{"id":271,"date":"2009-09-08T08:58:25","date_gmt":"2009-09-08T05:58:25","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=271"},"modified":"2024-08-17T10:45:04","modified_gmt":"2024-08-17T07:45:04","slug":"zwei-tueren-hat-das-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/el\/zwei-tueren-hat-das-leben\/","title":{"rendered":"Mein Buch \"Zwei T\u00fcren hat das Leben\""},"content":{"rendered":"<p>Ich habe ein Buch geschrieben, in dem man viel \u00fcber Naxos, \u00fcber das traditionelle Leben auf der Insel und \u00fcber die j\u00fcngere Geschichte Griechenlands erfahren kann:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/azalas\/blog\/zwei-tueren-hat-das-leben.jpg\" alt=\"Zwei T\u00fcren hat das Leben, Astrid Scharlau\" ><\/p>\n<p>Es handelt sich um die Lebenserinnerungen meines Schwiegervaters Mitsos (Dim\u00edtris Mandilar\u00e1s), einschlie\u00dflich eines einf\u00fchrenden Kapitels zur Geschichte der Insel sowie mit ausf\u00fchrlichen Beschreibungen der traditionellen Lebensweise in den naxiotischen Bergd\u00f6rfern, die die Erz\u00e4hlungen von Mitsos lebendig werden lassen und sie in einen gr\u00f6\u00dferen Zusammenhang einbinden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/azalas\/blog\/mitsos_angeliki-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/azalas\/blog\/mitsos-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><\/p>\n<p>Mein Ziel beim Schreiben des Buches war nat\u00fcrlich in erster Linie, die Erz\u00e4hlungen des Gro\u00dfvaters f\u00fcr die Familie aufzubewahren, aber auch allen, die Griechenland kennenlernen wollen, einen Einblick in das tats\u00e4chliche Leben auf Naxos zu erm\u00f6glichen &#8211; und dadurch jedem, der daran Interesse hat, die Insel und ihre Menschen auf eine Weise nahe zu bringen, die einem Touristen normalerweise verschlossen bleibt.<\/p>\n<p>Das Buch ist bei Books on Demand ver\u00f6ffentlicht. Mit der ISBN-Nummer: 978-3-8391-1930-3 kann man es bei Amazon und im deutschen Buchhandel bestellen. Es hat etwa 300 Seiten und kostet gedruckt 18,50\u20ac und als Kindle 13,50\u20ac.<\/p>\n<p>Hier das Inhaltsverzeichnis und Leseproben aus jedem Kapitel.<\/p>\n<h3>&#8220;Zwei T\u00fcren hat das Leben&#8221; <em>von Astrid Scharlau<\/em><\/h3>\n<\/p>\n<h6>Inhaltsverzeichnis:<\/h6>\n<p>Vorwort<br \/>\nAnmerkungen zur Schreibung der griechischen W\u00f6rter<\/p>\n<p>Kapitel 1: Naxos<\/p>\n<ul>\n<li>Die Landschaft von Naxos<\/li>\n<li>Naxos im Altertum: Die Insel des Dionysos<\/li>\n<li>Naxos im Mittelalter: Byzanz, Venezianer und T\u00fcrken<\/li>\n<li>Die Geschichte des Dorfes Koronos<\/li>\n<li>Der Schmirgel<\/li>\n<li>Die wundert\u00e4tigen Ikonen von Koronos<\/li>\n<li>Die Prophezeiungen der Koufitena<\/li>\n<li>Die Wiederauffindung der Ikone<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kapitel 2: Die Familie Mandilaras<\/p>\n<ul>\n<li>Mitsos\u2019 Gro\u00dfvater Boublojannis<\/li>\n<li>Boublomanolis<\/li>\n<li>Stamata<\/li>\n<li>Mitsos\u2019 Kindheit<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kapitel 3: Das Leben im Dorf<\/p>\n<ul>\n<li>Die Landwirtschaft<\/li>\n<li>Das Getreide \u2013 Geschenk der Demeter<\/li>\n<li>Das \u00d6l \u2013 Geschenk der Athene<\/li>\n<li>Der Wein \u2013 Geschenk des Dionysos<\/li>\n<li>Die Freizeit<\/li>\n<li>L\u00fcgengeschichten und Tr\u00e4ume<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kapitel 4: Hirtenleben<\/p>\n<ul>\n<li>Das Hirtenhandwerk<\/li>\n<li>Mitsos\u2019 Onkel Kaminaris<\/li>\n<li>Als H\u00fctejunge<\/li>\n<li>Glocken- und Ziegendiebe<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kapitel 5: Zum Milit\u00e4r<\/p>\n<ul>\n<li>Griechenland nach der Befreiung von den T\u00fcrken<\/li>\n<li>In Athen<\/li>\n<li>Soldatenausbildung<\/li>\n<li>Zur Grenze<\/li>\n<li>In Kastoria<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kapitel 6: Die Bewachung der Grenze<\/p>\n<ul>\n<li>In Ieropigi<\/li>\n<li>Auf dem Wachtposten<\/li>\n<li>In Agia Kyriaki<\/li>\n<li>Wieder auf dem Wachtposten<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kapitel 7: Der Albanische Krieg<\/p>\n<ul>\n<li>Der Angriff der Italiener<\/li>\n<li>Der Vormarsch in Albanien<\/li>\n<li>Im Schnee<\/li>\n<li>L\u00e4use<\/li>\n<li>In Elbasan<\/li>\n<li>Der R\u00fcckzug<\/li>\n<li>Der R\u00fcckweg nach Athen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kapitel 8: Die Besatzungszeit<\/p>\n<ul>\n<li>Hungersnot<\/li>\n<li>Mitsos\u2019 Erlebnisse auf Naxos<\/li>\n<li>Diebesgeschichten<\/li>\n<li>Die Deutschen auf Naxos<\/li>\n<li>In Athen unter deutscher Besatzung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kapitel 9: Der B\u00fcrgerkrieg<\/p>\n<ul>\n<li>Die englische Besatzung<\/li>\n<li>Die Einberufung<\/li>\n<li>Die Ankunft in Kefallonia<\/li>\n<li>In Agia Efimia<\/li>\n<li>In Vari<\/li>\n<li>Am Berg Ainos<\/li>\n<li>In Patras<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kapitel 10: Familienleben<\/p>\n<ul>\n<li>Die R\u00fcckkehr nach Naxos<\/li>\n<li>Beokostas<\/li>\n<li>Die Wasserm\u00fchle<\/li>\n<li>In den Schmirgelminen<\/li>\n<li>Politisch unerw\u00fcnscht<\/li>\n<li>Zur Arbeit in Athen<\/li>\n<li>Die Kinder<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kapitel 11: In Athen<\/p>\n<ul>\n<li>Der Umzug nach Athen<\/li>\n<li>Streiks und K\u00e4mpfe<\/li>\n<li>Nikiforos Mandilaras<\/li>\n<li>Tankwagenfahrer<\/li>\n<li>Agios Dimitris<\/li>\n<li>Beerdigungen<\/li>\n<li>Angeliki<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ausklang<br \/>\nListe der mehrmals vorkommenden griechischen W\u00f6rter<\/p>\n<p><strong>Leseproben:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kapitel 1:<\/strong><br \/>\nEs ist Nachmittag. Die Sonne ist schon hinter den Bergen verschwunden. Drau\u00dfen sind<br \/>\nKinderstimmen zu h\u00f6ren: Die M\u00e4dchen spielen noch in der Weinlaube. Da kommt Mitsos, der Gro\u00dfvater, vorbei. Er ist auf dem Weg zur kleinen Kapelle des Heiligen Dimitris, seines Namenspatrons , die nahebei auf den Felsen \u00fcber dem Meer steht. Im Vor\u00fcbergehen singt er ein Liedchen und bleibt hier und da stehen, um bei den gerade austreibenden Weinst\u00f6cken nach dem Rechten zu sehen und zu schauen, wie viele Trauben sie dieses Jahr ansetzen. In der Kapelle wird er wie jeden Abend die \u00d6ll\u00e4mpchen anz\u00fcnden, bed\u00e4chtig und ohne Eile, und ein wenig mit dem Heiligen plaudern. Danach wird er sich noch ein Weilchen hinsetzen und aufs Meer schauen, das heute so friedlich daliegt.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nAus der folgenden Epoche, der Bronzezeit (etwa 3000 bis 1100 v. Chr.), gibt es auf Naxos zahlreiche Fundstellen und Ausgrabungen, so dass wir uns ein recht genaues Bild von der Lebensweise der damaligen Menschen machen k\u00f6nnen. Eine bedeutende Rolle spielte die Insel insbesondere w\u00e4hrend der fr\u00fchen Bronzezeit (etwa 3. Jahrtausend v. Chr.), in der sich die fr\u00fchkykladische Kultur entwickelte. Die Kykladen waren in dieser Zeit noch von vorgriechischen Volksst\u00e4mmen bewohnt, den Pelasgern und den Karern, die beide vermutlich aus dem Osten eingewandert waren und von dort ihre Kultur, ihre Sprache und ihre Lebensweise mitgebracht hatten. Sie besiedelten in verschiedenen Bewegungen und Wanderungen die kleinasiatische K\u00fcste, das griechische Festland und die Inseln der \u00c4g\u00e4is und unterhielten Beziehungen zu den weiter \u00f6stlich lebenden Volksst\u00e4mmen, zu den Ph\u00f6niziern und vermutlich zu den \u00c4gyptern. Sie sprachen eine nicht indo-europ\u00e4ische Sprache, von der sich im heutigen Griechisch noch einige W\u00f6rter und vor allem viele Ortsbezeichnungen erhalten haben.<\/p>\n<p>Der kykladischen Kultur entsprachen auf Kreta die minoische und auf dem Festland die helladische sowie ab etwa 1500 v. Chr. die mykenische Kultur. Naxos war eines der wichtigsten Zentren der fr\u00fchkykladischen Kultur; in der mittleren und sp\u00e4ten Bronzezeit traten die Kykladen jedoch gegen\u00fcber Kreta und dem Festland in ihrer Bedeutung zur\u00fcck. Die bekanntesten Fundst\u00fccke aus dieser Zeit sind die ber\u00fchmten Kykladen-Idole, kleine harmonisch geformte, stark abstrahierte und auf wesentliche Merkmale reduzierte Frauen-Statuetten aus Marmor, die als Beigaben in die Gr\u00e4ber gelegt wurden. Die Siedler hatten den \u00d6lbaum und den Weinstock aus dem Osten mitgebracht und bauten sie auf Naxos an, wie Funde von \u00d6llampen und Weinkr\u00fcgen belegen. Sie hielten Schafe, Ziegen, Schweine und Rinder und ern\u00e4hrten sich au\u00dferdem von vielerlei Meeresfr\u00fcchten. Es entwickelte sich eine rege Seeschifffahrt und, zum ersten Mal in Europa, eine bedeutende Metallurgie; auch die T\u00f6pferei war hoch entwickelt. Die Kunst der Kykladenkultur zeichnet sich durch besondere Phantasie, Frische und Lebendigkeit aus. Sie vermittelt uns den Eindruck, dass es sich bei den Siedlern dieser Epoche um ein lebensfrohes, ausgeglichenes, geschicktes und erfinderisches Volk handelte.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nAuf dem R\u00fcckweg zu ihrem Haus traf die Koufitena wieder auf den alten Mann, der sie fragte, wie die Sache liefe. Sie berichtete ihm, was der Ikonenmaler gesagt hatte. Der Heilige erwiderte: \u201eZwei Wochen \u2013 das ist zu lange. Kehre wieder um und fordere vom Ikonenmaler das Brett zur\u00fcck; sag ihm, dass du keine zwei Wochen warten kannst. Und wenn er dir das Brett nicht geben will, dann sage ihm, er solle nur nachschauen, das Bild ist schon darauf erschienen und die Ikone fertig.\u201c<\/p>\n<p>Die Koufitena kehrte also um und verlangte das Brett vom Ikonenmaler zur\u00fcck. Als dieser es holte, war darauf tats\u00e4chlich das Bild des Heiligen Spiridon schon erschienen. Der Ikonenmaler war zutiefst erstaunt und begriff, dass es sich um ein Wunder und eine besondere Ikone handeln m\u00fcsse und wollte sie nicht herausgeben; er versprach der Koufitena, eine andere Ikone des Heiligen f\u00fcr sie zu malen. Sie beharrte jedoch darauf, genau diese Ikone zu bekommen; da warf der Ikonenmaler sie aus dem Haus und verschloss die T\u00fcr.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging die Koufitena mit ihren f\u00fcnf S\u00f6hnen zum Ikonenmaler. Sie verschafften sich Einlass, und die S\u00f6hne, mit ihren St\u00f6cken bewaffnet, drohten dem Maler, ihn sogleich zu Grabe zu tragen, wenn er ihnen die Ikone nicht gebe. Eingesch\u00fcchtert r\u00fcckte er sie daraufhin heraus. Die Koufitena lie\u00df sie verglasen und rahmen und stellte sie in ihren Hausaltar.<\/p>\n<p>Von da an sprach der Heilige regelm\u00e4\u00dfig zur Koufitena, die immer, wenn sie das Glas der Ikone klirren h\u00f6rte, zum Hausaltar ging. Dort verfiel sie in eine Art Trance, so dass es so aussah, als schliefe sie. Danach berichtete sie den D\u00f6rflern, was der Heilige ihr mitgeteilt hatte. Manches, was sie prophezeite, betraf Dinge des Alltags. Sie sagte zum Beispiel voraus, dass demn\u00e4chst nachts eine bestimmte Schmirgelmine einst\u00fcrzen w\u00fcrde. Daraufhin wurden die damals \u00fcblichen n\u00e4chtlichen Schichten in den Minen eingestellt. Und tats\u00e4chlich st\u00fcrzten einige Zeit sp\u00e4ter gleich mehrere benachbarte Minen gleichzeitig ein \u2013 doch niemand kam zu Schaden.<\/p>\n<p>Die meisten Prophezeiungen betrafen jedoch die fernere Zukunft und mussten den Menschen damals phantastisch klingen. Erst viele Jahre sp\u00e4ter, als die Koufitena schon l\u00e4ngst gestorben war, konnte man den Inhalt dieser Wahrsagungen verstehen. Nach den Ereignissen mit den Ikonen, die am Argokili aufgrund derartiger \u201eTr\u00e4ume\u201c gefunden worden waren, fanden die Prophezeiungen der Koufitena im Dorf gro\u00dfe Beachtung. In den <em>kafen\u00eda<\/em> diskutierte man dar\u00fcber, und die Kinder wurden mit diesen Geschichten gro\u00dfgezogen wie anderswo mit Ammenm\u00e4rchen.<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 2:<\/strong><br \/>\n&#8230;Der dritte im Bunde war der Wein, der f\u00fcr die traditionelle naxiotische Mahlzeit ebenso unentbehrlich ist wie Brot und \u00d6l. Als Gott des Weines wurde im Altertum der Fruchtbarkeitsgott Dionysos verehrt. Dionysos war einer Verbindung des G\u00f6ttervaters Zeus mit einer Sterblichen namens Semele entsprungen. Die eifers\u00fcchtige Hera fl\u00f6\u00dfte der schwangeren Semele den Wunsch ein, Zeus in seiner wahren Gestalt zu erblicken. Als Zeus aber ihren eindringlichen Bitten nachgab und ihr seine wirkliche Gestalt enth\u00fcllte, verbrannte sie von dem allzu strahlenden Anblick, den nur G\u00f6tter zu ertragen vermochten. Zeus rettete den F\u00f6tus und n\u00e4hte ihn in seinem Schenkel ein. Nach der \u201eGeburt\u201c brachte er den S\u00e4ugling nach Naxos und \u00fcbergab ihn an die drei Nymphen von Naxos Philia, Kleis und Koronis. Deren Namen leben noch heute in Ortsnamen auf der Insel fort, n\u00e4mlich Fil\u00f3ti (der Hauptort der Tragaia), Kleidh\u00f3 (Landstrich im s\u00fcd\u00f6stlichen Naxos nicht weit von P\u00e1normos) und Koronos beziehungsweise Koron\u00eddha (Komiaki). Die drei Nymphen zogen Dionysos in der H\u00f6hle Kak\u00f3 Sp\u00edlaio am Berg Koronos auf. Sie bekr\u00e4nzten den Gott mit Efeu: Die sp\u00e4ter in Griechenland so verbreiteten und beliebten Bekr\u00e4nzungen waren zuerst im Dionysos-Kult \u00fcblich (und wer einmal einen Kranz aus Efeu gefertigt hat, der wei\u00df, wie \u00fcberaus schm\u00fcckend diese Pflanze ist!). Als Dank daf\u00fcr, dass sie ihn in seiner Kindheit beheimatet hatte, schenkte Dionysos der Insel Naxos ihren hervorragenden Wein und ihre besondere Fruchtbarkeit.<\/p>\n<p>Nahe der H\u00f6hle Kak\u00f3 Sp\u00edlaio befindet sich eine antike Inschrift: \u201eDRIOS DIONYSOU\u201c: Dieser antike Name des Berges Koronos wird in mehreren Mythen um den Gott Dionysos erw\u00e4hnt (s. S. 10). H\u00f6chstwahrscheinlich befand sich hier ein heiliger dem Weingott geweihter Bezirk. Vom Berg Drios aus soll Dionysos auch zusammen mit Ariadne endg\u00fcltig die Erde verlassen haben, um sich auf dem Olymp niederzulassen, als sich die G\u00f6tter zu Beginn des historischen Zeitalters von ihren irdischen Abenteuern zur\u00fcckzogen und sich au\u00dferhalb der direkten Reichweite der Sterblichen auf dem G\u00f6ttersitz einrichteten.<\/p>\n<p>In der H\u00f6hle wurden kleine t\u00f6nerne Statuetten des zur Gefolgschaft von Dionysos geh\u00f6renden bocksf\u00fc\u00dfigen Waldgottes Pan sowie von Nymphen gefunden, die hier sicher seit alters her verehrt wurden. Heute ist der Berg Koronos nicht mehr bewaldet. Noch vor wenigen Jahrhunderten waren jedoch, wie alte Reiseberichte bezeugen, zumindest seine niedrigeren H\u00e4nge von Eichenw\u00e4ldern bestanden \u2013 der ideale Wohnort f\u00fcr Dionysos und sein Gefolge. Und der Wanderer, der an seinem Hang unvermutet an einer in einem kleinen, gesch\u00fctzten T\u00e4lchen gelegenen Quelle vorbeikommt, wird die Ehrfurcht der Alten vor diesen St\u00e4tten nachempfinden k\u00f6nnen: Man k\u00f6nnte meinen, dass in diesen heimlichen, gr\u00fcn umsprossenen, von m\u00e4chtigen Platanen beschatteten T\u00e4lern mit ihren murmelnden B\u00e4chen auch heute noch die Nymphen wohnen.<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 3:<\/strong><br \/>\n&#8230;In einem anderen Winter h\u00fcteten Karavelis und Mitsos die Herde der Familie am Kalogeros bei Apollonas. Das war nicht gerade einer ihrer Lieblingspl\u00e4tze, denn erstens war die Entfernung zum Dorf gro\u00df, und au\u00dferdem gab es keinen guten Unterschlupf: Das Dach des <em>mit\u00e1tos<\/em>, in dem sie hausten, war undicht und bei Regen tropfte es an allen Ecken und Enden. Oben auf dem Kalogeros, wo der <em>mit\u00e1tos<\/em> lag, gab es nicht einmal geeignete Erde, mit der sie das Dach h\u00e4tten abdichten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anfangs war das Wetter noch gut und sie verbrachten die Tage leidlich. Dann begann es zu regnen, und es regnete tagelang so heftig, dass man kaum vor die T\u00fcr treten konnte. Niemand kam aus Koronos, um ihnen Essen zu bringen, und so ging ihnen am dritten Tag alles Essbare aus. Einen Tag fasteten sie, dann wurde der Hunger zu gro\u00df.<\/p>\n<p>Karavelis schlug Mitsos vor, er solle versuchen, einen Eimer Wasser vom Meer zu holen; sie hatten n\u00e4mlich kein Salz mehr und kochten darum mit Meerwasser. Er selbst wollte in der Zwischenzeit eine Ziege heranschaffen. Er kannte eine \u00fcberh\u00e4ngende Stelle an den Felsen, wo die Tiere sich bei Regen unterstellten, und er leicht eines erwischen konnte. Mitsos kletterte im str\u00f6menden Regen die Felsen hinab zum Meer. Es herrschte Nordoststurm, und an der K\u00fcste toste die Brandung. Mitsos hatte den Eimer an einem Seil festgebunden und suchte eine geeignete Stelle, wo er ihn ins Wasser werfen k\u00f6nnte. Nach vielen vergeblichen Versuchen, bei denen die sch\u00e4umenden Wellen ihm den Eimer fast aus der Hand rissen, gelang es ihm schlie\u00dflich, ihn wenigstens halb mit Wasser zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Als Mitsos wieder am <em>mit\u00e1tos<\/em> ankam, war auch Karavelis schon mit einer Ziege zur\u00fcckgekehrt; nat\u00fcrlich hatte er keine von der eigenen Herde gebracht, sondern eine der benachbarten Hirten. Sie schlachteten die Ziege, machten ein Feuer mit ihren letzten trockenen Zweigen und kochten die Innereien. Dann setzten sie sich hin, a\u00dfen und w\u00e4rmten sich auf, und danach sangen sie noch ein paar Liedchen.<\/p>\n<p>Gegen Abend hatte es immer noch nicht aufgeh\u00f6rt zu regnen. Nun hatten sie auch kein Feuerholz mehr, sie froren und die Feuchtigkeit war ihnen bis auf die Knochen gedrungen. Die Lust zu singen war ihnen vergangen, und sie f\u00fchlten sich nur noch elend. Hier musste etwas geschehen! So beschlossen sie, mit der Ziege zu den n\u00e4chsten Nachbarn zu gehen, einem alten Ehepaar, das nicht weit entfernt auf der anderen Seite des Flusses wohnte.<br \/>\nSie steckten die Ziege in einen Sack und machten sich durch den str\u00f6menden Regen auf den Weg. Bald erreichten sie den Fluss. Aber wie sollten sie \u00fcber ihn hin\u00fcber kommen? Er war vom Regen ungeheuer angeschwollen, tosende Wassermassen schossen durch sein felsiges Bett. An ein Hindurchwaten war nicht zu denken \u2013 wer in den Fluss fiel, w\u00fcrde unweigerlich davon gerissen und ins Meer gesp\u00fclt.<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 4:<\/strong><br \/>\nAls Mitsos 21 Jahre alt war, \u00e4nderte sich sein Leben grundlegend: Seine Soldatenzeit begann, von der er heute noch h\u00e4ufig erz\u00e4hlt und an die er sich erinnert, als sei es erst gestern gewesen. Nach der Ausbildung diente er zun\u00e4chst auf den Wachtposten an der albanischen Grenze, danach k\u00e4mpfte er im Albanischen Krieg und schlie\u00dflich im B\u00fcrgerkrieg; insgesamt war er \u00fcber acht Jahre Soldat (mit einer Unterbrechung w\u00e4hrend der italienischen und deutschen Besatzung). Und wenn er auch manche Erlebnisse heute wie durchstandene Abenteuer erz\u00e4hlt, so hat er doch nicht vergessen, wie schrecklich der Krieg war, wie schlimm die Verluste an Menschenleben unter Freund und Feind und wie nah er selbst wieder und immer wieder dem Tod gewesen ist. Obwohl er ein f\u00e4higer Soldat war und seine Heimat mit allen seinen Kr\u00e4ften verteidigte, ja weit \u00fcber seine normalen Kr\u00e4fte hinaus, so versuchte er doch immer, das T\u00f6ten zu vermeiden und sah auch im feindlichen Soldaten den Menschen.<\/p>\n<p>Wenn heute das auf Naxos stationierte Milit\u00e4r zur \u00dcbung Sch\u00fcsse auf das Kap unternimmt und die Gegend von den Explosionen widerhallt, dann meint er, der Krieg sei wieder ausgebrochen und will sich freiwillig melden um die Angreifer abzuwehren; ja, um eine Waffe zu halten, ist er sicher noch gut genug und Erfahrung hat er auch zur Gen\u00fcge! Nein, diese Erlebnisse vergisst man nicht, so viele Jahre auch vergangen sind.<\/p>\n<p>Die ganze leidvolle Zeit des Zweiten Weltkrieges machte Mitsos mit: Er hatte das Pech gehabt, zur falschen Zeit geboren zu sein, so dass er in seiner Jugend in diesen Strudel weltbewegender Ereignisse hineingezogen wurde und die Jahre seines Lebens, die die sch\u00f6nsten sein sollten, mit dem Gewehr in der Hand verbrachte\u2026<br \/>\nMitsos\u2019 Soldatenzeit begann im Jahr 1938 mit der Einberufung zum Milit\u00e4r.<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 5:<\/strong><br \/>\n&#8230;Mitsos\u2019 R\u00fcckkehr nach Hause schien wieder in unerreichbare Ferne ger\u00fcckt. Jedes Mal, wenn er nach Ieropigi kam, lie\u00df er sich aus dem Kaffeesatz lesen, aber noch immer konnten die Kaffeeleserinnen ihm keine Entlassung prophezeien. Auch ein Feldwebel, mit dem Mitsos ins Gespr\u00e4ch geriet, meinte: \u201eAuf deine Entlassung wartest du vergebens. Du wirst sehen, wir werden \u00fcberhaupt nicht entlassen werden\u2026!\u201c Mitsos deutete das so, dass gewiss bald der Krieg ausbrechen und er umkommen w\u00fcrde. Deprimiert haderte er mit seinem Schicksal und verfluchte innerlich den Leutnant Tambakopoulos, durch dessen L\u00fcgen er wieder auf dem Wachtposten gelandet war.<\/p>\n<p>Endlich kam der Oktober. Jetzt waren zwei Jahre herum, seit sie eingezogen worden waren. Unentwegt r\u00e4tselten die Soldaten, warum ihre Entlassungsbescheide noch nicht eingetroffen seien. Von Tag zu Tag hofften sie auf eine Nachricht aus dem Hauptlager. Tats\u00e4chlich wurde Mitsos bald erneut nach Ieropigi gerufen, und als er auf den Wachtposten zur\u00fcckkehrte, konnte er seinen Soldaten endlich die gute Nachricht verk\u00fcnden: Ja, sie werden entlassen! Aber \u2013 so musste er gleich die Begeisterung d\u00e4mpfen \u2013 sie m\u00fcssen bis zum Eintreffen weiterer Anweisungen noch auf dem Posten bleiben. Welch eine Entt\u00e4uschung! Die gesamte Besatzung des Wachtpostens war deprimiert. Wann k\u00e4men sie endlich von hier weg?<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 6:<\/strong><br \/>\nAm 27. Oktober war Mitsos abends mit zwei seiner Soldaten in einem viele Kilometer vom Wachtposten entfernt gelegenen Dorf gewesen. Es war der Tag nach seinem Namenstag, und sie nutzten die Gelegenheit, um ein bisschen zu feiern, a\u00dfen gut in einem <em>kafen\u00edon<\/em> und tranken reichlich. Erst sp\u00e4t in der Nacht machten sie sich auf den R\u00fcckweg. Unterwegs versuchten die beiden Soldaten noch, von einem abgelegenen Hof eine Ziege zu stehlen, aber es gelang ihnen nicht. Mitsos war vorgegangen und wartete auf sie \u2013 er wollte als Feldwebel mit solchen Sachen nichts zu tun haben. Bald holten die beiden Soldaten ihn wieder ein und sie gingen schnell weiter. Der Weg zog sich dahin. Es war ein langer Tag gewesen, und Mitsos war ersch\u00f6pft und au\u00dferdem vom Alkohol leicht benommen. Endlich erreichten sie den Wachtposten. Mitsos vergewisserte sich, dass alles in Ordnung war, dann fiel er wie bet\u00e4ubt ins Bett. Aber im ersten Morgengrauen wurden sie geweckt: Der Wachtposten wurde beschossen!<\/p>\n<p>Es war schnell klar, dass es sich um einen ernst gemeinten Angriff handelte. Sie wurden von einer etwa drei Kilometer entfernten Stellung der Italiener mit schwerem Gesch\u00fctz beschossen. Die Luft war erf\u00fcllt von pausenlosem Donnern und vom bedrohlichen Pfeifen der Granaten, die \u00fcber ihnen explodierten. Granatensplitter flogen durch die Luft und schlugen in die H\u00fctte ein. Die Soldaten fl\u00fcchteten in die Sch\u00fctzengr\u00e4ben. Sie waren gut trainiert und wussten, wie sie sich zu verhalten hatten. Anderthalb Jahre hatten sie diesen Augenblick gef\u00fcrchtet, sich auf ihn vorbereitet und ihn erwartet. Nun war der Ernstfall eingetreten! Griechenland war in Gefahr, und sie waren entschlossen, es zu verteidigen, komme was wolle. Noch war es so dunkel, dass sie kaum erkennen konnten, was eigentlich vor sich ging. Mehrere der Soldaten wurden durch die Granatensplitter verletzt; bald gab es auch den ersten Toten. Der tapfere Hund Bello war mit den ersten Einschl\u00e4gen auf Nimmerwiedersehen verschwunden.<\/p>\n<p>Die Soldaten hatten auf dem Wachtposten einen gro\u00dfen Baumstamm aufgestellt und mit Lumpen und Zweigen umwickelt. Dieser sollte im Falle eines Angriffs der Italiener angez\u00fcndet werden, um das Hauptlager und die benachbarten Wachtposten zu alarmieren. Au\u00dferdem hatten sie rote Leuchtraketen, die abgeschossen werden sollten, wenn der Druck der Angreifer so stark w\u00fcrde, dass Verst\u00e4rkung unbedingt notwendig wurde. Die Anweisungen lauteten, einen Angriff unter allen Umst\u00e4nden und mit allen Mitteln abzuwehren; nur im \u00e4u\u00dfersten Notfall war ein geordneter, defensiver R\u00fcckzug erlaubt. Bei \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Bedrohung durch die Angreifer sollte f\u00fcr je drei Wachtposten zusammen ein weiteres gr\u00f6\u00dferes Maschinengewehr mit einem Leutnant und zwei Soldaten zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Nun z\u00fcndeten die Soldaten des Wachtpostens den Baumstamm an. Hell loderten die Flammen auf und beleuchteten gespenstisch die Holzh\u00fctte. Auch auf den benachbarten Wachtposten wurden die Signalfeuer entz\u00fcndet. Kaum kamen die M\u00e4nner dazu, sich klarzumachen, was geschehen war: der Krieg hatte begonnen!<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 7:<\/strong><br \/>\n&#8230;.Doch obwohl sie diese erste Attacke bis auf das eine Opfer gut \u00fcberstanden hatten, sah es sehr schlecht f\u00fcr sie aus. Um den Gipfel einnehmen zu k\u00f6nnen, musste eine Kompanie der Griechen trotz der fast aussichtslosen Lage versuchen, unter welchen Opfern auch immer den Hang hinaufzukommen und die Stellungen einzunehmen. Das Los fiel auf die kampferprobte Kompanie, in der Mitsos diente. Die anderen vier Kompanien verschanzten sich und bereiteten sich darauf vor, den Angriff durch Beschuss zu unterst\u00fctzen, wobei die Griechen allerdings den gut ausger\u00fcsteten Italienern wenig entgegenzusetzen hatten.<\/p>\n<p>Es lag Schnee. Die griechischen Soldaten \u00fcbernachteten in provisorischen Gruben, die jeder f\u00fcr sich ausgehoben hatte. Sie erhielten rote Leuchtraketen zum Anfordern von Verst\u00e4rkung und gr\u00fcne f\u00fcr den Fall, dass sie die Stellung einn\u00e4hmen; au\u00dferdem wurden sie mit Drahtscheren ausger\u00fcstet, die sie f\u00fcr das \u00dcberwinden der Stacheldrahtrollen und -z\u00e4une, die das Lager der Italiener umgaben, ben\u00f6tigten. Auf der H\u00fcgelkuppe stellten sich die Wachen in ihren <em>k\u00e1pes<\/em>, den Ziegenmantel-Zelten, auf.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen, dem 12. April, dem Feiertag des heiligen Lazarus, sollte der Angriff erfolgen. Wie immer sollten sie das Gep\u00e4ck zur\u00fccklassen und nur mit ihren Waffen und ihrer Ausr\u00fcstung vordringen. Die Stellung musste um jeden Preis erobert werden. Mitsos wusste, was das bedeutete: Er sch\u00e4tzte, dass von den zweihundert Mann seiner Kompanie h\u00f6chstens zehn lebend oben ankommen w\u00fcrden. Wie sollten sie in offener Schusslinie der Italiener den steilen, verschneiten Hang hinauf kommen und oben die dicken Stacheldrahtrollen \u00fcberwinden, w\u00e4hrend die Feinde sie von oben in aller Ruhe abschie\u00dfen konnten? Er machte sich jedoch wenig Gedanken dar\u00fcber: Dieses Lebens war er ohnehin \u00fcberdr\u00fcssig\u2026<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 8:<\/strong><br \/>\n&#8230;Im Winter 1941\/42 wurden von den Deutschen auf Naxos Schmirgelarbeiter angeworben, die in L\u00e1rimna in der N\u00e4he von Athen in unterirdischen Stollen Kohle abbauen sollten. Die lokalen Arbeiter hatten die Stollen wegen wiederholter Ungl\u00fccksf\u00e4lle verlassen, und die Deutschen waren auf der Suche nach Ersatz nach Naxos gekommen, wo es seit langem betriebene Minen geben sollte. Nun taten sie dort kund, dass Arbeiter f\u00fcr die Ausbeutung der Kohleminen in Larimna gesucht w\u00fcrden. Etwa vierzig Mann meldeten sich freiwillig, darunter Mitsos \u2013 er hatte genug vom Hunger und den Entbehrungen auf Naxos. Seine Familie wollte ihn nicht gehen lassen: Alle machten sich Sorgen und hielten den Arbeitsdienst f\u00fcr die Deutschen f\u00fcr zu gef\u00e4hrlich. Boublojannis kam zum Hafen und versuchte unter Tr\u00e4nen, Mitsos davon abzuhalten, sich einzuschiffen; er war \u00fcberzeugt, dass die Deutschen das Schiff versenken w\u00fcrden. Mitsos lie\u00df sich jedoch nicht von seinem Entschluss abbringen.<\/p>\n<p>So fuhr er gegen Ende des Winters im Jahre 1942 zusammen mit etwa vierzig anderen Schmirgelarbeitern auf einem alten, klapprigen Schiff, das die Deutschen konfisziert hatten, nach Athen. Die Fahrt mit dem schwer beladenen Schiff dauerte gut vierundzwanzig Stunden. Sie brachen bei schon stark bewegter See auf, dann wurde der Wind immer st\u00e4rker, und sie gerieten in einen heftigen Sturm. Es blitzte, donnerte, regnete und hagelte; gewaltige Brecher beutelten das kleine Schiff. Die angeworbenen Arbeiter befanden sich ungesch\u00fctzt auf dem Oberdeck: Es gab keinerlei Unterstand. Oft rauschten gro\u00dfe Wellen \u00fcber das Deck. Die M\u00e4nner klammerten sich, so gut es ging, an der Reling oder an den Tauen fest. Einmal wurde ein kleiner, schm\u00e4chtiger Koronidiate namens Petros von einer gro\u00dfen Welle mitgerissen, aber gerade als der Brecher ihn \u00fcber die Reling tragen wollte, erwischte ihn Mitsos am G\u00fcrtel. Mit M\u00fche gelang es ihm, ihn festzuhalten und wieder in Sicherheit zu ziehen.<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 9:<\/strong><br \/>\n&#8230;Anfang 1945 wurde Mitsos\u2019 Jahrgang erneut eingezogen: Das wieder aufgestellte griechische Heer sollte unter Leitung der Engl\u00e4nder, die auch selbst wieder Truppen ins Land riefen, zum Kampf gegen die Partisanen eingesetzt werden. Die einberufenen M\u00e4nner wurden beordert, sich beim Musterungsb\u00fcro am S\u00fdntagma-Platz zu melden. Mitsos wollte nicht wieder Soldat werden, und schon gar nicht f\u00fcr die verr\u00e4terische Fremdregierung und gegen die Partisanen, die f\u00fcr ein freies Griechenland k\u00e4mpften. Einige seiner Verwandten, wie zum Beispiel sein Bruder Nikiforos, hatten sich den Partisanen angeschlossen; und Mitsos selbst war ja oft genug f\u00fcr sie t\u00e4tig gewesen. Aber wer sich nicht rekrutieren lassen wollte, wer sich weigerte, gegen seine eigenen Landsleute zu k\u00e4mpfen, mit dem wurde kurzer Prozess gemacht: T\u00e4glich wurden junge M\u00e4nner erschossen.<\/p>\n<p>Als Mitsos am besagten Morgen zum S\u00fdntagma-Platz kam, wartete schon eine lange Schlange von Rekruten vor dem Tor des Lagers. Mitsos reihte sich ein. Da fiel ihm in letzter Sekunde siedend hei\u00df ein, dass er einen <em>Rizosp\u00e1stis<\/em> in der Hosentasche hatte, die Zeitung der Kommunistischen Partei, die er am fr\u00fchen Morgen in Kypseli gekauft hatte. Er hatte sie gedankenlos so wie sonst in die Tasche gesteckt, um sie sp\u00e4ter in Ruhe zu lesen. Nun war er in eine gef\u00e4hrliche Lage geraten, denn der <em>Rizosp\u00e1stis<\/em> war damals zwar nicht verboten (die Kommunistische Partei wurde schlie\u00dflich von der Mehrheit der Griechen unterst\u00fctzt), aber in dieser Situation bedeutete er f\u00fcr Mitsos so gut wie ein Todesurteil: Er hatte ihn ausgerechnet vor dem Musterungsb\u00fcro der Armee bei sich, als er dazu einberufen wurde, die kommunistischen Partisanen zu bek\u00e4mpfen! Was tun? Hier war schnelles Handeln geboten. Schon wurden die Tore ge\u00f6ffnet, und die Schlange der wartenden M\u00e4nner setzte sich in Bewegung! \u201eKomm nah hinter mich!\u201c fl\u00fcsterte Mitsos dem hinter ihm gehenden Mann zu, und als der nahe an ihn herantrat, warf er die Zeitung mit einer schnellen Bewegung aus der Hosentasche seitlich in einen Strauch.<\/p>\n<p>Die Rekruten wurden in einen Raum gef\u00fchrt, wo sie registriert und eingemustert wurden. Es ging langsam voran. Endlich war Mitsos an der Reihe. \u201eDimitris Emmanouil Mandilaras!\u201c \u2013 \u201eWo wohnhaft?\u201c fragte ihn der registrierende Offizier. \u201eIn Kypseli\u201c, antwortete Mitsos und nannte die Stra\u00dfe. \u201eSoso\u201c, brummte der Offizier und musterte Mitsos misstrauisch: Kypseli war die Kommunisten-Hochburg von Athen. Dann begann er in den Heften, die er vor sich liegen hatte, zu bl\u00e4ttern. Er wies einen dabeistehenden Soldaten an, Mitsos\u2019 Taschen zu durchsuchen. Der fand ein zerknittertes Papier in Mitsos\u2019 Hemdtasche: die <em>\u00c1gia Epistol\u00ed<\/em>, die er noch immer treu bei sich trug. Der Soldat reichte das Papier dem Offizier, der es auseinanderfaltete. Als er sah, worum es sich handelte, mokierte er sich mit ver\u00e4chtlichem Grinsen: \u201eAch, und so was hast du in der Tasche\u2026!\u201c Dann fuhr er Mitsos unwirsch an: \u201eStell dich da vorn hin und warte!\u201c Wie ihm gehei\u00dfen stellte sich Mitsos an die Wand und wartete.<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 10:<\/strong><br \/>\n&#8230;Beokostas\u2019 zweiter Schwiegervater Axaovass\u00edlis war ein knurriger, unfreundlicher Mann, vor dem die Enkelkinder sich f\u00fcrchteten, weil er sie ungn\u00e4dig mit Stockschl\u00e4gen verjagte, wenn sie zum Beispiel ein paar Maulbeeren von seinem riesigen Baum am Sidher\u00edti pfl\u00fccken wollten. Er hatte die Angewohnheit, kein Mittagessen auf die Felder mitzunehmen, sondern reichlich zu fr\u00fchst\u00fccken. Wenn die Bauern auf den umliegenden Feldern zu Mittag a\u00dfen, riefen sie ihn und luden ihn ein, sich dazu zu setzen, aber er antwortete dann unwirsch: \u201eIch habe mein Essen schon im Bauch!\u201c Wenn jemand ihn fragte, warum er nichts zu Essen mitnahm, deutete er erst auf seinen Bauch, dann auf seinen R\u00fccken: \u201eBesser hier als hier!\u201c<\/p>\n<p>Sein Bruder Petros hatte andere Gewohnheiten; er a\u00df sein Mittagessen auf den Feldern wie andere Menschen auch. Er wurde sogar besonders schnell hungrig, hatte dann keine Lust mehr zu arbeiten und sagte: <em>\u201e\u00c1dhio tsouv\u00e1li dhen st\u00e9ketai!<\/em> Ein leerer Sack kann nicht stehen!\u201c Nach dem Essen wurde er schl\u00e4frig und legte sich meist zu einem kleinen Nickerchen hin mit den Worten: <em>\u201eGem\u00e1to tsouv\u00e1li dhen tsak\u00edzi!<\/em> Ein voller Sack l\u00e4sst sich nicht knicken!\u201c<\/p>\n<p>Auch Axaovassilis hatte nichts gegen ein kleines Mittagsschl\u00e4fchen einzuwenden. Eines Mittags hatte er sich f\u00fcr ein Weilchen in seinem Weinberg bei der Kapelle des Heiligen Jannis in den Feldern n\u00f6rdlich des Dorfes unter einem Olivenbaum hingelegt und war in der warmen Sonne eingeschlafen. Da hatte er einen merkw\u00fcrdigen Traum: Ihm erschien die <em>Panag\u00eda<\/em> und bedeutete ihm, er solle mit der Hacke unter seinem Kopfkissen einen Schlag tun. Kaum war er wieder aufgewacht, stand er auf, ergriff seine Hacke und begann dort zu graben, wo sein Kopf gelegen hatte. Und er fand eine kindskopfgro\u00dfe, runde, schwere Kugel aus einem ihm unbekannten, dunklen Gestein. Er nahm die merkw\u00fcrdige Kugel mit nach Hause. Im Dorf befand sich zu der Zeit ein wandernder Goldschmied, der in einem Kellerloch eine Werkstatt eingerichtet hatte und f\u00fcr die D\u00f6rfler die Ikonen versilberte. Axaovassilis ging abends zum Goldschmied und zeigte ihm die Kugel. \u201eAch, das ist nichts!\u201c sagte der und lie\u00df sie unter sein Bett kullern. Aber ein Jahr sp\u00e4ter stiftete derselbe Goldschmied der Ikone der Maria in der Dorfkirche die silberne Ikonenverschalung, und Axaovassilis war \u00fcberzeugt, dass die Kugel aus Silber gewesen war und der Goldschmied die Ikone damit veredelt hatte.<br \/>\n&#8230;<br \/>\nMit der Landwirtschaft, dem Schmirgelabbau und dem Betrieb der M\u00fchle war Mitsos die meiste Zeit des Jahres schon mehr als ausgelastet, aber trotzdem wurden ihm oft auch noch andere Arbeiten zugewiesen. Gerade in dieser Aufbauphase nach dem Krieg fielen n\u00e4mlich in der Gemeinde viele Arbeiten an, die die D\u00f6rfler durchzuf\u00fchren hatten. Nur selten wurden die Arbeiter daf\u00fcr entlohnt; bei solcher bezahlten Arbeit jedoch wurde Mitsos nie eingesetzt: In den Genuss kamen nur die Verwandten der Einflussreichen im Dorf. H\u00e4ufiger handelte es sich um unbezahlte Zwangsarbeit, und in solchen F\u00e4llen war Mitsos\u2019 T\u00fcr die erste, an die der Gemeindeangestellte klopfte. Oft beschwerte sich Mitsos dar\u00fcber, dass er stets nur zu den Zwangsarbeiten gerufen wurde, aber es half ihm nichts: Wer sich weigerte, wurde eingesperrt.<br \/>\nEtwa im Jahre 1950 wurde eine neue St\u00fctzmauer zwischen der Dorfkirche Agia Marina und dem Schulgel\u00e4nde errichtet. Nat\u00fcrlich war Mitsos unter den Arbeitern, die dazu herangerufen wurden. Er arbeitete zusammen mit dem Vater der Taufpatin seines Sohnes Kostas, einem \u00e4lteren, lustigen Koronidiaten namens Andr\u00edkos. Zun\u00e4chst mussten sie die alte St\u00fctzmauer abrei\u00dfen. Gleich dahinter lag der Gemeindefriedhof. An einer Stelle fanden sie direkt hinter der Mauer ein Grab: Nachdem sie mehrere Steine entfernt hatten, sahen sie von der Seite genau in die Grabkammer hinein. Ein \u00e4lterer Mann, der ihnen zuschaute, erinnerte sich daran, wer hier begraben lag: ein <em>vrak\u00e1s<\/em>, der w\u00e4hrend der Besatzungszeit verhungert war. In der N\u00e4he w\u00fchlte eine Sau mit ihren Ferkeln in der Erde. Da hatte Andrikos eine seiner urigen Ideen.<br \/>\n&#8230;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 11:<\/strong><br \/>\n&#8230;Im Jahr 1969 kauften Vassilis und Mitsos\u2019 Sohn Nikos gemeinsam ein Grundst\u00fcck in Agios Dimitris, keinen halben Kilometer vom Firolimnari entfernt. Aus der Zeit als Hirtenjunge, als er mehrere Sommer auf den dar\u00fcbergelegenen H\u00fcgeln verbracht hatte, erinnerte sich Mitsos noch an die kleine, direkt am Meer gelegene Kapelle. Damals hatte noch ein Teil ihrer \u00f6stlichen Wand gestanden; sie war aber schon lange nicht mehr genutzt worden und ihr Name war vergessen. Nun war die Kapelle g\u00e4nzlich eingest\u00fcrzt, und es waren kaum noch Spuren von ihr vorhanden.<br \/>\nNoch bis zum Krieg hatten in dieser Gegend etliche Familien gelebt. Die Menschen bewirtschafteten die wenigen steinigen Felder auf den unteren H\u00e4ngen und den ebenen Fl\u00e4chen nahe am Meer, die ihnen mit je einigen \u00d6lb\u00e4umen und Weinst\u00f6cken und einer kleinen Ziegenherde ein karges Leben erm\u00f6glichten. Nun waren fast alle Bewohner abgewandert, nur einige Hirten lebten noch hier und weideten ihre Herden auf den H\u00fcgeln.<\/p>\n<p>Einer dieser Hirten namens Lefterovass\u00edlis lebte im <em>mazom\u00f3s<\/em> Spili\u00e1, der etwa einen Kilometer vom Meer entfernt oberhalb eines kleinen, steil eingeschnittenen, schluchtartigen Flusstales lag. Der <em>mazom\u00f3s<\/em> hatte seinen Namen von mehreren H\u00f6hlungen erhalten, die sich unter \u00fcberh\u00e4ngenden Felsen an der oberen Kante des Tales befanden (<em>spili\u00e1<\/em> = H\u00f6hle). Eine dieser H\u00f6hlungen hatten die Hirten vorne zugemauert, so dass ein Raum entstand, den sie als <em>mit\u00e1tos<\/em> benutzten und in dem sie ihren K\u00e4se herstellten und lagerten. Daneben lag ein kleines Haus, in dem die Hirtenfamilie wohnte. Dicht dabei, oberhalb der Schlucht, gab es eine ganzj\u00e4hrig wasserf\u00fchrende Quelle. (An der engsten Stelle der Schlucht sprangen die Hirtenjungen \u00fcber den gut f\u00fcnf Meter tiefen Abgrund.) Mit dem Wasser der Quelle bew\u00e4sserten die Hirten einige Felder f\u00fcr den Gem\u00fcseanbau, au\u00dferdem gab es Feigen-, Zitronen- und Maulbeerb\u00e4ume.<\/p>\n<p>Hier in Spilia hatte auch schon Lefterovassilis\u2019 Vater Lefterogi\u00f3rgis gewohnt. W\u00e4hrend der Besatzungszeit, als Lefterovassilis etwa sechs Jahre alt war, tr\u00e4umte Lefterogiorgis eines Nachts, ein \u00e4lterer Mann mit dem Namen Dimitris sei zu ihm gekommen und habe ihm seine alten, zerschlissenen Schuhe gebracht mit dem Auftrag, sie zu reparieren. Morgens erz\u00e4hlte er seiner Familie den Traum, und sie r\u00e4tselten, was er bedeuten k\u00f6nne. Schlie\u00dflich meinte ein Bruder seiner Frau, dass ihm wohl der Heilige Dimitris erschienen sei und der Traum bedeuten solle, dass sie eine Liturgie in einer diesem Heiligen geweihten Kirche abhalten sollten. Eine solche Kirche gab es in Apiranthos und da der Bruder gerade dorthin aufbrechen wollte, wurde er beauftragt, mit dem Priester dort einen Gottesdienst zu zelebrieren.<\/p>\n<p>Aber am n\u00e4chsten Tag erschien Vrestas, der Prophet aus Koronos, am <em>mazom\u00f3s<\/em> des Lefterogiorgis und sagte zu ihm: \u201eDu hast vorige Nacht getr\u00e4umt, ein alter Mann namens Dimitris bringe dir seine alten Schuhe zum Reparieren.\u201c Er erw\u00e4hnte noch weitere Einzelheiten des Traumes und fuhr dann fort: \u201eDieser Traum bedeutet, dass du eine Liturgie in einer Kirche des Heiligen abhalten sollst; aber die Kirche, die gemeint ist, ist nicht die Kirche in Apiranthos, sondern die kleine, verfallene Kapelle, die hier am Meer liegt und die ebenfalls diesem Heiligen geweiht ist. Wenn ihr dort eine Liturgie haltet, wird der Heilige Dimitris euch daf\u00fcr mit Brot und Fisch belohnen!\u201c<br \/>\n\u2026<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/azalas\/cottages\/agios_dimitris-1.jpg\" alt=\"die kleine Kapelle Agios Dimitris\" border=\"0\"><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe ein Buch geschrieben, in dem man viel \u00fcber Naxos, \u00fcber das traditionelle Leben auf der Insel und \u00fcber die j\u00fcngere Geschichte Griechenlands erfahren kann: Es handelt sich um die Lebenserinnerungen meines Schwiegervaters Mitsos (Dim\u00edtris Mandilar\u00e1s), einschlie\u00dflich eines einf\u00fchrenden Kapitels zur Geschichte der Insel sowie mit ausf\u00fchrlichen Beschreibungen der traditionellen Lebensweise in den naxiotischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":30219,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25,10,17],"tags":[1842,1843,1844,291,865,1841],"class_list":["post-271","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles-aus-azalas","category-azalas","category-geschichte","tag-astrid-scharlau","tag-biografie","tag-dimitris-mandilaras","tag-jungere-geschichte-griechenlands","tag-naxos","tag-zwei-tueren-hat-das-leben"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/271","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=271"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/271\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":68871,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/271\/revisions\/68871"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30219"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=271"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=271"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=271"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}