{"id":202,"date":"2009-04-24T00:58:36","date_gmt":"2009-04-23T21:58:36","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=202"},"modified":"2026-03-01T18:16:47","modified_gmt":"2026-03-01T16:16:47","slug":"hydrozoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/el\/hydrozoen\/","title":{"rendered":"Hydrozoen"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie Hydrozoen geh\u00f6ren wie die <a href=\"http:\/\/azalas.de\/seeanemonen\/\">Seeanemonen<\/a> und die <a href=\"http:\/\/azalas.de\/korallen\/\">Korallen<\/a> zu den Nesseltieren. Ebenso wie diese besitzen sie einen einfachen, radi\u00e4rsymmetrischen K\u00f6rperbau und tragen oft Nesselzellen.<\/p>\n<p><a href=\"#Arten\">Hier kann man die Einleitung \u00fcberspringen und direkt zu den vorgestellten Arten kommen.<\/a> <\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Hydrozoen zeigen den urspr\u00fcnglichen Lebenszyklus der Nesseltiere mit zwei sehr unterschiedlichen Generationen, die sich abwechseln: eine sessile Polypengeneration und eine im Plankton treibende Medusengeneration. Bei vielen Arten wurden Polypengeneration und Medusengeneration urspr\u00fcnglich als unterschiedliche Tiere beschrieben und tragen darum verschiedene Namen. Manchmal ist die eine der beiden Formen noch unbekannt. Bei vielen Hydrozoen ist die Medusengeneration stark reduziert und bleibt manchmal als sogenannte Gonophore am Polypen bzw an der Kolonie festsitzen; bei anderen ist die Polypengeneration reduziert. Die Polypengeneration vermehrt sich durch Knospung, w\u00e4hrend die Medusengeneration eine geschlechtliche Fortpflanzung zeigt; Eier und Spermien werden ins Meer freigesetzt.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Medusen (Quallen) der Hydrozoen werden meist nur wenige Zentimeter gro\u00df. Ich berichte \u00fcber die <a href=\"http:\/\/azalas.de\/quallen\/\">Quallen<\/a>  auf einer eigenen Seite.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/hydrozoa-1.jpg\" alt=\"Hydrozoen\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hydrozoen im Algenbewuchs der Felsen<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Polypen der meisten Hydrozoen bilden Kolonien, die aus einer dem Substrat anliegenden Hauptachse (Stolon) bestehen, aus der sich kleine, bis wenige Zentimeter hohe b\u00e4umchen- oder federf\u00f6rmige St\u00f6cke erheben. Die einzelnen Polypen der Kolonie sind durch &#8220;Leitungsbahnen&#8221; direkt miteinander verbunden. Jeder Polyp sitzt in einer kleinen Kapsel, in die die Tentakel zur\u00fcckgezogen werden k\u00f6nnen. Die meisten Polypen der Kolonie dienen der Nahrungsaufnahme (&#8220;Fresspolypen&#8221;). F\u00fcr die Fortpflanzung werden spezielle Polypen ausgebildet, die nur diesem Zweck dienen. Bei einigen Gruppen gibt es au\u00dferdem mit besonders vielen Nesselzellen ausgestattete Wehrpolypen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/hydrozoa-2.jpg\" alt=\"Hydrozoen\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Hydrozoen sind sehr klein und zart und darum schwer zu entdecken. Im K\u00fcstenbereich sind sie aber gar nicht so selten.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/hydrozoa-4.jpg\" alt=\"Hydrozoen\" border=\"0\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/hydrozoa-3.jpg\" alt=\"Hydrozoen\" border=\"0\"><br \/>\n<small>An diesen Hydrozoen kann man mit ein bisschen M\u00fche einige Polypen mit ausgestrecktem Tentakelkranz erkennen.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Hydrozoen-Kolonien leben auf Felsen oder an Meerespflanzen. Sie sind schon im K\u00fcstenbereich zu finden und k\u00f6nnen sich trotz ihrer Zartheit auch an wellenexponierten Standorten halten. Manchmal bilden sie dichte Best\u00e4nde; wegen ihrer Kleinheit sind sie allerdings schwer zu entdecken. Die Hydrozoen k\u00f6nnen sich an lichtreichen Standorten nicht so leicht gegen die konkurrenzstarken Algen durchsetzen, deswegen kommen viele Arten vor allem in etwas gr\u00f6\u00dferen Meerestiefen oder an schattigen Standorten wie in H\u00f6hlen vor.<\/p>\n<p><big>W<\/big>eltweit sind etwa 3200 Hydrozoen-Arten beschrieben worden, von denen etwa ein Zehntel im Mittelmeer vorkommt.<\/p>\n<p><br class=\"clear\" \/><\/p>\n<hr style=\"border-width: 2px;\">\n<a name=\"Arten\"><font color=\"#ffffff\">Hydrozoen-Arten auf Naxos<\/font><\/a><\/p>\n<h3>Hydrozoen-Arten auf Naxos<\/h3>\n<p>In der <a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-meerestiere\/\"><strong>Foto-\u00dcbersicht der Meerestiere<\/strong><\/a> findet man einen \u00dcberblick \u00fcber alle bislang von mir fotografierten Arten. <\/p>\n<p><small><strong>Eine Anmerkung zur Bestimmung:<\/strong> Einige Arten sind leicht und sicher zu erkennen. In vielen F\u00e4llen gibt es jedoch mehrere verwandte Arten, die schwer zu unterscheiden sind. Oft ist zur korrekten Bestimmung eine Untersuchung mit dem Mikroskop erforderlich. Ein weiteres Problem bei der Bestimmung ist, dass in den Bestimmungsb\u00fcchern nicht alle Arten enthalten sind; aber auch im Internet kann man zu vielen Arten kaum Informationen finden. Entsprechend sind manche der Bestimmungen leider ziemlich unsicher, und einige Arten m\u00fcssen g\u00e4nzlich unbestimmt bleiben.<\/small><\/p>\n<p>Hier kann man direkt <strong>zu den Arten springen<\/strong> (zur\u00fcck kommt man durch Zur\u00fcckbl\u00e4ttern): <a href=\"#A\">Kirchenpaueria spec.<\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#B\">Aglaophenia spec.<\/a>&nbsp; &#8211; &nbsp;<a href=\"#C\">Pennaria disticha<\/a><\/p>\n<h3>Ordnung <em>Leptothecata<\/em><\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie Ordnung der <em>Leptothecata<\/em> zeichnet sich dadurch aus, dass die Polypen in kleinen durchsichtigen Kapseln, den Hydrotheken, sitzen. Der Polyp kann seinen winzigen, zarten Tentakelkranz, mit dem er das Plankton einf\u00e4ngt, in die Theke zur\u00fcckziehen. Zwischen, an oder neben den Hydrotheken sitzen bei vielen Arten kleinere Kapseln, die Nematotheken, in denen die mit vielen Nesselzellen ausgestatteten Wehrpolypen sitzen. Die Familien, Gattungen und Arten werden an der Form und Anordnung der Hydro- und Nematotheken unterschieden. Die Bestimmung ist jedoch nur mit einer sehr starken Lupe oder einem Mikroskop m\u00f6glich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/hydrozoa_and_caprellidae-1.jpg\" alt=\"Hydrozoen mit Gespensterkrebs (Caprellidae)\"><br \/>\n<small>Hier sieht man recht gut die becherf\u00f6rmigen Hydrotheken, die eng nebeneinander an den Seitenzweigen der Hydrozoen-Kolonien sitzen und die Fresspolypen beherbergen. Zwischen den Hydrotheken kann man so gerade die kleineren Nematotheken erkennen, in denen die Wehrpolypen sitzen. Nach der Anordnung der Nematotheken handelt es sich vermutlich um eine Art der Gattung <em>Kirchenpaueria<\/em>. In der Fotomitte sieht man den mikroskopisch kleinen, bizarr geformten Gespensterkrebs, der st\u00e4ndig auf Hydrozoen lebt und dort sein Plankton f\u00e4ngt.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"A\"><em>Kirchenpaueria spec.<\/em><\/a><\/h6>\n<p><big>B<\/big>ei diesen besonders langen, regelm\u00e4\u00dfigen, federf\u00f6rmigen Kolonien handelt es sich vermutlich um Angeh\u00f6rige der Familie <em>Kirchenpaueriidae<\/em>. Diese zeichnen sich durch einen recht kr\u00e4ftigen, geraden Stamm mit zahlreichen Seiten\u00e4stchen aus, an denen zahlreiche Hydrotheken eng nebeneinander sitzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/kirchenpaueria_spec-1.jpg\" alt=\"Kirchenpaueria spec.\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Diese Hydrozoen-Art ist bei uns in der Gezeitenzone recht h\u00e4ufig anzutreffen. Vermutlich handelt es sich um eine Art der Gattung <em>Kirchenpaueria<\/em>.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/kirchenpaueria_spec-3.jpg\" alt=\"Kirchenpaueria spec.\"><br \/>\n<small>Die Artbestimmung erfolgt nach der Form und Anordnung der hier so eben zu erkennenden Theken, der &#8220;Geh\u00e4use&#8221; der Einzelpolypen. Soweit erkennbar sitzen zwischen den becherf\u00f6rmigen Hydrotheken kleine, schlanke Nematotheken (Wehrpolypen).<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/kirchenpaueria_spec-2.jpg\" alt=\"Kirchenpaueria spec.\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Trotz ihrer Zartheit wachsen die Hydrozoen, so wie die hier abgebildete Kolonie, oft an wellenexponierten Stellen.<\/small><\/p>\n<h6><a name=\"B\"><em>Aglaophenia spec.<\/em><\/a><\/h6>\n<p><big>A<\/big>uch Hydrozoen der Gattung <em>Aglaophenia<\/em> (Familie <em>Aglaopheniidae<\/em>) sind ab und zu bei uns anzutreffen; die Bestimmung ist wieder nur ungef\u00e4hr m\u00f6glich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/aglaophenia_spec-1.jpg\" alt=\"Aglaophenia spec.\"><br \/>\n<small>Nach der Form der Hydrotheken handelt es sich hier vermutlich um eine Art der Gattung <em>Aglaophenia<\/em>.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/aglaophenia_spec-2.jpg\" alt=\"Aglaophenia spec.\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auch hier sind die einzelnen Hydrotheken zu erkennen. Bei dieser Gattung sitzen die Nematotheken nicht zwischen den Hydrotheken, sondern seitlich an ihnen; sie sind als kleiner Auswuchs am oberen Rand der Hydrotheken zu erkennen.<\/small><\/p>\n<h3><a name=\"C\">Ordnung <em>Anthoathecata<\/em><\/a><\/h3>\n<p><big>D<\/big>ie <em>Anthoathecata<\/em> bilden keine Theken aus; hier sitzen die Polypen ohne Geh\u00e4use an den Zweigen der Kolonien (bzw. einzellebend am Untergrund). Oft ist der Tentakelkranz der Polypen besonders gro\u00df und vergleichsweise deutlich zu erkennen.<\/p>\n<h6><em>Pennaria disticha<\/em>, Goldfuss<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Polypen von <em>Pennaria disticha<\/em> sitzen sehr locker an de Stielen; sie besitzen keine Geh\u00e4use und recht gro\u00dfe Tentakelkr\u00e4nze.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/pennaria_disticha-1.jpg\" alt=\"Pennaria disticha\" border=\"0\"><br \/>\n<small><em>Pennaria disticha<\/em> besitzt deutlich gestielte Polypen ohne Hydrotheken, die locker zu nur je 3 &#8211; 4 an den \u00c4stchen sitzen. An mehreren Stellen sieht man auf den Kolonien ovale wei\u00dfliche K\u00f6rper sitzen, die Gonophoren. Bei diesen handelt es sich um knopsenartige Ausw\u00fcchse, die dem stark reduzierten Medusenstadium entsprechen und die Eier und Spermien produzieren.<\/small><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-meerestiere\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/quallen\/\">Quallen<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-meerestiere\/\">Meerestiere \u00dcberblick<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/seeanemonen\/\">Seeanemonen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/korallen\">Warzenkoralle<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hydrozoen geh\u00f6ren wie die Seeanemonen und die Korallen zu den Nesseltieren. Ebenso wie diese besitzen sie einen einfachen, radi\u00e4rsymmetrischen K\u00f6rperbau und tragen oft Nesselzellen. Hier kann man die Einleitung \u00fcberspringen und direkt zu den vorgestellten Arten kommen. 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