{"id":214,"date":"2009-06-07T01:34:08","date_gmt":"2009-06-06T22:34:08","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=214"},"modified":"2024-10-23T09:36:07","modified_gmt":"2024-10-23T06:36:07","slug":"wanderung-koronos-skado","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/el\/wanderung-koronos-skado\/","title":{"rendered":"Von Koronos nach Skado"},"content":{"rendered":"<p><big>K<\/big>\u00f3ronos und Skad\u00f3 sind zwei typische, urt\u00fcmliche Gebirgsd\u00f6rfer von Naxos. Sie liegen am Rande eines der sch\u00f6nen, fruchtbaren Hocht\u00e4ler der Gebirgsregion, nord\u00f6stlich des fast 1000 Meter hohen Gebirgr\u00fcckens des K\u00f3ronos-Berges. Das Hochtal von K\u00f3ronos m\u00fcndet nach Osten in ein steiles, karges, teilweise fast schluchtartiges Tal, das bei dem winzigen Hafen\u00f6rtchen Li\u00f3nas das Meer erreicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/villages\/view_koronos_skado-1.jpg\" alt=\"Blick auf Koronos und Skado\" \/><\/p>\n<p><big>U<\/big>nsere Wanderung beginnt am Pass, der nach K\u00f3ronos f\u00fchrt, der P\u00f3rta (&#8220;T\u00fcr&#8221;), und f\u00fchrt zuerst zum Dorf hinunter, von dort aus durch das gr\u00fcne Hochtal mit seinen gr\u00f6\u00dftenteils nicht mehr bewirtschafteten Terrassen nach Skad\u00f3 und dann die Fahrstra\u00dfe entlang wieder zur\u00fcck (siehe Beschreibung im Naxos-F\u00fchrer des Michael-M\u00fcller-Verlags).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN4678-1_450.jpg\" alt=\"Stavr\u00f3s tis Keramot\u00eds, Naxos\" \/><br \/>\n<small>Blick auf die kurz vorm Pass gelegene Kapelle am Stavr\u00f3s tis Keramot\u00eds<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>irekt am Pass, kurz hinter der kleinen Kapelle am Stavr\u00f3 tis Keramot\u00eds, f\u00fchrt ein Pfad nach rechts von der Stra\u00dfe ab zu einem alten Kalkbrennofen, den wir uns als erstes anschauen. Gegen\u00fcber am Hang liegt einer der malerischen Waldreste von Naxos. Er besteht vor allem aus Kermeseichen; au\u00dferdem wachsen an feuchteren Stellen im Taleinschnitt Platanen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/vegetation\/mountain_wood-1.jpg\" alt=\"Bergwald aus Kermeseichen und Kretischem Ahorn\" \/><\/p>\n<p><big>D<\/big>er Kalkbrennofen liegt am steilen Hang auf einer trockenen Wiese, die jetzt \u00fcbers\u00e4t ist von Hundskamille, gelbem Pippau, rosa Lichtnelken und den h\u00fcbschen wei\u00dfen Bl\u00fcten der Griechischen Faltenlilie.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN3255-1_450.jpg\" alt=\"bei K\u00f3ronos, Naxos\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/liliaceae\/gagea_graeca-3.jpg\" alt=\"Griechische Faltenlilie, Gagea graeca\" \/><br \/>\n<small>Griechische Faltenlilie, <em>Gagea graeca<\/em><\/small><\/p>\n<p><big>M<\/big>an sieht die Grube, in der das Feuer zum Brennen des Kalks unterhalten wurde und Teile der Wand des Brennofens. Rundherum liegen Schlacken- und Kalk-Reste. Die D\u00f6rfler errichteten \u00fcblicherweise einmal im Jahr je zu mehreren einen Kalkbrennofen. Der gewonnene Kalk wurde dazu verwendet, die H\u00e4user und Gassen der D\u00f6rfer zu wei\u00dfen, wodurch die H\u00e4user k\u00fchl gehalten wurden; der Kalk hatte auch eine desinfizierende Wirkung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/traditions\/lime_kiln-1.jpg\" alt=\"Kalkbrennofen bei Koronos\" \/><\/p>\n<p><big>N<\/big>un wandern wir den alten Maultierpfad hinab, der von der P\u00f3rta nach K\u00f3ronos f\u00fchrt. Fr\u00fcher war die ganze Insel von einem Netz solcher Pfade \u00fcberzogen. Die zentralen Pfade waren, so wie auch dieses St\u00fcck, mit Steinplatten gepflastert und wurden fr\u00fcher von der Dorfbev\u00f6lkerung so gut instand gehalten, dass die Menschen sie auch im Dunkeln bequem entlang gehen konnten. Heute sind die meisten der alten Pfade verschwunden, entweder, weil eine Stra\u00dfe \u00fcber sie gebaut wurde (es war nat\u00fcrlich naheliegend, die Stra\u00dfen wo m\u00f6glich die Pfade entlang zu bauen), oder weil sie  zugewachsen sind, seitdem sie nicht mehr benutzt werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/IMG_1248-1_450.jpg\" alt=\"bei K\u00f3ronos, Naxos\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/IMG_1264-1_450.jpg\" alt=\"bei K\u00f3ronos, Naxos\" \/><\/p>\n<p><big>D<\/big>er Pfad f\u00fchrt relativ steil zum Dorf hinab. Der Hang auf der rechten Seite ist steinig und karg, w\u00e4hrend auf der linken Seite alte, aufgegebene Terrassen liegen, auf denen nun kleine B\u00e4ume wachsen. Im Unterschied zur K\u00fcstenregion, in der fast nur immergr\u00fcne, an die Trockenheit angepasste Hartlaubb\u00e4ume und Wacholder wachsen, gedeihen hier in den h\u00f6chsten Berglagen der Insel vor allem laubabwerfende Geh\u00f6lze. Der einzige immergr\u00fcne Baum, der hier noch h\u00e4ufig vorkommt, ist die Kermeseiche. Ansonsten gibt es den Kretischen Ahorn (der zwar den wissenschaftlichen Artnamen <em>sempervirens<\/em> tr\u00e4gt, aber sein Laub im Winter verliert), die Wilde Birne und in den Taleinschnitten die Platane.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN3258-1_450.jpg\" \/><br \/>\n<small>alte Terrassen mit Kretischem Ahorn, <em>Acer sempervirens<\/em><\/small><\/p>\n<p><big>A<\/big>uf und neben dem Fu\u00dfweg wachsen niedrige Blumen und Zwergstr\u00e4ucher. Au\u00dfer den Arten, die wir auch von Azalas kennen, finden wir hier am Wegrand die Silberwei\u00dfe Spatzenzunge. Auf den Felsen kurz bevor der Pfad die Stra\u00dfe kreuzt w\u00e4chst ein interessanter Kreuzbl\u00fctler namens <em>Aethionema saxatile<\/em>.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/thymelaeaceae\/thymelaea_tartonraira-1.jpg\" alt=\"Silberwei\u00dfe Spatzenzunge, Thymelaea tartonraira\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Silberwei\u00dfe Spatzenzunge, <em>Thymelaea tartonraira<\/em><\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/thymelaeaceae\/thymelaea_tartonraira_detail-1.jpg\" alt=\"Silberwei\u00dfe Spatzenzunge, Thymelaea tartonraira\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/brassicaceae\/aethionema_saxatile_with_stem-1.jpg\" alt=\"Aethionema saxatile\" \/><br \/>\n<small><em>Aethionema saxatile<\/em><\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/brassicaceae\/aethionema_saxatile_detail-2.jpg\" alt=\"Aethionema saxatile\" \/><\/p>\n<p><big>B<\/big>ald erreichen wir das Dorf K\u00f3ronos. Dieses heute weitgehend verlassene Dorf war einst das Zentrum des Schmirgelabbaus: Die meisten Schmirgelminen der Insel liegen im Tal nach Li\u00f3nas und werden von Koronidiaten betrieben. Durch den Schmirgel war das Dorf Anfang des letzten Jahrhunderts zu einem gewissen Wohlstand gelangt, wenn auch alle seine Bewohner weiterhin Landwirtschaft betrieben, soweit die Kargheit des Bodens und die Steilheit des Gel\u00e4ndes das zulie\u00df. Im zweiten Weltkrieg wurde der Schmirgelabbau unter der italienischen Besatzung eingestellt, und auch die landwirtschaftliche Produktion wurde stark eingeschr\u00e4nkt und ein gro\u00dfer Teil der Ernte von den Italienern konfisziert. Das f\u00fchrte dazu, dass w\u00e4hrend der Jahre der Besatzungszeit (1941-1944) an die vierhundert Menschen im Dorf verhungerten. Nach der Befreiung von den Besatzern wanderte ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung ab; heute leben haupts\u00e4chlich \u00e4ltere Menschen und Rentner und nur wenige junge Familien im Dorf.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/villages\/koronos-4.jpg\" alt=\"Koronos, Naxos\" \/><\/p>\n<p><big>K<\/big>oronos liegt besonders steil an den Berghang geschmiegt, und wir m\u00fcssen unendlich viele Treppenstufen hinabsteigen. Viele der H\u00e4user sind halb verfallen. Wenn auch l\u00e4ngst nicht mehr so viel Landwirtschaft betrieben wird wie fr\u00fcher, bewirtschaften doch die meisten Einwohner noch einen kleinen Garten f\u00fcr den eigenen Bedarf sowie einige Weinterrassen und einen Olivenhain. Au\u00dferdem haben sie nat\u00fcrlich meist ein paar H\u00fchner, Ziegen oder Schafe. Auch Esel und Maultiere gibt es noch; sie sind nach wie vor als Tragtiere unentbehrlich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/donkey-1.jpg\" alt=\"Esel in Koronos\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/villages\/koronos-1.jpg\" alt=\"Koronos, Naxos\" \/><\/p>\n<p><big>U<\/big>nten im Dorf kommen wir an der Pl\u00e1tsa, dem Dorfplatz, vorbei; hier liegen zwei h\u00fcbsche kleine Tavernen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/IMG_1274-1_450.jpg\" alt=\"Koronos, Naxos\" \/><\/p>\n<p><big>N<\/big>un verl\u00e4sst der Wanderweg das Dorf wieder und f\u00fchrt quer durch das Hochtal mit seinen unz\u00e4hligen Terrassen bis zum Nachbardorf Skad\u00f3, das am n\u00f6rdlichen Rand des Tales liegt. Insbesondere in der N\u00e4he der D\u00f6rfer sind noch viele Terrassen bewirtschaftet; Gem\u00fcse aller Arten, Obstb\u00e4ume und Wein werden hier kultiviert. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Terrassen ist jedoch schon lange aufgegeben und wird nun von einem undurchdringlichen Gestr\u00fcpp aus verwilderten Obstb\u00e4umen (vor allem Sauerkirschen), Brombeeren und wilden Str\u00e4uchern und B\u00e4umen \u00fcberwuchert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/villages\/koronos-3.jpg\" alt=\"Koronos, Naxos\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN3302-1_450.jpg\" alt=\"Wanderung von Koronos nach Skad\u00f3, Naxos\" \/><br \/>\n<small>verwilderte Terrassen bei K\u00f3ronos<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>er Gebirgsr\u00fccken des K\u00f3ronos verl\u00e4uft etwa in Ost-West-Richtung, steht also quer zu den winters wie sommers auf Naxos vorherrschenden Nordwinden. Die feuchte Meeresluft, die hier am Gebirge aufsteigt, k\u00fchlt dabei um meherere Grad ab, und Wolken bilden sich. Entsprechend ist das K\u00f3ronos-Gebirge im Winter, aber auch im Sommer noch, sehr h\u00e4ufig in Wolken geh\u00fcllt, und es f\u00e4llt deutlich mehr Regen als in den s\u00fcdlicheren Teilen der Insel. So sind die Sommer hier relativ k\u00fchl und die Winter lang, kalt, tr\u00fcb und neblig. Diese hohe Feuchtigkeit hat nat\u00fcrlich ihre Auswirkungen auf die Vegetation, und an Stellen mit g\u00fcnstigerem Boden, vor allem \u00fcber Schiefer, wachsen einige Besonderheiten, die auf Naxos nur an wenigen Stellen vorkommen, so zwei weitere sommergr\u00fcne Baumarten, der Wei\u00dfdorn und die Manna-Esche. Wo an den R\u00e4ndern des Hochtales auf den schon viele Jahre nicht mehr bewirtschafteten Terrassen nat\u00fcrlicher Bewuchs wieder hochkommt, oder wo an steilen H\u00e4ngen noch eine quasi-nat\u00fcrliche Vegetation w\u00e4chst, da sind alle die genannten laubabwerfenden B\u00e4ume h\u00e4ufig vertreten. Jetzt, Anfang Mai, leuchten diese W\u00e4ldchen in strahlendem, frischem Gr\u00fcn. Die Eschen sind zur Zeit schon aus der Ferne an ihren wei\u00dfen Bl\u00fctenst\u00e4nden zu erkennen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/oleaceae\/fraxinus_ornus_habitat-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Blumen-Esche, Fraxinus ornus\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/oleaceae\/fraxinus_ornus-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Blumen-Esche, Fraxinus ornus\"><br \/>\n<small>bl\u00fchende Blumen-Esche, <em>Fraxinus ornus<\/em><\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/oleaceae\/fraxinus_ornus_flower-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Blumen-Esche, Fraxinus ornus\"><\/p>\n<p><big>R<\/big>echts und links des Weges wachsen eine ganze Reihe interessanter Blumen. Leider ist heute nicht das beste Wetter zum fotografieren; es ist bew\u00f6lkt. Wir sind \u00fcber die Wolken aber nicht traurig: Zum Wandern ist es entschieden angenehmer! Wir finden einige Blumen, die ich aus Azalas nicht kenne.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/apiaceae\/smyrnium_perfoliatum_rotundifolium-3.jpg\" alt=\"Rundbl\u00e4ttrige Gelbdolde, Smyrnium perfoliatum rotundifolium\" \/><br \/>\n<small>Hier handelt es sich um die Rundbl\u00e4ttrige Gelbdolde (<em>Smyrnium perfoliatum rotundifolium<\/em>).<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/lamiaceae\/ajuga_orientalis-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Orientalischer G\u00fcnsel, Ajuga orientalis\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/lamiaceae\/ajuga_orientalis_flower-1.jpg\" border=\"0\" alt=\"Orientalischer G\u00fcnsel, Ajuga orientalis\"><br \/>\n<small>Beim Orientalischen G\u00fcnsel <em>(Ajuga orientalis)<\/em> ist die Bl\u00fcte verdreht, so dass die wei\u00dfliche Lippe oben liegt.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/ranunculaceae\/ranunculus_creticus-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Kretischer Hahnenfu\u00df, Ranunculus creticus\"><br \/>\n<small>Kretischer Hahnenfu\u00df, <em>Ranunculus creticus<\/em><\/small><\/p>\n<p><big>W<\/big>ir kommen an der Kapelle \u00c1gios Jo\u00e1nnis vorbei, die malerisch in den Weinbergen liegt. Hier machen wir Rast im Schatten des Eschenbaumes, der im Kirchhof steht, schauen auch in die kleine Kirche hinein und fotografieren die Orchideen, die hier wachsen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/IMG_1283-1_450.jpg\" alt=\"Agios Joannis bei K\u00f3ronos\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN3312-1_450.jpg\" alt=\"Agios Joannis bei K\u00f3ronos\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orchidaceae\/ophrys_fuciflora_andria_flower-1.jpg\" \/><br \/>\n<small><em>Ophrys fuciflora ssp. andria<\/em><\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/orchidaceae\/ophrys_scolopax_scolopax_flower-2.jpg\" \/><br \/>\n<small><em>Ophrys scolopax<\/em><\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>ine Nachtigall singt im Gestr\u00fcpp. Nachtigallen br\u00fcten nicht auf Naxos, kommen aber zur Zugzeit h\u00e4ufig vor und singen dann auch. Auch einige andere in Mitteleuropa h\u00e4ufige Vogelarten, die auf den Kykladen sonst nicht oder nur sehr selten vorkommen, br\u00fcten hier in den gr\u00fcnen, k\u00fchlen Bergen von Naxos, so die Amsel, der Buchfink und der Zaunk\u00f6nig. Alle drei Arten h\u00f6ren wir auf unserer Wanderung singen.<\/p>\n<p><big>A<\/big>uf einem M\u00e4uerchen entdecken wir einen Maiwurm (<em>Meloe proscarabaeus<\/em>). Dieser flugunf\u00e4hige \u00d6lk\u00e4fer lebt als Larve parasitisch in den Nestern von Wildbienen. Das Maiwurm-Weibchen legt mehrere tausend Eier in Erdh\u00f6hlen ab. Die Laven mit charakteristischen 3-klauigen Kletterf\u00fc\u00dfen steigen auf Bl\u00fcten, wo sie sich an die Bl\u00fcten besuchenden Insekten anklammern und zu deren Nestern mitgenommen werden. Damit sie sich weiter entwickeln k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie auf die richtige Wirtsart treffen, was nat\u00fcrlich nur relativ selten vorkommt. Beim Maiwurm handelt es sich dabei um Wildbienen, die keine Staaten bilden, sondern einzeln leben (Solit\u00e4rbienen). Im Wirtsnest fressen die Larven zun\u00e4chst die Bienenbrut, dann ern\u00e4hren sie sich von den Nektar- und Pollenvorr\u00e4ten. Weil nur wenige Maiwurm-Larven an den richtigen Wirt geraten, legt das Weibchen besonders viele Eier und hat entsprechend einen gro\u00dfen, angeschwollenen Hinterleib. Die \u00d6lk\u00e4fer geben bei St\u00f6rung aus ihren Beingelenken \u00f6lige Tropfen ab, die eine hochgiftige Substanz enthalten (&#8220;Reflexbluten&#8221;).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/beetles\/meloe_violaceus-1.jpg\" \/><br \/>\n<small>Der flugunf\u00e4hige Maiwurm, eine \u00d6lk\u00e4fer-Art, besitzt nur kleine Fl\u00fcgeldecken. Der Hinterleib des Weibchens, das mehrere tausend Eier ablegt, ist auff\u00e4llig angeschwollen.<\/small><\/p>\n<p><big>V<\/big>on der Kirche aus steigen wir auf einem kleinen Fu\u00dfweg weiter ins Tal hinab; es wird zunehmend steiler und zugewachsener. Es ist herrlich durch das viele frische Gr\u00fcn zu wandern! Bald kommen wir zur tiefsten Stelle. Hier, im Taleinschnitt, rauscht ein kleines Fl\u00fcsschen, von gro\u00dfen Platanen beschattet und fast zugewachsen von dichter Vegetation, Gras, Binsen, Minze.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN3328-1_450.jpg\" alt=\"Wanderung von Koronos nach Skad\u00f3, Naxos\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/caryophyllaceae\/silene_cythnia_habitat-1.jpg\" alt=\"Silene cythnia\" \/><br \/>\n<small>Die Leimraut-Art <em>Silene cythnia<\/em> kommt an schattigen Stellen in den Bergen vor.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fabaceae\/vicia_pinetorum-1.jpg\" alt=\"Vicia pinetorum\" \/><br \/>\n<small>Dasselbe gilt f\u00fcr <em>Vicia pinetorum<\/em> mit ihren sch\u00f6nen cremefarbenen Bl\u00fcten.<\/small><\/p>\n<p><big>I<\/big>m feuchten Tal singt ein Seidens\u00e4nger; sein lauter, wetzender Gesang ist weit zu h\u00f6ren. Hier liegt eine der Wasserm\u00fchlen des Dorfes, an der die Einwohner fr\u00fcher ihr Getreide mahlen lie\u00dfen. Die Wasserm\u00fchlen wurden von dem in einer kleinen Zisterne gestauten Wasser des Fl\u00fcsschens angetrieben. Auch eine Waschstelle gab es hier, an der die Frauen ihre W\u00e4sche wuschen. Auf den nah am Flu\u00df gelegenen, \u00fcber uralte Wasserrinnen bew\u00e4sserten Terrassen wird auch heute noch Gem\u00fcse angepflanzt. Eine der zwei Wasserm\u00fchlen, die hier urspr\u00fcnglich lagen, ist vor ein paar Jahren im Rahmen eines europaweiten Programmes restauriert worden. Aber schon im n\u00e4chsten Winter, bevor wir Gelegenheit fanden, die M\u00fchle zu besichtigen, gab es einen verh\u00e4ngnisvollen Wolkenbruch, bei dem mehrere Hundert Millimeter Regen niedergingen (bei knapp 400 mm Jahresmittel in der Ch\u00f3ra). In dieser Nacht wurden viele Stra\u00dfen in der n\u00f6rdlichen Bergregion stark besch\u00e4digt und ganze Terrassen und uralte B\u00e4ume weggeschwemmt; auch im Hafenort Li\u00f3nas, wo der Fluss m\u00fcndet, gab es betr\u00e4chtliche Verw\u00fcstungen. Und die frisch restaurierte M\u00fchle, die immerhin wohl schon \u00fcber hundert Jahre hier gestanden hatte, war am n\u00e4chsten Morgen spurlos verschwunden!<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN3330-1_450.jpg\" alt=\"Wanderung von Koronos nach Skad\u00f3, Naxos\" \/><\/p>\n<p><big>V<\/big>on der M\u00fchle aus f\u00fchrt der Wanderweg nun wieder steil den Hang hinauf zum kleinen Dorf Skad\u00f3. Der Blick hin\u00fcber nach K\u00f3ronos ist herrlich. H\u00e4nflinge und Stieglitze treiben sich herum und eine Zaunammer l\u00e4sst ihren klappernden Gesang ert\u00f6nen. Hoch \u00fcber dem Tal segelt ein M\u00e4usebussard, einer der h\u00e4ufigeren Greife der Insel.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN3336-1_450.jpg\" alt=\"Wanderung von Koronos nach Skad\u00f3, Naxos\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/brassicaceae\/erysimum_naxense-3.jpg\" alt=\"Erysimum naxense\" \/><br \/>\n<small>die endemische Goldlack-Art <em>Erysimum naxense<\/em><\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/fabaceae\/lupinus_pilosus-2.jpg\" alt=\"Lupinus pilosus\" \/><br \/>\n<small><em>Lupinus pilosus<\/em><\/small><\/p>\n<p><big>K<\/big>urz vor Skad\u00f3 kommen wir wieder an einer kleinen Kapelle vorbei; nach dem steilen Anstieg ist hier wieder eine kurze Rast erforderlich! Danach gehen wir die Stra\u00dfe entlang zur\u00fcck, am Friedhof von K\u00f3ronos mit der h\u00fcbschen Kirche \u00c1gios Nekt\u00e1rios vorbei wieder zur\u00fcck zum Ausgangspunkt der Wanderung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/IMG_1318-1_450.jpg\" alt=\"Agios Nektarios, Koronos\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/IMG_1340-1_450.jpg\" alt=\"Agios Nektarios, Koronos\" \/><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/wanderung-koronos-lionas\/\">Von Koronos nach Lionas<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"https:\/\/azalas.de\/wanderungen-und-spaziergaenge\/\">Wanderungen und Spazierg\u00e4nge<\/a><\/p>\n<p>siehe auch: <\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-koronos\/\">Koronos &#8211; das Dorf des Schmirgels<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kalkbrennoefen\/\">Die traditionellen Kalkbrenn\u00f6fen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-wassermuehle-komiaki\/\">Die traditionellen Wasserm\u00fchlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/mauervegetation-koronos\/\">Mauervegetation in Koronos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-tiere\/\">Die Tiere von Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/azalas.de\/flora-von-naxos\/\">Die Flora von Naxos<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00f3ronos und Skad\u00f3 sind zwei typische, urt\u00fcmliche Gebirgsd\u00f6rfer von Naxos. Sie liegen am Rande eines der sch\u00f6nen, fruchtbaren Hocht\u00e4ler der Gebirgsregion, nord\u00f6stlich des fast 1000 Meter hohen Gebirgr\u00fcckens des K\u00f3ronos-Berges. Das Hochtal von K\u00f3ronos m\u00fcndet nach Osten in ein steiles, karges, teilweise fast schluchtartiges Tal, das bei dem winzigen Hafen\u00f6rtchen Li\u00f3nas das Meer erreicht. 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