{"id":330,"date":"2009-10-28T09:41:52","date_gmt":"2009-10-28T07:41:52","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=330"},"modified":"2024-09-14T22:52:59","modified_gmt":"2024-09-14T19:52:59","slug":"naxos-kykladenkultur-friedhoefe-und-bestattungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/el\/naxos-kykladenkultur-friedhoefe-und-bestattungen\/","title":{"rendered":"Friedh\u00f6fe und Bestattungen in der Kykladenkultur"},"content":{"rendered":"<p><big>S<\/big>chon w\u00e4hrend der Steinzeit begannen die Menschen, ihre Toten zu bestatten. Die \u00e4ltesten bekannten Gr\u00e4ber werden auf ein Alter von 40.000 Jahren Alter datiert. Ab etwa 10.000 v. Chr. sind auch Gr\u00e4berfelder nachgewiesen. Von den Kykladen sind kaum steinzeitlichen Grabst\u00e4tten bekannt; bislang sind nur auf der Insel Kythnos (mittel)steinzeitliche Gr\u00e4ber gefunden worden. Im Gegensatz dazu kennt man zahlreiche Gr\u00e4ber und Friedh\u00f6fe aus der Fr\u00fchen Bronzezeit, und die meisten unserer Informationen \u00fcber diese Periode stammen aus der Untersuchung von Gr\u00e4bern: Es sind wesentlich mehr Friedh\u00f6fe als Siedlungen gefunden und ausgegraben worden.<\/p>\n<h3>Art der Bestattung und Gr\u00e4bertypus<\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Gr\u00e4ber der Kykladenkultur waren meist aus Steinplatten errichtet (Kistengr\u00e4ber). In der ersten Phase wurde jedes Grab nur f\u00fcr eine Bestattung benutzt, sp\u00e4ter oft f\u00fcr mehrere. Dabei wurden die fr\u00fcheren Knochen beiseite ger\u00e4umt, nur der Sch\u00e4del wurde an seinem Platz gelassen. Der Tote wurde auf der (meist rechten) Seite liegend in zusammengekr\u00fcmmter Haltung bestattet, die H\u00e4nde vorm Gesicht, der Kopf manchmal auf einem flachen Stein ruhend. Man nimmt an, dass diese Haltung von der des Kindes im Mutterleib abgeleitet ist und dass der Tod als R\u00fcckkehr in den Scho\u00df von Mutter Erde verstanden wurde.<\/p>\n<h3>Grabbeigaben<\/h3>\n<p><big>I<\/big>n vielen, aber l\u00e4ngst nicht allen Gr\u00e4bern hat man Grabbeigaben gefunden, die unsere wichtigste Informationsquelle \u00fcber das Leben und die Kultur der Kykladenmenschen darstellen. Es scheint, dass dem Verstorbenen seine pers\u00f6nlichen Wertgegenst\u00e4nde mit ins Grab gegeben wurden, sei es zum Gebrauch in einem Weiterleben nach dem Tode, sei es, um sein Wiederkehren als &#8220;Gespenst&#8221; zu verhindern.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie h\u00e4ufigste Grabbeigabe waren Obsidianklingen, offenbar Allzweck-Werkzeuge, die fast jeder Mensch besa\u00df. In manchen Gr\u00e4bern lag nur ein runder Kieselstein vom Strand, und Kieselsteine wurden teilweise auch in der N\u00e4he von Gr\u00e4bern gefunden, was vermuten l\u00e4sst, dass sie eine rituelle Funktion hatten (wie auch sp\u00e4ter in der <a href=\"https:\/\/azalas.de\/naxos-mykenische-epoche\/\">mykenischen Epoche<\/a>). Viele Gr\u00e4ber enthielten ein- oder mehrere Ton- oder Steingef\u00e4\u00dfe, bei denen es sich eventuell um Beh\u00e4ltnisse f\u00fcr Opfergaben gehandelt haben k\u00f6nnte. Die Gef\u00e4\u00dfe waren manchmal sehr sorgf\u00e4ltig gearbeitet und verziert; oft handelt es sich um extra f\u00fcr diesen Zweck angefertigte St\u00fccke wie die gebrauchsunt\u00fcchtigen, nicht ausgeh\u00f6hlten Lampen-&#8220;Modelle&#8221; aus Marmor. Gelegentlich fanden sich Metallwerkzeuge oder ganze Handwerksausr\u00fcstungen, nur selten Waffen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/cycladic_artefacts-1.jpg\" alt=\"kykladische bronzezeitliche Grabbeigaben, Museum Chora, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>verschiedene Grabbeigaben aus der Kykladenzeit<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>inige Gr\u00e4ber enthielten Schmuckst\u00fccke wie Gewandnadeln, Armreifen, Ringe oder Diademe, die sorgf\u00e4ltig aus Metall (Bronze oder Silber) hergestellt waren, oder h\u00fcbsche Anh\u00e4nger oder Kettenperlen aus Muschelschalen, Metall oder Halbedelsteinen. Eine weitere charakteristische Grabbeigabe waren Pigmentbeh\u00e4lter aus Knochenr\u00f6hren oder kleinen Stein- oder Tongef\u00e4\u00dfen, sowie kleine M\u00f6rser und Paletten, die zum Anfertigen der Pigmente benutzt wurden. Die meist rote und blaue Farbe wurde wohl f\u00fcr eine rituelle Bemalung des Toten verwendet, vermutlich \u00e4hnlich wie man es an manchen Idolen sehen kann, die \u00dcberreste einer Bemalung im Gesicht sowie in gepunkteten B\u00e4ndern auf der Brust tragen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/history\/cycladic_bone_artefacts-1.jpg\" alt=\"kykladische bronzezeitliche Knochengef\u00e4\u00dfe, Grabbeigaben, Museum Chora, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Sorgf\u00e4ltig mit Einritzungen verzierte Knochenr\u00f6hrchen enthielten Pigmente, die vermutlich bei den Begr\u00e4bnisriten verwendet wurden.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie bekannteste, aber seltenste Grabbeigabe waren schlie\u00dflich die charakteristischen Marmoridole (s.u.).<\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kykladenkultur-idole-und-religion\/\">Kykladenidole und Religion<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kykladenkultur\/\">zur\u00fcck zur Kykladenkultur<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon w\u00e4hrend der Steinzeit begannen die Menschen, ihre Toten zu bestatten. 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