{"id":5798,"date":"2012-02-03T01:48:37","date_gmt":"2012-02-02T23:48:37","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=5798"},"modified":"2024-09-19T14:58:00","modified_gmt":"2024-09-19T11:58:00","slug":"naxos-byzantinische-epoche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/el\/naxos-byzantinische-epoche\/","title":{"rendered":"Das byzantinische Naxos"},"content":{"rendered":"<p><big>W<\/big>enn es um die Geschichte Griechenlands geht, denken die meisten Leute an das antike Griechenland und das mit gutem Grund, da Griechenland im Altertum bekanntlich besonders fr\u00fch eine \u00fcberragende Kultur entwickelte, die die Grundlage f\u00fcr unsere gesamte &#8220;westliche Zivilisation&#8221; bildete. Schon in der sp\u00e4ten pr\u00e4historischen Zeit war Griechenland ein Vorreiter innerhalb Europas, wobei die Kykladen mit ihrer bedeutenden <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kykladenkultur\/\">fr\u00fchbronzezeitlichen Kykladenkultur<\/a> eine besondere Rolle spielten. Unumstritten ist die Bedeutung des Griechenlands der Antike in den Gebieten der Kunst und Literatur, der Architektur, der Philosophie und Wissenschaft.<\/p>\n<p><big>W<\/big>as die Insel Naxos betrifft, so spielte sie die gr\u00f6\u00dfte Rolle in der fr\u00fchen Antike, der <a href=\"https:\/\/azalas.de\/naxos-archaische-epoche\/\">archaischen Epoche<\/a>. Es gab jedoch w\u00e4hrend des ganzen Altertums eine bl\u00fchende Stadt an der Stelle der heutigen Hauptstadt <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-chora\/\">Ch\u00f3ra<\/a>, die auch in der <a href=\"https:\/\/azalas.de\/naxos-roemische-epoche\/\">r\u00f6mischen Epoche<\/a>, als Naxos keine besondere politische Bedeutung mehr innehatte, noch wirtschaftlich florierte und Handel betrieb. Die Insel errang eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung erst wieder in der byzantinischen Epoche, ebenso wie Griechenland als Ganzes, das nun erneut die Rolle des Vorreiters und Bollwerks der europ\u00e4ischen Kultur \u00fcbernahm.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie kulturelle Entwicklung und Bedeutung der Insel Naxos w\u00e4hrend der byzantinischen Epoche ist vergleichsweise unbekannt: Ungerechtfertigter Weise wird diese Epoche oft ziemlich vernachl\u00e4ssigt. Dasselbe trifft auch auf ganz Griechenland und das christliche Byzantinische Reich zu: Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Bl\u00fcte, die dieses erreichte, und die Rolle, die es f\u00fcr die Bewahrung und \u00dcberlieferung der antiken Kultur und f\u00fcr die Entwicklung Europas spielte, wird bis heute relativ wenig beachtet und verliert sich im Schatten der Aufmerksamkeit, die der griechischen Antike gewidmet wird. Hier eine kurze \u00dcbersicht \u00fcber die Geschichte des Byzantinischen Reiches (basierend v.a. auf Wikipedia):<\/p>\n<details>\n<summary>Das Fr\u00fchbyzantinische Reich<\/summary>\n<p>Das Byzantinische Reich (Ostrom) entwickelte sich aus dem R\u00f6mischen Kaiserreich, dem <em>Imperium Romanum<\/em>, nachdem Kaiser Konstantin der Gro\u00dfe um 330 n. Chr. die griechische Koloniestadt Byzanz zum Regierungssitz erw\u00e4hlte (und sie Konstantinopel nannte). Im Jahr 395 erfolgte die Teilung des R\u00f6mischen Reiches in eine westliche und eine \u00f6stliche H\u00e4lfte, die je von einem Kaiser regiert wurden und die zun\u00e4chst gleichberechtigt nebeneinander standen. Ostrom umfasste zu Anfang das griechische Festland und den s\u00fcdlichen Balkan, Kleinasien und die Levante sowie Teile \u00c4gyptens. Im 4. Jahrhundert wurde das Westreich zunehmend von germanischen und hunnischen Volksst\u00e4mmen bedroht, und im Jahr 410 wurde Rom von den Westgoten erobert. Ostrom schickte einige Hilfe, die jedoch nicht effektiv genug war, da auch dieses st\u00e4ndig in K\u00e4mpfe mit seinen verschiedenen Nachbarn verwickelt war; diese Auseinandersetzungen erreichten im 5. Jahrhundert einen ersten H\u00f6hepunkt. Die germanischen St\u00e4mme, die Westrom erobert hatten, erkannten den Ostr\u00f6mischen (nun alleinigen) Kaiser zun\u00e4chst als Oberherrn an. Im 6. Jahrhundert konnte Ostrom unter Kaiser Justitian kurzfristig die meisten westr\u00f6mischen Provinzen wiedererobern; bald verlor es sie jedoch in mehreren Kriegen wieder, wobei auch ein Ausbruch der Pest im Mittelmeergebiet zum Zusammenbruch beitrug. Nur Teile Italiens konnte Byzanz l\u00e4nger halten. Im 7. Jahrhundert drangen die Slawen auf dem Balkangebiet vor; gleichzeitig eroberte das persische Sassaniden-Reich die ostr\u00f6mischen Provinzen in \u00c4gypten und Syrien und sein Heer drang bis nach Konstantinopel vor. Ostrom konnte einen vor\u00fcbergehenden Sieg \u00fcber die Perser erringen, der zum Untergang der Perserreiches f\u00fchrte, verlor jedoch die zur\u00fcckeroberten Gebiete schnell an die sich nun rasch ausbreiteten Araber; auch der Balkan konnte nicht wieder zur\u00fcckgewonnen werden. Kaiser Herakleios, der 610 n. Chr. nach inneren K\u00e4mpfen seinen Rivalen, Kaiser Phokas, absetzte, erhob Griechisch zur Amtssprache; deswegen wird er als erster Herrscher des Byzantinischen Reiches im engeren Sinn betrachtet: Die Sp\u00e4tantike war nun vorbei und das Mittelalter begann.<br \/>\n<\/details>\n<p><br class=\"clear\"><\/p>\n<details>\n<summary>Die Mittelbyzantinische Epoche<\/summary>\n<p>In der Mittelbyzantinischen Epoche (7. bis 11. Jahrhundert) war Byzanz weiterhin in st\u00e4ndige Abwehrk\u00e4mpfe verwickelt. Es hatte seine Gebiete in der Levante und in Nordafrika verloren und war nun auf Teile Kleinasiens, das heutige Griechenland und kleine Gebiete in Italien beschr\u00e4nkt. Dadurch erlangte das Reich eine gr\u00f6\u00dfere kulturelle und damit auch politische Gleichf\u00f6rmigkeit und konnte sich erstaunlich lang gegen die nachdr\u00fccklichen Angriffe der Araber und der Balkan-V\u00f6lker erhalten. Im 8. und 9. Jahrhundert brachen im byzantinischen Reich unruhige Zeiten an: Der aus Persien stammende Kaiser Leo III. proklamierte den Bilderstreit, d.h. er lie\u00df die bildlichen Darstellungen Gottes und der Heiligen vernichten bzw. \u00fcbermalen und durch Kreuzesdarstellungen und geometrische, nicht-fig\u00fcrliche Muster ersetzen. Nach einiger Zeit wurde die Abbildung von Heiligen wieder etabliert; dann folgte eine weitere Phase des Ikonoklasmus. Trotz dieser innenpolitischen Wirren konnten in diesen Jahrhunderten mehrere Kaiser von Konstantinopel wichtige au\u00dfenpolitische und milit\u00e4rische Erfolge erringen, so einen entscheidenden Sieg \u00fcber die Araber. Auch einige der verlorenen Gebiete konnten zur\u00fcckerobert werden. Im Norden wurden die Bulgaren zu einer immer gr\u00f6\u00dferen Bedrohung, was aber nach der Christianisierung Bulgariens im 9. Jahrhundert etwas abgeschw\u00e4cht wurde &#8211; auch dieses Land schloss sich nun der griechisch-orthodoxen Welt an. Im 10. und fr\u00fchen 11. Jahrhundert erlebte das Byzantinische Reich einen erneuten Machth\u00f6hepunkt. Bulgarien wurde eingenommen, die Ukraine, Wei\u00dfrussland und Russland nahmen den orthodoxen Glauben an, Kreta konnte zur\u00fcckerobert werden, und auch Syrien und kurzzeitig sogar Pal\u00e4stina wurden unterworfen. Allerdings hielt sich auch diese Ausdehnung nicht lang, erstens wegen innenpolitischer Schwierigkeiten mit dem Landadel, wodurch das Heer in eine S\u00f6ldner-Armee umgewandelt und dadurch entscheidend geschw\u00e4cht wurde, au\u00dferdem, weil zwei neue Feinde herannahten: Die Normannen im Westen, die S\u00fcditalien eroberten, und die Seldschuken im Osten, die in Kleinasien vordrangen. Die byzantinischen Kaiser riefen in dieser Notlage die westlichen Christen zu Hilfe, die jedoch nicht S\u00f6ldner, sondern Ritterheere sandten: So kam es zu den Kreuzz\u00fcgen. Obwohl der Erste Kreuzzug zun\u00e4chst milit\u00e4rische Erfolge brachte, traten doch bald Spannungen zwischen den Ostr\u00f6mern und den Kreuzrittern auf, und der Konflikt zwischen den byzantinischen Kaisern und der in Italien st\u00e4rker werdenden Republik Venedig, die zahlreiche H\u00e4ndler in den Osten aussandte, wurde immer sch\u00e4rfer. Im Jahr 1054 spalteten sich die West- und die Ostkirche endg\u00fcltig voneinander, was vor allem auf diesen Machtkonflikt, weniger auf theologische Gr\u00fcnde zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Zur selben Zeit erlebte Byzanz in der Hand mehrerer starker Kaiser eine weitere Zeit der kulturellen Bl\u00fcte und milit\u00e4rischen Expansion. Schlie\u00dflich rief der in innenpolitischen K\u00e4mpfen bedrohte Kaiser Alexios IV erneut die venezianischen und fr\u00e4nkischen Kreuzfahrer zur Hilfe, die ihn im Verlauf des Vierten Kreuzzuges zun\u00e4chst unterst\u00fctzten; als die daf\u00fcr erhoffte Bezahlung ausblieb, wandten sich die Kreuzritter jedoch im Jahr 1204 gegen Konstantinopel und eroberten und verw\u00fcsteten die Stadt. Die  siegreichen Venezianer und Franken gr\u00fcndeten das kurzlebige Lateinische Kaiserreich, das mehr oder weniger das heutige griechische Festland mit dem Peloponnes und ein St\u00fcck des angrenzenden Kleinasiens umfasste.<br \/>\n<\/details>\n<p><br class=\"clear\"><\/p>\n<details>\n<summary>Die Sp\u00e4tbyzantinische Epoche und das Ende von Byzanz<\/summary>\n<p>Neben dem Lateinischen Kaiserreich bildeten sich aus den Resten des Byzantinischen Reiches drei griechische Folgestaaten: Nikaia im s\u00fcdwestlichen Kleinasien, Epirus auf dem nordwestlichen griechischen Festland und Trapezunt im nord\u00f6stlichen Kleinasien. Von diesen erwies sich Nikaia unter der Herrschaft der gebildeten und f\u00e4higen Kaiser aus dem Haus Laskaris als das st\u00e4rkste Reich, und nach vielen milit\u00e4rischen Erfolgen gelang im Jahr 1261 die Wiedereroberung von Konstantinopel. Allerdings war die Stadt immer noch weitgehend zerst\u00f6rt und das Reich derart geschw\u00e4cht, dass es keine dauerhafte Bedeutung mehr erlangen konnte. Im Osten bauten nun mehrere t\u00fcrkische Nachfolgestaaten der Seldschuken eine gr\u00f6\u00dfere Macht auf und bildeten schlie\u00dflich das Osmanische Reich, w\u00e4hrend sich auf dem Balkanraum in zahlreichen K\u00e4mpfen die Serben durchsetzten. Die westlichen Christen konnten sich nicht entschlie\u00dfen, das wieder schrumpfende Byzanz zu unterst\u00fctzen, so dass die Osmanen nach und nach weiteres Territorium erobern konnten. Schlie\u00dflich wurde Konstantinopel im Jahr 1453 nach zweimonatiger Belagerung von den T\u00fcrken erobert und das fast 1000-j\u00e4hrige Byzantinische Reich nahm sein Ende (unter Einberechnung seines r\u00f6mischen Vorl\u00e4ufers \u00fcberdauerte das Ostr\u00f6misch-Byzantinische Reich sogar fast 2000 Jahre und war somit eines der langlebigsten Reiche der Weltgeschichte).<br \/>\n<\/details>\n<p><br class=\"clear\"><\/p>\n<details>\n<summary>Die Bedeutung des Byzantinischen Reiches f\u00fcr Europa<\/summary>\n<p>Das Byzantinische Reich kann als ein Mischwesen aus r\u00f6mischem Staatswesen, griechischer Kultur und christlichem Glauben charakterisiert werden. Es war w\u00e4hrend des Mittelalters der am besten organisierte und reichste Staat im Bereich Europas und Westasiens, und der Bildungsstand seiner Bewohner lag deutlich h\u00f6her als zur selben Zeit im westlichen Europa. Seine Bedeutung f\u00fcr das westliche Europa als Vermittler der antiken Kultur und Wissenschaft sowie als Schutzschild vor den islamischen Arabern und T\u00fcrken kann kaum \u00fcbersch\u00e4tzt werden. Unbestritten ist seine Bedeutung f\u00fcr die \u00f6stlichen orthodoxen, slawischen L\u00e4nder Europas, an die es seine Religion und Kultur weitergab. Es ist eine der Ironien der Weltgeschichte, dass das Ende des Byzantinischen Reiches durch die Pl\u00fcnderung Konstantinopels durch die westlichen Kreuzfahrer eingel\u00e4utet wurde, deren Heimat doch von seiner Existenz so sehr profitiert hatte. Nach seinem endg\u00fcltigen Untergang wurde in Europa durch Fl\u00fcchtlinge aus dem Byzantinischen Reich die Renaissance in Gang gesetzt, w\u00e4hrend derer auch im Westen das naturwissenschaftliche Wissen und Denken der griechischen Antike st\u00e4rker Fu\u00df fasste und zu neuer Bedeutung gelangte.<br \/>\n<\/details>\n<p><br class=\"clear\"><\/p>\n<h3>Naxos in der byzantinischen Epoche<\/h3>\n<p>(Die folgende Betrachtung umfasst auch die sp\u00e4tbyzantinische Epoche, die Zeit des Lateinischen Kaiserreichs unter <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-venezianische-epoche\/\">venezianischer Herrschaft (&#8220;Herzogtum der \u00c4g\u00e4is&#8221;)<\/a>, der ein eigener Artikel gewidmet ist.)<\/p>\n<p><big>T<\/big>rotz seiner herausragenden Bedeutung und obwohl das byzantinische Reich ein sehr gut organisiertes Staats- und Wirtschaftssystem besa\u00df, sind aus der byzantinischen Epoche auf Naxos nur wenig schriftliche Zeugnisse erhalten. Soweit wir wissen bestanden die meisten der heutigen naxiotischen D\u00f6rfer schon im Mittelalter; dazu existierten noch eine Reihe weiterer Siedlungen, die heute verschwunden sind. Die wichtigsten Zeugnisse der byzantinischen Kultur auf Naxos sind die zahlreichen oft mit bemerkenswerten Wandmalereien ausgestatteten <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-byzantinische-kirchen\/\">byzantinischen Kirchen<\/a>, die sich \u00fcberall auf der Insel verteilt finden. In der ganzen s\u00fcdlichen \u00c4g\u00e4is, ja in ganz Griechenland gibt es kaum irgendwo einen derartigen Schatz an <a href=\"https:\/\/azalas.de\/naxos-byzantinische-wandmalereien\/\">kirchlichen Wandmalereien<\/a> mit vielen relativ gut erhaltenen Beispielen aus allen Phasen der byzantinischen Zeit; das beweist uns, dass die Insel auch w\u00e4hrend dieser Epoche eine herausragende Stellung sowohl in kultureller als auch in politischer, kirchlicher und wirtschaftlicher Hinsicht innehatte.<\/p>\n<h6>See-St\u00fctzpunkt und Festungen<\/h6>\n<p><big>E<\/big>ine besondere Bedeutung erlangte Naxos w\u00e4hrend der Byzantinischen Epoche dadurch, dass es am wichtigen <u>Seeweg von Konstantinopel nach Kreta<\/u> lag, auf dem viele Schiffe unterwegs waren. Die Bucht von Agiass\u00f3s im S\u00fcdwesten der Insel wurde als bedeutender Versorgungs- und Zufluchtshafen genutzt. Nahe dieses Hafens wurde auf einem steilen Berg bei Sangr\u00ed vermutlich schon im 7. Jhd. eine starke Wehranlage errichtet, <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-festung-apalirou\/\">die Festung von Apal\u00edrou<\/a>, zu deren F\u00fc\u00dfen am steilen Hang eine gro\u00dfe Siedlung entstand, damals die gr\u00f6\u00dfte Stadt der Insel. Vor dem Berg breitet sich eine der gr\u00f6\u00dften Ebenen von Naxos aus, die eine reiche Produktion an landwirtschaftlichen G\u00fctern erlaubte, wichtig nicht nur f\u00fcr die Versorgung der Bev\u00f6lkerung, sondern auch der byzantinischen Schiffe. Im Norden der Insel errichteten die Byzantiner auf dem <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-festung-kalogeros\/\">Kal\u00f3geros-Berg<\/a> bei Ap\u00f3llonas eine weitere, allerdings viel kleinere Festung. Diese sch\u00fctzte und \u00fcberwachte den nahegelegenen antiken <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-apollonas\/\">Hafen von Ap\u00f3llonas<\/a>, den ersten Anlaufpunkt der von Norden kommenden Schiffe; au\u00dferdem diente die Festung als Wachtposten zur \u00dcberwachung des Meeres.<\/p>\n<p><big>W<\/big>\u00e4hrend der gesamten byzantinischen Zeit hatte Naxos unter h\u00e4ufigen <u>Piraten\u00fcberf\u00e4llen<\/u> zu leiden; vor allem sind hier die Einf\u00e4lle der Araber von 653 n. Chr. bis 672 sowie von 824 bis 961 zu nennen. Aber auch Piraten anderer Nationalit\u00e4ten suchten immer wieder die Inseln heim, so insbesondere Venezianer, Genuesen und Franken, die nicht nur Handel, sondern auch Piraterie betrieben. Die k\u00fcstennahen Gebiete der Insel, darunter auch die antike Hauptstadt Kall\u00edpolis an der Stelle der heutigen Ch\u00f3ra, wurden aus diesem Grund verlassen, und die Bev\u00f6lkerung zog sich das Landesinnere zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/fortresses\/apalirou_view-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"byzantinische Festung Apalirou, Naxos\"><br \/>\n<small>Auf bedeutsame byzantinische Festung von Apal\u00edrou zogen sich die Griechen zur\u00fcck, als einige Jahre nach der Eroberung Konstantinopels venezianische Kreuzfahrer nach Naxos kamen. Die Venezianer unter Marco Sanudo konnten die Festung erst nach langer Belagerung einnehmen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/fortresses\/apalirou_slope-1.jpg\" alt=\"Blick auf das Kastro Apalirou, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In der byzantinischen Zeit lag unterhalb der Festung die gr\u00f6\u00dfte Siedlung der Insel. Der steile Hang ist heute noch \u00fcbers\u00e4t von Schutt.<\/small><\/p>\n<h6>Religion und Kirchen<\/h6>\n<p><big>N<\/big>axos wurde der \u00dcberlieferung gem\u00e4\u00df im 3. Jhd. n. Chr. von Sch\u00fclern des Heiligen Johannes zum Christentum bekehrt. Dieser soll in Ephesus an der kleinasiatischen K\u00fcste gewirkt haben und zeitweise auf die nicht weit von Naxos entfernt gelegene Insel Patmos verbannt worden sein. Bald organisierte sich das naxiotische Christentum unter einem Bischof, der 395 n. Chr. dem Metropoliten von Rhodos unterstellt wurde. Zun\u00e4chst wurden mit der Einf\u00fchrung des Christentums die alten Tempel in Kirchen umfunktioniert und dabei meist umgebaut, z.B. durch die Anlage einer runden Apsis am Ostende des Geb\u00e4udes. Schon in diesen ersten <u>fr\u00fchchristlichen Jahrhunderten<\/u> wurden auch neue Kirchengeb\u00e4ude auf der Insel errichtet. Aus dem 4. Jahrhundert stammt die H\u00f6hlenkirche Kalor\u00edtissa zwischen Damari\u00f3nas und Sangr\u00ed. Mehrere Kirchen der Insel werden ins 6. und 7. Jahrhundert datiert, so <a href=\"https:\/\/azalas.de\/naxos-panagia-protothronos\/\">Panag\u00eda Prot\u00f3throni<\/a> in Chalk\u00ed, <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-panagia-drosiani\/\">Panag\u00eda Drosian\u00ed<\/a> bei Mon\u00ed, eine erste Kirche an der Stelle des heutigen <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-fotodotis\/\">Wehrklosters Fotod\u00f3tis<\/a> bei Danak\u00f3s und einige weitere Kirchen, von denen meist nur wenig erhalten ist. Aus dieser sehr fr\u00fchen Zeit sind heute nur mehr wenige Wandmalereien erhalten, die aber teilweise sehr bedeutsam sind.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/panagia_drosiani-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Panagia Drosiani bei Moni\"><br \/>\n<small>Die Kirche der Panag\u00eda Drosian\u00ed bei Mon\u00ed ist eine der \u00e4ltesten Kirchen von Naxos mit bedeutenden Wandmalereien in mehreren Schichten, von denen die fr\u00fchesten aus dem 7. Jahrhundert stammen.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Zeit des <u>Bilderstreits<\/u> in der fr\u00fchen mittelbyzantinischen Epoche (9. und 10. Jhd. n. Chr.) ist auf Naxos in vierzehn Kirchen mit seltenen nicht-fig\u00fcrlichen Wandmalereien repr\u00e4sentiert, so zum Beispiel <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-agia-kyriaki-apiranthos\/\">\u00c1gia Kyriak\u00ed<\/a> bei Ap\u00edranthos und <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-theologos-danakos\/\">\u00c1gios Jo\u00e1nnis Theol\u00f3gos<\/a> bei Danak\u00f3s. Damit besitzt die Insel die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte Ansammlung ikonoklastischer Wandmalereien im gesamten griechischen Raum.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/churches\/theologos_danakos_wallpaintings_apsis-1.jpg\" alt=\"Agios Joannis Theologos Danakos Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Kirche \u00c1gios Jo\u00e1nnis Theol\u00f3gos bei Danak\u00f3s ist mit beeindruckenden Wandmalereien aus der Zeit des Bildersturms ausgestattet.<\/small><\/p>\n<p><big>M<\/big>it der Befreiung Kretas von den arabischen Piraten im Jahr 960\/1 n. Chr. begann f\u00fcr die gesamte Region und damit auch f\u00fcr Naxos eine vergleichsweise ruhige und produktive Periode <u>(sp\u00e4te mittelbyzantinische Epoche)<\/u> bis zur Eroberung der Insel durch die Venezianer im Jahr 1207 n. Chr. Eine ganze Reihe an bedeutenden Kirchen auf Naxos ist mit Malereien aus dem 11. und 12. ausgestattet; insbesondere die fast vollst\u00e4ndig erhaltenen Wandmalereien der Kirche <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-agios-georgios-diasoritis\/\">\u00c1gios Ge\u00f3rgios Diasor\u00edtis<\/a> bei Chalk\u00ed vermitteln uns einen Eindruck dieser Zeit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/agios_georgios_diasoritis-1.jpg\" alt=\"die byzantinische Kirche \u00c1gios Ge\u00f3rgios Diasor\u00edtis bei Chalki, Naxos\"><br \/>\n<small>\u00c1gios Ge\u00f3rgios Diasor\u00edtis ist eine von mehreren bedeutenden Kirchen der Traga\u00eda aus der mittelbyzantinischen Zeit.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/churches\/agios_georgios_diasoritis_wallpaintings_apse-5.jpg\" alt=\"Agios Georgios Diasoritis Wandmalereien, Apsis, Hierarchen\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Wandmalerein im \u00c1gios Ge\u00f3rgios Diasor\u00edtis: Hierarchen<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/churches\/agios_georgios_diasoritis_wallpaintings_ascension-4.jpg\" alt=\"Agios Georgios Diasoritis Wandmalereien, Himmelfahrt\" border=\"0\"><br \/>\n<small>die J\u00fcnger in der Abbildung von Christi Himmelfahrt<\/small><\/p>\n<h6>Die venezianische Zeit<\/h6>\n<p><big>D<\/big>er venezianische Adelige und Kreuzfahrer Marco Sanudo segelte einige Jahre nach dem Fall Konstantinopels zu den noch byzantinischen Kykladen und eroberte sie nach und nach. Er w\u00e4hlte &#8211; sicher nicht ohne Grund &#8211; die Insel Naxos als Sitz f\u00fcr sein <u>&#8220;Herzogtum der \u00c4g\u00e4is&#8221;<\/u>. Im ersten Jahrhundert der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-venezianische-epoche\/\">Venezianischen Oberherrschaft<\/a> wurde die orthodoxe Religion von den Griechen der Insel unver\u00e4ndert ausge\u00fcbt und erlebte trotz (oder wegen?) der katholischen Herrschaft eine weitere Bl\u00fcte <u>(sp\u00e4tbyzantinische Epoche)<\/u>: Die meisten naxiotischen byzantinischen Kirchen stammen aus dem sp\u00e4ten 13. und fr\u00fchen 14. Jahrhundert. Dass trotz der Unterdr\u00fcckung und der wirtschaftlichen Ausbeutung in dieser Zeit so viele Kirchen errichtet (gr\u00f6\u00dftenteils in den l\u00e4ndlichen und abgelegenen Gebieten der Insel) und mit aufw\u00e4ndigen Wandmalereien ausgeschm\u00fcckt wurden, beleuchtet die Bedeutung, die die Aus\u00fcbung der orthodoxen Religion f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung von Naxos hatte: In ihren Kirchen suchten die Griechen wohl nicht nur Beistand und Hoffnung, sondern dr\u00fcckten mit ihrer Ausschm\u00fcckung und Pflege auch ihr ungebrochenes Nationalbewusstsein aus.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/churches\/agios_panteleimonas_apiranthos_view-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Agios Panteleimonas in Lakkomersina bei Apiranthos, Naxos\"><br \/>\n<small>Aus der (fr\u00fchen) sp\u00e4tbyzantinischen Zeit stammen zahlreiche Kirchen in abgelegenen, l\u00e4ndlichen Regionen der Insel. Auch von diesen Kirchen sind viele mit aufw\u00e4ndigen Wandmalereien ausgestattet, so die kleine Kirche des \u00c1gios Pantele\u00edmonas im Tal von Lakkom\u00e9rsina zwischen Ap\u00edranthos, Moutso\u00fana und Danak\u00f3s.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sights\/churches\/agios_panteleimonas_apiranthos_wallpaintings_1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Wandmalereien in der Kirche Agios Panteleimonas in Lakkomersina bei Apiranthos, Naxos\"><br \/>\n<small>Die Wandmalereien dieser Kirche stammen aus dem 13. Jahrhundert. Man beachte die mit vielen sorgf\u00e4ltig ausgef\u00fchrten Details geschm\u00fcckten Gew\u00e4nder.<\/small><\/p>\n<h6>Das Ende der byzantinischen Zeit auf Naxos<\/h6>\n<p><big>I<\/big>n den folgenden Jahrhunderten verst\u00e4rkte sich der Druck der venezianischen Feudalherrscher auf die griechische Bev\u00f6lkerung immer mehr, w\u00e4hrend die Insel gleichzeitig von Piraten\u00fcberf\u00e4llen gebeutelt wurde, so dass ab der zweiten H\u00e4lfte des 14. Jhds. nur sehr wenige Kirchen auf der Insel errichtet oder neu ausgeschm\u00fcckt wurden. Im Jahr 1537, fast 100 Jahre nach der Eroberung von Konstantinopel durch die T\u00fcrken und dem Ende des Byzantinischen Reiches, wurden die venezianischen Herrscher den T\u00fcrken tributpflichtig. Nicht viel sp\u00e4ter wurde der venezianische Herzog abgesetzt und Naxos ins <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-tuerkische-epoche\/\">Osmanische Reich<\/a> eingegliedert, wobei zun\u00e4chst das Herzogtum der \u00c4g\u00e4is bestehen blieb. Obwohl die Herrschaft der Osmanen auf den Kykladen gem\u00e4\u00dfigter war als auf dem griechischen Festland, wurde das Errichten neuer Kirchen nun untersagt und die Aus\u00fcbung der orthodoxen Religion war nur noch mit Einschr\u00e4nkungen m\u00f6glich.<\/p>\n<p><big>F<\/big>\u00fcr die kirchliche Kunst auf Naxos war der bedeutendste Aspekt dieser Jahrhunderte, dass die Starre, in die die Insel w\u00e4hrend der sp\u00e4ten venezianischen und der t\u00fcrkischen Oberherrschaft verfallen war, dazu f\u00fchrte, dass die fr\u00fcheren byzantinischen Wandmalereien in vielen Kirchen der Insel unver\u00e4ndert erhalten blieben und nicht von j\u00fcngeren Malereien \u00fcberdeckt wurden.<\/p>\n<h6>Byzantinische Sehensw\u00fcrdigkeiten auf Naxos:<\/h6>\n<ol start=\"1\">\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-festung-apalirou\/\">Die byzantinische Festung von Apalirou<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-festung-kalogeros\/\">Die byzantinische Festung auf dem Kalogeros<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-byzantinische-kirchen\/\">Die byzantinischen Kirchen von Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-byzantinische-wandmalereien\/\">Die byzantinischen Wandmalereien<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-venezianische-epoche\/\">Naxos unter den Venezianern<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-geschichte\/\">Die Geschichte der Insel Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/festungen-und-wehrtuerme\/\">Festungen und Wehrt\u00fcrme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kirchen-und-kloester\/\">Kirchen und Kl\u00f6ster<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-venezianische-epoche\/\">Naxos unter den Venezianern<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>zum Weiterlesen: <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Byzanz\">Byzanz bei Wikipedia<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Naxos wurde der \u00dcberlieferung gem\u00e4\u00df im 3. Jhd. n. Chr. von Sch\u00fclern des Heiligen Johannes zum Christentum bekehrt. Von der Bedeutung der Insel w\u00e4hrend der byzantinischen Zeit zeugt die gro\u00dfe Zahl an bemerkenswerten, oft reich ausgeschm\u00fcckten Kirchen, die auf der Insel erhalten sind.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":70371,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41,17,1916,15,9],"tags":[881,872,1075,1471,307,34,865,1470,227,308],"class_list":["post-5798","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-byzanz","category-geschichte","category-geschichte-epochen","category-kultur","category-naxos","tag-byzanz","tag-geschichte","tag-ikonen","tag-kirchen","tag-kloster","tag-kykladen","tag-naxos","tag-orhtodoxe-kirche","tag-wandmalereien","tag-wehrkloster"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5798","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5798"}],"version-history":[{"count":43,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5798\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":70414,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5798\/revisions\/70414"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media\/70371"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5798"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5798"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5798"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}