{"id":9433,"date":"2014-09-19T23:12:50","date_gmt":"2014-09-19T20:12:50","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?p=9433"},"modified":"2024-01-30T19:00:00","modified_gmt":"2024-01-30T17:00:00","slug":"bewohner-der-unterwasserwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/bewohner-der-unterwasserwelt\/","title":{"rendered":"Bewohner der Unterwasserwelt"},"content":{"rendered":"<p><big>I<\/big>n diesem Beitrag will ich diverse Bewohner der Unterwasserwelt vorstellen, denen wir auf unseren letzten Schnorchel-Ausfl\u00fcgen begegnet sind.<\/p>\n<p><big>K<\/big>orallen sind vor allem als Bewohner der tropischen Meere bekannt. Die meisten Arten bilden gro\u00dfe Kolonien, die aus kleinen, polypenf\u00f6rmigen Einzeltieren bestehen; sie besitzen ein gemeinsames Skelett (&#8222;Stock&#8220;) aus Kalk, Horn oder Chitin. Es gibt aber auch einzellebende Korallen, so die Steinkoralle <em>Balanophyllia europaea<\/em>, die im Mittelmeer h\u00e4ufig vorkommt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/corals\/balanophyllia_europaea-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small><em>Balanophyllia europaea<\/em> w\u00e4chst auf Felsen im flachen Wasser. Sie besitzt eine ovale (&#8222;flachgedr\u00fcckte&#8220;) Form. Diese Koralle lebt mit einzelligen Algen in Symbiose, die ihr beim Aufbau ihres Kalkskelettes helfen, und kann somit nur an Stellen mit ausreichendem Lichangebot gedeihen.<\/small><\/p>\n<p><big>L<\/big>ebende Muscheln sind nicht einfach zu entdecken. Viele Arten leben im Sand vergraben; solche, die auf Felsen sitzen, sind meist dicht mit anderen Organismen bewachsen, so dass man sie kaum sehen kann. Hier sieht man eine Edle Steckmuschel, die in einer Seegraswiese in einigen Metern Wassertiefe nicht weit von unserem Strand entfernt steht. Mit bis zu 80 cm L\u00e4nge ist die Steckmuschel die gr\u00f6\u00dfte Muschelart Europas. Sie steckt mit ihrem unteren Ende im Sand, wobei sie sich mit starken Byssusf\u00e4den am Untergrund verankert. Aus diesen edlen, sehr haltbaren und sch\u00f6n goldschimmernden F\u00e4den wurden im Mittelalter teure Kleidungsst\u00fccke wie Handschuhe gefertigt. Die Muschel selbst ist essbar; heute ist sie gesch\u00fctzt. Edle Steckmuscheln sind haupts\u00e4chlich in gr\u00f6\u00dferer Wassertiefe anzutreffen. Sie werden viele Jahre alt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/sea\/sea_gras_meadow_pinna-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>eine Edle Steckmuschel in einer Seegraswiese in einigen Metern Wassertiefe<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>en Seeanemonen \u00e4hnlich sind die Zylinderrosen, die jedoch eine eigene Ordnung innerhalb der Blumentiere (Seeanemonen, Korallen u. \u00c4.) bilden. Sie leben in Sandb\u00f6den und besitzen eine bis \u00fcber einen Meter lange Wohnr\u00f6hre, in die sie sich zur\u00fcckziehen k\u00f6nnen. Bei uns kommt die Mittelmeer-Zylinderrose <em>(Cerianthus membranaceus)<\/em> vor; sie ist allerdings sehr selten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/sea_anemones\/cerianthus_membranaceus-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small> Die Zylinderrose ist am gut ausgebildeten Stiel und den langen, d\u00fcnnen \u00e4u\u00dferen Tentakeln zu erkennen; auf der Mundscheibe stehen deutlich anders gestaltete, sehr kurze Tentakel. Die F\u00e4rbung der Tiere ist sehr variabel und reicht von sandfarben \u00fcber gelblich bis zu br\u00e4unlich oder violett. Unser Exemplar ist sehr dunkel, fast schwarz gef\u00e4rbt.<\/small><\/p>\n<p><big>I<\/big>m Mittelmeer kommen zahlreiche Seestern-Arten vor. Diesen \u00e4hnlich und nah verwandt sind die Schlangensterne wie dieses winzige Exemplar der h\u00e4ufigen, aber leicht zu \u00fcbersehenden Gattung <em>Ophiotrix<\/em>, die an den sehr d\u00fcnnen, zerbrechlichen Armen mit relativ langen, d\u00fcnnen, durchscheinenden Stacheln zu erkennen ist. <em>Ophiotrix<\/em> kann einen Durchmesser von etwa 12 cm erreichen. Er sitzt meist versteckt unter Steinen oder Seegras und streckt nur zwei, drei Arme in den Wasserraum, mit denen er winziges Plankton einf\u00e4ngt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/starfish\/ophiothrix_spec-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small><em>Ophiotrix<\/em> spec. besitzt sehr d\u00fcnne Arme mit langen Stacheln. Bei unserem Exemplar sind die &#8222;Glieder&#8220; der Arme abwechselnd wei\u00df und rostrot bzw grau gef\u00e4rbt.<\/small><\/p>\n<p><big>Z<\/big>u den interessantesten Bewohnern der K\u00fcstenzone geh\u00f6ren die Hydrozoen, winzige Nesseltiere, die abwechselnd zwei sehr unterschiedlich gestaltete Generationen ausbilden: eine Polypen- und eine Quallengeneration. W\u00e4hrend die Quallen frei im Meer schwimmen, sitzen die Polypen auf dem Untergrund fest. Viele Arten wachsen in kleinen \u00e4stchen- oder federf\u00f6rmigen Kolonien. Trotz ihrer Zartheit stehen die Polypen oft in der Brandungszone. Dieser kleine Bestand k\u00f6nnte der Art <em>Aglaophenia kirchenpaueri<\/em> angeh\u00f6ren; eine sichere Bestimmung ist nur mit einer Lupe m\u00f6glich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/hydrozoa\/kirchenpaueria_spec-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Trotz ihrer Zartheit wachsen die Hydrozoen, so wie die hier abgebildete Kolonie, oft an wellenexponierten Stellen.<\/small><\/p>\n<p><big>I<\/big>n der K\u00fcstenzone begegnet man haupts\u00e4chlich freischwimmenden Organismen wie Fischen oder festsitzenden, sessilen Lebewesen, die die Felsen oft vollst\u00e4ndig \u00fcberziehen. Zu den auf dem Boden lebenden, aber beweglichen Arten geh\u00f6ren die Krebse. Hier sieht man eine Gro\u00dfe Seespinne <em>(Maja squinado)<\/em>, die durch auf ihr wachsende Algen so gut getarnt ist, dass man sie eigentlich nur entdecken kann, wenn sie sich bewegt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/crustaceans\/maja_squinado-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Die Gro\u00dfe Seespinne ist hervorragend getarnt. Sie pflanzt die Algen &#8222;mit Absicht&#8220; auf ihrem Panzer an.<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>ine weitere frei bewegliche Tiergruppe sind die Tintenfische. Am h\u00e4ufigsten begegnet man in K\u00fcstenn\u00e4he dem Gew\u00f6hnlichen Kraken <em>(Octopus vulgaris)<\/em>. Trotz seiner Gr\u00f6\u00dfe ist der Krake schwer zu entdecken: Er ist nachtaktiv und verbringt den Tag meist in einer H\u00f6hle oder Felsspalte versteckt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/cephalopods\/octopus_vulgaris-4.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Um diesen Kraken zu entdecken, muss man schon aufmerksam hinschauen.<\/small><\/p>\n<p><big>Z<\/big>u den merkw\u00fcrdigsten sessilen Tieren des Meeres geh\u00f6ren die Seescheiden. Trotz ihres sehr einfachen K\u00f6rperbaus und der \u00e4u\u00dferlichen \u00c4hnlichkeit mit so niedrig stehenden Organismen wie den den Schw\u00e4mmen, geh\u00f6ren die Seescheiden zu den Organismengruppen, die im Stammbaum der Tiere am h\u00f6chsten stehen: Sie sind nahe Verwandte der Wirbeltiere.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/fauna\/ascidians\/microcosmus_spec-1.jpg\" alt=\"\" border=\"0\" \/><br \/>\n<small>Seescheiden sind kaum als Tiere zu erkennen. Sie ern\u00e4hren sich als Filtrierer und kommen in den Ozeanen in gro\u00dfer Formenvielfalt vor. Hier eine Mikrokosmos-Seescheide, die ihren Namen von ihrem Bewuchs durch andere Organismen erhalten hat.<\/small><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/azalas.de\/mittelmeer\/\">Das Mittelmeer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/azalas.de\/naxos-meerestiere\">Die Meerestiere<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag will ich diverse Bewohner der Unterwasserwelt vorstellen, denen wir auf unseren letzten Schnorchel-Ausfl\u00fcgen begegnet sind. Korallen sind vor allem als Bewohner der tropischen Meere bekannt. Die meisten Arten bilden gro\u00dfe Kolonien, die aus kleinen, polypenf\u00f6rmigen Einzeltieren bestehen; sie besitzen ein gemeinsames Skelett (&#8222;Stock&#8220;) aus Kalk, Horn oder Chitin. 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