{"id":81,"date":"2008-09-20T00:45:27","date_gmt":"2008-09-19T21:45:27","guid":{"rendered":"http:\/\/klqewmpxo.cyon.link\/?page_id=81"},"modified":"2024-09-05T17:40:35","modified_gmt":"2024-09-05T14:40:35","slug":"boden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/azalas.de\/de\/boden\/","title":{"rendered":"Boden"},"content":{"rendered":"<h3>Bodenbildung<\/h3>\n<p><big>I<\/big>m Mittelmeergebiet gibt es viel weniger Erde, als wir aus den gem\u00e4\u00dfigten Zonen gew\u00f6hnt sind. Das hat verschiedene Gr\u00fcnde. Zun\u00e4chst einmal ist die <u>Bodenbildung<\/u> erschwert: Im Winter ist es zu kalt f\u00fcr die bodenbildenden Mikroorganismen und im Sommer zu trocken, so dass nur recht kurze Zeitr\u00e4ume im Fr\u00fchjahr und Herbst zur Verf\u00fcgung stehen. Eine echte Bodenbildung kann au\u00dferdem nur an gut beschatteten Stellen stattfinden: Zu intensive Sonnenstrahlung sch\u00e4digt vor allem bei d\u00fcnnen B\u00f6den die Bodenorganismen. Nicht zu vernachl\u00e4ssigen ist auch die Tatsache, dass die meisten Mittelmeer-Pflanzen immergr\u00fcn sind, so dass kaum Blattmaterial f\u00fcr die Bodenbildung anf\u00e4llt; zudem sind die Bl\u00e4tter der <a href=\"http:\/\/azalas.de\/hartlaubvegetation\/\">Hartlaubgew\u00e4chse<\/a>, zu denen die meisten der waldbildenden B\u00e4ume geh\u00f6ren, nur schwer zersetzbar.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN5758-1_450.jpg\" alt=\"Boden im Wald mit d\u00fcnner Humusschicht\" \/><br \/>\n<small>Boden in Kermeseichenwald auf Marmor mit d\u00fcnner Humusschicht<\/small><\/p>\n<p><big>E<\/big>in weiterer Grund daf\u00fcr, dass die B\u00f6den im Mittelmeergebiet schlecht ausgebildet sind, liegt in der starken <u>Erosion<\/u>. Das Gel\u00e4nde auf Naxos ist in den meisten Gebieten so steil, dass der sich bildende Boden st\u00e4ndig in Gefahr ist, durch die <a href=\"http:\/\/azalas.de\/regen-hagel-gewitter\/\">Winterregen<\/a> wieder abgetragen zu werden.\u00a0Auch die Winderosion spielt bei l\u00fcckiger Vegetation eine gewisse Rolle, insbesondere dort, wo die oberste, normalerweise durch Algen, Flechten oder Moose verfestigte Bodenkruste durch Ziegentritt oder Pfl\u00fcgen zerst\u00f6rt wird. Entsprechend der starken Erosion ist nur selten ein gut ausgebildetes Bodenprofil zu finden; bei den meisten B\u00f6den ist eine obere humusreiche Schicht kaum vorhanden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN6552-1_450.jpg\" alt=\"steiler Hang mit sp\u00e4rlichem Boden und starker Erosion durch Ziegentritt\" \/><br \/>\n<small>steiler Hang mit sp\u00e4rlichem Boden und starker Erosion durch Ziegentritt<\/small><\/p>\n<h3>Wald ohne Boden?<\/h3>\n<p><big>T<\/big>iefgr\u00fcndige B\u00f6den k\u00f6nnen im Mittelmeergebiet nur an beg\u00fcnstigten Standorten entstehen, insbesondere in <a href=\"http:\/\/azalas.de\/waelder\/\">W\u00e4ldern<\/a>, wo die Bodenbildung durch die Beschattung und das abfallende Laub verbessert wird. Nach der Abholzung eines Waldes wird die oberfl\u00e4chliche, humushaltige Bodenschicht meist recht schnell erodiert und kann sich praktisch nicht mehr neu bilden.<\/p>\n<p><big>D<\/big>ie nat\u00fcrliche Vegetation des Mittelmeergebietes kann jedoch auch fast ohne Boden gut gedeihen. Viele der Pflanzen sind darauf eingerichtet, direkt im Gestein oder im humusarmen Rohboden zu wachsen. F\u00fcr B\u00e4ume ist die sich bei sehr felsigem Untergrund in Spalten und Kl\u00fcften ansammelnde Erde genauso g\u00fcnstig wie oder besser als eine oberfl\u00e4chliche Bodenschicht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN5066-1_450.jpg\" alt=\"Kermeseichenwald auf Marmorgestein\" \/><\/p>\n<h3>Der Einfluss des Untergrundgesteins<\/h3>\n<h6>1. Boden \u00fcber Schiefer<\/h6>\n<p><big>S<\/big>chieferartige Gesteine stehen in weiten Gebieten von Zentral-, Nord- und Ostnaxos an, insbesondere in den gro\u00dfen Hocht\u00e4lern. Schiefer erodiert recht schnell; er zerf\u00e4llt vor allem durch physikalische Verwitterung in kleine, br\u00f6selige Steinplatten, die ein gutes Rohmaterial f\u00fcr die Bodenbildung darstellen. \u00dcber Schiefer kann sich entsprechend unter g\u00fcnstigen Bedingungen ein tiefgr\u00fcndiger und fruchtbarer Boden ausbilden (Ranker). Manche Schiefergesteine sind allerdings weitgehend wasserundurchl\u00e4ssig und nur schwer von Wurzeln zu durchdringen und darum in trockenen Lagen ein weniger g\u00fcnstiger Standort f\u00fcr tiefwurzelnde B\u00e4ume.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN5674-1_450.jpg\" alt=\"Mastixstrauch auf Schiefer mit d\u00fcnner Bodenschicht\" \/><br \/>\n<small>Mastixstrauch auf Schiefer mit nur sehr d\u00fcnner Bodenschicht<\/small><\/p>\n<h6>2. Boden \u00fcber Marmor<\/h6>\n<p><big>M<\/big>armor ist eins der h\u00e4ufigsten Gesteine auf Naxos, insbesondere in der Osth\u00e4lfte und im S\u00fcden der Insel. Marmor und andere Kalkgesteine verwittern vor allem chemisch: Sie l\u00f6sen sich unter Einwirkung des leicht sauren Regenwassers allm\u00e4hlich auf. Das f\u00fchrt dazu, dass sich Risse und Kl\u00fcfte im Untergrundgestein bilden. In den Rissen sammelt sich das Regenwasser, wodurch die chemische Verwitterung weiter verst\u00e4rkt wird &#8211; ein selbstverst\u00e4rkender Prozess. Aus den bei der chemischen Verwitterung zur\u00fcckbleibenden unl\u00f6slichen Mineralien des Gesteins bildet sich eine r\u00f6tliche Erde, die sich in den Kl\u00fcften ansammelt, w\u00e4hrend an der Oberfl\u00e4che oft kaum eine Bodenschicht existiert. In den Kl\u00fcften ist die Erde vor Erosion und Austrocknen gesch\u00fctzt. Die r\u00f6tliche, eisenhaltige Erde der Marmorgebiete enth\u00e4lt zwar recht viele f\u00fcr die Pflanzen wichtige Mineralien, aber nur wenig organisches Material (Roterden, Rendzina, Kalk-Rohb\u00f6den). Die Roterden sind teilweise in ihrem Ursprung schon sehr alt und unter anderen Klimabedingungen als den heutigen entstanden (reliktische B\u00f6den aus Terti\u00e4r und Pleistoz\u00e4n).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN6589-1_450.jpg\" alt=\"Kl\u00fcfte im Marmor\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN6151-1_450.jpg\" alt=\"rote Erde in Marmorkl\u00fcften\" \/><br \/>\n<small>In Marmorgebieten gibt es oft kaum eine oberfl\u00e4chliche Bodenschicht; die meiste Erde befindet sich unter der Oberfl\u00e4che in den Kl\u00fcften des Gesteins.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN5857-1_450.jpg\" alt=\"Boden \u00fcber Marmor\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN5738-1_450.jpg\" alt=\"sch\u00fctzende Flechten- und Moosschicht auf Boden \u00fcber Marmor\" \/><br \/>\n<small>In der nat\u00fcrlichen Vegetation ist der Boden \u00fcberall von Steinen, Pflanzenresten, Flechten oder Moosen bedeckt, die ihn recht effektiv vor Erosion sch\u00fctzen.<\/small><\/p>\n<p><big>A<\/big>uf Marmor k\u00f6nnen tiefwurzelnde B\u00e4ume meist gut gedeihen, auch wenn man oberfl\u00e4chlich kaum Boden erkennen kann, da sie ihre Wurzeln tief in die Kl\u00fcfte treiben k\u00f6nnen, wo sie eine ausreichende Feuchtigkeit finden k\u00f6nnen; entsprechend sind in den trockeneren Gebieten der Insel die Regionen mit Marmor meist st\u00e4rker bewaldet als die mit Schiefer, dessen oberfl\u00e4chliche Bodenschicht im Sommer vollst\u00e4ndig austrocknet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN6578-1_450.jpg\" alt=\"Macchie auf Marmor ohne Bodenschicht an der Oberfl\u00e4che\" \/><\/p>\n<h6>3. Boden \u00fcber Granit und Gneis<\/h6>\n<p><big>G<\/big>ranit und Gneis stehen auf Naxos im westlichsten Teil der Insel an sowie in der zentralen Region und nordwestlich davon. Granitartige Gesteine bestehen aus groben Kristallen von Feldspat und Glimmer sowie Quarz. Erstere sind Silikat-Mineralien, die bei Feuchtigkeit chemisch verwittern und dabei in wasserl\u00f6sliche Stoffe zerfallen, die ausgewaschen werden. Zur\u00fcck bleibt der grobk\u00f6rnige Quarz. Entsprechend bildet sich \u00fcber Granit und Gneis meist nur ein d\u00fcnner, sandiger und wenig fruchtbarer Boden (Protoranker, saure Rohb\u00f6den = Syroseme).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN4356-1_450.jpg\" alt=\"sandiger Boden \u00fcber Granit\" \/><br \/>\n<small>\u00dcber Granit und \u00e4hnlichen Gesteinen bildet sich nur ein d\u00fcnner, armer, sandiger Boden aus.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/DSCN4357-1_450.jpg\" alt=\"sandiger Boden \u00fcber Granit\" \/><br \/>\n<small>In den T\u00e4lern und Senken sammelt sich mehr Erde an; auch diese ist jedoch \u00fcberwiegend sandig und wenig fruchtbar.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>er anstehende Gneis oder Granit ist wasserundurchl\u00e4ssig, so dass das Wasser oberfl\u00e4chlich abflie\u00dft. Dadurch trifft man in den Granitgebieten im Winter und Fr\u00fchling oft auf feuchte Senken, in denen sich das Wasser f\u00fcr einige Zeit h\u00e4lt; im Sommer trocknen die d\u00fcnnen B\u00f6den und die kleinen Wassergr\u00e4ben oder T\u00fcmpel allerdings meist vollst\u00e4ndig aus. In den Granitgebieten im Nordwesten der Insel entspringen au\u00dferdem die meisten der ganzj\u00e4hrig wasserf\u00fchrenden Fl\u00fcsse der Insel.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSC_2459-1_450.jpg\" alt=\"kleiner Wasserlauf im Granitgebiet bei Kinidaros, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>kleiner Wassergraben im Granitgebiet<\/small><\/p>\n<h3>Boden und Kultivation<\/h3>\n<h6>1. \u00dcber Schiefer<\/h6>\n<p><big>F<\/big>\u00fcr eine Kultivierung sind die Gegenden, in denen Schiefer ansteht, besonders geeignet. Das liegt daran, dass sich \u00fcber dem leicht verwitternden Schiefer tiefgr\u00fcndiger, reicher Boden bildet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/sifones-2.jpg\" alt=\"bewirtschaftete Terrassen in Sifones, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Schiefergebiete sind oft besonders fruchtbar und werden (oder wurden) fast \u00fcberall kultiviert (Landschaft bei S\u00edfones).<\/small><\/p>\n<p><big>A<\/big>uch \u00fcber Schiefer ist die Bodenschicht jedoch an den H\u00e4ngen wegen der Erosion oft nur sehr d\u00fcnn. Um die Erosion einzud\u00e4mmen terrassiert man die H\u00e4nge. F\u00fcr die Anlage von neuen <a href=\"http:\/\/azalas.de\/terrassen\/\">Terrassen<\/a> an steilen H\u00e4ngen mit wenig Bodendecke brachen die Bauern das anstehende, leicht zu spaltende Schiefergestein auf und zerschlugen den Schiefer in kleine St\u00fccke. Der so entstehende frische Rohboden ist auch ohne nennenswerte Humusschicht f\u00fcr viele Pflanzen ausreichendend.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/DSCN5483-1_450.jpg\" alt=\"junger Weinberg auf Schiefer-Rohboden\" \/><br \/>\n<small>junger Weinberg auf Schiefer-Rohboden<\/small><\/p>\n<h6>2. \u00dcber Marmor<\/h6>\n<p><big>I<\/big>n Marmorgebieten gibt es meist keine f\u00fcr eine Kultivierung ausreichende Bodenschicht. Entsprechend werden viele Gebiete nur als Weidegebiet f\u00fcr die gen\u00fcgsamen Ziegen genutzt. An H\u00e4ngen mit die ausreichend Erde und in den ebeneren Gebieten wurden vor allem \u00d6lbaumhaine angelegt; der \u00d6lbaum w\u00e4chst gut auf Marmor und braucht nur wenig Boden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/landscape\/kolos_tou_vounou_koronos-1.jpg\" alt=\"kleine Terrassen mit \u00d6lb\u00e4umen unterhalb von Koronos, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>kleine Terrassen mit roter Erde und \u00d6lb\u00e4umen zwischen den kargen Marmorh\u00e4ngen, die nur als Ziegenweide genutzt werden<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/agriculture\/olive_grove-1.jpg\" alt=\"Olivenhain in Marmorgebiet, in Lakkom\u00e9rsina, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Olivenhain in Marmorgebiet, in Lakkom\u00e9rsina s\u00fcd\u00f6stlich von Ap\u00edranthos<\/small><\/p>\n<h6>3. \u00dcber Granit und Gneis<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie Granit- und Gneisregionen sind f\u00fcr die Landwirtschaft am wenigsten geeignet. Nur in den T\u00e4lern sammelt sich ausreichend Erde an; und hier gibt es oft auch l\u00e4ngerfristig oder sogar ganzj\u00e4hrig flie\u00dfendes Wasser, so dass Gem\u00fcse, Obstb\u00e4ume und Kartoffeln angebaut werden k\u00f6nnen. Die H\u00e4nge sind nicht einmal als Ziegenweide besonders geeignet, da sie \u00fcberwiegend von Heide bewachsen sind, die bei den Ziegen weniger beliebt ist als die Kermeseichen und Str\u00e4ucher der Marmorgebiete. Am besten k\u00f6nnen die \u00f6den und einsamen Berge der Granitgebiete noch f\u00fcr die Imkerei genutzt werden; die Heide und andere Zwergstr\u00e4ucher bieten den Bienen viel Nahrung. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/rivers\/riparian_forest_fall-1.jpg\" alt=\"Flusstal unterhalb von Keramoti, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In den Granitgebieten k\u00f6nnen nur schmale Streifen entlang der Fl\u00fcsse, wo mehr Feuchtigkeit und Erde zur Verf\u00fcgung stehen, kultiviert werden.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/landscape\/kinidaros_valley-1.jpg\" alt=\"Tal bei Kinidaros, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die oberen H\u00e4nge sind in den Granitgebieten meist karg und \u00f6de; der untere Bereich des Tals mit aus dem Fluss bew\u00e4sserbaren Terrassen kann dagegen bewirtschaftet werden. Entsprechend der gr\u00f6\u00dferen Feuchtigkeit k\u00f6nnen sich hier auch wildwachsende B\u00e4ume halten.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/DSCN4346-1_450.jpg\" alt=\"bei Kinidaros, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>In den Granitgebieten haben Bauern und Hirten hier und da kleine Teiche ausgebaggert, mit deren Wasser, das sich oft den ganzen Sommer \u00fcber h\u00e4lt, die Beete und Weinberge der Umgebung gegossen werden k\u00f6nnen.<\/small><\/p>\n<h6>4. Die Schwemmebenen<\/h6>\n<p><big>D<\/big>ie fruchtbarsten Regionen der Insel sind die Schwemmebenen sowohl in der N\u00e4he der K\u00fcste, als auch die Hochebene der Traga\u00eda, in denen das Erosionmaterial und die weggeschwemmte Erde aus den Bergen abgelagert werden. Diese Ebenen sind deswegen f\u00fcr die Landwirtschaft besonders geeignet. Zahlreiche Siedlungsreste beweisen uns die dichte Besiedlung der k\u00fcstennahen Bereiche auf Naxos seit der Bronzezeit. In der gro\u00dfen Schwemmebene bei Naxos-Chora hat man die \u00dcberreste eines bis in das 5. Jahrhundert nach Christus genutzten <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-dionysos-tempel\/\">Tempels<\/a> (urspr\u00fcnglich dem Fruchtbarkeitsgott Dionysos gewidmet) unter gut einem Meter tiefen Flusssedimenten gefunden; diese haben sich also in den anderthalb Jahrtausenden seit Aufgabe der Kultst\u00e4tte an dieser Stelle abgelagert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/landscape\/near_kaloxylos-1.jpg\" alt=\"Tragaia, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Traga\u00eda ist vor allem mit \u00d6lbaumhainen bestanden. In der N\u00e4he der Quellen und Flussl\u00e4ufe k\u00f6nnen auch G\u00e4rten angelegt werden. Die B\u00f6den der Traga\u00eda bestehen aus dem hier abgelagerten Erosionsmaterial der Berge und sind tiefgr\u00fcndig und fruchtbar.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/landscape\/livadia-1.jpg\" alt=\"Livadia, Naxos\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Die Liv\u00e1dia um Naxos-Stadt mit ihrer reichen Schwemmerde werden schon seit Jahrtausenden kultiviert.<\/small><\/p>\n<p><big>N<\/big>och eine generelle Anmerkung: Die chemischen Unterschiede zwischen den B\u00f6den \u00fcber den unterschiedlichen Gesteinen sind auf Naxos insgesamt weniger ausgepr\u00e4gt, als man vielleicht erwarten w\u00fcrde. Das liegt daran, dass sich das Gestein meist recht kleinr\u00e4umig abwechselt, und dass die Mineralien und Bodenbestandteile aufgrund des steilen Terrains stark transportiert werden: So werden die \u00dcberg\u00e4nge zwischen den Bodentypen verwischt.<\/p>\n<h3> Desertifikation durch Bodenverlust<\/h3>\n<p><big>I<\/big>m Mittelmeergebiet ist die Bodendecke an den meisten Stellen aufgrund der nat\u00fcrlichen Umweltfaktoren gering ausgebildet. Die Vegetation des Mittelmeeres ist an diesen d\u00fcnnen, l\u00fcckigen Boden angepasst; viele Pflanzen gedeihen auch in Gesteinsspalten ganz ohne oberfl\u00e4chlichen Boden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/cupressaceae\/juniperus_phoenicea_macquis-5.jpg\" alt=\"Wacholder-Macchie auf Marmorgestein fast ohne oberfl\u00e4chlichen Boden\"><\/p>\n<p><big>I<\/big>n den vergangenen geologischen Epochen war das Mittelmeergebiet beileibe nicht immer bewaldet; \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume herrschten Steppen- und W\u00fcstenbedingungen. In den heute nur sp\u00e4rlich bewachsenen Gegenden des Mittelmeergebietes wird der Pflanzenwuchs vor allem durch nat\u00fcrliche Standortfaktoren verhindert, insbesondere durch eine Kombination aus schlecht durchwurzelbarem, nicht wasserspeicherndem Gestein mit niedrigen Regenf\u00e4llen oder stark erodierbarem Boden in Zusammenhang mit heftigen Regenf\u00e4llen und tektonischer Anhebung (badlands).<\/p>\n<p><big>A<\/big>uf Naxos sind gro\u00dfe Gebiete nur von niedriger Strauchvegetation bewachsen, die jedoch den Boden dicht bedeckt und die nat\u00fcrliche Vegetation an diesen Standorten darstellt. Es gibt allerdings auch gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4chen, insbesondere auf den Gipfeln der Berge, auf denen Wald wachsen k\u00f6nnte, wenn der Boden besser entwickelt w\u00e4re &#8211; aber ohne Wald kann sich kaum eine dicke Bodenschicht bilden. Die Faktoren, die auf diesen Fl\u00e4chen die Wiederbewaldung verhindern, sind Abbrennen und Beweidung durch Ziegen. Auch wenn nur in sehr gro\u00dfen Abst\u00e4nden gebrannt wird, und es nicht so aussieht, als ob viele Ziegen unterwegs seien, kann das Keimen neuer B\u00e4ume oder das Hochwachsen verbissener Str\u00e4ucher v\u00f6llig unterbunden werden. Selbst auf vor Feuer und Ziegen gesch\u00fctzten Fl\u00e4chen verl\u00e4uft die nat\u00fcrliche Sukzession zum Wald meist sehr langsam.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/landscape\/zeus_mountain-1.jpg\" alt=\"Gipfel des Zeus\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Auf dem Gipfel des Zeus-Berges w\u00e4chst nur eine sehr sp\u00e4rliche Vegetation, obwohl hier sicher auch Wald wachsen k\u00f6nnte. Eine oberfl\u00e4chliche Bodenschicht fehlt; Erde gibt es hier nur in den Kl\u00fcften zwischen den Felsen.<\/small><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/sapindaceae\/acer_sempervirens_summer-1.jpg\" alt=\"Ahorn-B\u00e4ume auf dem Zeus-Gipfel\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Nur in zwei kleinen Senken, in denen sich mehr Erde angesammelt hat, stehen noch einige Ahorn-B\u00e4ume.<\/small><\/p>\n<p><big>D<\/big>er beste Schutz f\u00fcr den Boden in vom Menschen genutzten Gebieten ist an den H\u00e4ngen die Anlage von Terrassen mit ordentlichen St\u00fctzmauern und in den Talsohlen die Anlage kleiner M\u00e4uerchen, durch die je eine ebene Fl\u00e4che geschaffen wird, auf der sich ein tiefgr\u00fcndigerer Boden bilden kann.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/azalas.de\/wp-content\/uploads\/photos\/naxos\/flora\/sapindaceae\/acer_sempervirens_spring-2.jpg\" alt=\"Ahorn-B\u00e4ume auf dem Zeus-Gipfel\" border=\"0\"><br \/>\n<small>Im kleinen Tal \u00f6stlich vom Zeus-Gipfel mit gut ausgebildetem Boden wachsen riesige Ahorn-B\u00e4ume.<\/small><\/p>\n<p>weiter: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/erosion\/\">Erosion<\/a><\/p>\n<p>zur\u00fcck: <a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-kulturlandschaft\/\/\">Kulturlandschaft<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-geologie\/\">Die Geologie der Insel Naxos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/azalas.de\/naxos-vegetation\/\">Die Vegetation<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/azalas.de\/inhaltsverzeichnis\/\">Zum Inhaltsverzeichnis<\/a><\/p>\n<p>Zum Weiterlesen:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Boden_(Bodenkunde)\">Boden (Wikipedia)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.geographie-diplom.de\/Texte\/Physisch\/boden5.htm\">Die B\u00f6den der winterfeuchten Subtropen<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bodenbildung Im Mittelmeergebiet gibt es viel weniger Erde, als wir aus den gem\u00e4\u00dfigten Zonen gew\u00f6hnt sind. 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