{"id":182,"date":"2009-04-06T08:03:11","date_gmt":"2009-04-06T05:03:11","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=182"},"modified":"2024-09-21T18:58:15","modified_gmt":"2024-09-21T15:58:15","slug":"algen-evolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/el\/algen-evolution\/","title":{"rendered":"Aspekte der Evolution der Algen"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie ersten Lebewesen der Erde waren Bakterien (und Archaeer, eine heute eher seltene, noch wenig erforschte bakterien\u00e4hnliche Abteilung, die sich jedoch deutlich sowohl von den Bakterien als auch von den Eukaryoten (Pflanzen, Tiere, Pilze) unterscheidet). Diese Organismen lebten im Meer und deckten ihren Energiebedarf aus chemischen Reaktionen mit Schwefelwasserstoff oder auch Wasserstoff (die Erdatmosph\u00e4re war damals noch sauerstofffrei). Verwandte von ihnen existieren heute noch in den &#8220;Schwarzen Rauchern&#8221; an den mittelozeanischen R\u00fccken.<\/p>\n<p><big>B<\/big>ald entstanden die ersten <a href=\"http:\/\/azalas.de\/blaualgen\/\">Cyanobakterien (&#8220;Blaualgen&#8221;)<\/a>, die mithilfe des Pigments Chlorophyll a Photosynthese betreiben konnten (es gibt Nachweise f\u00fcr die Existenz von Cyanobakterien schon vor 3,5 Milliarden Jahren, f\u00fcr echte Algen vor 2,2 Milliarden Jahren; \u00fcber die ersten Schritte der Evolution der Bakterien und Einzeller ist wegen des Fehlens von Fossilien allerdings nur recht wenig bekannt). Die Cyanobakterien setzten Sauerstoff in die Erdatmosp\u00e4re frei, woraufhin sich nicht nur erstmals tierisches Leben entwickeln konnte, sondern auch die Ozonschicht bildete, die die UV-Strahlung der Sonne abh\u00e4lt, so dass das Leben an Land erm\u00f6glicht wurde.<\/p>\n<p><big>E<\/big>in sehr wichtiger Schritt in der Entwicklung des Lebens war nach \u00fcber einer Milliarde Jahren(!) die Entstehung der ersten eukaryotischen Zellen. Diese besa\u00dfen eine sch\u00fctzende Zellwand und wiesen einen Zellkern auf, in dem sich die Chromosomen mit der genetischen Information befanden, was die Zellteilung und die Vererbung effektiver machte. Au\u00dferdem entwickelten sie die F\u00e4higkeit zur geschlechtlichen Fortpflanzung unter Vermischung der Gene der Eltern, was die Evolution entscheidend beschleunigte. Der Stoffwechsel und Aufbau der Zellen sowie die Mechanismen der Zellteilung und der Vererbung wurden w\u00e4hrend der Evolution der mehrzelligen Pflanzen und Tiere kaum mehr ver\u00e4ndert, w\u00e4hrend es unter den Einzellern noch verschiedene Gruppen mit etwas abweichenden Mechanismen gibt. Das zeigt, dass diese Mechanismen schon zur Zeit der Entstehung der mehrzelligen Tiere und Pflanzen soweit optimiert waren, dass danach kaum mehr etwas verbessert werden konnte.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie ersten einfachen am\u00f6ben\u00e4hnlichen eukaryotischen Zellen machten einen weiteren entscheidenden Schritt vorw\u00e4rts durch eine Endosymbiose mit einem einfachen Aerobacterium, das von der eukaryotischen Wirtszelle aufgenommen, aber nicht verdaut wurde, sondern in Symbiose mit ihm weiterlebte und als Zellorganell eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel der Wirtszelle \u00fcbernahm: das Mitochondrium, das sozusagen die Energiefabrik der Zelle darstellt und unter Verbrauch von Sauerstoff aus Zuckerstoffen den universellen Energietr\u00e4ger der Zellen, ATP, herstellt und auch andere wichtige Stoffwechselprozesse aus\u00fcbt. Mitochondrien gibt es in allen eukaryotischen Zellen aller Pflanzen, Tiere und Pilze (mit Ausnahme weniger Am\u00f6benformen, die also ein mehr oder weniger unver\u00e4ndertes Relikt aus der Zeit vor der Entstehung dieser Endosymbiose darstellen). Die Endosymbiose, bei der die Mitochondrien entstanden, fand ganz am Anfang der Entstehung der Eukaryoten statt und erm\u00f6glichte deren Erfolgszug im Lauf der Evolution.<\/p>\n<p><big>B<\/big>ald kam es zu einer zweiten Endosymbiose, diesmal zwischen einer am\u00f6benartigen eukaryotischen Zelle und einem (mittels der Pigmente Chlorophyll a und diverser Phycobiline) Photosynthese betreibenden Cyanobakterium, das in der Wirtszelle zum Zellorganell, zum Chloroplasten, wurde. So entstanden die ersten Pflanzen, zun\u00e4chst als einfache Algen. Eine derartige Endosymbiose entwickelte sich nicht einmal, sondern mehrere Male: Die Chloroplasten der Gr\u00fcnalgen (und H\u00f6heren Pflanzen) sind aus anderen Cyanobakterien entstanden als die der Rotalgen und der Braunalgen. Die Gr\u00fcnalgen entwickelten als zweites Pigment das Chlorophyll b, besitzen aber keine Phycobiline. Die Rotalgen entsprechen in ihrem Pigmentsortiment den heutigen Cyanobakterien. Sie verbreiteten sich vor allem in den Bereichen, in denen die Gr\u00fcnalgen nicht existieren konnten, n\u00e4mlich in gr\u00f6\u00dferen Meerestiefen. Schlie\u00dflich kam es zu einer weiteren Endosymbiose, bei der eine Rotalge von einer Wirtzelle aufgenommen wurde; so entstanden die Braunalgen, die Kieselalgen und die Goldalgen, deren Chloroplasten drei bzw. vier Zellmembranen besitzen: Es handelt sich bei ihnen um die allein \u00fcbriggebliebenen Chloroplasten einer im Ganzen aufgenommenen Algenzelle (umgeben von den zwei \u00fcblichen Chloroplastenmembranen und der ehemaligen Rotalgen-Zellmembran). Diese Gruppen entwickelten zus\u00e4tzlich die Pigmente Chlorophyll c und braune Fucoxanthine.<\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/algen\/\">Algen<\/a><\/p>\n<p>Zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li> <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Symbiose\">Wikipedia<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.joergresag.privat.t-online.de\/mybk4htm\/chap43.htm\">J\u00f6rg Resag: Die Fr\u00fchzeit der Erde: das erste Leben entsteht<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten Lebewesen der Erde waren Bakterien (und Archaeer, eine heute eher seltene, noch wenig erforschte bakterien\u00e4hnliche Abteilung, die sich jedoch deutlich sowohl von den Bakterien als auch von den Eukaryoten (Pflanzen, Tiere, Pilze) unterscheidet). Diese Organismen lebten im Meer und deckten ihren Energiebedarf aus chemischen Reaktionen mit Schwefelwasserstoff oder auch Wasserstoff (die Erdatmosph\u00e4re war [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":60130,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[21,11,9,12],"tags":[35,124,869,34,48,865,875],"class_list":["post-182","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meer","category-natur","category-naxos","category-pflanzen","tag-agais","tag-algen","tag-griechenland","tag-kykladen","tag-mittelmeer","tag-naxos","tag-tiere"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=182"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":70488,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182\/revisions\/70488"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60130"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/azalas.de\/el\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}