde. Direkt westlich von Delos liegt in geringem Abstand die heute ebenfalls kaum besiedelte, gr\u00f6\u00dfere Insel Rheneia.<\/p>\n<p><big>I<\/big>ch stelle im Folgenden das Ausgrabungsgel\u00e4nde einschlie\u00dflich des Aufstiegs auf den Kynthos entsprechend unseres viereinhalbst\u00fcndigen Spaziergangs vor; dabei durchlaufen wir gleichzeitig sozusagen die verschiedenen Epochen und Stadien des Heiligtums.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230929-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die \u00dcberfahrt von Mykonos nach Delos dauert eine halbe Stunde. Hier sieht man die Insel mit dem Museumsgeb\u00e4ude und dem Berg Kynthos im Hintergrund.<\/small><\/p>\n<h3>Das Heiligtum des Apollon<\/h3>\n<p><big>D<\/big>elos war in der Antike die Heilige Insel des Apollon: Hier befand sich ein sehr bedeutsames Heiligtum des Gottes des Lichts. Eine Besiedlung der Insel ist schon seit der kykladischen Epoche (3. Jahrtausend v. Chr.) nachgewiesen. Die n\u00e4chsten bedeutenderen Reste nach dem Ende der kykladischen Epoche stammen aus der mykenischen Zeit um 1500 v. Chr; zahlreiche Geb\u00e4udereste in der Ebene unter den antiken Ruinen bezeugen die Existenz einer gro\u00dfen, bl\u00fchenden mykenischen Stadt.<\/p>\n<p><big>U<\/big>m 1100 v. Chr. wurde Delos von den Ioniern besiedelt, die vom griechischen Festland aus auf die Inseln vordrangen. Ab dem Beginn des 7. Jahrhunderts v. Chr. (archaische Epoche) wurde das Apollon-Heiligtum errichtet, durch das die Insel ihre herausragende Bedeutung erlangte. In der sp\u00e4teren Antike (vor allem hellenistische und r\u00f6mische Epoche, ab 4. Jhd. v. Chr.) entstand au\u00dferdem ein wichtiger Handelshafen auf der Insel, und viele H\u00e4ndler siedelten sich an, w\u00e4hrend die Bedeutung des Heiligtums nach und nach in den Hintergrund trat.<\/p>\n<p><big>V<\/big>on den zahlreichen Tempeln und Heiligt\u00fcmern der Insel ist heute nur sehr wenig erhalten. Man hat den Eindruck, dass es sich im Wesentlichen um einen gro\u00dfen Tr\u00fcmmerhaufen handelt, und die k\u00fcmmerlichen Reste reichen kaum aus, um eine Vorstellung von der einstmaligen Gro\u00dfartigkeit des Heiligtums zu entwickeln&#8230;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240060-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Blick vom Museum \u00fcber das n\u00f6rdliche Ausgrabungsgel\u00e4nde mit der ber\u00fchmten L\u00f6wenallee etwa in der Mitte.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240062-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Und hier der Blick zum Anleger und dem Tempelbereich. In dieser Gegend ist von den Geb\u00e4uden au\u00dfer den Fundamenten und einigen S\u00e4ulenbruchst\u00fccken nicht mehr viel erhalten.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230950-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Vom Schiffsanleger, der sich an derselben Stelle befindet wie der antike Heilige Hafen, f\u00fchrt die &#8220;Heilige Stra\u00dfe&#8221; zum Tempelgel\u00e4nde.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230954-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Links der Heiligen Stra\u00dfe liegen die Ruinen der Stoa des Makedonenk\u00f6nigs Phillip aus dem Jahr 210 v. Chr., einer gro\u00dfen s\u00e4ulengest\u00fctzten Halle mit Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240351-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Gegen\u00fcber liegt die ebenfalls im 3. Jhd. v. Chr. von den K\u00f6nigen von Pergamon errichtete S\u00fcdhalle mit Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen und Versammlungsplatz; in der Mitte lag vermutlich ein Bad, dessen Fu\u00dfboden gerade restauriert wird.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230951-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Auf Delos gibt es ebenso wie auf Naxos Hardune; sie besitzen hier einen fast schwarzen K\u00f6rper und einen auffallend gelben Kopf.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230956-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Durch die im 2. Jhd. von den Athenern errichteten Propyl\u00e4en, ein gro\u00dfes s\u00e4ulengest\u00fctztes Torgeb\u00e4ude, gelangte man in den eigentlichen Tempelbezirk.<\/small><\/p>\n<h6>Der Mythos<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie antiken Mythen berichteten, der Gott des Lichts und der Harmonie Apollon sei auf Delos geboren worden. Seine Mutter, die von Zeus geschw\u00e4ngerte Titanin Leto, war von Hera verflucht worden, dass sie auf keinem festen Land der Erde geb\u00e4ren k\u00f6nnen sollte, da Hera nicht wollte, dass ein Sohn ihres Gatten Zeus geboren w\u00fcrde, der m\u00e4chtiger w\u00e4re als ihr Sohn Ares. So irrte Leto lange Zeit auf der Erde umher, bis sie schlie\u00dflich eine im Meer schwimmende, also nicht &#8220;feste&#8221; Insel fand, die ihr Zuflucht gew\u00e4hrte. Die Insel war aus dem K\u00f6rper der fliehenden Titanin Asterias geformt und wurde als &#8220;Adelos&#8221; (= unsichtbar) bezeichnet. In dem Moment als Leto, an den Stamm einer Palme gelehnt, ihre zwei Kinder Apollon und Artemis gebar, verwurzelte sich die Insel auf dem Meeresboden und wurde so sichtbar (&#8220;Delos&#8221;), w\u00e4hrend sich gleichzeitig die anderen Inseln zum Schutz der neugeborenen G\u00f6tter im Kreis (daher &#8220;Kykladen&#8221;) um sie scharten. Die Geburt fand am Rand eines runden Sees statt, des &#8220;Heiligen Sees&#8221;, der als Nabel der Erde betrachtet wurde. Apollon wurde auf Delos als Gott des Lichts, der Musik, der Harmonie und der Lebensfreude verehrt. Aufgrund dieser Heiligkeit und Reinheit durften auf der Insel in der Antike keine Geburten und Tode stattfinden; Schwangere und Sterbende wurden nach Rheneia gebracht.<\/p>\n<h6>Der Naxier-Oikos und die Apollon-Statue<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230963-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>An der S\u00fcdseite des Tempelbezirks liegt der Oikos der Naxier, ein gro\u00dfes, tempelartiges Geb\u00e4ude, das von den Naxiern im 7. Jhd. v. Chr. errichtet und dem Apollon geweiht wurde. Seine W\u00e4nde waren aus lokalem Granit errichtet, w\u00e4hrend die hier links im Bild zu sehende Vorhalle und die S\u00e4ulen aus Marmor bestanden. <\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230966-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Hier der westliche Teil des Naxier-Oikos mit den schlanken, kanellierten S\u00e4ulen. Wie auch die naxiotischen Tempel war das Naxier-Oikos mit d\u00fcnnen, lichtdurchl\u00e4ssigen Marmorziegeln gedeckt. Die Funktion des Geb\u00e4udes ist nicht ganz sicher, m\u00f6glicherweise handelt es sich um den \u00e4ltesten Apollon-Tempel.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230967-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Neben dem Naxier-Oikos stand die ber\u00fchmte,\u00a0ebenfalls von den Naxiern gestiftete, neun Meter hohe Statue des Apollon, von der vor Ort nur noch die gigantische Basis erhalten ist.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230977-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Zwei Bruchst\u00fccke der Apollon-Statue stehen heute ein St\u00fcck in Richtung Meer am Artemision, dem Tempel der Artemis, wohin sie in der Neuzeit geschleppt wurden beim Versuch, sie abzutransportieren.\u00a0Die Statue war im Stil der naxiotischen Kouroi errichtet mit vorstehendem linkem Bein und besa\u00df lange, aus weithin schimmernder Bronze hergestellte Haare; am linken St\u00fcck, dessen R\u00fcckseite sichtbar ist, sieht man L\u00f6cher, die vermutlich der Befestigung eines Bronzeg\u00fcrtels dienten.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240363-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die Statue war schon im vierten Jahrhundert v. Chr. umgefallen, als sie von der in der N\u00e4he stehenden Bronzepalme des Nikias zu Boden gerissen wurde; danach wurde sie aber wieder aufgerichtet. Noch im Mittelalter war sie, obwohl in zwei St\u00fccke zerbrochen, sehr beeindruckend, wie ausl\u00e4ndische Reisende berichteten. Der Kopf der Statue wurde im 17. Jahrhundert von einem englischen Kapit\u00e4n oder dem venezianischen Herrscher von Tinos abgeschlagen und ist seitdem verloren.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240366-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die heute erhaltenen Reste der Statue sind recht k\u00fcmmerlich und vermitteln uns kaum einen Eindruck von ihrer ehemaligen Gr\u00f6\u00dfe. Ein Bein der Statue befindet sich heute im Britischen Museum, eine Hand im Museum in Delos.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240370-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die \u00dcberreste der Apollon-Statue stehen neben dem antiken Artemision, dem Tempel der Schwester des Apollon.<\/small><\/p>\n<h6>Die bedeutendsten Tempel<\/h6>\n<p><big>I<\/big>n der archaischen Epoche (7. und 6. Jhd. v. Chr.) befand sich Delos unter der Kontrolle der Insel Naxos, der gr\u00f6\u00dften der Nachbarinseln. In dieser Zeit wurden die ersten wichtigen Tempel auf Delos gegr\u00fcndet, und die Naxier errichteten bedeutende Bauwerke und Monumente wie das Naxier-Oikos, die Stoa der Naxier, die L\u00f6wenallee und die kolossale Apollon-Statue. Einmal im Jahr wurde ein gro\u00dfes religi\u00f6ses Fest auf der Insel vollzogen, zu dem sich zahlreiche Besucher von den umliegenden Inseln einfanden. Im Laufe der Jahrhunderte erlangte Delos als Heilige Insel und Pilgerort eine au\u00dferordentliche Bedeutung. Auch andere Inseln und St\u00e4dte versuchten durch das Errichten von Tempeln und anderen Geb\u00e4uden sowie durch wertvolle Stiftungen ihre Pr\u00e4senz auf der Insel zu verst\u00e4rken oder gar die Herrschaft \u00fcber die Insel zu erringen; nennenswert sind dabei vor allem Paros und Samos, sowie ab der Mitte des 6. Jahrhunderts Athen. In dieser Zeit wurde Delos zum ersten Mal\u00a0im Sichtbereich des Tempels von allen Gr\u00e4bern gereinigt, da man glaubte, dass diese die Insel verunreinigten.<\/p>\n<p><big>G<\/big>egen Ende des 6. Jhd. v. Chr. errichteten die Athener den sogenannten Poros-Tempel, der aus dem lokalen Poros-Gestein errichtet worden war und ein gigantisches, h\u00f6lzernes, mit Gold oder vergoldeter Bronze verkleidetes Standbild des Gottes beherbergte. Neben dem Poros-Tempel bauten\u00a0die Athener 420 v. Chr. einen weiteren, gr\u00f6\u00dferen Tempel aus pendelischem Marmor, in den die Apollon-Statue nach seiner Fertigstellung \u00fcberf\u00fchrt wurde. Im 4. und 3. Jhd.\u00a0errichteten die Delier den dritten, gr\u00f6\u00dften Tempel, das wichtigste Bauwerk des Heiligtums. Westlich der drei Haupttempel lagen, in einem Viertelkreis angeordnet, die sogenannten Schatzh\u00e4user, von denen jedoch vor Ort ebenfalls fast nichts erhalten ist. Im ganzen Bezirk befanden sich zahlreiche weitere Alt\u00e4re, Heiligt\u00fcmer, Statuen und andere Weihegeschenke, die im Altertum sehr beeindruckend waren, jedoch nur wenige Spuren hinterlassen haben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230975-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Von den drei gro\u00dfen Tempeln des Apollon sind fast nur noch die Fundamente erhalten, hier der archaische &#8220;Poros&#8221;-Tempel der Athener.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240085-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Der &#8220;Poros&#8221; ist ein por\u00f6ses, graues Kalkgestein; er bildet in manchen Gebieten von Delos die oberste Gesteinsschicht und ist f\u00fcr zahlreiche Bauwerke verwendet worden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230980-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Im ganzen Gebiet lagen zahlreiche weitere, kleinere Tempel, Heiligt\u00fcmer, Bauwerke und Monumente. So beeindruckend das alles auch im Altertum gewesen sein muss, ist doch heute kaum noch etwas \u00fcbrig, das uns einen Eindruck der alten Gr\u00f6\u00dfe und Sch\u00f6nheit vermitteln k\u00f6nnte.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230987-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Etwas n\u00f6rdlich des eigentlichen Tempelbezirks liegt das archaische Heiligtum der Leto von 540 v. Chr. mit einem umlaufenden Marmorsockel.<\/small><\/p>\n<h3>Delos in der klassischen und hellenistischen Epoche: Entwicklung zum Handelszentrum<\/h3>\n<p><big>N<\/big>ach dem Sieg der Griechen \u00fcber die Perser gr\u00fcndeten die Athener, denen der Sieg vornehmlich zu verdanken war, im Jahr 478 v. Chr. den Attischen Seebund, der fast alle St\u00e4dte der \u00c4g\u00e4is umfasste. Als Sitz des Bundes und Aufbewahrungsort seines Schatzes w\u00e4hlten sie Delos, das als Heilige Insel als besonders sicher betrachtet wurde, da es zu der Zeit kaum vorstellbar war, dass jemand diese Insel angreifen k\u00f6nnte. Etwa 20 Jahre sp\u00e4ter wurde die Bundeskasse jedoch auf die Athener Akropolis \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p><big>I<\/big>m Jahr 426 v. Chr. wurde Delos nach einem Orakelspruch ein zweites Mal von allen Gr\u00e4bern gereinigt, die auf die Insel Rheneia \u00fcberf\u00fchrt wurden. Nun begann eine neue Bl\u00fctezeit f\u00fcr die Insel. Gegen Ende des 4. Jahrhunderts geriet die Insel unter die Kontrolle der Makedoner mit einer Unterbrechung von 314 bis 250 v. Chr., als es eine weitgehende Unabh\u00e4ngigkeit erlangte. Ab 250 v. Chr. wurde die Insel unter den Makedonen dann nach und nach in ein bedeutendes Handelszentrum verwandelt; es lie\u00dfen sich immer mehr H\u00e4ndler aus allen Gegenden des \u00f6stlichen Mittelmeergebietes nieder. Mehrere staatliche, aber auch private Banken\u00a0wurden gegr\u00fcndet. Schon seit dem 6. Jhd. hatte Delos eigene M\u00fcnzen gepr\u00e4gt, auf denen meist die Kithara (Musikinstrument \u00e4hnlich einer Harfe) des Apollon abgebildet war. W\u00e4hrend der Ausgrabungen wurden gro\u00dfe Mengen an delischen und fremden M\u00fcnzen gefunden, die die reiche Handelst\u00e4tigkeit bezeugen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230984-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Neben dem Letoon n\u00f6rdlich des Tempelbezirkes liegt die gro\u00dfe Agora (Markthalle) der Italiker, die im 2. Jhd. v. Chr. von reichen H\u00e4ndlern und Bankiers als Versammlungsplatz sowie m\u00f6glicherweise f\u00fcr den Sklavenhandel angelegt wurde; vor den Ruinen sieht man einen Kanal des Abwassersystems.<\/small><\/p>\n<h6>Die naxische L\u00f6wenallee<\/h6>\n<p><big>N<\/big>\u00f6rdlich des Tempelareals stehen heute die ber\u00fchmten naxischen L\u00f6wen. Sie stammen aus dem 7. Jhd. v. Chr. und befanden sich urspr\u00fcnglich an der vom n\u00f6rdlichen Hafen auf die archaische Tempelanlage zuf\u00fchrenden Stra\u00dfe, wo sie, auf einer leicht erh\u00f6hten nat\u00fcrlichen Terrasse stehend, den Besucher ehrfurchtgebietend begr\u00fc\u00dften. Sie waren vielleicht das eindrucksvollste Denkmal der naxischen Vorherrschaft \u00fcber die Insel w\u00e4hrend der archaischen Epoche.<\/p>\n<p><big>U<\/big>rspr\u00fcnglich gab es mindestens neun, vielleicht aber auch bis zu neunzehn L\u00f6wen. In hellenistischer Zeit wurden sie etwas verstellt, um Platz zu schaffen f\u00fcr die sich in dieser Zeit ausweitende Handelst\u00e4tigkeit. Beim Bau des r\u00f6mischen Verteidigungswalles wurden Bruchst\u00fccke der L\u00f6wen eingebaut; die L\u00f6wenallee war damals also schon zerst\u00f6rt. Im Mittelalter transportierten die Venezianer den K\u00f6rper eines L\u00f6wen nach Venedig, wo er seitdem mit neuem Kopf vor dem Arsenal steht. Bei den Ausgrabungen wurden weitere Bruchst\u00fccke gefunden und n\u00f6rdlich des Tempelgel\u00e4ndes aufgestellt; heute befinden sich die Originale im Museum von Delos.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230990-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die ber\u00fchmten naxiotischen L\u00f6wen wurden zur Zeit der naxiotischen Vorherrschaft \u00fcber die Insel an der auf die Tempel zuf\u00fchrenden Allee aufgestellt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1230993-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die bei den Ausgrabungen wieder aufgefundenen L\u00f6wen stehen heute an einem neuen Standort n\u00f6rdlich des Tempelbereichs.<\/small><\/p>\n<h6>Die n\u00f6rdlichen Wohn- und Handelsgebiete<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240020-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Noch ein St\u00fcck n\u00f6rdlich schlie\u00dft sich ein dicht bebautes Wohnviertel an, das Gebiet der Poseidoniasten aus Beirut, in dem viele H\u00e4user noch bis zu betr\u00e4chtlicher H\u00f6he erhalten sind; im Hintergrund die \u00dcberreste eines Tempels.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240011-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Hier liegen zahlreiche gro\u00dfe Wohnblocks mit vornehmen H\u00e4usern, Herbergen, Geldwechslerb\u00fcros, usw. Die Au\u00dfenw\u00e4nde der oft mehrst\u00f6ckigen Geb\u00e4ude waren meist fensterlos, w\u00e4hrend sich in den dem Innenhof zugewandten Seiten Fenster befanden. Die H\u00e4user verf\u00fcgten \u00fcber ein Abwassersystem, die Stra\u00dfen waren ost-west- und nord-s\u00fcdlich ausgerichtet und teilweise gepflastert.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240005-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>In einem der H\u00e4user hat man einen regelrechten Schatz an M\u00fcnzen und wertvollem Schmuck gefunden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240010-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Zwischen den Ruinen wachsen zahlreiche Blumen, hier eine Wilde M\u00f6hre.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240015-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>In einer Ecke mit herrlicher Blumenpracht grenzen niedrige Mauern einen dreieckigen Bereich ab: Solche Dreiecke wurden von den alten Griechen da errichtet, wo Zeus einen Blitz in die Erde geschleudert hatte. Im Hintergrund wieder der Kynthos sowie der Bereich des Heiligen Sees.<\/small><\/p>\n<h6>Der Heilige See<\/h6>\n<p><big>N<\/big>ord\u00f6stlich des Tempelbezirks, in der N\u00e4he der oben gezeigten Wohnbezirke, lag urspr\u00fcnglich ein fast kreisrunder See, der um 1925 trockengelegt wurde. Hier soll Leto ihre zwei Kinder, Apollonas und Artemis, geboren haben, weswegen der Heilige See als Nabel der Welt betrachtet wurde. Dem Mythos gem\u00e4\u00df soll Leto sich w\u00e4hrend der Wehen an einem Palmbaum festgehalten haben. Auch heute noch w\u00e4chst am Heiligen See eine beeindruckende Palme.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240023-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Heute liegt der Heilige See trocken, sein Bereich hat aber immer noch eine besondere Ausstrahlung, insbesondere wegen der in seiner Mitte wachsenden Palme.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240037-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Hier ein Foto des Heiligen Sees (aus dem Museum), als er noch Wasser f\u00fchrte.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240029-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Der Wasserreichtum der Insel war verst\u00e4ndlicherweise von \u00fcberragender Bedeutung f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung. \u00dcberall trifft man auf dem Ausgrabungsgel\u00e4nde Brunnen an.<\/small><\/p>\n<h6>Um die Zeitenwende: Unter r\u00f6mischer Herrschaft<\/h6>\n<p><big>D<\/big>as etwa zentral in der \u00c4g\u00e4is gelegene Delos entwickelte sich in den letzten Jahrhunderten vor der Zeitenwende zum bedeutendsten Handelszentrum zwischen Nordafrika und der Krim, Italien und Syrien. Weitere Wohngebiete mit gro\u00dfen, reich ausgestatteten H\u00e4usern wurden errichtet. Auf Delos wurde mit Getreide und anderen G\u00fctern gehandelt, sowie auch in gro\u00dfem Ma\u00dfstab mit Sklaven.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n dieser Zeit der Kommerzialisierung der Insel ging die Bedeutung des Apollon-Kultes nach und nach zur\u00fcck; gleichzeitig etablierten sich entsprechend der bedeutenden ausl\u00e4ndischen Einwohnerschaft aber auch eine gro\u00dfe Anzahl fremder Kulte wie beispielsweise der \u00e4gyptische Isis-Kult.<\/p>\n<p><big>I<\/big>m Jahr 167 v. Chr. erlangte Athen unter der Aufsicht von Rom die Kontrolle \u00fcber Delos, als die Makedoner von den R\u00f6mern besiegt wurden. Die Athener vertrieben die Delier, die sich teilweise in Achaia auf dem Peloponnes niederlie\u00dfen. Zahlreiche Athener kamen nun auf die Insel, und bald wuchs die Bev\u00f6lkerung wieder auf etwa 25.000 Menschen an, darunter Griechen aus diversen St\u00e4dten, Italiker, \u00c4gypter, Syrier, Ph\u00f6nizier, Pal\u00e4stinenser und Juden. Die Oberherrschaft \u00fcber Delos blieb aber weiterhin bei den R\u00f6mern. Im Jahr 88 v. Chr. begann Mithridates von Pontos gemeinsam mit den Athenern einen Krieg gegen Rom und \u00fcberfiel die Heilige Insel, die sich nun aus Widerstand gegen Athen auf die Seite Roms stellte. Delos wurde besiegt und weitgehend zerst\u00f6rt; antike Schriftsteller berichten von 20.000 Toten. Nach einer weiteren Zerst\u00f6rung durch Piraten im Jahr 69 v. Chr. verlor die Insel endg\u00fcltig ihre Bedeutung.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n den Jahren danach bauten die R\u00f6mer die Insel wieder auf, diesmal mit einem Befestigungswall, der die Siedlungen umgab. Erneut \u00fcberlie\u00dfen sie die direkte Herrschaft den Athenern, aber die Insel konnte ihre alte Bedeutung nicht wiedererlangen; vornehme H\u00e4user und Pal\u00e4ste wurden durch Werkst\u00e4tten ersetzt. Der r\u00f6mische Kaiser Hadrian versuchte im 2. Jhd. n. Chr. den Apollon-Kult durch gro\u00dfe Opferfeierlichkeiten wieder zu beleben, aber die Heiligkeit und Bedeutung konnte nicht wiederhergestellt werden.<\/p>\n<p><big>I<\/big>n den ersten christlichen Jahrhunderten wurde die Insel zum Bischofssitz erkl\u00e4rt, und einige Kirchen wurden in den antiken Ruinen errichtet. Ab dem 6. Jahrhundert scheint die Insel unbesiedelt gewesen zu sein. Im Mittelalter geriet sie unter venezianische Kontrolle wie alle umliegenden Inseln auch; sie diente aber fast nur als Piratenunterschlupf und als Quelle f\u00fcr den als Baumaterial gesuchten Marmor &#8211; ein weiterer Schritt in der Zerst\u00f6rung der antiken Monumente.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240066-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Am Fu\u00df des Kynthos liegt dieses vornehme, mehrst\u00f6ckige Wohnhaus aus dem 2. Jhd. mit s\u00e4ulenumstandenen Innenhof, je mehreren Empfangs- und Wohnr\u00e4umen, Bad usw.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240070-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Beim Aufstieg auf den Berg kommt man an einem weiteren Wohnhauskomplex vorbei.<\/small><\/p>\n<h6>Der \u00e4gyptische Kult auf Delos<\/h6>\n<p><big>S<\/big>o wie Delos in den letzten Jahrhunderten vor der Zeitenwende eine immer gr\u00f6\u00dfere Bedeutung als Handelsplatz erlangte und sich zahlreiche ausl\u00e4ndische H\u00e4ndler auf der Insel ansiedelten, etablierten sich auch deren Kulte in immer gr\u00f6\u00dferem Ma\u00df. Insbesondere die \u00e4gyptische Religion verbreitete sich im Lauf der Zeit, und mehrere Heiligt\u00fcmer \u00e4gyptischer G\u00f6tter wurden errichtet. An den \u00e4gyptischen Kulten nahmen auch viele Griechen teil.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240073-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Am Hang des Kynthos wurde um 180 v. Chr. ein Serapeion mit einem kleinen Isis-Tempel gegr\u00fcndet.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240088-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Der Isis-Tempel ist noch vergleichsweise gut erhalten; vor ihm steht ein kleiner Altar, an dem Weihrauchopfer vollzogen wurden. Isis war die G\u00f6ttin der Fruchtbarkeit und der Natur, aber auch der Wiederbelebung der Toten; au\u00dferdem wurde sie als Schutzgottheit verehrt. Sie entsprach in etwa der griechischen Artemis. Ihr Kult wurde auch von vielen Griechen \u00fcbernommen, und der Tempel wurde im Jahr 135 v. Chr. von den Athenern erneuert.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240092-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Hier die Statue der Gottheit.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240238-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Das kleine T\u00e4lchen am Fu\u00df des Kynthos ist von dichtem, hohen Gras bestanden und wirkt, passend zum Heiligtum der Isis, besonders fruchtbar.<\/small><\/p>\n<h3>Auf dem Kynthos<\/h3>\n<p><big>O<\/big>bwohl der Kynthos nur ein niedriger Berg ist, kann man einen Aufstieg auf seine Spitze nur mit M\u00fche in den \u00fcblichen drei Stunden unterbringen, die sich die Ausflugsboote auf Delos aufhalten. Zu schade, denn die Aussicht und die Atmosph\u00e4re auf dem Berg sind den Aufstieg allemal wert. Wir haben gro\u00dfes Gl\u00fcck mit dem Wetter: Es ist ein warmer, freundlicher, windstiller Tag, aber klar, so dass wir die Aussicht in ihrer vollen Sch\u00f6nheit genie\u00dfen k\u00f6nnen. Mitte Mai zeigt die Landschaft ein sch\u00f6nes helles Braun von den vertrockneten Gr\u00e4sern, das aber \u00fcberall noch von bl\u00fchenden Blumen aufgelockert ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240100-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Beim Aufstieg auf den Kynthos kommt man durch eine \u00fcberaus sch\u00f6ne Granitlandschaft.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240098-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Auch hier trifft man immer wieder auf alte Fundamente, hier aus dicht mit Flechten bewachsenen Granitsteinen; auch am Nord- und Osthang des Berges lagen mehrere kleinere Heiligt\u00fcmer, die vor allem fremden G\u00f6ttern geweiht waren.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240104-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die Felsen zeigen bizarre, beeindruckende Formen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240106-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Marmors\u00e4ulen liegen am Wegrand.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240141-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Nach kurzem steilem Aufstieg erreichen wir die Spitze. Der Gipfel ist \u00fcbers\u00e4t mit kleinen, von den Besuchern aufgestellten Steint\u00fcrmchen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240126-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Und nun der Ausblick: nach Norden \u00fcber die weich h\u00fcgelige Insel; links im Hintergrund ist Tinos, rechts Mykonos sichtbar.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240133-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Auch nach S\u00fcden dehnen sich weiche Granith\u00fcgel aus. Rechts im Bild sieht man einen kleinen See; ganz in der Ferne im Hintergrund liegt Paros, links liegt Naxos im Dunst. <\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240159-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Nach Westen sieht man die kleine Insel Ekati im Vordergrund, dahinter die Insel Rheneia, deren zwei Teile nur durch eine sehr schmale Landbr\u00fccke verbunden sind, und schlie\u00dflich in der Ferne die Insel Syros.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240131-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Auf der Spitze des H\u00fcgels liegen die \u00dcberreste eines Heiligtums des Zeus und der Athene aus hellenistischer Zeit; ihr Kult kann hier bis in die archaische Epoche nachgewiesen werden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240147-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Auch von diesem Heiligtum ist nicht viel mehr erhalten als die Fundamente und zahlreiche herumliegende Marmorsteine. Im Hintergrund sieht man die kleinen Prasonisia (die Gr\u00fcnen Inseln).<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240226-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die h\u00f6chste Spitze wurde von einem gro\u00dfen Bauwerk des Heiligtums eingenommen. Was f\u00fcr ein passender Platz um den G\u00f6ttervater zu verehren!<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240231-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Am Osthang lagen weitere Heiligt\u00fcmer, so eines der Gottheiten der pal\u00e4stinischen Stadt Askalon sowie eines der G\u00f6ttin Artemis in ihrer Funktion als Besch\u00fctzerin der Familien und der W\u00f6chnerinnen. Im Hintergrund sieht man Mykonos.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240229-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Ein St\u00fcck Richtung S\u00fcdosten erhebt sich eine zweite Kuppe, auf der ebenfalls ein paar Geb\u00e4udereste stehen. Die Marmorsteine im Vordergrund stammen von den Bauten des Zeus-Heiligtums. In der Ferne liegt Naxos unter den Wolken.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240163-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>An der s\u00fcd\u00f6stlichen Kuppe sind weitere kleine Geb\u00e4ude zu erkennen. Auf der Spitze des Kynthos sollen kykladische Rundh\u00fctten aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. liegen. Handelt es sich hier vielleicht um deren Reste? Im Hintergrund sieht man den Gipfel mit dem Zeus-Heiligtum.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240171-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>ein weiterer Geb\u00e4uderest<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240178-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Au\u00dferdem lag auf dieser Kuppe ein nicht-griechisches Heiligtum des Gottes Baal, der syrischen oder levantinischen Entsprechung des Zeus, zu dem vermutlich diese Fundamente geh\u00f6ren.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240207-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>In den Felsen entdecken wir auff\u00e4llige, nach Osten schauende Einmuldungen, die zumindest teilweise definitiv k\u00fcnstlich aussehen. Ob es sich um alte Kultstellen handelt?<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240123-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Wir begegnen einem wundersch\u00f6nen, frisch geschl\u00fcpften Schwalbenschwanz.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240164-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die Granitlandschaft im S\u00fcden ist wundersch\u00f6n anzuschauen. Es ist wundervoll friedlich hier oben; man f\u00fchlt sich weit von unserer Gegenwart entfernt, als w\u00e4re man in eine andere Zeit eingetreten, wo man noch eine Verbindung gleichzeitig sowohl zu den Wurzeln als auch zum Himmel kn\u00fcpfen kann &#8211; es ist schwer zu beschreiben. Die Landschaft hat eine intensive Atmosph\u00e4re, und vor allem f\u00fchlt es sich einfach &#8220;richtig&#8221; an. Ob das auch die fr\u00fcheren Bewohner der Insel so f\u00fchlten, als sie ihre Heiligt\u00fcmer hier errichteten?<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240217-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die Granitfelsen sind mit duftenden Flechten bewachsen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240219-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Hier sieht man die gro\u00dfen Kristalle im br\u00e4unlichen, sehr warm wirkenden Granit.<\/small><\/p>\n<h3>Die hellenistischen Wohnviertel im S\u00fcdwesten<\/h3>\n<p><big>N<\/big>ach dem Abstieg vom Kynthos wenden wir uns nach Westen zum Theaterviertel. Hier liegen zahlreiche reiche, gut erhaltene Wohnh\u00e4user aus hellenistischer und r\u00f6mischer Zeit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240117-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Das &#8220;Haus der Masken&#8221; aus dem 2. Jhd. v. Chr. ist eines der am besten erhaltenen H\u00e4user von Delos. Seine R\u00e4ume sind mit bemerkenswerten Mosaikfu\u00dfb\u00f6den ausgestattet. In einem Raum sind Schauspielermasken dargestellt, daher der Name.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240241-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Daneben liegt das besonders reich ausgestattete &#8220;Haus der Delphine&#8221;.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240245-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Im Peristylhof des Hauses ist ein gro\u00dfes Mosaik erhalten, in dessen vier Ecken Delphinpaare dargestellt sind, auf denen je ein Gott reitet (Dionysos, Hermes, Poseidon und vermutlich Herakles).<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240249-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Das Delphinpaar des an seinem Thyrosstab zu erkennenden Dionysos tr\u00e4gt einen Siegerkranz; so ist die Darstellung wohl als Ehrung des Gottes Dionysos zu deuten, der auch auf vielen anderen delischen Mosaiken auftaucht.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240243-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>An der Ostseite des benachbarten Geb\u00e4udekomplexes mit dem &#8220;Haus der Masken&#8221; befinden sich mehrere kleine Gesch\u00e4ftsr\u00e4ume in einer Zeile; bemerkenswert sind die gro\u00dfen Steinbl\u00f6cke, die in den W\u00e4nden eingebaut sind.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240252-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Beim Blick zur\u00fcck wird am Hang des Kynthos das Herakles-Heiligtum sichtbar, das in einer nat\u00fcrlichen Felsspalte liegt, die mit zwei schr\u00e4g gestellten Granitplatten \u00fcberdeckt ist. Man hat hier au\u00dfer einer Statue des Herakles einen Altar, Opfertisch und -grube sowie Tische f\u00fcr rituelle Mahlzeiten nachgewiesen. Das Heiligtum stammt aus hellenistischer Zeit.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240271-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Das &#8220;Haus der Masken&#8221; ist ebenfalls von Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen umgeben; gegen\u00fcber liegt eine Zisterne.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240261-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Hier eins der Mosaike im &#8220;Haus der Masken&#8221; mit einer Darstellung des auf einem Leoparden reitenden Dionysos.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240277-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die Geb\u00e4ude sind aus wundersch\u00f6nem gestreiftem Gneis oder Schiefer errichtet, der sich hervorragend in flache Steine spalten l\u00e4sst.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240286-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Weiter westlich liegt ein weiterer Geb\u00e4udekomplex aus vielen R\u00e4umen, bei dem es sich m\u00f6glicherweise um eine Herberge gehandelt hat.<\/small><\/p>\n<h6>Das Theater<\/h6>\n<p><big>A<\/big>nschlie\u00dfend kommen wir am Theater vorbei. Das im 3. Jhd. V. Chr. errichtete Theater bot etwa 6500 Zuschauern Platz und war mit B\u00fchnengeb\u00e4uden und allem Erforderlichen ausgestattet; vor dem Theater befand sich ein Platz mit einem Heiligtum und zahlreichen Ehrenstatuen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240301-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Blick \u00fcber die B\u00fchne und die Reste der B\u00fchnengeb\u00e4ude auf den Zuschauerraum.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240302-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die bequem rund geformten Sitzb\u00e4nke stehen heute teilweise auf der B\u00fchne.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240309-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Das Regenwasser aus der Orchestra des Theaters wurde in einer gro\u00dfen \u00fcberdachten Zisterne gesammelt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240321-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Obwohl das Theater am Hang lag, musste das Gel\u00e4nde doch stark aufgesch\u00fcttet werden, um die  Steigung des Zuschauerraumes zu erreichen; von au\u00dfen ist das Theater entsprechend von einer hohen Mauer umgeben.<\/small><\/p>\n<h6>Das Theaterviertel<\/h6>\n<p><big>N<\/big>ordwestlich des Theaters liegt das reichste Stadtviertel von Delos, das aus dem 3. Jhd. v. Chr. stammende Theaterviertel. Es handelt sich um das am besten erhaltene Beispiel hellenistischer Wohnarchitektur in Griechenland. Die gro\u00dfen, vornehmen, ein- oder zweist\u00f6ckigen H\u00e4user bestanden je aus einem s\u00e4ulenumstandenen Innenhof mit darum liegenden Wohn- und Empfangsr\u00e4umen; sie besa\u00dfen Toiletten und B\u00e4der. Entlang der Stra\u00dfen lagen L\u00e4den und Werkst\u00e4tten; auch eine \u00d6lm\u00fchle hat man gefunden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240336-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Das Theaterviertel stammt aus hellenistischer Zeit; es ist gut erhalten und hat zahlreiche informative Funde geliefert. <\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240339-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die H\u00e4user sind teilweise zweist\u00f6ckig und meist aus dem schon vorher erw\u00e4hnten Gneis errichtet.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240313-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Die Innenh\u00f6fe waren meist von Marmors\u00e4ulen umgeben.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240329-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>In einem der R\u00e4ume steht ein sch\u00f6n gearbeitetes Marmorgef\u00e4\u00df.<\/small><\/p>\n<h2>Im Museum<\/h2>\n<p><big>A<\/big>rch\u00e4ologische Ausgrabungen wurden im Jahr 1872 auf Delos begonnen, zun\u00e4chst vor allem von franz\u00f6sischen Arch\u00e4ologen. Bis heute wird weiter ausgegraben; in den letzten Jahrzehnten bem\u00fchen sich die Arch\u00e4ologen auch darum, die antiken Bauteile wieder zusammen zu tragen und teilweise wieder aufzurichten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240042-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Im Museum sind die Originale einiger Fu\u00dfbodenmosaike aus diversen vornehmen H\u00e4usern ausgestellt. Hier eine Darstellung aus dem Dionysos-Mythos: Der thrakische K\u00f6nig Lykurgus, Verfolger des dionsischen Glaubens, versucht Dionysos&#8217; Amme Ambrosia zu t\u00f6ten; diese wird jedoch in eine Weinrebe verwandelt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240049-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>dionysische Masken auf einem Mosaik aus einem Wohnhaus aus dem 2.\/1. Jhd. v. Chr.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/P1240046-1_450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" \/><br \/>\n<small>Und zum Abschluss noch eine sch\u00f6ne Statue der Artemis, Schwester des Apollon und der G\u00f6ttin der Jagd, des Waldes, der Fruchtbarkeit und sp\u00e4ter auch des Mondes, strenge und unerbittliche R\u00e4cherin aber auch Besch\u00fctzerin der Kinder und Frauen (entspricht der \u00e4gyptischen Isis).<\/small><\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p><big>A<\/big>ls Gesamteindruck unseres Besuches auf Delos bleibt, dass die Insel gleichsam unsere Zivilisation und ihre Entwicklung verk\u00f6rpert und zusammenfasst. Am Beginn der delischen Geschichte stand die Harmonie, die man auf dem Gipfel des Kynthos noch erf\u00fchlen kann, die Harmonie der Natur, die in der Fr\u00fchen Bronzezeit, in der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kykladenkultur\/\">kykladischen Epoche<\/a>, wie es scheint, auch in der menschlichen Gesellschaft noch existierte, einer kleinen Gesellschaft gleichgestellter Menschen, die mit ihren beschr\u00e4nkten Mitteln doch eine erstaunliche und reiche Kunst hervorbrachte, eine Kunst, die nicht einfach Schmuck, sondern Ausdruck der Essenz, des Wesens des Menschseins war. Der Kult des Apollon, des Gottes des Lichts, der diese Harmonie in der antiken griechischen Welt verk\u00f6rperte, war in der archaischen Periode noch von tiefer Bedeutung f\u00fcr die Menschen, und sein Heiligtum der Mittelpunkt der \u00e4g\u00e4ischen Welt. Im Lauf der Jahrhunderte trat jedoch mit der kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung die spirituelle Bedeutung des Heiligtums und der Insel nach und nach in den Hintergrund, und hier auf Delos entwickelte sich besonders fr\u00fch eine auf Handel und Profit sowie auch Ausbeutung (siehe den Sklavenhandel) gegr\u00fcndete, v\u00f6lker\u00fcbergreifende Gesellschaft; die Herrschaft des Geldes wurde etabliert. Und dann kam, schnell und endg\u00fcltig, der Absturz.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Insel Delos kann so f\u00fcr den heutigen Besucher als Anlass dienen, sich Gedanken zu machen, und bis zu unseren Wurzeln zur\u00fcck zu forschen. Die Frage ist aktueller denn je, und es wird immer dringender, dass wir eine L\u00f6sung finden: Was wollen wir eigentlich? Wollen wir, in einem Satz zusammengefasst, eine Gesellschaft, in der der Mensch der Wirtschaft dient, oder wollen wir eine Gesellschaft, in der die Wirtschaft dazu da ist, den Menschen ein dauerhaft gutes Leben zu sichern? Im Moment durchlaufen wir eine Phase mit einer extremen Herrschaft der Wirtschaft und des Geldes, die sich au\u00dferdem noch immer weiter vesch\u00e4rft. Wollen wir das wirklich? Es muss nicht so sein, tats\u00e4chlich nicht. Es ist unsere Wahl, und wir wissen eigentlich, dass die Wahl falsch ist. Nun ist uns das Los zugefallen, die Richtung zu \u00e4ndern und die Welt zur\u00fcckzuf\u00fchren aus dem wirtschaftlichen Dschungel auf einen Weg, der aufw\u00e4rts f\u00fchrt. Wie k\u00f6nnen wir das schaffen? Ich denke, dass wir die verloren gegangene Harmonie wiederherstellen m\u00fcssen, angefangen mit der Harmonie in uns, in der Familie, mit der Natur, der Gesellschaft, zwischen den Staaten.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Insel des Gottes des Lichts und der Harmonie sollte wieder zum Wallfahrtsort werden, zu einer Verbindung zum Beginn unserer Zivilisation, als die Menschen zwar im Vergleich zu uns in vieler Beziehung noch vollst\u00e4ndig unwissend waren, aber vielleicht gleichzeitig doch schon viel weiser!<\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/mykonos\/\">Mykonos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/nachbarinseln\/\">Nachbarinseln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-geschichte\/\">Die Geschichte der Insel Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-archaische-epoche\/\">Die archaische Epoche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-klassische-epoche\/\">Die klassische Epoche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-hellenistische-epoche\/\">Die hellenistische Epoche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-roemische-epoche\/\">Die r\u00f6mische Epoche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-portara-und-apollon-tempel\/\">Die Portara und der Apollon-Tempel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-dionysos\/\">Dionysos und die Insel Naxos<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Insel Delos ist mit 5 Kilometern L\u00e4nge eher klein. Sie ist gr\u00f6\u00dftenteils weich h\u00fcgelig gestaltet; die h\u00f6chste Erhebung ist der &#8220;Berg&#8221; Kynthos mit 112 Metern. Die Insel besteht aus Granit und Gneis; teilweise tritt auch ein por\u00f6ses Gestein aus S\u00fc\u00dfwasserkalken (&#8220;Poros&#8221;) auf. Diese Gesteine f\u00fchren dazu, dass die Insel vergleichsweise wasserreich ist: Der Granit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":47450,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[317,17,2007,15,675,2001,335],"tags":[1454,324,1455,677,872,869,315,34,313],"class_list":["post-6333","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-archaische-epoche","category-geschichte","category-hellenistische-epoche","category-kultur","category-nachbarinseln","category-statuen-und-steinbrueche","category-tempel-heiligtuemer","tag-antike","tag-apollon","tag-apollon-heiligtum","tag-delos","tag-geschichte","tag-griechenland","tag-heiligtum","tag-kykladen","tag-tempel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6333","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6333"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6333\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72171,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6333\/revisions\/72171"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47450"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6333"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6333"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6333"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}