{"id":111,"date":"2008-09-27T00:45:46","date_gmt":"2008-09-26T21:45:46","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=111"},"modified":"2025-01-28T21:28:11","modified_gmt":"2025-01-28T19:28:11","slug":"meerzwiebel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/el\/meerzwiebel\/","title":{"rendered":"Meerzwiebel, Drimia maritima"},"content":{"rendered":"<p><big>D<\/big>ie erste Pflanze, die im Herbst wieder austreibt, meist noch deutlich vor den ersten Regenf\u00e4llen, ist die Meerzwiebel <em>(Drimia maritima = Urginea m.)<\/em>. Ihr Name kommt daher, dass sie vor allem in den w\u00e4rmsten, meernahen Lagen auftritt. Sie bildet eine dicke Zwiebel, die einer gro\u00dfen K\u00fcchenzwiebel \u00e4hnlich ist. Ab Mitte August w\u00e4chst aus den Zwiebeln ein bis \u00fcber einen Meter hoher Bl\u00fctenstand, eine Traube mit h\u00fcbschen, kleinen, wei\u00dfen Bl\u00fcten, die nach und nach von unten nach oben aufbl\u00fchen. Erst sp\u00e4ter kommen die dicken, fleischigen Bl\u00e4tter hervor.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/de\/fotouebersicht-einkeimblaettrige\/\">zur Foto-\u00dcbersicht<\/a><\/p>\n<h6>Meerzwiebel, <em>Drimia maritima<\/em>, (L.) Stearn<\/h6>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asparagaceae\/drimia_maritima-2.jpg\" border=\"0\" alt=\"Meerzwiebel, Drimia maritima\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asparagaceae\/drimia_maritima-3.jpg\" alt=\"Meerzwiebel, Drimia maritima\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Meerzwiebeln bl\u00fchen von Mitte August bis Mitte Oktober. In manchen Jahren bl\u00fchen deutlich mehr Meerzwiebeln als in anderen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asparagaceae\/drimia_maritima_flower-2.jpg\" alt=\"Meerzwiebel, Bl\u00fcten, Drimia maritima\"><br \/>\n<small>Die Bl\u00fcten am langgestreckten, bis 1,50 m hohen Bl\u00fctenstand bl\u00fchen von unten nach oben fortschreitend auf.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asparagaceae\/drimia_maritima_onion-1.jpg\" alt=\"Meerzwiebel, Zwiebel, Drimia maritima\"><br \/>\n<small>Hier sieht man die dicken Zwiebeln. Die Bl\u00e4tter treiben erst deutlich nach der Bl\u00fctezeit.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asparagaceae\/drimia_maritima_fruit-1.jpg\" border=\"\" alt=\"Meerzwiebel, Fr\u00fcchte, Drimia maritima\"><br \/>\n<small>Die Frucht ist eine Kapselfrucht, die sich dreiklappig \u00f6ffnet.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asparagaceae\/drimia_maritima_fruit-2.jpg\" alt=\"Meerzwiebel, Fr\u00fcchte, Drimia maritima\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Wenn die Kapseln trocknen, \u00f6ffnen sie sich oben und die Samen werden durch den Wind oder durch vorbeistreifende Tiere ausgestreut.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Meerzwiebel geh\u00f6rt zu den <em>Scilloideae<\/em>, einer Unterfamilie der Spargelgew\u00e4chse. Die Gattung <em>Drimia<\/em>, die etwa 100 Arten umfasst, ist fr\u00fcher unter einer ganzen Reihe anderer Namen gelaufen, v.a. <em>Urginea<\/em>. Die Meerzwiebel ist giftig und sehr bitter und wird deswegen von den Ziegen nicht gefressen. Darum ist sie insbesondere auf stark beweideten Fl\u00e4chen h\u00e4ufig. Sie w\u00e4chst meist auf Marmor oder Kalkgestein in offener, lockerer Vegetation, vor allem dort, wo kaum etwas anderes gedeiht. Sie kann Trockenheit gut ertragen und kommt entsprechend auch an den trockensten Standorten vor. Die Meerzwiebel ist auf Naxos sehr h\u00e4ufig. Sie ist im ganzen Mittelmeergebiet verbreitet.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie Meerzwiebel ist nicht essbar, hat aber pharmazeutische Eigenschaften. Die entscheidenden Wirkstoffe sind herzwirksame Glykoside. Sie wirken herzst\u00e4rkend, blutdrucksenkend und stark entw\u00e4ssernd. Dementsprechend wurde die Meerzwiebel fr\u00fcher als Herzmittel und bei Wassersucht eingesetzt. Zersto\u00dfen in einem Tuch kann man sie auf schmerzende Ohren und Geschw\u00fcre legen. Bei Haarausfall soll ein Auszug aus der Zwiebel ebenfalls wirken. Au\u00dferdem wurde sie im Altertum bei Gelbsucht, Kr\u00e4mpfen und Asthma eingesetzt. Schlie\u00dflich kann man auch ein wirksames Rattengift aus den Zwiebeln herstellen. Sie wurden auch dazu verwendet, Schadinsekten von gespeichertem Getreide fernzuhalten.<\/p>\n<p><big>I<\/big>m Altertum betrachtete man die Meerzwiebel mit ihrer gro\u00dfen Kraft zum Wiederaustreiben noch im trockenen Sp\u00e4tsommer als Universalmittel gegen b\u00f6se Geister und h\u00e4ngte deswegen die Zwiebel \u00fcber der Haust\u00fcr auf. Dieser Brauch, den auch Dioskurides und Pythagoras aus\u00fcbten, hat sich bis heute erhalten: Auf Naxos werden traditionellerweise die Zwiebeln um die Weihnachtszeit \u00fcber der T\u00fcr aufgeh\u00e4ngt, wo sie h\u00e4ufig auch ohne Wasser und Erde austreiben und einen gro\u00dfen Bl\u00fctenstand bilden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/asparagaceae\/drimia_maritima-7.jpg\" border=\"0\" alt=\"Meerzwiebel, Drimia maritima\"><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/die-meerzwiebel-der-erste-bote-des-herbstes\/\">Meerzwiebel &#8211; der erste Bote des Herbstes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/asphodill\/\">Affodill und Junkerlilie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/spargel\/\">Blattloser Spargel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/traubenhyazinthen\/\">Traubenhyacinthen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/milchsterne\/\">Milchsterne und Blausterne<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/flora-von-naxos\/\">Zur Flora von Naxos<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Pflanze, die im Herbst wieder austreibt, meist noch deutlich vor den ersten Regenf\u00e4llen, ist die Meerzwiebel (Drimia maritima = Urginea m.). 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