{"id":237,"date":"2009-07-27T16:58:23","date_gmt":"2009-07-27T13:58:23","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=237"},"modified":"2024-10-23T09:12:15","modified_gmt":"2024-10-23T06:12:15","slug":"wanderung-koronos-berg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/el\/wanderung-koronos-berg\/","title":{"rendered":"Auf den Koronos-Berg"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>er Gebirgszug des K\u00f3ronos ist mit 999 Meter fast ebenso hoch wie der Zeus, der h\u00f6chste Berg von Naxos (und den Kykladen). Der \u00f6stliche, h\u00f6chste Gipfel hei\u00dft M\u00e1vro Vo\u00fani, der mittlere Gipfel wird Peleki\u00e1 genannt, der westliche, die Spitze des eigentlichen K\u00f3ronos-Berges hei\u00dft Tro\u00falla. Die Tro\u00falla ist mit 989 Metern nur wenig niedriger als die Spitze des M\u00e1vro Vo\u00fani. Das K\u00f3ronos-Gebirge hat aufgrund seines anderen Gesteins einen ganz anderen Charakter als der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/wanderung-zeus-1\/\">Zeus-Berg<\/a>: W\u00e4hrend dieser aus Marmor aufgebaut ist, besteht der M\u00e1vro Vo\u00fani aus Schiefer und die Tro\u00falla und ihre weitere Umgebung aus Granit-\u00e4hnlichem Gestein.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4680-1_450.jpg\" alt=\"Blick zum K\u00f3ronos-Berg vom Stavr\u00f3 tis Meramot\u00eds\" \/><br \/>\n<small>Blick auf den Pass Stavr\u00f3s tis Keramot\u00eds mit seiner kleinen Kapelle und dem K\u00f3ronos-Gebirge dahinter: rechts der M\u00e1vro Vo\u00fani, in der Mitte die Peleki\u00e1 und ganz links die Tro\u00falla.<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>ntsprechend dem verschiedenen Gestein ist auch die Vegetation auf den zwei Bergz\u00fcgen ganz unterschiedlich: Auf dem Zeus w\u00e4chst eine lockere <a href=\"http:\/\/azalas.de\/macchie-und-garrigue\/\">Garrigue<\/a> vor allem aus niedrigem Immergr\u00fcnen Ahorn und Kermeseichen, w\u00e4hrend auf dem K\u00f3ronos die Bereiche mit Marmor und Schiefer \u00fcberwiegend von Dornigem Ginster <em>(Genista acanthoclada)<\/em> bewachsen sind und auf dem Granit fast ausschlie\u00dflich eine Heide vor allem aus <em>Erica manipuliflora<\/em> w\u00e4chst.<\/p>\n<p><big>W<\/big>ir biegen kurz hinter dem Stavr\u00f3s tis Keramot\u00eds nach links auf die Erdstra\u00dfe ein, lassen unser Auto aber schon bald (kurz hinter den Antennen) stehen, da die Stra\u00dfe hier ziemlich schlecht wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4682-1_450.jpg\" alt=\"auf dem K\u00f3ronos-Berg\" \/><br \/>\n<small>Blick nach Nordosten auf die D\u00f6rfer K\u00f3ronos und Skad\u00f3; im Vordergrund ein Streifen mit abgebranntem Ginster<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/landscape\/view_from_mavro_vouni-1.jpg\" alt=\"Blick vom Koronos-Berg nach S\u00fcden\" \/><br \/>\n<small>Blick nach S\u00fcden; ganz links im Hintergrund der Zeus, in der Bildmitte tief im Tal das kleine Dorf Keramot\u00ed.<\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>ir folgen dem alten Fu\u00dfpfad s\u00fcdlich der Bergkuppe des M\u00e1vro Vo\u00fani, der aber schon bald so v\u00f6llig \u00fcberwachsen ist, dass man ihn kaum mehr erkennen kann, und wir uns durch die Ginsterb\u00fcsche schlagen m\u00fcssen, bis wir bei einem kleinen Hirtenhof wieder auf die Fahrstra\u00dfe sto\u00dfen. Auf dem ersten St\u00fcck des Weges steht Marmor an. Dieser ist hier besonders zerkl\u00fcftet; in den die Felsen durchziehenden Kl\u00fcften versickert das Regenwasser und Erde sammelt sich an.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4698-1_450.jpg\" \/><br \/>\n<small>Anfangs besteht das Gestein aus Marmor, der hier besonders sch\u00f6n zerkl\u00fcftet ist; in den Kl\u00fcften, wo sich Erde und Regenwasser ansammeln, w\u00e4chst Ginster<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4688-1_450.jpg\" \/><br \/>\n<small>In den Spalten und an den schattigen Unterseiten des Marmors sitzen viele Clausilien.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/hypericaceae\/hypericum_empetrifolium-2.jpg\" alt=\"Kr\u00e4henbeeren-Johanniskraut, Hypericum empetrifolium\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Es ist schon Anfang Juni und zwar dieses Jahr noch sehr gr\u00fcn, aber es bl\u00fcht nicht mehr viel. Hier eine Johanniskraut-Art <em>(Hypericum empetrifolium)<\/em>.<\/small><\/p>\n<p><big>B<\/big>ald kommen wir aus dem Marmor hinaus in Schiefergebiet. Hier wachsen die Ginsterb\u00fcsche besonders dicht. Fr\u00fcher wurden die hervorragend brennbaren Ginster <em>(Genista acanthoclada)<\/em> von der Dorfbev\u00f6lkerung zum Anfeuern der Herde und der Back\u00f6fen zuwie auch zum Betreiben der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kalkbrennoefen\/\">Kalkbrenn\u00f6fen<\/a> und der T\u00f6pfer\u00f6fen benutzt; entsprechend gab es viel weniger davon als heute. Heute haben sich die Ginster soweit ausgebreitet und bilden an vielen Stellen ein so undurchdringliches Gestr\u00fcpp, in dem nichts anderes wachsen kann, dass es kein Wunder ist, wenn die Hirten ihn von Zeit zu Zeit <a href=\"http:\/\/azalas.de\/feuer\/\">abbrennen<\/a>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/phrygana_genista-1.jpg\" alt=\"Phrygana, Dorniger Ginster, Genista acanthoclada\" \/><br \/>\n<small>Auf dem M\u00e1vro Vo\u00fani w\u00e4chst der Dornige Ginster in fast reinen Best\u00e4nden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fabaceae\/genista_acanthoclada_habitat-1.jpg\" alt=\"Dorniger Ginster, Genista acanthoclada\" \/><br \/>\n<small>Der Ginster geh\u00f6rt zu den Rutenstr\u00e4uchern, das hei\u00dft er besitzt keine oder nur sehr kleine Bl\u00e4tter, und betreibt die Photosynthese mit den St\u00e4ngeln. Auf diese Weise kann die Pflanze die Wasserverluste durch Verdunstung gering halten.<\/small><\/p>\n<p><big>I<\/big>m Sattel hinter dem M\u00e1vro Vo\u00fani liegt ein Hirtenpferch mit einer au\u00dfergew\u00f6hnlich hohen Umfassungsmauer und einem ungew\u00f6hnlichen, sehr sorgf\u00e4ltig gemauerten <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-mitatoi\/\">Steinhaus<\/a> <em>(&#8220;mit\u00e1tos&#8221;)<\/em>. Es ist mit der \u00fcblichen Technik gebaut, die schon seit mykenischer Zeit nachgewiesen ist, indem die W\u00e4nde innen nach oben hin allm\u00e4hlich dicker werden; der \u00fcbrig bleibende Zwischenraum von etwa einem halben Meter ist mit gro\u00dfen Steinplatten abgedeckt. Allerdings ist dieses Steinhaus ganz entscheidend h\u00f6her als die \u00fcblichen &#8211; unerkl\u00e4rlich hoch. Wir phantasieren, dass es sich bei diesem Bauwerk um eine Station zwischen den zwei wichtigen <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-festung-kalogeros\/\">byzantinischen Burgen am Kal\u00f3geros<\/a> bei <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-apollonas\/\">Ap\u00f3llonas<\/a> im Norden der Insel und in <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-festung-apalirou\/\">Apal\u00edrou<\/a> bei der Bucht von Agiass\u00f3s im S\u00fcdwesten gehandelt haben k\u00f6nnte Vom Kal\u00f3geros aus kommend ist hier jedenfalls die erste Stelle, wo man Sichtkontakt nach Apal\u00edrou hat. Geh\u00f6rte dieses Bauwerk vielleicht zu einem Wachtposten, auf dem gegebenenfalls ein Signalfeuer entz\u00fcndet wurde, um die andere Festung zu warnen?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/traditions\/mitatos_koronos-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Der Hirtenpferch auf dem Sattel zwischen den Berggipfeln ist von einer ungew\u00f6hnlich hohen Mauer umgeben, dahinter der Gipfel des M\u00e1vro Vo\u00fani.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/traditions\/mitatos_koronos-2.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hier von hinten mit Blick auf den Fan\u00e1ri und den Zeus.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/traditions\/mitatos_koronos-3.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Das Haus ist besonders sorgf\u00e4ltig gemauert.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/traditions\/mitatos_koronos-4.jpg\" alt=\"\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Innen verengen sich die W\u00e4nde allm\u00e4hlich; oben ist der Zwischenraum mit Steinplatten abgedeckt. Ich habe noch nie einen so hohen <em>mit\u00e1tos<\/em> gesehen!<\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>ir laufen die Stra\u00dfe weiter entlang bis zu ihrem Ende. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Tro\u00falla. Wir kommen in die Granit-Region; Ginster, Ahorn und Kreuzdorn verschwinden. Hier w\u00e4chst fast reine Heide mit einigen Kretischen Zistrosen dazwischen: eine Vegetation mit einem besonderen Reiz! Wir streifen zwischen den Granitfelsen umher. Es ist ganz still; au\u00dfer gelegentlichem L\u00e4uten der Glocken einer versteuten Ziegenherde h\u00f6ren wir nur hier und da einen vorbeifliegenden Trupp H\u00e4nflinge oder das melancholische Pfeifen des Grauortolans. Die Tro\u00falla ist nicht ganz einfach zu besteigen, daran wagen wir uns heute nicht. Aber wir schauen in alle Richtungen vom Berg herunter und bewundern die vielf\u00e4ltigen <a href=\"http:\/\/azalas.de\/flechten\/\">Flechten<\/a>, die auf Felsen und Str\u00e4uchern wachsen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4722-1_450.jpg\" alt=\"auf dem K\u00f3ronos-Berg\" \/><br \/>\n<small>die Heide auf dem Gipfel des K\u00f3ronos<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4721-1_450.jpg\" \/><br \/>\n<small>Unter den Heidekraut-B\u00fcschen wachsen dichte Moospolster, die ihre Feuchtigkeit daher beziehen, dass die \u00c4ste der Heide den hier im Winter sehr h\u00e4ufigen Nebel &#8220;ausk\u00e4mmen&#8221;; auch im Sommer ist der Gipfel des K\u00f3ronos nicht selten in Wolken geh\u00fcllt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/lichens\/pseudevernia_furfuracea-5.jpg\" alt=\"Pseudevernia furfuracea\" \/><br \/>\n<small>Auf den \u00c4sten der Heide wachsen viele Strauchflechten, was im trockenen Mittelmeerklima recht ungew\u00f6hnlich ist.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/lichens\/pseudevernia_furfuracea_habitat-1.jpg\" alt=\"Pseudevernia furfuracea\" \/><br \/>\n<small>Die auff\u00e4lligste Strauchflechten-Art hier in der Heide ist <em>Pseudevernia furfuracea<\/em>.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/lichens\/usnea_spec-5.jpg\" alt=\"Usnea spec\" \/><br \/>\n<small>Auch Bartflechten der Gattung <em>Usnea<\/em> kommen vor, eine gro\u00dfe Besonderheit f\u00fcr die Kykladen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/lichens\/epilithic_lichens_on_granite-4.jpg\" alt=\"epilithische Krustenflechten, Granit\" \/><br \/>\n<small>Die Granitfelsen sind ebenfalls v\u00f6llig von Flechten bewachsen, vor allem von Krustenflechten, die oft dicke Lager bilden<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/lichens\/ramalina_subfarinacea-3.jpg\" alt=\"Ramalina subfarinacea\" \/><br \/>\n<small>Hier und da kommen auch auf den Felsen Strauchflechten der Gattung <em>Ramalina<\/em> vor, hier <em>Ramalina subfarinacea<\/em>.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4752-1_450.jpg\" alt=\"auf dem K\u00f3ronos-Berg\"\/><br \/>\n<small>Blick vom Sattel an der Tro\u00falla nach S\u00fcden<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/caryophyllaceae\/scleranthus_perennis-1.jpg\" alt=\"Ausdauernder Kn\u00e4uel, Scleranthus perennis\" \/><br \/>\n<small>Wir finden nur noch sehr wenige bl\u00fchende Pflanzen; hier der Ausdauernde Kn\u00e4uel <em>(Scleranthus perennis)<\/em>.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/cistaceae\/cistus_creticus_bud-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kretische Zistrose, Cistus creticus\"><br \/>\n<small>Die Kretische Zistrose f\u00e4ngt erst gerade an zu bl\u00fchen, diese Knospe ist besonders h\u00fcbsch aufgedreht. Die Zistrose ist besonders dr\u00fcsig und klebrig.<\/small><\/p>\n<p><big>N<\/big>ach Norden hin f\u00e4llt das Gel\u00e4nde weniger steil ab als nach S\u00fcden zum Tal von Keramot\u00ed. Hier gibt es in der Talmulde eine Quelle, an der einige Platanen wachsen. In dem nach Nordwesten gerichteten Tal liegt eine H\u00f6hle, <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kako-spilaio\/\">Kak\u00f3 Sp\u00edlaio<\/a>, in dem <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-dionysos\/\">der Gott Dionysos<\/a> von den drei Nymphen Koronis, Kleis und Philia aufgezogen wurde. In der H\u00f6hle wurden kleine Statuetten des Pan (aus dem Gefolge des Dionysos) und von Nymphen gefunden; auch eine antike Inschrift &#8220;Drios Dionysou&#8221;, die in der N\u00e4he gefunden wurde (ich wei\u00df leider nicht, wo sie sich befindet), bezeugt, dass hier in der Antike der Gott Dionysos verehrt wurde (damals wurde der Berg &#8220;Drios&#8221; genannt).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/landscape\/koronos_summit-1.jpg\" alt=\"auf dem K\u00f3ronos-Berg\" \/><br \/>\n<small>Blick nach Norden und auf das kleine T\u00e4lchen mit den Platanen<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4784-1_450.jpg\" auf dem K\u00f3ronos-Berg, Blick nach Skep\u00f3ni\"\/><br \/>\n<small>Tief unten im Tal liegt das verlassene D\u00f6rfchen Skep\u00f3ni. Nicht weit unterhalb von dieser Stelle liegt auch die H\u00f6hle Kak\u00f3 Sp\u00edlaio, deren Eingang jedoch schwer zu entdecken ist.<\/small><\/p>\n<h3>Exkurs: Warum auf dem K\u00f3ronos keine B\u00e4ume wachsen<\/h3>\n<p><big>M<\/big>an kann sich durchaus wundern, warum in der Gipfelregion des K\u00f3ronos keine Baumarten wachsen. Au\u00dfer einigen Wilden Birnen in den niedrigeren Bereichen finden wir nur ein oder zwei verbissene, niedrige Wilde \u00d6lb\u00e4ume und einige verbissene Exemplare des Immergr\u00fcnen Ahorns; auf Schiefer ist nur der Kreuzdorn <em>(Rhamnus lycioides)<\/em> etwas h\u00e4ufiger, auch dieser zwergstrauchartig verbissen. In der Granitregion wachsen gar keine B\u00e4ume, au\u00dfer ein paar vereinzelten Steineichen an den felsigeren Stellen und einige Platanen in den Talsenken. Und das, obwohl das K\u00f3ronos-Gebirge noch ein ganzes St\u00fcck regen- und nebelreicher ist als der Zeus, auf dem doch zahlreiche B\u00e4ume gedeihen.<\/p>\n<p><big>D<\/big>as Fehlen der Baumarten ist auch nicht darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass ein ehemaliger Wald gef\u00e4llt oder abgebrannt worden ist &#8211; zumindest die Kermeseiche ist durch beides nicht v\u00f6llig auszurotten. Auch der Reisende Ludwig Ross, der Naxos im Jahr 1835 bereiste, berichtet, dass die Spitzen des K\u00f3ronos unbewaldet gewesen seien, w\u00e4hrend auf seinen Abh\u00e4ngen Eichenwaldung wuchs.<\/p>\n<p><big>D<\/big>er Grund f\u00fcr das Fehlen der Baumarten auf dem K\u00f3ronos-Gebirge ist vielmehr im Untergrund-Gestein zu suchen: Der Granit (bzw. Gneis) ist im Gegensatz zum Marmor wasserundurchl\u00e4ssig, so dass das Regenwasser gr\u00f6\u00dftenteils oberfl\u00e4chlich abflie\u00dft. Das f\u00fchrt zwar im Winter zu gro\u00dfem Wasserreichtum, der sich in zahlreichen Quellen \u00e4u\u00dfert, die auch die ganzj\u00e4hrig wasserf\u00fchrenden Fl\u00fcsse von Nordwest-Naxos speisen, aber im Sommer trocknen die H\u00e4nge und Gipfel besonders stark aus und das Wasser flie\u00dft nur in den T\u00e4lern. Diese extreme Sommertrockenheit k\u00f6nnen die sommergr\u00fcnen und immergr\u00fcnen Baumarten nicht \u00fcberstehen: sie brauchen Kl\u00fcfte und Spalten im Untergrund f\u00fcr ihre tiefen Wurzeln, so wie sie im Marmor existieren.<\/p>\n<p><big>I<\/big>m Gegensatz dazu haben sich die f\u00fcr das Mittelmeergebiet besonders typischen Zwergstr\u00e4ucher an die Sommertrockenheit auf verschiedene Weise angepasst, sei es durch starke Reduktion der Bl\u00e4tter wie beispielsweise die Heide und der Thymian, durch Zusammenrollen oder Abwerfen der Bl\u00e4tter wie die Zistrosen-Arten oder dadurch, dass sie gar keine Bl\u00e4tter ausbilden und die Photosynthese mit den weniger Verdunstungs-empfindlichen St\u00e4ngeln betreiben wie der Dornige Ginster. Dass auf dem Granit nur Heide und Zistrosen und keine Ginster wachsen, liegt vermutlich am hohen S\u00e4uregehalt des Untergrundes, der den meisten eher kalkliebenden Zwergstr\u00e4uchern weniger behagt.<\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/nebel-auf-dem-koronos\/\">Im Nebel auf dem Koronos<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"https:\/\/azalas.de\/wanderungen-und-spaziergaenge\/\">Wanderungen und Spazierg\u00e4nge<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/wanderung-kako-spilaio\/\">Zur H\u00f6hle Kako Spilaio<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/spaziergang-skeponi-1\/\">Skeponi 1 &#8211; eine verlassene Siedlung in den Bergen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/spaziergang-skeponi-2\/\">Skeponi 2- ein verwunschener Gebirgsbach und Erdbeerb\u00e4ume<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/azalas.de\/naxos-mitatoi\/\">Mitati &#8211; die alten, einfachen Steinh\u00e4user<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/flechten-koronos-berg\/\">Flechten auf dem Koronos-Berg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/azalas.de\/flora-von-naxos\/\">Die Flora von Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/azalas.de\/waelder\/\">W\u00e4lder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/azalas.de\/phrygana\/\">Phrygana<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gebirgszug des K\u00f3ronos ist mit 999 Meter fast ebenso hoch wie der Zeus, der h\u00f6chste Berg von Naxos (und den Kykladen). 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